Reisetipps Malediven

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Bevölkerung

Die Malediver sind von singhalesischen, arabischen, malaiischen und afrikanischen Ethnien geprägt. Die meisten haben eine hellbraune Hautfarbe und eine schlanke, oft zierliche Statur. Malediver lachen gern, sind gastfreundlich, zuweilen etwas neugierig, die Frauen allerdings eher zurückhaltend. Eine typische Eigenschaft ist die Gabe, selbst in Stresssituationen gelassen zu bleiben. Insha' Allah, gesprochen Inschallah (übersetzt so viel wie „So Gott will!“), ist ein beliebter Ausdruck, wenn man demjenigen etwas überlassen will, der die Geschicke lenkt.

Auf den offiziell 220 von Einheimischen bewohnten Inseln leben je 200-6000 Einwohner, insgesamt etwa 300000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte täuscht aber, denn auf der Hauptstadtinsel Male' drängen sich allein etwa 100000 Menschen - fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Male' ist damit die am dichtesten besiedelte Hauptstadt der Erde. Viele junge Malediver zieht es in die Hauptstadt, da es hier bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt.

Flora und Fauna

Die Pflanzenwelt der Malediven ist mit Ausnahme der südlichsten Atolle spärlich. Die Kokospalme stellt eine unentbehrliche Rohstoff- und Nahrungsquelle dar und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie gilt als Lebensbaum der Malediver. Die Nüsse - pro Jahr trägt eine Palme bis zu 90 Früchte - enthalten in halbreifem Zustand ein Fruchtwasser, das als erfrischendes Getränk beliebt ist. Nach und nach verdickt sich dieses Fruchtwasser zu Fruchtfleisch, das nach der Ernte herausgeschält, geraspelt und getrocknet wird und dann als Kopra in alle Welt exportiert wird - ein Grundstoff z.B. für die kosmetische Industrie. Die getrockneten Schalen sind ein natürlicher und billiger Brennstoff. Die Blätter der Kokospalme werden als Dachabdeckung beim Hausbau, die Stämme beim Schiffbau verwendet.

Weitere Palmen sind die Schrauben-, die Betelnuss- und die Nipapalme. Unter den wenigen Baumarten finden sich der Brotfrucht-, der Banyan- und der Mangobaum. Zu den wichtigsten Früchtelieferanten zählen Banane und Papaya, weitere Nutzpflanzen sind Süßkartoffel, Maniok und Taro sowie Mais und Hirse. Auf einigen Inseln, vor allem solchen, die in der Nähe von Hotelresorts liegen, wird Gemüse angebaut, wenn auch in bescheidenem Umfang. Auch der Reisanbau spielt nur eine geringe Rolle und kann den Eigenbedarf bei weitem nicht decken.

Die geringe Artenvielfalt der Pflanzen bringt es mit sich, dass auf den Inseln nur wenige Landtiere leben. Auf einigen Touristeninseln gibt es wilde Kaninchen und Palmhörnchen, wobei Letztere eher unbeliebt sind: Sie laufen nachts auf den Palmblattdächern hin- und her und bringen die Hausbewohner um den Schlaf. Beliebt sind dagegen die Geckos, kleine Echsen, die Ungeziefer jeder Art als ihre Leibspeise betrachten.

Zur Gattung der Säugetiere und zu den Fledermäusen zählen die Fliegenden Hunde, die man erst in den Abend- und Nachtstunden bemerkt. Tagsüber halten sie sich kopfüber schlafend in den Bäumen auf.

Am frühen Abend und nachts wird es an den Stränden lebendig. Mit etwas Geduld können Sie beobachten, wie die Sandkrabben geschickt das Höhlensystem anlegen, in dem sie tagsüber leben. Um den Sand wegzuschaufeln, bedienen sie sich ihrer Hinterbeine, zuvor graben sie mit den vorderen Zangen den Höhleneingang.

Durch die spezifische Bebauung der Inseln gelang es, die Moskitoplage in den Griff zu bekommen. Man legte jeweils eine breite Straße an, die die Insel in der Hauptwindrichtung durchzieht. Das hat zur Folge, dass auch die Moskitos diesen Weg nehmen. Nur bisweilen werden sie lästig, weshalb Sie sich in den Abendstunden mit entsprechender Kleidung wappnen sollten.

Folklore

Unverkennbar sind die arabischen und afrikanischen Einflüsse, die wahrscheinlich auf Sklaven zurückgehen, die auf den Inseln gehalten wurden. Boduberu (große Trommel) heißt die traditionelle Unterhaltung. Dabei begleiten drei Trommler den Wechselgesang zwischen einem Vorsänger und einem Chor (dann ist es ein Baburu Lawa, übersetzt „Negergesang“). Während diese Art der Unterhaltung Männern vorbehalten ist, wird die Bandiyaa Dschehun nur von jungen Frauen vorgeführt. Dabei werden die Finger rhythmisch gegen Metallgefäße geschlagen. Eine Variante davon ist der Dandi Dschehun, bei dem sich die Tänzerinnen in zwei Reihen gegenüberstehen und den Rhythmus mit Stöcken schlagen.

