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Die Beste unter den Sonstigen
Piratenpartei
28.09.2009, 11:56
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Von Marc Widmann |
Grossbild
Ein Anhänger der Piratenpartei. (Foto: dpa)
Wenige Stunden vor der Wahl feuerten die etablierten Parteien noch einmal eine Breitseite gegen die Piraten: "Die werden die fünf Prozent auf keinen Fall schaffen", verkündete FDP-Chef Guido Westerwelle am Samstag in einer Fernsehdebatte. Deshalb solle sich jeder gut überlegen, ob er seine Stimme einer Gruppe gebe, die keinerlei Einfluss habe.
Und der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg war zu Scherzen aufgelegt: Er habe von einer alten Dame gehört, die die Partei im Grunde sympathisch finde; nur was die Piraten vor Somalia machten, müsse ja wohl nicht sein.
| FDP, Linke und Grüne stark wie nie Kleine Sieger ganz groß | ||||||||||||||
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Am Sonntagabend dürfte sich manch routinierter Politiker bestätigt gesehen haben, denn die bisweilen belächelte Piratenpartei kam nach Auszählung fast aller Wahlkreise nur auf 1,9 Prozent. Zwar wuchs sie damit aus dem Nichts zur größten "sonstigen Partei" heran und darf sich über staatliche Wahlkampfkosten-Erstattung freuen. Ihr selbstgestecktes Ziel haben die Außenseiter jedoch verpasst: Weder in der ARD noch im ZDF erschienen sie als orangefarbener Balken auf dem Fernsehschirm, da sie die Fünf-Prozent-Hürde klar verpassten.
"Kein Wunder geschehen"
"Es ist kein Wunder geschehen", sagte der stellvertretende Vorsitzende Andreas Popp der Süddeutschen Zeitung. Enttäuscht aber waren die Neulinge nicht. "Wir haben unser Mindestziel von einem Prozent erreicht, das ist ja auch schon mal was", meinte der 25-Jährige.
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Die Ergebnisse aller Wahlkreise zum Durchklicken Bitte klicken Sie auf das Bild, um die interaktive Karte zu öffnen:
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Schließlich stehe die Bewegung "noch ziemlich am Anfang". In vier Jahren könne man einen deutlich besser organisierten Wahlkampf führen, dann werde man sicher auch Windrädchen und Luftballons verteilen, wie die etablierten Parteien. In den vergangenen Monaten sei man von neuen Mitgliedern regelrecht überrollt worden: Statt Wahlkampf zu führen, hätten daher viele Aktivisten vor allem Mitgliedsanträge abarbeiten müssen. Tatsächlich hat sich die Zahl der Piraten seit der Europawahl vom Mai in etwa verneunfacht - auf nun fast 10000. Alles wuchs erstaunlich schnell. "Wir brauchen eine Verschnaufpause", sagte Popp.
Von den männlichen Erstwählern stimmten laut einer frühen ARD-Prognose 13 Prozent für die Piraten. Besonders die gebildeten Jungwähler mit Bindung zum Internet spricht die Partei an, denn sie konzentriert sich auf handverlesene Themen: den Schutz der Bürger vor einem "Überwachungsstaat", den Kampf gegen "Zensur" im Netz oder gegen die Kriminalisierung von Raubkopierern.
Nicht alle Piraten sind traurig, dass es zum Parlamentseinzug nicht gereicht hat. Zu schmal ist das Programm, zu unerfahren sind die jungen Politiker. Auch Andreas Popp unterlief wenige Tage vor der Wahl ein Lapsus: Er hatte der rechtslastigen Jungen Freiheit ein Interview gegeben. Als ihm die suggestiven Fragen komisch vorkamen, informierte er sich dort, wo viele Piraten die Zukunft sehen: im Internet-Lexikon Wikipedia. Dummerweise stand dort längst nicht die ganze Wahrheit. Als die Kritik hochschwappte, entschuldigte sich Popp. Dass diese Episode viele Stimmen kritischer Wähler gekostet hat, glaubt er aber nicht.
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![]() 29.09.2009 10:13:17 Harpagonos: @Schaunmermal "@Coffeeshop: Sie wissen überhaupt nichts über die Piraten. Aber Hauptsache man hat seinen Senf dazugegeben..." Ja, das tut er immer und überall, hält die Linke aber für eine ganz normale Partei, die für soziale Gerechtigkeit steht. Wahrscheinlich glaubt er auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. In der Wahl schienen die 5% durchaus denkbar, aber das Ziel war mindestens 1% und das wurde verdoppelt! über 800.000 Menschen haben die Piraten gewählt. Es ist schade, dass viele junge Leute, vor allem Studenten, in den Städten nur mit Zweitwohnsitz gemeldet sind, sonst wären sicher einige Direktkandidaten mit reingekommen. Nunja, eine dunkelrote Beteiligung an der Regierung wurde verhindert, das ist ja schonmal was. ![]()
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