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Reiseführer Brasilien:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Brasilien perfekt im Überblick

Tag 1-4

Starten Sie in Bahia, wo die Portugiesen zuerst an Land gingen, mit Tropenbarock und Strand. Bevor Sie sich auf die Hauptstadt Salvador einlassen, entspannen Sie erstmal am Strand. Eine Stunde nördlich des Flughafens liegt Praia do Forte , ein beliebter Strandort. Baden im Atlantik, Spaziergänge unter Palmen, das Schildkrötenprojekt Projeto Tamar Praia do Forte und ein Bummel durch den Ort sorgen für die ersten Kontakte mit Einheimischen. Nach zwei Nächten sind Sie fit für Salvador , die erste Hauptstadt Brasiliens und den einst größten Sklavenhafen der Südhalbkugel. Nirgends spüren Sie das kulturelle Erbe Afrikas so wie hier: die Trommeln in der Musik, der Kampftanz Capoeira und die weißgekleideten Baianas des Candomblé. Die barocke Altstadt zeugt von den Reichtümern der einstigen Kolonie: Kirchen mit vergoldeten Altären, Holzschnitzereien und portugiesischen Kacheln. Planen Sie zwei Tage für Salvador, besuchen Sie das lebendige Pelourinho-Viertel, probieren Sie die Teigbällchen Acarajé und den Fischeintopf Moqueca im Bohemeviertel Rio Vermelho, und besuchen Sie eine Aufführung des Balé Folcórico.

Tag 5-7

Knapp zwei Flugstunden sind es von Salvador nach Rio de Janeiro , einer der schönsten Städte der Welt. Einzigartig sind die geografischen Gegebenheiten der Guanabara-Bucht mit ihren schroffen, von dichter Vegetation bedeckten Felsen, an denen sich Buchten mit weißen Sandstränden formen. Die Strandviertel Copacabana und Ipanema, der Zuckerhut und der Corcovado mit der Christusstatue sind schon faszinierend - vor allem aber sind es die Einwohner dieser Stadt, die Cariocas. Joggen oder biken Sie am ersten Tag entlang der Strandpromenade, genießen Sie das Strandfeeling zwischen Leme und Leblon und eine Shoppingtour im eleganten Ipanema dicht an der Lagune (Lagoa). Am späten Nachmittag steht die Auffahrt auf den Zuckerhut auf dem Programm. Am zweiten Tag entdecken Sie die Hafengegend um die Praça Mauá und das alte Geschäftszentrum, nehmen die Straßenbahn ins Künstlerviertel Santa Teresa und lassen sich am Abend in Gamboa oder Lapa von Sambarhythmen begeistern. Am letzten Tag besuchen Sie den Jardim Botânico, essen mittags das Nationalgericht Feijoada und fahren zum Abschiedsblick über Rio auf den Corcovado.

Tag 8-9

Nun steht ein Abstecher in den Süden auf dem Programm. Nach einem 90-Minuten-Flug landen Sie in Florianópolis , der einzigen Hauptstadt, die auf einer Insel liegt. Genießen Sie die relaxte Atmosphäre, besuchen Sie die Surferstrände, entspannen Sie an der Lagune und probieren Sie Austern in einem der Stranddörfer. Am nächsten Tag machen Sie einen Ausflug nach Blumenau , wo es das größte Oktoberfest außerhalb Deutschlands gibt. Das Fachwerk ist Fassade, aber die deutsche Kultur wird gelebt, und in der Nähe formiert sich gerade das brasilianische Siliconvalley.

Tag 10-11

Eines der gewaltigsten Naturschauspiele der Welt erleben Sie knapp zwei Flugstunden nordwestlich: die Cataratas do Iguaçu . Den besten Panoramablick auf die Fälle haben Sie vom Hotel das Cataratas, wo Sie sich für zwei Nächte einmieten - es lohnt sich! Am nächsten Tag fahren Sie über die Grenze nach Argentinien. Im Nationalpark auf der argentinischen Seite können Sie in den "Rachen des Teufels" schauen, so dicht sind Sie an den tosenden Gewässen.

