Bremen hat kaum noch Chancen, die nächste Runde zu erreichen. Durch das 0:3 gegen Panathinaikos Athen fiel der Klub auf den letzten Platz der Gruppe B zurück.
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Von Panathinaikos' Vangelis Mantzios (links) ging viel Gefahr aus. Naldo hatte ihn wenigstens in dieser Szene einigermaßen im Griff. Foto: Reuters
Werder Bremen hat kaum noch Chancen, in der Champions League die nächste Runde zu erreichen. Durch das 0:3 (0:0) im Heimspiel gegen Panathinaikos Athen vom Dienstagabend fiel der Klub auf den letzten Platz der Gruppe B zurück. Bereits zehn Minuten vor Schluss verließen die ersten Zuschauer das Weser-Stadion, weil sie die trostlose Vorstellung ihrer Mannschaft nicht mehr ertragen mochten. Sie verpassten nichts - außer dem dritten Athener Treffer natürlich in einer Partie, die trotz der vielen Tore äußerst fad daherkam. ,,Wir brauchen nichts zu beschönigen‘‘, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf, ,, wir waren völlig daneben. Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.‘‘
Da beide Teams sich im Grunde keine Niederlage hatten erlauben dürfen, war die Frage gewesen, ob sich ein Spektakel entwickeln würde, ein Duell zweier Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollen. Die Antwort auf die Frage lautete: Nein, die Partie war zäh. Panathinaikos stellte eine massive Defensive aufs Feld, die so wenig Raum ließ, dass es wirkte, als hätte der Bremer Platzwart heimlich das Spielfeld verkleinert. Werder fiel gegen diesen gestaffelten Verbund nichts ein, die Mannschaft agierte zwar engagiert, aber ohne Idee. Zudem musste sie auf den gelbgesperrten Torsten Frings verzichten; für ihn spielte Jurica Vranjes, ein solider Arbeiter, der allerdings nicht direkt für seine sprühenden Ideen bekannt ist.
Die erste Halbzeit blieb an Ereignissen arm. In der siebten Minute probierte es Diego mal mit einem Schuss aus 16 Metern und holte so immerhin eine Ecke heraus. Nach 13 Minuten herrschte einige Aufregung im Bremer Strafraum, nachdem sich Werders Torwart Tim Wiese bei einem Freistoß von Giorgos Karagounis aus fast 30 Metern arg verschätzte. Wiese hatte mit einer Flanke gerechnet und war aus dem Tor gelaufen, und dann hatte er einfach Glück, dass die Kugel lediglich gegen die Latte prallte.
Ansonsten: Marcus Rosenberg probierte es mit einem Schuss aus 18 Metern, es war kein besonders scharfer Schuss, aber dennoch hatte Torwart Mario Galinovic einige Probleme (23. Minute). Weitschüsse - waren die das Rezept? Würde Galinovic wackeln? Werder verfolgte diesen Gedanken nicht weiter, die nächste Chance ergab sich, als Diego eine Flanke auf Claudio Pizarro zirkelte, dessen Kopfball Galinovic glänzend parierte (29.). Die Athener blieben weiterhin vollkommen unbeeindruckt, sie ließen, wie man so sagt im Fußball, nichts zu.
In der zweiten Halbzeit mögen sie sich gedacht haben: Wenn Werder nichts einfällt, dann machen wir halt was. Einen eher gemächlichen Angriff schloss Evangelos Mantzios mühelos ab zum 0:1, indem er sich um den stocksteifen Petri Pasanen drehte und die Kugel aus 13 Metern ins Netz schob (58.). Es war Mantzios’ vierter Champions-League-Treffer seiner Laufbahn, und alle hat er gegen Bremen erzielt. Trainer Schaaf setzte jetzt auf Offensive, er brachte Boubacar Sanogo, und die Athener antworteten mit dem 0:2. Karagounis jagte den Ball vom linken Strafraumeck mit einem brillanten Schuss in den entfernten Torwinkel, ein herrliches Tor (70.). Danach blieb alles, wie es war: Werder fiel immer noch nichts ein, und Panathinaikos kontrollierte den Raum. Zwischendurch fanden die Athener stets noch ein bisschen Zeit, den einen oder anderen Angriff zu starten, einen schloss Alexandros Tziolis mit einem von Pasanen abgefälschten Schuss zum 0:3 ab (83.). Bremens Kapitän Frank Baumann gelang es trotz der missratenen Partie, eine klare Analyse zu liefern. ,,Wir wollten unbedingt drei Punkte holen und unsere Ausgangsposition verbessern‘‘, sagte er und resümierte dann äußerst treffend: ,,Das ist gründlich in die Hose gegangen.‘‘
(SZ vom 5.11.2008)
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