In einem offenen Brief bitten Verleger die Verantwortlichen des ZDF, ihre Entscheidung über Elke Heidenreichs Rauswurf zu revidieren. Sie habe auf einzigartige Weise die Diskussion um Bücher in Deutschland entfacht.

elke heidenreich

"Schmeißt mich doch raus": Elke Heidenreich. (Foto: ddp )

Die Buch-Empfehlungen von Elke Heidenreich in ihrer Sendung "Lesen!" waren bisher für Buchhändler und Verlage wichtige Umsatzverstärker. Jetzt protestieren die Verlage gegen die am Donnerstag beschlossene Absetzung der Sendung in dem hier dokumentierten Brief.

Sehr geehrter Herr Schächter,

sehr geehrter Herr Bellut,

sehr geehrte Mitarbeiter des ZDF,

offensichtlich hat die Form der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Elke Heidenreich und dem ZDF bei Ihnen zu Unmut und Kränkungsgefühlen geführt. In dieser Situation bitten wir Sie aber nachdrücklich, Ihrer Verantwortung für den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nachzukommen und Ihre Entscheidung zu revidieren.

Es gibt im deutschen Fernsehen wenige, die sich wie Elke Heidenreich für die Lese- und Buchkultur dieses Landes eingesetzt haben. Elke Heidenreich hat sich mit grenzenloser Leidenschaft für literarische Werke oft noch unbekannter deutschsprachiger und ausländischer Autoren engagiert. Sie hat die Diskussion über Bücher und Autoren in diesem Land durch die Sendung "Lesen!" befeuert, und sie hat einem breiten Publikum auf einzigartige Weise die Literatur nahegebracht.

Wir bitten Sie: Stellen Sie gegenüber dieser Leistung Ihre Bedenken zurück und versuchen Sie, mit Elke Heidenreich zu einer Abmachung über die Fortsetzung ihrer Sendung zu kommen.

Georg Reuchlein (Goldmann, btb, Luchterhand), Antje Kunstmann, Jörg Bong (S. Fischer), Elisabeth Ruge (Berlin-Verlag), Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch), Nikolaus Hansen (Arche/Atrium), Susanne Schüssler (Wagenbach), Wolfgang Hörner (Eichborn Berlin), Elisabeth Raabe und Regina Vitali (Arche Kalender Verlag), Marcel Hartges (Dumont), Joachim Unseld (Frankfurter Verlagsanstalt), Wolfgang Ferchl (Piper), Sabine Dörlemann, Transit-Buchverlage, Klaus Eck (Verlagsgruppe Random House)

(SZ vom 24.10.2008/rus)

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Leserkommentare (29)



24.10.2008 17:29:42

pirat7: Hoffentlich hilft es.

Ich glaube es eher nicht.

Das war für das ZDF auf elegante Weise ein Sendeformat loszuwerden, das nicht mehr so richtig lief. Aber eine Heidenreich konnte man nicht so einfach stornieren.

Sie musste sich schon selbst demontieren. Das hat sie ja nun auch getan.

Und alles nur wegen einer albernen Preisverleihung und einem 88jährigen Quertreiber, der sich noch einmal richtig produzieren wollte. Und alle sind darauf reingefallen.


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