Späte Erkenntnis: Fünf Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs räumen die US-Neokonservativen Perle und Wolfowitz massive Fehler ein. Die Verantwortung dafür sehen sie aber woanders.

Paul Wolfowitz

Wolfowitz war stellvertretender Verteidigungsminister unter Donald Rumsfeld. Anschließend war er Präsident der Weltbank. Foto: Reuters

Führende Vertreter der US-Neokonservativen haben krasse Fehler im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg eingeräumt.

"Ich hätte nie geglaubt, dass wir das so böse verpatzen würden", sagte Richard Perle, der frühere Direktor des Beratergremiums Defense Policy Board, der Zeit.

Perle gilt neben dem früheren Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz und dem hohen Pentagon-Beamten Douglas Feith als führender Vertreter der Neocons, die als Berater von Präsident George W. Bush den Angriff auf den Irak 2003 maßgeblich unterstützt haben.

Wolfowitz sagte: "Wir kannten den Feind nicht. (...) Wir hatten keine Ahnung von dem Binnenkrieg, den das Regime anzetteln würde".

Feith sieht den Krieg heute ebenfalls kritisch. "Wir haben einen schrecklichen Preis bezahlt, aber nicht wegen des Krieges als solchen, sondern weil er so schlecht gelaufen ist", sagte er der Wochenzeitung. "Und heute glauben weder Nordkorea noch Iran, dass unsere Diplomatie von glaubwürdigen Drohungen flankiert wird."

Wolfowitz wies zugleich die Verantwortung für den Krieg von sich: "Im Gegensatz zu dem, was Sie überall lesen, war ich nicht der Drahtzieher."

Auch Perle, der heute wie Wolfowitz im konservativen American Enterprise Institute arbeitet, äußerte sich ähnlich. "Wir hatten keinen wirklichen Einfluss, obwohl ich mir den sehr gewünscht hätte. Ratschläge wurden gern ignoriert", sagte er der Zeit.

Die Entscheidungen habe der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld getroffen.

(dpa/AFP/beu/gba)