Reisetipps Hamburg

Highlights Hamburg

Region: Innenstadt

Jungfernstieg

„Die schönste Einkaufsstraße der Welt“ nennen ihn die Hamburger. Vielleicht etwas übertrieben, aber die jüngste Grundrenovierung hat Erstaunliches bewirkt: Wo sich die Fußgänger früher dem Autoverkehr unterordnen mussten, spielen sie heute wieder die Hauptrolle. Leider hat der Kommerz die Straße voll im Griff. Im Sommer gibt es Budenfeste über Budenfeste. Was hätte wohl Heinrich Heine angesichts des bunten Treibens geschrieben? Zu gern lästerte er beim Kaffee im Alsterpavillon über die hanseatischen „Pfeffersäcke“. Den Alsterpavillon (Café Alex) gibt es immer noch. Allerdings treffen sich dort nicht mehr die Intellektuellen, sondern die City-Besucher aus der Vorstadt. Aber der Blick von der Terrasse ist immer noch überwältigend schön! | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Kunsthalle

Das Verhältnis der Hamburger zur bildenden Kunst ist merkwürdig. Einerseits ist ihnen die Kultur ein „Staatsziel“, andererseits scheinen viele nicht zu wissen, dass die Kunsthalle eines der wichtigsten Kunstmuseen der Republik ist. Sicher, bei großen Ausstellungen, wie 2006 zu Caspar David Friedrich, reicht die Schlange bis auf die Straße. In der wunderbaren Dauerausstellung aber trifft man oft keinen Menschen. Dabei lohnt der Besuch der Kunsthalle mit ihren frisch renovierten Ausstellungsräumen immer. Besuchen Sie die Alten Meister, hier vor allem den Wandelaltar von Meister Bertram, und die Klassische Moderne mit ihren Hauptwerken von Max Liebermann über Emil Nolde bis zu Pablo Picasso. In der Galerie der Gegenwart, einem Kubusbau von Oswald Mathias Ungers, finden Sie Werke von Gerhard Richter, Jeff Koons oder Georg Baselitz. Im „Hubertus-Wald-Forum“gibt es kleinere Sonderausstellungen. Im Café Liebermann sollten Sie sich eine Pause gönnen. | Di-So 10-18, Do bis 21 Uhr | Eintritt 8,50 Euro | So 10-14 Uhr Brunch mit Führung 25 Euro | Glockengießerwall | Tel. 428131200 | www.hamburger-kunsthalle.de | S-/U-Bahn Hauptbahnhof

Rathaus

Machen Sie eine Rathausführung mit: Gold und Prunk, wohin das Auge blickt. So auch im großen Kaisersaal, der seinen Namen erhielt, weil Wilhelm II. am 19. Juni 1895 in den Räumen die Einweihung des Nord-Ostsee-Kanals feierte. Feierlich und ehrwürdig geben sich die Hamburger Honoratioren alle Jahre im Februar: Seit 1356 feiern sie dann mit „Vertretern der Hamburg freundlich gesinnten Mächte“ das Matthiae-Mahl.

Beim Großen Brand 1842 war das Alte Rathaus an der Trostbrücke gesprengt worden, in der Hoffnung, auf diese Weise das Feuer eindämmen und noch Schlimmeres verhindern zu können. Anschließend stritt und diskutierte man Jahrzehnte um einen Neubau. Erst dem Architekten Martin Haller gelang 1880 mit dem von ihm gegründeten „Rathausbaumeisterbund“ der Durchbruch. Einfach war der Bau auch aus technischer Sicht nicht. 4000 Pfähle mussten in den morastigen Alstermarschboden gerammt werden. Sie tragen noch heute den 113 m breiten und 70 m tiefen Baukörper mit seinem 112m hohen Mittelturm. Mit viel Glück hat das Rathaus im Zweiten Weltkrieg wenig gelitten und gilt heute als eines der wichtigsten deutschen Bauwerke des Historismus. Parlament heißt das neue Restaurant in den Räumen des alten Rathauskellers (tgl. | Tel. 70383399 | €€). Besichtigung Rathausdiele Mo-Fr 8-18 Uhr, Führungen halbstündlich Mo bis Do 10-15, Fr-So 10-13 Uhr | Ticket 3 Euro (vorher anrufen, Führungen finden nicht immer statt) | Rathausmarkt 1 | Tel. 428312470 (Bandansage) | U 3, Rathaus

