Reisetipps Argentinien

Highlights Argentinien

Region: Buenos Aires

Theater & Oper

Das legendäre Opernhaus Teatro Colón (Cerrito zwischen Tucumán und Viamonte | www.teatrocolon.org.ar) kann zurzeit nur von außen bewundert werden, bis die Restaurierungsarbeiten voraussichtlich 2010 beendet sind. Manchmal werden aber bereits wieder Ausstellungen im Theater organisiert und eventuell 2009 auch die Führungen wieder aufgenommen.

Argentiniens Metropole zählt um die 200 Theatersäle, von denen etwa die Hälfte dem sogenannten teatro independiente angehören, dem unabhängigen Theater (www.alternativateatral.com), das mit der Krise der letzten Jahre ein Aufblühen als kollektiver Treffpunkt der porteños erlebte. Zu den besten Bühnen gehören das Stadttheater San Martín (Corrientes 1530 | Tel. 011/43710111 | www.teatrosanmartin.com.ar), das Nationaltheater Cervantes (Libertad 815 | Tel. 011/48164224 | www.teatrocervantes.gov.ar), La Plaza (Corrientes 1660 | Tel. 011/43705350 | www.paseolaplaza.com.ar) sowie für die Avantgarde im Off-Corrientes das Camarín de las Musas (Mario Bravo 960 | Tel. 011/48620655 | www.elcamarindelasmusas.com.ar) und Sportivo Teatral (Thames 1426 | Tel. 011/48333585 | www.sportivoteatral.com.ar).

La Boca

Das Hafenviertel südlich von San Telmo am Fluss Riachuelo hat sich seit den Zwanzigerjahren des 20. Jhs. nicht wesentlich verändert. La Boca war das Armenviertel der Großstadt. Hier fanden italienische Fischer, Basken, Kroaten und Galicier Arbeit an den Docks. Geld gab es kaum, zum Hausbau benutzte man Wellblech und Holzlatten. Oft wurden die Hafenarbeiter in Naturalien bezahlt, dazu gehörten auch die Reste von Schiffslack. So erklärt sich die pittoreske Bemalung der Behausungen. Auch heute noch werden sie von den Hafenarbeitern bewohnt. Besonders gut erhalten sind die verschachtelten Häuschen am Caminito, der Gasse zwischen den Straßen Magallanes und Del Valle Iberlucea.

Neben einem Kunstgewerbemarkt ist auch das Museo de Bellas Artes de la Boca (Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 3 Pesos | Pedro de Mendoza 1835) sehenswert, in dem u. a. Werke des Malers Benito Quinquela Martín (1890-1977) ausgestellt werden, die das Arbeiterleben in La Boca porträtieren. Im zeitgenössischen Gegensatz zu diesem historischen Blick stehen die Ausstellungen in der Fundación Proa (Di-So 11-19 Uhr | Eintritt 3 Pesos | Pedro de Mendoza 1929 | www.proa.org), von deren Terrasse aus man einen guten Ausblick auf den Riachuelo hat. Im jüngst erweiterten Bau wurde eine große Ausstellung des französischen Künstlers Marcel Duchamp eingeweiht.

Zum Stadtteilbild gehört auch La Bombonera, das Stadion des populärsten Fußballclubs Argentiniens, der Boca Juniors, mit seinem eigenen Museo de la Pasión Boquense (tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 10 Pesos, einschl. Stadionbesuch 22 Pesos | Brandsen 805 | www.museoboquense.com).

Die besten Lokale in La Boca finden Sie an der Uferstraße Pedro de Mendoza und in deren Umgebung. Il Matterello (Martín Rodríguez 517 | Tel. 011/43070529 | €) und Don Carlos (Brandsen 699 | Tel. 011/43622433 | €) bewahren das typisch italienische Hafenflair mit guter Pasta- und Meeresfrüchteküche.

Palermo

Das Stadtviertel Palermo teilt sich in vier: das schicke Palermo Chico, das Designerviertel Palermo Viejo, daneben das vom Showbusiness geprägte Palermo Hollywood und das eigentliche Palermo, wo sich die große Parkanlage der Bosques de Palermo ausbreitet.