Geografisches

Die Malediven sind von Frankfurt/M. ca. 7880 km entfernt und erstrecken sich auf einer Länge von 823 km in Nord-Süd-Richtung. Die geografische Lage entspricht 7 Grad nördlicher und 1 Grad südlicher Breite sowie dem 72. und dem 74. Grad östlicher Länge. Der Äquator verläuft zwischen dem Gaaf-Alif-Atoll und dem Gnyaviani-Atoll im Süden. Zwischen dem Indischen Subkontinent und den Malediven beträgt die maximale Entfernung 360 km, nach Sri Lanka sind es 770 km. Nähme man die Fläche aller Inseln zusammen, ergäbe das nur etwa 298 km² - weniger als die Fläche Münchens (310 km²).

Klima

Die Malediven sind ein Ganzjahresreiseziel, die Temperaturunterschiede halten sich übers Jahr in Grenzen. Bestimmend ist der Monsunwind, der von April bis Oktober aus südwestlicher, in der übrigen Zeit aus nordöstlicher Richtung weht. Unangenehm kann er in der Zeit des Wechsels (Mai/Juni und Sept./Okt.) werden, dann gibt es manchmal auch Stürme mit starken Regenfällen.

Am heißesten ist es mit Temperaturen bis zu 33 Grad im April und Mai; allerdings macht eine beständige Brise auch solche Spitzenwerte erträglich. Der Unterschied zu den „kältesten“ Monaten (Nov.-Feb.) beträgt gerade mal 2 Grad. Ebenfalls gering ist der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen, er bewegt sich bei ca. 3 Grad. Eine echte Regenzeit gibt es auf den Malediven nicht. Konstant sind auch die Wassertemperaturen, die während des ganzen Jahres bei 28/29 Grad liegen.

Naturschutz

Seit es westlich von Male' eine zentrale Müllverbrennungsanlage gibt und die Betreiber von Hotelinseln verpflichtet wurden, eigene Müllverbrennungsöfen zu installieren, scheint das Problem einigermaßen gelöst. Trotzdem: Jeder Reisende kann zur Müllvermeidung beitragen (das beginnt beim Bier vom Fass und nicht aus der Dose). Neue Resorts werden nur noch unter strenger Beachtung von Umweltauflagen genehmigt, bestehende zu Umbauten gezwungen. Die Gewinnung von Trinkwasser erfolgt heute fast ausschließlich durch Meerwasser-Entsalzungsanlagen.

Regierung

Nach der Unabhängigkeit der Malediven von Großbritannien (1965), wurde eine präsidiale Regierung installiert. Ihr steht seit einer Verfassungsänderung 1975 ein Präsident vor, der auch als Regierungschef fungiert. Seit 1978 bekleidet Maumoon Abdul Gayoom (geb. 1937) dieses Amt. Das Parlament (Majlis) besteht aus 50 gewählten Abgeordneten, dazu kommen acht Abgeordnete, die der Präsident bestimmt. Bei ihnen handelt es sich meist um Mitglieder einflussreicher Familien. Politische Parteien gibt es nicht.

Religion

Gemäß der Verfassung von 1968 gilt der Islam als Staatsreligion, die Ausübung anderer Glaubensbekenntnisse ist untersagt. Deshalb gibt es auf den Malediven auch keine christlichen Kirchen. Seit einigen Jahren ist eine gewisse Rückkehr zu islamischen Traditionen sichtbar geworden. So sieht man z.B. vermehrt Frauen, die das Kopftuch tragen und das Gesicht teilweise verhüllen, obwohl die Verschleierung von Frauen gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Strikt eingehalten werden die Ge- und Verbote der islamischen Religion, z.B. das Schweinefleisch- oder Alkoholverbot.

Sprache

Landessprache ist das Dhivehi, eine arabisch-singhalesische Mischsprache, in die viele Anglizismen Eingang gefunden haben. Die Insulaner sprechen unterschiedliche Dialekte, was die Verständigung untereinander nicht erleichtert. Auf den Touristeninseln wird Englisch meist verstanden und auch gesprochen. Thanaa heißt die Schrift, die sich aus dem arabischen Vorbild entwickelt hat. 1972 gab es eine Schriftreform, seither werden auch lateinische Schriftzeichen verwendet. Eine Vereinheitlichung der Schreibweise von Eigennamen und Begriffen gibt es noch nicht, deshalb trifft man immer wieder auf unterschiedliche Schreibweisen von geografischen Bezeichnungen wie Atoll- oder Inselnamen.

Transportmittel

Das Dhoni ist das typische Verkehrsmittel der Malediven. Es gibt unterschiedliche Bauarten für jene, die nur innerhalb der Atollringe verkehren, und für andere, mit denen der Verkehr zwischen den Atollen sichergestellt wird. Segeldhonis haben ein trapezförmiges Segel, das der arabischen Dhau nachempfunden ist. Größere Entfernungen zu den neu für den Tourismus erschlossenen Atollen werden mit Wasserflugzeugen überwunden (siehe „Praktische Hinweise“), geringere Distanzen mit Schnellbooten.