Tag 12-13

Von Foz do Iguaçu geht es nach São Paulo (Flugzeit 1,75 Std.), einer Stadt der Superlative. Rund 12 Mio. Menschen leben hier - ein Moloch voller Leben, ein Schmelztiegel der Kulturen. Restaurants und Theater, Kinos und Museen, Shows und Ausstellungen: Der Rhythmus der Stadt ist atemberaubend, faszinierend und ja, auch anstrengend. Beginnen Sie mit dem alten Stadtzentrum, und suchen Sie sich am Abend ein japanisches Restaurant. Am nächsten Tag besuchen Sie das Kunstmuseum Museu de Arte São Paulo und die Avenida Paulista, bewundern die schicken Läden in Jardins und spazieren durch den Ibirapuera-Park. Zum Sundowner mit Aussicht geht's in die Skye Bar des Hotels Unique.

Tag 14-16

Nach so viel Asphaltdschungel finden Sie Ruhe im Pantanal , einem Naturparadies, ca. 2,5 Flugstunden westlich. Brasilien wurde von der Küste her kolonialisiert, der Busch im Westen war schwer zugänglich. Noch im 20. Jh. wurde hier gegen indigene Ureinwohner gekämpft. Cuiabá ist eine moderne Stadt, ein Zentrum des prosperierenden Agrobusiness' und das Eingangstor zum Feuchtgebiet Pantanal. Fahren Sie am besten direkt vom Flughafen auf eine der Fazendas (mind. drei Nächte), die Besucher aufnehmen. Krokodile, Wasserschweine, Ameisenbären und Hyazinth-Aras werden Sie sehen, vielleicht sogar einen Jaguar...

Tag 17

Der Gegensatz, der nun folgt, könnte kaum größer sein. Zurück aus der Wildnis geht es in 1,5 Flugstunden in die Hauptstadt, die am Reißbrett entstand: Brasília . Der kühne Plan von Organisation und Ästhetik wurde im geografischen Zentrum des Landes umgesetzt. Eine Übernachtung reicht, am besten im Brasília Palace.

TAG 18-22

Gute drei Stunden braucht der Flieger von hier ins Amazonasgebiet, das bei einem Brasilien-Besuch nicht fehlen darf. Im Zentrum des Regenwaldgebiets liegt Manaus . Die Stadt lebt vom Charme der Pionierzeiten, als Glücksritter, Forscher und Abenteurer in den Regenwald vorzudringen versuchten. Das Opernhaus Teatro Amazonas ist ein Muss, der Hafen das Herz der Stadt. Von hier aus starten Sie zu einer Schiffstour auf dem Amazonas bzw. zum Besuch einer Urwaldlodge, wo Sie mindestens drei Nächte buchen sollten, denn erst das Dschungelerlebnis macht die lange Anreise lohnenswert.

Entlang der grünen Küste: Rio-Parati

Tag 1-3

Aus Rio de Janeiro Zona Sul kommend, geht es 20 km durch das Strandviertel Barra mit seinen Olympiabauten. Nehmen Sie den Weg über Grumari, an der Küste entlang auf der Av. Lúcio Costa und der Estrada do Grumari. Sie fahren an Rios schönsten Stränden entlang! Beim Stopp am Point do Grumari gibt es einen tollen Blick auf die Barra de Guaratiba. Nach weiteren 50 Min. erreichen Sie den Tiefseehafen Sepetiba. Hinter Itaguai folgt Mangaratiba, der Eingangsort zur Grünen Küste. Sanfte, teilweise dicht bewaldete Hügel fallen zum Meer hin ab, der Sand leuchtet weiß, das Meer ist tiefblau. Noch 60 km sind es bis ins lebhafte Angra dos Reis mit großem Yachthafen. Hier nehmen Sie das Boot zur Ilha Grande . Die Insel ist ein Naturparadies: Urwald, Wasserfälle, Flüsse, Buchten... Bleiben Sie drei Nächte! In den Chalets der Pousada Aratinga in Vila do Abraão, wo die Fähre anlegt, schlafen Sie gut. Genießen Sie abends den Blick auf die Bucht bei Caipirinha und Fisch. Strände zum Baden erreichen Sie am nächsten Morgen zu Fuß. Als schönste Spots der Insel gelten die Lagoa Azul im Norden und die Lagoa Verde, die Sie per Schiff in einem Tagesausflug erreichen. Auf Wanderer wartet eine Herausforderung: Den Aufstieg zum 900 m hohen Pico de Papagaio sollten Sie sich nicht entgehen lassen - der Panoramablick ist umwerfend! Dafür müssen Sie einen Tag einplanen.