Knotenpunkt des Stadtteils ist die Plaza Italia, Haltestelle für Busse aus allen Richtungen und für die grün gekennzeichnete U-Bahn-Linie D. Von dort aus kann man die Sehenswürdigkeiten des barrios bequem zu Fuß erreichen. Folgen Sie der Avenida Sarmiento nordostwärts, können Sie im Park, der im Frühling unter den Blüten der zahlreichen Jakarandabäume lila leuchtet, durch den Rosengarten oder im Jardín Japonés spazieren, den Südhimmel im Planetarium (Sa/So 14-19 Uhr | Eintritt 4 Pesos | Av. Sarmiento/Av. Figueroa Alcorta | www.planetario.gov.ar) kennenlernen, ein Polospiel im Campo de Polo (Av. Libertador/Av. Dorrego) oder ein Pferderennen gegenüber im Hipódromo erleben.

Zurück an der Plaza Italia, können Sie den Zoo (Jardín Zoológico) durchkreuzen und sich im Schatten der rund 5000 Pflanzenarten im Botanischen Garten (Jardín Botánico) vom Spaziergang ausruhen. Dort steht auch der ombú, der für Antoine de Saint-Exupérys Affenbrotbaum des „Kleinen Prinzen“ Modell stand.

In Palermo Chico, südöstlich vom Park die Avenida Libertador und Figueroa Alcorta entlang, befinden sich die Paläste im neoklassizistischen französischen Stil, die sich die reichen estanciero-Familien bauen ließen. Heute sind viele von ihnen Sitz ausländischer Botschaften. Im Palacio Errázuriz befinden sich das Museo Nacional de Arte Decorativo (Di-So 14-19 Uhr | Eintritt 2 Pesos | Av. Libertador 1902 | www.mnad.org.ar), das mit seiner Möbelausstellung die Pracht der Patrizierwohnung hervorhebt, und das nette Restaurant Croque Madame (So-Abend und Mo geschl. | Tel. 011/48068639 | €€).

Palermo Viejo hat sein Zentrum auf der Plaza Cortázar, wo sich die Straßen Jorge Luis Borges (oft auch Serrano genannt, wie sie weiter westwärts noch heißt) und Honduras treffen. Cafés, Restaurants und Bars mischen sich mit zahlreichen originellen Mode- und Designläden in dem Soho der porteños. Geht man die Honduras aufwärts in Richtung der steigenden Hausnummern, durch eine Bahnunterführung und über die Avenida Juan B. Justo, kommt man nach wenigen Blocks auf die Kreuzung mit der Straße Bonpland ins Zentrum des sogenannten Palermo Hollywood, wo sich in der Umgebung des Rundfunk- und Fernsehsenders América die Gastronomie noch vervielfältigt und das Nachtleben praktisch nie ruht.

San Telmo

Einst die vornehmste Wohngegend der Hauptstadt, wurde der Stadtteil San Telmo Ende des 19. Jhs. fluchtartig von den Bürgern verlassen, als hier eine Gelbfieberepidemie ausbrach. Wer es sich leisten konnte, zog aufs Land, nach San Isidro, das nun zur neuen Residenz der vornehmen porteños wurde. Die riesigen Herrenhäuser in San Telmo wurden unterdessen zu Mietskasernen für Immigranten umfunktioniert, viele kleine Läden und Hinterzimmerkneipen entstanden in jener Zeit.

Schmuddelige Hinterhöfe und enge Kopfsteinpflasterstraßen prägen auch heute noch das Bild des romantischen Stadtteils. Rund um die Plaza Dorrego, auf der sonntags ein beliebter Flohmarkt stattfindet, gruppieren sich Antiquitätengeschäfte und Tangocafés. Längst haben auch die porteños San Telmo wiederentdeckt und besuchen seine vielen Restaurants.

Region: Mendoza

Andenüberquerung

Von Jujuy im Norden bis Chubut im Süden gibt es ein Dutzend gut befahrbare Grenzübergänge nach Chile. Der meistbefahrene ist die Ruta 7 von Mendoza nach Santiago de Chile über den Cristo Redentor (3870 m), ein monumentales Friedensdenkmal auf der Grenze. Weiter südlich ist die Ruta 231 beliebt, die ebenfalls vollständig auf Asphalt von Bariloche nach Osorno führt. Im Winter sind die Straßen öfters wegen Schnee geschlossen. In Chile gilt ein striktes Verbot für die Einfuhr von frischen Lebensmitteln! Um mit dem Mietwagen nach Chile einreisen zu dürfen, benötigen Sie in einigen Fällen eine Genehmigung und/oder müssen eine Extragebühr entrichten.

