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Insider Tipps Costa Blanca MARCO POLO Insider Andreas Drouve im Interview

Andreas Drouve lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Spanien und ist als freier Autor und Journalist ständig auf Achse.

Wieso leben Sie in Spanien?

Ganz gewiss bereichert es immer, in einem fremden Kulturkreis zu leben. Seit Beginn meiner Zeit in Spanien ging es allerdings darum, als freiberuflicher Autor Reportagen und Bücher zu schreiben. Das hatte ich auch vorher schon gemacht. Mittlerweile sind es über 70 Kultur- und Reisebücher geworden.

Was gefällt Ihnen am Leben in Spanien?

Kurz gesagt: die Kontraste. Landschaften, Feste, Kultur, die herrlichen Strände, die Naturparks im Inland. València steht in meinen persönlichen Top Ten spanischer Städte. Hinzu kommt die spanische Mentalität, mit der man umzugehen wissen muss. Man legt nicht alles auf die Goldwaage, doch dererlei Lockerheit setzt sich auch bei Absprachen und Einhaltungen von Terminen fort. Was mich ebenfalls begeistert, ist die Küche, angeführt von den Tapas. Diese Tradition der Schlemmerkleinkunst mit den Häppchen ist bis heute grandios geblieben. Da macht man gerne mit, vor allem mit einem guten Wein dazu. Spanien ist einfach ein Land für Genießer, wobei Genüsse nicht zwangsläufig teuer sein müssen.

Sprechen Sie Spanisch?

Ja natürlich, ich spreche fließend Spanisch. Anders würde es kaum gehen. Spanisch hatte ich schon als Abiturfach und habe es, neben Germanistik und Völkerkunde, auch studiert.

Und was mögen Sie an Ihrer Wahlheimat nicht so?

Den Stierkampf, wie fast alle Ausländer. Im Alltag ist die gesetzliche Krankenversorgung katastrophal und oft mit langen Wartezeiten verbunden. Auf einen Arzttermin für meine kleinste Tochter haben wir gerade ein halbes Jahr warten müssen. Auch in Spanien wuchern Bürokratie und Beamtentum. Da hört der südländische Spaß auf.

Halten Sie Mittagsruhe, die Siesta?

Gegenfrage: Und wer soll dann die Arbeit erledigen? Nein, Siesta ist tabu.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder in Deutschland zu leben?

Ich fahre zwar nicht regelmäßig, aber immer mal wieder und gerne nach Deutschland. Familie und Freunde sind dort, manchmal halte ich Vorträge. Außerdem ist und bleibt Deutsch meine Muttersprache - und die kommt im spanischen Alltag zu kurz. Dennoch beantworte ich die Frage mit einem klaren spanischen „No“...