Tag 4-6

Zurück auf dem Festland sind es von Angra ca. 90 Min. bis nach Parati , einem Schmuckstück kolonialer Architektur. Früher wurde hier das Gold verschifft, das mit den Maultierkarawanen aus Minas Gerais gebracht wurde. In den prächtigen Herrenhäusern sind Restaurants und Pousadas untergebracht, z.B. die charmante Pousada Casa Colonial, wo Sie Ihr Lager für zwei Nächte aufschlagen. Beginnen Sie den Rundgang an der Casa de Cultura, und besuchen Sie die Kirchen. Die prunkvolle Barockkirche Santa Rita dos Pardos Libertos an den Kais wurde von freigekauften Sklaven errichtet. Lassen Sie sich überraschen von der Phantasie der Künstler. Das historische Zentrum ist voller Läden mit Kunsthandwerk - und Schnaps! Im Empório da Cachaça können Sie 5000 (!) Marken des Zuckerrohrschnapses bestaunen, der seit 300 Jahren in Parati produziert wird. Einige der Brennereien können Sie besuchen, z.B. die älteste: O Coqueiro. Beschließen Sie die Tour mit einem Badetag im 30 km südlich gelegenen Vila de Trindade , wo es idyllische Strandbuchten gibt.

Barock und Moderne in Minas Gerais

Tag 1-2

Tiradentes ist ein charmantes Städtchen. Benannt wurde der Ort nach dem "Zahnzieher" (tiradentes), dem Anführer einer Verschwörung gegen die portugiesische Kolonialmacht. Im Ortszentrum entdecken Sie Läden und Cafés. Bummeln Sie durch die Gassen, staunen Sie über die vergoldeten Altäre der Matriz de Santo Antônio in der Rua da Câmara, und stöbern Sie in den Kunsthandwerksläden. Planen Sie zwei Nächte ein. Die Pousada Três Portas liegt günstig im historischen Zentrum. Die kräftige Minas-Küche probieren Sie in der Estalagem do Sabor.

Tag 3-4

Am nächsten Tag sind es auf der BR 383 über Lagoa Dourada und die BR 040 ca. 110 km (2 Std.) durch die Berge nach Congonhas . Verpassen Sie hier nicht die zwölf Sandstein-Apostel von Aleijadinho, dem bedeutendsten Barockkünstler Brasiliens. Sie gehören zur Basílica do Senhor do Bom Jesus de Matosinho. Von hier geht's auf den Straßen BR 040, MG 030, MG 443 und MG 129 über Lobo Leite und Ouro Branco ins knapp 60 km entfernte Ouro Preto . In nur 50 Jahren wurden hier über 500 t Gold gefunden, das die Sklaven aus den Minen holten. Die vielen prächtigen Kirchen, die Kolonialgebäude, das Kopfsteinpflaster der Gassen - in Ouro Preto bekommen Sie einen Eindruck vom Geist jener Zeit. Buchen Sie zwei Nächte in der Pousada Laços de Minas; die liegt etwas außerhalb, dafür hat sie einen Pool, und der Blick auf die Berge ist wunderschön. Am nächsten Morgen sind Sie fit fürs Kulturprogramm: Die schönste Kirche ist São Francisco de Assis. Vom achteckigen Grundriss über die Holzschnitzereien und Skulpturen am Portal - alles wurde von Aleijadinho geschaffen. Mehrere Hundert Kilo Gold und Silber wurden verwendet beim Bau der Nossa Senhora do Pilar, der reichsten Kirche von Minas Gerais.

Tag 5-6

Zum Abschluss folgt ein Kontrastprogramm. Dafür fahren Sie auf der Landstraße 356 Richtung Belo Horizonte und auf der MG 040 am südlichen Stadtrand vorbei nach Brumadinho zum Instituto Inhotim . Über 100 Künstler aus über 30 Ländern stellen hier ihre Kunst im Dialog mit der Natur aus. Mäzen ist der durch Bergbau reich gewordene Bernardo Paz. Inhotim ist eine Metapher für das Brasilien der Zukunft: großzügig, ästhetisch, anregend. Planen Sie eine Übernachtung ein, z.B. in den Chalets des Estalagem do Mirante in der Nähe der BR 040, die Belo Horizonte mit Rio verbindet.