Region: St. Pauli und die Landungsbrücken

Landungsbrücken

Glaubt man den Statistiken, dann sind die Landungsbrücken nach dem Brandenburger Tor in Berlin Deutschlands zweitwichtigste touristische Attraktion. Tatsächlich ist auf dem Wasserbahnhof immer was los. 1904 bis 1910 wurde die Pontonanlage errichtet. Im Minutentakt legen Hafenfähren an und ab, dazwischen der Katamaran nach Helgoland oder einer der beiden Schaufelraddampfer (einer stammt aus Holland, der andere aus Deutschland). Bis ca. 2009 wird hier gebaut, an einigen Teilen wird die Flutschutzmauer erhöht. Wichtig für Ihre Orientierung ist, dass die Brücken Nummern haben. Die Hadagfähre der Linie 62 z.B. finden Sie auf der Brücke 3. Lassen Sie sich von der Hektik - werbende Hafenrundfahrtskapitäne, verhetzte Pendler, Ausflügler mit Fahrrädern - nicht verunsichern. Kaufen Sie sich ein Fischbrötchen, steigen Sie ein paar Stufen hoch, und betrachten Sie das Gewimmel von oben. | S-/U-Bahn Landungsbrücken

Michaeliskirche

Der Michel, pardon, die St. Michaeliskirche, ist das wohl wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Keine andere Kirche genießt bei den Hamburgern ein derartiges Ansehen. Geht es dem Michel schlecht, dann kommen sie und spenden. Der jetzige prachtvolle Barockbau wurde von den Baumeistern Johann Leonard Prey und Ernst Georg Sonnin geplant und 1786 endgültig fertiggestellt. Als ein Feuer im Juli 1906 die Kirche komplett zerstörte, entschied sich der Senat ohne Zögern für einen Wiederaufbau nach den gleichen Plänen am gleichen Platz. Ohne einen Besuch des Michels sollten Sie Hamburg nicht verlassen. Am schönsten dort sind die Konzerte, z.B. während der Bach-Wochen alljährlich im Herbst; romantisch die Weihnachtskonzerte und Gottesdienste, wenn das weiße Holz der Balustrade mit seinen Goldverzierungen nur von Kerzen erleuchtet ist. Der Turm ist 132 m hoch, 452 Stufen führen nach oben (es gibt aber auch einen Fahrstuhl). Besichtigen Sie auch die Gruft: Sie wurde erst vor einigen Jahren eröffnet. Hamburgs ehemaliger Musikdirektor Carl Philipp Emanuel Bach (1714-88) ist hier begraben. Der zweite Sohn von Johann Sebastian Bach hatte die Stelle 1767 als Nachfolger von Georg Philipp Telemann angetreten. Die Diashow Hamburg-History führt Sie durch 1000 Jahre Hamburger Geschichte (alle halbe Stunde | tgl. 12.30-15.30 Uhr, im Winter nur Sa/So). | Kirche und Turm: tgl. 9-19.30 Uhr, Nov.-April 10 bis 17.30 Uhr, Gruft tgl. 11-16.30 Uhr (die Zeiten wechseln häufig, während der Gottesdienste sind in der Regel keine Besichtigungen möglich), Turmchoral Mo-Sa 10 und 21, So 12 Uhr | Eintritt für Turm, Diashow und Gruft zusammen 5 Euro | Englische Planke 1a | Tel. 37678199 | www.st-michaelis.de | Schnellbus 37, Michaeliskirche

Region: Speicherstadt und Hafencity

Miniaturwunderland

Superlative über Superlative und diesmal zu Recht: Was die Gebrüder Braun mit ihrem Vater und ihren Mitarbeitern in der Speicherstadt verwirklicht haben, lässt sich nur so beschreiben: ein Spitzenerlebnis für die ganze Familie. Zahlen gefällig? 12 km Gleislänge, 13000 Waggons, 200000 Figuren, 3500 Häuser usw. Gesteuert wird diese größte Modellbahnanlage der Welt mit 64 Computern und viel Herzblut des Teams. Die Alpen wurden nachgebaut und der Grand Canyon, ein Fußballspiel zwischen den Lokalrivalen HSV und FC St. Pauli, die Köhlbrandbrücke und Las Vegas. Eine neue Transrapidstrecke ist im Bau. Den 4-millionsten Besucher begrüßte man Anfang 2007. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist der frühe Abend; auf der Internetseite können Sie aktuell erfahren, wie lange man gerade warten muss. Und noch ein Tipp: Machen Sie eine Führung hinter die Kulissen mit. | Mo-Fr 9.30-18, Di 9.30-21, Sa/So 8.30-21 Uhr (Zeiten häufig auch länger) | Eintritt 10 Euro | Kehrwieder 2 | Tel. 3006800 | www.miniatur-wunderland.de | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

View Point Hafencity

Das ist momentan sicher einer der spannendsten Aussichtspunkte der Stadt! In den nächsten Jahren soll der mobile Turm immer dort stehen, wo es was zu sehen gibt. Da jedoch in der ganzen Hafencity Pläne und Karten aufgestellt sind, finden Sie das auffällig orangefarbene Teil sicher schnell. Vielleicht blicken Sie von dort auf riesige Schächte - dann entsteht dort die neue U-Bahn Linie 4, eines der umstrittenen und immens teuren Prestigeprojekte der Hafencity. Oder vor Ihnen liegen einfach nur riesige Sandberge. Die alle sinnvoll zu beseitigen, ist eine der großen logistischen Herausforderungen des Projekts. | Großer Grasbrook | Metrobus 6, Am Dalmannkai

