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Reiseführer Gardasee:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Reise an den Gardasee

Anreise

Wer aus dem Norden kommt, wählt die Strecke über Österreich und die Brennerautobahn. Wer die Mautgebühr der Autobahn sparen möchte oder lieber langsamer reist, kann die alte Brennerpassstraße nehmen. Ab Trento haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder fahren Sie hinunter ins Sarcatal und nähern sich dem Gardasee über Arco und Riva. Oder Sie fahren bis zur Autobahnabfahrt Rovereto-Sud und kommen dann über Nago nach Torbole. Diese Strecke hat den Vorteil, dass man auf dem letzten Kilometer ab Nago traumhafte Blicke auf den See genießen kann. Wer den Süden des Sees ansteuert, fährt bis zur Autobahnabfahrt Affi nahe Bardolino und Garda.

Urlauber aus Südwestdeutschland und der Schweiz erreichen den Gardasee über die Gotthardautobahn und dann die A 4 Mailand–Venedig (Ausfahrten bei Desenzano, Sirmione und Peschiera).

Für die Benutzung der Autobahnen in Österreich und der Schweiz benötigen Sie eine Vignette, die italienische Autobahn kostet Mautgebühren. Eine bequeme und umweltfreundliche, aber nicht ganz preiswerte Alternative ist die Anreise mit dem Autozug ( www.dbautozug.de ) von mehreren deutschen Städten nach Verona oder Bozen.

Gute Bahnverbindungen (Fahrzeit München–Peschiera 6–7 Std.) gibt es über die Brennerstrecke (München–Innsbruck–Bozen) nach Trento, Rovereto und Verona. In Rovereto können Sie in den Bus umsteigen, der direkt ans Nordufer des Gardasees fährt. Wollen Sie in den Süden, nehmen Sie von Verona aus einen Zug Richtung Mailand und steigen in Peschiera oder Desenzano aus.

Recht günstig kommt man von zahlreichen deutschen Städten mit Air Berlin ( www.airberlin.com ) und Easyjet ( www.easyjet.com ) nach Mailand und mit Tuifly ( www.tuifly.com ) nach Venedig. Lufthansa ( www.lufthansa.de ) und Air Dolomiti ( www.airdolomiti.it ) fliegen von Frankfurt und München, Germanwings ( www.germanwings.com ) von mehreren deutschen und österreichischen Städten nach Verona. Mit Ryanair ( www.ryanair.com ) kommt man auf die Provinzflughäfen bei Bergamo („Mailand-Orio al Serio“) und Treviso („Venedig“).

Von den Flughäfen geht es weiter mit dem Bus, dem Zug ( www.ferroviedellostato.it ) oder dem Mietwagen. Sowohl vom Bahnhof als auch vom Flughafen können Urlauber sich abholen lassen, Informationen unter www.rivieradeilimoni.it und beim Transferservice 036521551 www.lakegardatransfer.com .

Auskunft

Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsbüro Enit

  • 069 237434 www.enit.de
  • 01 505163012 vienna@enit.it
  • 043 4664040 enit.ffm@t-online.de

www.gardasee.de

Gut strukturierte Website, viele Veranstaltungshinweise. Ausführlich sind auch die Shoppingtipps sowie die Informationen zu diversen Sportarten.

Auto

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 50, auf Landstraßen 90, auf Schnellstraßen 110 und auf Autobahnen 130 km/h. Außerhalb geschlossener Ortschaften muss auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden, für Motorrad- und Mopedfahrer gilt das überall. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. In jedem Auto muss für jeden Insassen eine Warnweste mitgeführt werden, und zwar im Fahrgastraum, nicht im Kofferraum. Italien geht neuerdings besonders hart gegen Verkehrssünder vor, und es gibt einige rigorose Sonderregelungen: Ein absolutes Alkoholverbot gilt für Fahrer unter 21 Jahren und in den ersten drei Jahren nach dem Führerscheinerwerb, Fahranfänger dürfen auf Schnellstraßen maximal 90, auf Autobahnen maximal 100 km/h fahren, wer mit dem Fahrrad nach Einbruch der Dämmerung unterwegs ist, muss eine Warnweste tragen, für Kinder unter 14 gilt Helmpflicht auf dem Fahrrad u. Ä.

