Während die Bundesregierung dazu aufruft, nicht allzu öffentlich über Entführungen zu debattieren, sickerte durch, was die Kidnapper der beiden Sachsen von der Bundesrepublik verlangen.

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Frank-Walter Steinmeier Foto: AP

Das Schicksal der beiden im Irak entführten deutschen Ingenieure ist weiter ungewiss. Unter Leitung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) tagte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes am Samstag in Berlin erneut. Neue Details über die am Dienstag verschleppten Männer gebe es nicht, sagte Steinmeier.

„Ich darf Ihnen versichern, dass wir unermüdlich dabei sind, Leben und Gesundheit der Geiseln zu schützen und sie baldmöglichst wieder in Freiheit zu sehen.“ Schlüsselfragen zur Identität der Entführer, zu deren genauen Forderungen sowie Kontaktmöglichkeiten für die Regierung ließ das Amt unbeantwortet.

Die Erklärungen wurden begleitet von Appellen des Kanzleramtsministers Thomas de Maizière und des Innenministers Wolfgang Schäuble (beide CDU), im Geiselfall weniger Öffentlichkeit zuzulassen. „Wir können nicht alles auf dem offenen Markt verhandeln“, sagte Schäuble in Offenburg.

Politiker aller Parteien sollten sich nicht zu möglichen Lösegeldzahlungen oder anderen Details der Entführung äußern. Eine öffentliche Debatte schade den Bemühungen der Regierung zur Freilassung der Geiseln und gefährde damit das Leben der Entführten. „Das Elend fängt bei den Politikern an“.

„Kooperation mit der abtrünnigen irakischen Regierung“

De Maizière sagte der Leipziger Volkszeitung, jeder falsche Zungenschlag in der Öffentlichkeit könne die Freilassung gefährden. Am Freitag war ein erstes Video-Band vom arabischen Sender Al-Dschasira ausgestrahlt worden. Darin bitten die Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke - von vermummten schwer bewaffneten Entführern umringt - die Bundesregierung, alles für ihre Freilassung zu tun.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet jetzt auch über die Forderungen der Geiselnehmer in dem zweiminütigen Bekenner-Video. So sollten weibliche Gefangene aus irakischen Gefängnissen freigelassen werden. Ferner solle die Bundesregierung die „Botschaft sofort aus dem Irak zurückziehen“ und die „Kooperation mit der abtrünnigen irakischen Regierung“ einstellen. Auch hierzu erklärte das AA: „Zu einzelnen operativen Schritten - und dazu gehören auch Inhalte dieses Videos - können wir leider im Interesse der Beteiligten keine Angaben machen.“

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