Die Anden mit dem Pferd überqueren wie einst General José de San Martín? Auch das ist möglich: Raúl Labat führt im südlichen Sommer in die Berge. Es sind weder große Reit- noch Bergsteigerqualifikationen erforderlich. Ausgangspunkt ist die Estancia El Puesto (7 km westlich von Los Árboles | Ruta Provincial 89 rund 20 km südwestlich von Tupungato | Tel. 0261/4393533 | www.estanciaelpuesto.com.ar | 1300 Dollar pro Person) auf 1500 m Höhe. Von dort aus geht es sechs Tage lang über Bergpässe auf 4500 m und mit einem Abstecher zum höchsten Gletscher Amerikas, dem Mesón San Juan, bis an die chilenische Grenze, den Vulkan Tupungato (6235 m) und die Cordillera Piuquenes entlang. Auch Feeling Turismo (Tucumán 715 | 3° B | Tel. 011/43935030 | www.feelingturismo.com.ar | 750 Dollar) in Buenos Aires organisiert etwas weiter südlich von Las Leñas aus achttägige Pferdetouren bis an die chilenische Grenze.

Valle de la Luna/Reserva Provincial Ischigualasto

500 km nördlich von Mendoza (über San Juan) bildet das Tal von Ischigualasto zusammen mit dem Tal von Talampaya eine etwa 6000 km² umfassende Erosionslandschaft. Zahlreiche Science-Fiction-Filme sind in dieser unglaublichen Felsenwelt gedreht worden. Wind und Wasser haben dem Gestein natürliche Skulpturen abgerungen. Zwischen Staub und Felsen findet man immer wieder versteinerte Farne und Gräser, die davon zeugen, dass hier vor Urzeiten ein anderes Klima geherrscht hat.

Der nach einem Indianerhäuptling benannte Naturpark Ischigualasto umfasst 620 km², von denen aber nur 150 km² zugänglich sind. Es empfiehlt sich zunächst, das Museum am Eingang zu besuchen, in dem die Gesteinslandschaft in klein nachgebaut ist. Parkwächter begleiten die Besucher auf der 40 km langen Rundfahrt, die in eine 200 Mio. Jahre zurückliegende Dinosaurierwelt versetzt (Eintritt 35 Pesos | www.ischigualasto.org).

Im Parque Talampaya hingegen, 70 km nordöstlich von Ischigualasto und bereits in der Provinz La Rioja, führt ein Parkwächter Reisende durch eine Schlucht mit faszinierenden Gesteinsformationen und Felsmalereien, deren Ursprung noch nicht geklärt ist (Eintritt 20 Pesos, Touren mit Geländewagen 45-60 Pesos pro Person, Fahrradtour 30 Pesos, zu Fuß 30 Pesos, immer unter Führung von Parkwächtern | Tel. 0351/5709909 | www.talampaya.gov.ar und www.talampaya.com).

Übernachtung 80 km vor dem Eingang zum Naturpark in den 37 Zimmern und acht Bungalows der Hostería del Valle Fértil (Rivadavia | Tel. 02646/420015 | €) in San Agustín del Valle Fértil. Von San Juan aus werden aber auch organisierte Bustouren zu den Stätten der Vorgeschichte angeboten.

Region: Salta

Tren a las Nubes und Antofagasta de la Sierra

Der „Zug zu den Wolken“ fährt nach zweijähriger Betriebspause wieder von April bis November von Salta aus zur letzten größeren Ortschaft vor der chilenischen Grenze, San Antonio de los Cobres (Mi, Fr, So | hin und zurück 15 Std. | 140 US$ | Buchung über Reiseagenturen), und überwindet dabei auf der 217 km langen Fahrt einen Höhenunterschied von 3300 m. Aus der fruchtbaren, blühenden Umgebung von Salta gelangen die Reisenden in zunehmend engere Täler mit steilen Felswänden und baumhohen Kandelaberkakteen. Vom Wagenfenster aus sieht man kleine steinerne Pyramiden am Rand der Gleise. Diese pachetas sind Geschenke der Ureinwohner an ihre Erdmutter Pachamama. Niemand weiß, wie alt diese Steinhaufen sind, die nicht abgetragen werden dürfen.

Teilweise parallel zur Bahn führt die Nationalstraße 51 nach San Antonio de los Cobres, obwohl die Sicht vom Zug aus unvergleichlich besser ist. Der Vorteil, wenn Sie die Tour mit dem Auto unternehmen: Man kann mit dem Geländewagen weiter südwärts bis nach Antofagasta de la Sierra in Catamarca fahren. Die kleine Landkreishauptstadt mit nur 650 Ew., auf 3400 m Höhe gelegen, ist umgeben von einer unglaublichen Vulkanlandschaft, in der Sie Salzlagunen, wilde Vikunjaherden, verlassene Goldminen, offen liegende Quarzkristalle und Wandmalereien der Indianer finden, zu denen Zoltan Czekus (San Martín 436 | Tel. 03833/436865) über fast geheime Wege führt.