An der Korallenküste

Tag 1

Startpunkt ist Penedo am Rio São Francisco, 140 km südlich von Maceió. Das Zentrum mit seinen Barockkirchen und Kolonialbauten können Sie zu Fuß erkunden. Dann fahren Sie Richtung Meer zur dünengesäumten Mündung des Flusses, wo die AL 101 nach Norden abknickt und zur Küstenstraße wird. Stellen Sie das Auto in Piaçabuçu ab, und lassen Sie sich im Buggy durch die Dünen zur Mündung des Rio São Francisco chauffieren; zurück geht es dann mit einem Boot durchs Delta. Die danach rechts der Straße folgenden Strände haben kaum Infrastruktur, aber wunderschön verträumte Abschnitte. Höhepunkt ist die in einem Kokoshain zwischen Lagune und Ozean gelegene Praia do Gunga . Auf der anderen Seite der Lagune folgt Barra de São Miguel mit einem hübschen Hafen. Bleiben Sie hier eine Nacht im Kenoa Beach Resort, einem Luxushotel mit Spa in toller Lage.

Tag 2-3

10 km weiter liegt Praia do Françês mit Bars und Stränden: Seicht ist das Wasser durch ein vorgelagertes Riff im Norden, südlich rollen die Wellen für Surfer. Nach Maceió , der Hauptstadt von Alagoas, sind es noch 20 km. Hier konzentrieren sich die Hotels und Restaurants an der Uferpromenade, mit Strandbars zwischen Ponta Verde und Jatiúca. Alle Zimmer des Hotels Brisa Tower haben Meerblick. Ein Klassiker fürs Abendessen ist das Divina Gula mit kräftiger Minas-Küche. Am nächsten Tag lassen Sie sich mit einer Holz-Jangada zu den Korallenriffen zum Schnorcheln bringen.

Tag 4-5

Je weiter Sie nach Norden kommen, desto ruhiger werden die Strände. Bei Barra de Santo Antônio müssen Sie einen Umweg auf der AL 413 über Passo de Camaragipe machen, bevor Sie wieder an die Küste kommen. Im Inland dominiert Zuckerrohr, vereinzelt weiden Rinder. Zwischen Barra de Camaragipe und Japaratinga bekam die Strecke den Namen Rota Ecológica, weil sich viele der Pousadas um Nachhaltigkeit bemühen. Der Weg führt durch die Fischerdörfer São Miguel dos Milagres, Porto da Rua und Porto de Pedras. Das Meer ist türkisgrün und sanft durch die vorgelagerten Korallenriffe. Bleiben Sie zwei Nächte in der Pousada do Toque an der Praia do Toque zwischen São Miguel und Porto da Rua. Die Chalets liegen in einem Garten, der Pool hat Meerblick, die Küche ist großartig. Nutzen Sie den freien Tag für einen Bootsausflug zum Schnorcheln am Korallenriff Galés de Maragogi .

Tag 6

Zum letzten Abschnitt setzen Sie in Porto de Pedras mit einer Fähre über den Fluss nach Japaratinga. Bis ins 20 km entfernte Maragogi wird die Küste immer belebter. Fahren Sie weiter Richtung Norden über die Landesgrenze nach Pernambuco. Die Strandtour endet in Tamandaré , zu erreichen über die PE 076. Die Praia dos Carneiros ist einer der schönsten Strände Pernambucos: weißer Sand, Palmen, kristallklares, seichtes Wasser mit Naturbecken voller bunter Fischchen. Und wenn die Natur schon so luxuriös ist, dann darf es auch die Unterkunft sein: Pontal dos Carneiros Beach Bungalows.

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Petra Schaeber begeisterte sich schon als Schülerin für Lateinamerika. Nach den ersten Reisen auf den Kontinent absolvierte sie die Journalistenschule und ein Wirtschaftsstudium in Köln und Rio de Janeiro. Heute lebt die von der afrobrasilianischen Kultur faszinierte Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Salvador da Bahia im Nordosten Brasiliens.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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