In den Orten gibt es fast nur bezahlte Parkplätze, und die Polizei verteilt rigoros Strafzettel. Fast alle Tankstellen sind – außer an der Autobahn – in der Mittagszeit und sonntags geschlossen, viele verfügen jedoch über Tankautomaten. Pannendienst: 803116

Busse

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Lassen Sie Ihr Auto auf dem Hotelparkplatz, und benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel! Die Straßen rund um den See sind ohnehin chronisch verstopft. Die Busfahrt von Riva nach Limone kostet keine 2 Euro, eine Stunde Parken in Limone dagegen schon 1 Euro. Die Busfahrpläne bekommt man im Fremdenverkehrsamt oder im Internet. Die Busse fahren ziemlich pünktlich, sofern der Verkehr es zulässt. Fahrscheine (biglietti) müssen vor Fahrtantritt gelöst werden, in den größeren Orten an der zentralen Fahrkartenstelle am Busbahnhof, ansonsten in Tabakläden. Man kann auch im Bus lösen, zahlt dann aber fast das Doppelte.

Camping

Nicht alle Ufer des Gardasees eignen sich gleich gut für Campinganlagen; im Norden ist wegen der steilen Felswände zu wenig Platz. Die meisten Campingplätze finden sich daher im Süden, vor allem in der Valtenesi zwischen Desenzano und Salò. Die meisten bieten einen guten Standard. Die Kosten liegen etwa bei 13 Euro für einen Standplatz, 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder pro Tag. Andere sind in den Ortsteilen vermerkt.

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

026231101

Österreichisches Konsulat

02783743

Konsulat der Schweiz

027779161

Einreise

Der Personalausweis reicht aus, über Österreich wie über die Schweiz kommt man dank Schengener Abkommen ohne Grenzkontrolle nach Italien.

Eintrittspreise

Junge und alte Menschen (bis 12 und ab 60 Jahren) haben in vielen Museen freien Eintritt. Kleinere Einrichtungen sind nicht teuer, aber in den Highlights wie dem Vittoriale und dem Giardino Botanico in Gardone, der Cascata del Varone in Riva und den Grotten des Catull in Sirmione zahlen Sie zwischen 5 und 12 Euro.

Sparen kann man mit der Promotion Card. Damit bekommen Sie Rabatte in Museen und Freizeitparks, etwa im Vittoriale, Parco Natura Viva, in der Arena von Verona, im Botanischen Garten Hruska, Gardaland und in der Caneva-World, außerdem gibt es Vergünstigungen für die Schiffsfahrten und für die Seilbahn von Malcesine. Erhältlich ist sie in Hotels.

Fähren

Die Autofähren Maderno-Torri del Benaco (tagsüber etwa stündlich) und Limone–Malcesine (zehnmal pro Tag) ersparen die Fahrt um den halben See. Außerdem gibt es in der Hauptsaison eine Autofähre Riva–Desenzano und zurück, mit wenigen Stopps. Passagierschiffe zwischen Desenzano und Riva steuern fast alle Orte an. Im Hochsommer werden abendliche Kreuzfahrten veranstaltet. Fahrpläne bekommen Sie bei den Fremdenverkehrsämtern und an den Anlegestellen; dort gibt es auch die Tickets, die vor Fahrtantritt gelöst werden müssen. www.navigazionelaghi.it

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten sind überall vorhanden, die gängigen Kreditkarten werden an Tankstellen, in fast allen Hotels, den meisten Restaurants sowie in vielen Geschäften akzeptiert.

Gesundheit

Die unkomplizierteste Methode: Im Krankheitsfall bezahlt man Arzt und Medikamente vor Ort und legt die Rechnung zu Hause der Krankenkasse zur meist problemlosen Erstattung vor. Auch die European Health Insurance Card (EHIC) wird akzeptiert.

Internetzugang & WLAN

WLAN (italienisch: wi-fi) findet man am ehesten in großen Hotels, auf einigen Autobahnraststätten (lange vorher mit dem Zeichen wi-fi angekündigt) und an Flughäfen. Detaillierte Infos liefern Hotspotfinder wie www.hotspot-locations.de , www.wi-fihotspotlist.com oder http://ipass.jiwire.com .

Im nördlichen Gardaseeraum (Riva, Torbole, Nago und teilweise in Malcesine) gibt es an vielen öffentlichen Plätzen und Straßen frei verfügbares wi-fi. Man kann jeweils einige Minuten ohne Registrierung surfen, erst danach wird diese fällig: entweder per SMS für italienische Mobilfunknummern oder an der Rezeption von teilnehmenden Hotels. Die Registrierung kostet einmalig 1 Euro. Weitere Infos hierzu, allerdings nur auf Italienisch, finden Sie auf www.futur3.it .

Klima & Reisezeit

Am Gardasee ist immer Saison, denn auch im Winter sinkt das Thermometer nur selten unter den Gefrierpunkt. Dann sind zwar viele Hotels am Gardasee geschlossen, dafür entfalten die alten Seebäder am Westufer aber noch einmal ihren Jahrhundertwendecharme. Oben in den Bergen schneit es, in der feuchtkalten Poebene liegt zäher Nebel, doch am Gardasee kann man in der Sonne promenieren.