Region: San Salvador de Jujuy

Quebrada de Humahuaca

Am Eingang des Flusstals, in der beeindruckenden Schlucht Quebrada de Humahuaca, beginnt das Reich Pachamamas. Eine Kette kleiner Indianerdörfer und die Reste inkaischer Festungen lassen erahnen, wie das Leben der Indianer in den Kolonialstädten einst ausgesehen haben mag. Die Ruta Nacional 9, die sich durch das langsam ansteigende Tal schlängelt, war im 17. Jh. die Hauptverkehrsader zu den reichen Minen Potosís und noch früher der Königsweg der Inkas.

Tumbaya, das erste der Indianerdörfer, zählt 150 Ew., die auf 2100 m Höhe von der Weidewirtschaft leben. Am 15. September feiern sie in ihrer freskenverzierten, kleinen Kirche den Tag ihrer Schutzpatronin Virgen de los Dolores mit einer farbenfrohen Prozession. Hinter Tumbaya beginnt zwischen den roten Felsen die Kakteenwüste.

Im Dorf Purmamarca bietet eine Übernachtung im Hotel El Manantial del Silencio (19 Zi. | Ruta Nacional 52 | km 3,5 | Tel. 0388/4908080 | www.hotelmanantial.com.ar | €€€) die Gelegenheit, die stille Größe der Berglandschaft zu genießen. Am Fuß der bunt gestreiften Felswände des Cerro de los Siete Colores ducken sich die kleinen Häuser aus Lehm und Kaktusholz. Die schlichte Kirche stammt von 1648 und wird von einem noch älteren Johannisbrotbaum überschattet. Hier findet nachmittags ein bunter Indianermarkt statt. Es gibt gemahlene Gewürze, besonders scharfe Chilischoten und auch Kokablätter zu kaufen. Daneben werden Textilien - Pullover, Ponchos, Decken - und schöne Keramikarbeiten angeboten.

Wenige Kilometer weiter gelangt man nach Tilcara (13000 Ew.) auf 2460 m Höhe. Es gibt ein paar Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Die eigentliche Attraktion des Orts sind jedoch die Reste der alten Inkafestung El Pucará de Tilcara, deren Grundmauern sich über einen Bergrücken im Süden des Orts ziehen. Dem Wind ausgesetzt, kann man von der Pucará aus das gesamte Tal überblicken. Einige der Behausungen sind originalgetreu mit Kaktusholz und Quadersteinen wieder aufgebaut worden.

Zwischen Tilcara und dem nächsten Dorf Huacalera verläuft der Wendekreis des Steinbocks. Neben dem Hinweisschild steht die Kirche mit bedeutenden Fresken aus dem 17. Jh. In Uquía befindet sich in der kleinen Kirche von 1691 der älteste Altaraufsatz der Region. Am 3. Mai (Día de la Cruz) wird hier der Schutzpatron, San Francisco de Padua, pompös gefeiert.

Inzwischen ist die Straße auf 2939 m angestiegen und erreicht den aus dem 16. Jh. stammenden Ort Humahuaca. 8000 Menschen leben hier. Die schmalen Gassen und traditionell schlichten Häuser aus Adobe und Kaktusholz werden von einem kolossalen Denkmal zur Unabhängigkeit überragt. Zwischen den verwinkelten Häuserzeilen liegt Kopfsteinpflaster. Was man zunächst nur ahnt, wird im Museo Torres Aparicio (Do-Sa 10 bis 13 Uhr | Córdoba 249) zur Gewissheit: Spanische Möbel und französisches Porzellan spiegeln den vergangenen Reichtum Humahuacas als Handelsstützpunkt wider. Auf dem Indianermarkt werden wertvolle Wandteppiche und Masken aus Kaktusholz angeboten.

Nach Humahuaca kommt man am besten mit dem Mietwagen. Ausflugsbusse, sogar die öffentlichen Busse, sind meistens hoffnungslos überfüllt und halten nur in den Ortschaften Tilcara, Purmamarca und Humahuaca selbst.

