Reisetipps Fuerteventura

Ausflüge & Touren Fuerteventura

Höhepunkte des Nordens: Lava, Dörfer, Dünen

Die Rundfahrt führt durch Lavageröll und Dünen, zum heiligen Berg Tindaya an die schroffe Westküste und in die Inselhauptstadt. Ein Freilichtmuseum bietet Einblicke ins Leben der Majoreros, der alteingesessenen Insulaner. 135 km, 7 Std.

Die Fahrt verläuft zunächst von der westlichen Umgehung Corralejos aus über eine kurvige Piste an einer kleinen Bucht und der Meerwasserentsalzungsanlage vorbei durch einen unwirtlichen, von Lavageröll übersäten Landstrich. Die Steinwüste (Malpaís) entstand durch die südlich aufragenden Vulkane bei der letzten Serie von Ausbrüchen vor 10000 bis 4000 Jahren. An manchen Stellen hat sich zwischen schwarzen Steinen weißer Sand angesammelt, ein merkwürdiger Kontrast. In Majanicho zweigt nach Süden eine breite Piste ab, über die man bald Lajares erreicht, ein Zentrum des Kunsthandwerks. Biegen Sie am Kreisel rechts auf die alte Landstraße nach Cotillo ein, die durch von Lavasteinen bedeckte alte Äcker führt.

Cotillo ist für seine Fischlokale bekannt. Vom südlichen Ortsrand mit Festungsturm, Kalköfen, neuem Hafen und Minipromenade aus gewinnen Sie einen ersten Eindruck von der rauen Westküste. Nun geht's über die FV 10 nach Oliva, Hauptstadt des Inselnordens mit dem größten Herrensitz der Insel und dem Centro de Arte Canario mit moderner Kunst. Von Oliva rückt dann Richtung Südwesten der rote Montaña Tindaya, der heilige Berg der Altkanarier, näher.

Von Tindaya auf der FV 10 weiter nach Süden passieren Sie die Montaña Quemada mit dem Standbild des Dichters Miguel de Unamuno. Bald darauf zweigt nach rechts die FV 207 Richtung Tefía ab. In dieser bäuerlichen Streusiedlung lädt das interessante Freilichtmuseum La Alcogida zu einer längeren Rast ein.

Noch ein Stück nach Süden, dann biegen Sie rechts in die beschilderte Stichstraße nach Puertito de los Molinos ein. Rechter Hand, hinter einer restaurierten Mühle, befand sich der Flugplatz, auf dem 1950 die erste zivile Passagiermaschine landete. In der Siedlung Las Parcelas (5,9 km ab Landstraße) zweigt an einer Rechtskurve nach links eine Schotterpiste zum Stausee Embalse de los Molinos ab. Sein Damm, der größte der Insel (102 m lang, 42 m hoch), wurde in den 1940er-Jahren errichtet. Das Becken ist meist leer; den Zweck, Felder zu bewässern, konnte es nie erfüllen.

Nun retour und ans Meer, nach Puertito de los Molinos, dem „kleinen Mühlenhafen“. Dieses kleinste Fischerdorf der Insel ist ärmlich mit unbefestigten Wegen. Hinein gelangt man nur durch eine Furt oder über einen Fußsteg. Ein ganzjährig Wasser führender Barranco speist einen Ententeich, auf einem Platz steht ein Schrein der Mutter mit dem Kinde - mit seinem naiven Dekor echte Volkskunst der Fischer zu Ehren ihrer Schutzheiligen. Das Bar-Restaurant Casa Pon bietet Stärkung und eine Terrasse mit Seeblick. Vom kleinen Parkplatz vor dem Ort oder über den Strand erreicht man nach Süden einen Treppenpfad, der zu einem Aussichtspunkt auf dem Felsen führt: eine großartige Stelle, um einen Blick auf die raue Westküste zu werfen.

Zurück auf der Hauptstraße, geht es weiter Richtung Süden, dann über das Kirchdorf Casillas del Ángel mit schöner Dorfkirche nach Puerto del Rosario, wo sich ein kleiner Hauptstadtbummel lohnt.

Zurück geht's über die Küstenstraße FV 1, die an der Feriensiedlung Parque Holandés vorbei zum Höhepunkt der Rundfahrt, dem großartigen Dünengebiet El Jable, und in der Fortsetzung wieder zurück nach Corralejo führt.

Nach Betancuria und durchs Bergland

Durch das zentrale Bergland mit großartigen Aussichtspunkten führt diese Tour zu den kulturhistorisch bedeutsamsten Orten der Kanareninsel. 140 km, ca. 7 Std.

Von den Ferienzentren im Süden kommend, gelangen Sie durch die Tomatenanbauregion vor Tuineje zu diesem kleinsten der alten Hauptorte, in dessen Kirche Sie sich den Altar mit der Darstellung der Schlacht von Tamacite anschauen können. Im nördlich gelegenen Tiscamanita besichtigen Sie das Mühlenmuseum. Wer einen Jeep hat, fährt zuvor an der Bar Tio Pepe rechts ab und über die Piste 3,8 km nach Osten (an einer Gabelung links). 400 m hinter einer Hochspannungsleitung rechts ab, und Sie erreichen den Rand des Malpaís Grande. Die Fahrt endet auf halber Höhe des Vulkankegels Caldera de la Laguna (Abbau von Vulkanasche) mit weitem Inselpanorama. Die dunkle Masse der Lavafelder - das große rechts ist das Malpaís Chico - sticht von dem helleren älteren Land deutlich ab. Weiter geht's nach Antigua mit dem kanarischen Handwerks- und Ausstellungszentrum nördlich der Stadt. Von Antigua führt die FV 416 zunächst noch durch die Ebene, dann steil bergauf. Von der Passhöhe des Tegú aus hat man einen tollen Blick über den Nordteil der Insel. Nun geht's steil hinab nach Betancuria. Die einstige Hauptstadt ist mit Klosterruine, Kirche, Museen und viel Kunsthandwerk das wichtigste Reiseziel im Inselinneren. Hier können Sie in der schönen Casa Santa María speisen. Weiter nach Süden gelangt man zur Palmenoase Vega de Río de las Palmas, wo sich eine Wanderung in die Felsschlucht des Barranco de las Peñitas anbietet. Per Auto geht es nun wieder steil aufwärts bis zur nächsten Passhöhe mit einem großartigen Blick auf die Berge und in die Täler. Die folgende Talfahrt gen Süden endet in Pájara, das für seine Kirche mit ihrem mexikanischen Portal und prächtigen Altären bekannt ist. Man verlässt den Ort auf der FV 605, nimmt dann die Stichstraße FV 621, die an einem palmenbestandenen Tal entlang zum Fischerdorf Ajuy/Puerto de la Peña führt. Vom schwarzen Strand aus (mit Strandbar) erreichen Sie in wenigen Gehminuten vom Meer ausgewaschene Höhlen.

Wieder zurück auf der FV 605 (rechts ab) führt der Weg durch ein fast menschenleeres Bergland. Von der Passhöhe am Berg Tablada aus reicht der Blick bei nicht zu starkem Dunst weit die Küste der Halbinsel Jandía entlang. Hier lohnt es sich, die östlich (links) der Straße gelegene Anhöhe zu besteigen. Bei sinkender Sonne verändert das Gestein seine Färbung zusehends.