Das Frühjahr ist vermutlich die beste Reisezeit für den Gardasee: Das milde Klima lädt zum Wandern ein, die Hotelpreise sind deutlich günstiger (außer über Ostern), und man findet problemlos eine Unterkunft.

Im Sommer kann es heiß werden, wenngleich der Seewind die Temperaturen erträglich macht. Allerdings scheint dann ganz Norditalien hier den Sommerurlaub zu verbringen. An den Augustwochenenden wird der Lago di Garda zum Stau-See: Kilometerlanges Stop-and-go auf den Straßen und an den Stränden Haut an Haut.

Der Herbst ist die ideale Zeit zum Wandern: Wochenlang stabiles Wetter ist keine Seltenheit, und vom Gipfel des Monte Baldo reicht der Blick dann von den Gletschern bis nach Verona.

Mietwagen

In vielen Orten am See gibt es Leihwagen (autonoleggio), internationale Firmen sind ebenso vertreten wie lokale Anbieter. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, im Voraus einen Wagen zu reservieren; außerdem ist eine Vorabbuchung fast immer günstiger, etwa über Vermittler im Internet wie www.billiger-mietwagen.de .

Notruf

Allgemeiner Notruf 112 , zusätzlich: Polizei 113 , Feuerwehr 115 , Waldbrandmeldung 1515

Öffnungszeiten

Die in Italien nicht einheitlich geregelten Öffnungszeiten der Geschäfte sind meist Mo bis Sa 9 bis 12.30 und 15.30 bis 19.30 Uhr, größere Supermärkte auch durchgehend ohne Mittagspause. In vielen Orten haben die Läden in den Fußgängerzonen abends bis 22 Uhr geöffnet. Die meisten Lebensmittelläden sind auch am Sonntagvormittag geöffnet.

Post

Briefmarken (francobolli) gibt es bei der Post oder in Tabakläden (tabacchi), aber nur selten dort, wo man Postkarten kaufen kann.

Preise

Wer seinen Cappuccino mit Seeblick genießen möchte, wird dafür mehr bezahlen, also gerne mal 2,50 oder 3 Euro anstatt der am Tresen üblichen 1,50. Ein Aperitif kostet ab 2,50 Euro aufwärts. Wer mehr als eine Pizza (ab 6,50 Euro) möchte, also richtig italienisch bestellt: antipasti oder Pasta, Hauptspeise, Wein und Dessert, muss mit mindestens 30–40 Euro rechnen. Und unter 60 Euro wird man auch selten ein Doppelzimmer finden.

Telefon & Handy

Die Vorwahl nach Italien ist 0039. Die Null am Beginn jeder Festnetznummer muss mitgewählt werden, sowohl vom Ausland aus als auch bei Ortsgesprächen. Mobilfunknummern (oft 338 oder 339) werden immer ohne Null gewählt. Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Telefonkarten gibt es in den tabacchi-Läden.

Die meisten deutschen Handys funktionieren problemlos in Italien. Die Roamingverordnung der EU hat das Telefonieren mit Mobiltelefonen deutlich günstiger gemacht. Mit einer italienischen Prepaidkarte (an Kiosken oder in Telefonläden) entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Verbreitet sind Vodafone ( www.vodafone.it ) und TIM ( www.tim.it ). Das funktioniert unkompliziert und lohnt sich vor allem, wenn man länger oder mehrmals im Jahr nach Italien reist.

Trinkgeld

Fünf bis zehn Prozent sind üblich, wenn Sie mit dem Service zufrieden waren. In Restaurants und Bars lässt man sich zuerst das Wechselgeld herausgeben und legt das Trinkgeld dann auf das Tellerchen mit der Rechnung.

Zeitungen

Deutsche Zeitungen und Magazine sind in vielen Kiosken bereits am selben Tag erhältlich. Die deutschsprachige Gardasee-Zeitung ( www.gardaseezeitung.it ) erscheint monatlich (im Hochsommer zweiwöchentlich) und liegt gratis in Kiosken und bei den Fremdenverkehrsämtern aus. Sie enthält u. a. Veranstaltungstermine sowie Schiffs- und Busfahrpläne.

Zoll

Waren für den persönlichen Bedarf sind innerhalb der EU zollfrei. Richtwerte hierfür sind u. a. 90 l Wein, 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für Schweizer und bei Einreise in die Schweiz gelten wesentlich geringere Freimengen.

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Als Barbara Schaefer in München Theaterwissenschaft studierte, lebte sie einige Wintermonate in Gardone und forschte im Vittoriale zu der großen Schauspielerin Eleonora Duse. Bis heute ist für sie der Gardasee mal Zwischenstopp auf dem Weg in den Süden, mal Ziel des Urlaubs. Barbara Schaefer (www.barbara-schaefer.de) lebt in Berlin und schreibt Reportagen und Reisebücher.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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