Region: Paraná

Esteros del Iberá

Abenteuerreisen in die Sümpfe von Iberá in der Nachbarprovinz Corrientes veranstalten viele Reiseunternehmen sowie die Hotels im kleinen Ort Colonia Pellegrini am Lagunenufer (Posada de la Laguna | 7 Zi. | Guazú Virá | Tel. 03773/499413 | www.posadadelalaguna.com | €€€; Rancho Inambú Hostel | 5 Zi. | Yerutí zwischen Pehuajó und Aguapé | Tel. 0221/4916751 | www.ranchoinambu.com.ar | €). Kaimane, Wasserschweine und tropisches Flair gehören auch zu den Fotosafaris und Reitausflügen, die für die Gäste der Estancias Atalaya (Tel. 03783/433269 | www.hresa.com | €€ mit Vollpension) in Itatí und La Pelada (Tel. 03777/460032 | www.hresa.com | €€-€€€ mit Vollpension) in Esquina organisiert werden. Itatí ist ein winziger Hafen am Río Paraná. Die ältesten Bauwerke des Ortes (4600 Ew.) wurden 1615 von Jesuitenpadres gebaut.

Region: Posadas

Jesuitenreduktionen

Von Posadas aus sind die Reste der Missionsstationen mit Linienbussen problemlos zu erreichen. Zahlreiche Reisebüros bieten Halbtagesausflüge (55 km) nach San Ignacio Mini (tgl. 8-19 Uhr | Eintritt 12 Pesos) an, der schönsten der Reduktionen. San Ignacio Mini ist vor allem berühmt für seine Bauwerke aus Buntsandstein und Basalt, seine Arkadengänge und indianische Kirchenmalerei. Wer genügend Zeit hat, sollte sich auch die Missionsstädte Candelaria (20 km), Santa Ana (40 km) und Loreto (50 km) ansehen.

Vom Beginn ihrer Missionstätigkeit bis zur Vertreibung der Jesuiten 1767 lieferten die christlichen Indianerdörfer Stoff für Legenden, Verleumdungen und Spekulationen. Wahr ist, dass die Siedlungen durch den Anbau von Mate und durch Viehzucht beträchtliche Gewinne erwirtschafteten, die bei den ortsansässigen estancieros Neid hervorriefen. Oft wurden die Reduktionen als eine frühsozialistische Gesellschaftsform interpretiert. Denn die Produktionsmittel befanden sich in den Händen der Allgemeinheit, und die Verwaltung wurde gemeinschaftlich organisiert. Berühmt waren die Städte auch für die Musikalität und handwerklichen Fähigkeiten ihrer Bewohner. Die Grenzkriege zwischen Argentinien, Paraguay und Brasilien im 19. Jh. zerstörten schließlich die Gebäude der Missionssiedlungen.

Region: Puerto Iguazú

Cataratas del Iguazú

Im Parque Nacional de Iguazú werden Sie Zeuge eines unvergesslichen Naturschauspiels. Die großen Wasser, wie die Guaraní die Wasserfälle nennen, stürzen sich aus 70 m Höhe in die hufeisenförmige Schlucht. Die Front der Fälle, in ein weites Delta mit zahllosen Inseln aufgefächert, misst 2,7 km. Die Luft flirrt vor Hitze, gewaltige Gischtmassen lassen bei Sonnenschein kleine Regenbogen entstehen, die gesamte Gegend ist von einem ständigen Dröhnen erfüllt.

Hier, im äußersten Nordosten Argentiniens, fallen jährlich 2000 mm Niederschlag. Nachts steigt die Luftfeuchtigkeit auf 90 Prozent, und die warmen Tagestemperaturen lassen die gesamte Gegend zu einem fruchtbaren Treibhaus werden, in dem die Natur so üppige Formen annimmt wie im Paradies.

Der Regenwald bringt gewaltige Baumriesen hervor wie den bis zu 40 m hohen Lapacho Negro sowie zahlreiche Edelhölzer, Bambusgewächse, Guavenbäume und wilde Papayas, Tausende von Ficusgewächsen und unzählige leuchtende Orchideen, Lianengewächse und Kletterpflanzen, Malven mit spinnenförmigen Früchten und grazile Palmen. Schwergewichtige Tapire (300 kg) und kleine Hirsche durchstreifen das Unterholz nach Früchten. Riesige Rudel von Warzenschweinen machen die Gegend unsicher, und auf den Bäumen leben Kapuziner- und Brüllaffen. Neun verschiedene Arten von Beuteltieren ernähren sich von Insekten und Früchten. Sie werden selbst zur Beute, wenn Jaguar, Puma, Wildkatze, Berglöwe, Frettchen, Fuchs und Waschbär auf die Jagd gehen. Nachts gehört der Park den Fledermäusen, selbst der Blut saugende Vampir gehört dazu.

Tagsüber wimmelt es von Schmetterlingen und Vögeln wie Papageien, Kolibris, Spechte und Tukane. Dem Pfefferfresser, Wahrzeichen der gesamten Region, sagen die Guaraní sogar magische Kräfte nach.

Man sollte wegen der teilweise giftigen Schlangen keinesfalls in Sandalen durch das Buschwerk laufen. Außerdem ist ein Balsam für Mückenstiche sowie eine Salbe zur Vorbeugung ratsam. Besonders zu empfehlen: Repelente Off, in allen argentinischen Apotheken zu haben.

Sechs verschiedene Rundgänge nehmen von 20 Minuten bis zu drei Stunden in Anspruch. Ein offener, gasgetriebener Ökozug fährt die Gäste durch den Urwald zum Ausgangspunkt der Spazierpfade (Estación Cataratas) und zum Steg über den Schwindel erregenden, 80 m hohen Wasserfall der Garganta del Diablo (Estación Garganta del Diablo). | Im Sommer tgl. 7.30-19.30, im Winter 8.30-18.30 Uhr | Parkeintritt 30 Pesos | www.iguazuargentina.com

Region: Patagonien und Feuerland

Parque Nacional Los Glaciares/Glaciar Perito Moreno

Den riesigen, bis vor wenigen Jahren noch im Wachstum begriffenen Kontinentalgletscher, den imposanten Glaciar Perito Moreno (250 km lang, am See 4 km breit, mit 195 km² Fläche so groß wie die Stadt Buenos Aires) am Lago Argentino, besucht man am günstigsten von El Calafate aus, einem kleinen Ort, der mit einem modernen Flughafen und zahlreichen Hotels und Restaurants ausgestattet ist. Von dort aus werden Bustouren und Wanderungen auf dem Gletscherrücken sowie Bootsausflüge zu weiteren der mehr als 100 Gletscher im Nationalpark Los Glaciares angeboten.

Die Gletscherlandschaft entsteht aus einem enormen Eisfeld von 22500 km². Das Westgefälle der Anden lässt das Eis in Gletscherform fließen, bis es in die großen Seen Viedma, Argentino und San Martín einschmilzt. Im Naturpark kann man in der Hostería Los Notros (32 Zi. | Tel. 011/48143934 | Fax 48157645 | www.losnotros.com | €€€) mit unvergleichlicher Sicht auf den Gletscher übernachten.

Überall in Patagonien haben Archäologen Felsmalereien gefunden, Jagdszenen, Guanakoherden, menschenähnliche Abbildungen und Handabdrücke. In den verhexten Höhlen Punta Gualicho bei Calafate sind die vermutlich kultischen Malereien, die 4000 v. Chr. entstanden sein sollen, besonders schön.

Península Valdés

Die quirlige Hafenstadt Puerto Madryn an der rauen patagonischen Küste ist das Tor zur Halbinsel Valdés (Zugang 35 Pesos) und ihrer faszinierenden Tierwelt. Über einen 35 km langen Landstreifen, den Istmo Ameghino, mit der Küste verbunden, teilt Valdés die Buchten Golfo San José und Golfo Nuevo. Die beiden Straßen Ruta 2 und 3 bilden einen Rundweg, der alle sehenswerten Punkte miteinander verbindet. Vom Aussichtsturm des Informationszentrums hat man einen Rundblick über das ganze Gebiet.

10 km südlich erreichen Sie die Bucht von Puerto Pirámides. Von Mai bis November starten hier Boote zur Bucht der Wale für 100 Pesos pro Person. Die Wale ruhen im Winter vor der hohen patagonischen Küste, die sie im relativ warmen Wasser vor dem Wind schützt. Die enormen Wassertiere paaren sich hier und stillen die Jungwale, bis sie zur weiten Reise in die Antarktis bereit sind.

In der Caleta Valdés im Osten des Naturreservats haben Pinguine Zuflucht gefunden. Im äußersten Norden, in Punta Norte, machen im Sommer die Orcas (Schwertwale) Jagd auf die Seelöwenjungen am Strand.

Auf der Südwestspitze, bei Punta Delgada, sonnen sich die Seeelefanten. Hier findet man eine der einsamen Landschaft angepasste Unterkunft im ehemaligen Postgebäude und Offizierskasino Hotel Faro Punta Delgada (27 Zi. | Tel. 02965/458444 | www.puntadelgada.com | €€-€€€).