Region: Am Elbufer von Altona bis Teufelsbrück

Jenischhaus/Jenischpark

Schon früh war der Hamburger Westen die bevorzugte Wohngegend wohlsituierter Kaufleute. Das Jenischhaus zählt zu den schönsten damals erbauten Landsitzen nach englischem Vorbild. Sogar Preußens Baumeister Karl Friedrich Schinkel hat mitgeplant. Die Wohnräume sind original erhalten und bilden heute den Kern des Museums für Kunst und Kultur an der Elbe. | Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kombikarte mit dem benachbarten Barlachhaus 7 Euro | Baron-Voght-Str. 50a | Tel. 828790 | Bus 115, Hochrad

Der gleichnamige Park ist ebenfalls nach englischem Vorbild angelegt. Baron Caspar Voght hatte das riesige Areal um 1800 zu einem landwirtschaftlichen Mustergut ausgebaut und dazu den wunderbaren Park anlegen lassen. Ein schöner Spaziergang führt vom Anleger Teufelsbrück bis zum Neuen Botanischen Garten an der S-Bahn-Station Klein Flottbek.

Övelgönne

Neben Blankenese wohl das wichtigste Ziel aller sonnenhungrigen Hamburger am Wochenende. Nur wenige hundert Meter lang ist die pittoreske Häuserzeile am Elbufer mit ihren alten Kapitäns- und Lotsenhäuschen. Wer hier leben will, muss vermutlich einheiraten, man hält auf Tradition. Eben deshalb sollten auch Sie diskret sein und sich Ihre Nase nicht an den Fensterscheiben plattdrücken. Im Museumshafen Övelgönne finden Sie wunderbare alte „Pötte“, ein alter Hadagdampfer wurde zum Café umgebaut. Wenn Sie dort Leute werkeln sehen, sprechen Sie sie ruhig an, man freut sich (Eintritt frei | www.museumshafen-oevelgoenne.de). Das Café in dem Alterswohnstift Augustinum oben auf dem Dach des einstigen Kühlturms ist Sa/So 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Blick lohnt! Ein Spaziergang von hier bis nach Teufelsbrück dauert ca. 1,5 Stunden. | Bus 112, Neumühlen

Region: Ausserdem Sehenswert

Ohlsdorfer Friedhof

Der größte Parkfriedhof der Welt ist viel mehr als nur eine Ruhestätte für Hamburgs Tote - er ist auch ein Ausflugsziel. Auf den Bänken unter den großen alten Bäumen lässt sich trefflich über den Sinn unseres irdischen Daseins sinnieren. Architektonisch herausragend ist das 1930-32 von Fritz Schumacher erbaute Krematorium (Talstraße | Nähe Haupteingang). Ein Jahr später wurde Hamburgs Oberbaudirektor von den Nazis geschasst. Etliche Prominente fanden hier ihre letzte Ruhestätte, darunter Hans Albers oder Alfred Lichtwark, Gustav Gründgens, Ida Ehre und Heinz Erhardt; bei über 200000 Gräbern auf einer Gesamtfläche von 400 ha gibt es also genug zu sehen. Es gibt ein Infocenter, ein kleines Museum, und im Internet können Sie sich Tipps für Rundgänge herunterladen. | April-Okt. tgl. 8-21, Nov.-März 8-18 Uhr | Haupteingang Fuhlsbütteler Str. 756 | www.friedhof-hamburg.de | S-/U-Bahnhof Ohlsdorf

Region: Hamburg

Louis C. Jacob

Der beste Koch in der Stadt ist und bleibt Thomas Martin. Im prachtvollen Ambiente des Hotelrestaurants gibt man sich sehr gediegen hanseatisch. Im Sommer traumhafte Terrasse mit Elbblick. Lassen Sie Platz für die üppigen Petits Fours zum Kaffee. Menü ab 86 Euro. | Tgl. | Elbchaussee 401 | Tel. 82255523 | Schnellbus 36, Sieberlingstraße

Thalia Theater

Eine einzige Erfolgsgeschichte seit Jahrzehnten. Intendant Ulrich Khuon wechselt bald nach Berlin. In Ottensen, auf der Bühne in der Gaußstraße, gibt es große Experimente auf kleiner Bühne. Alstertor 1 | Tel. 32814444 | www.thalia-theater.de | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Schmidt Theater

Die Crew unter Corny Littmann hat die Reeperbahn wieder hoffähig gemacht. Seitdem sind das Schmidts und das Tivoli nebenan Kult. Klasse: die Mitternachtsshow. | Spielbudenplatz 24 | Tel. 31778899 | www.tivoli.de | S1, 3 Reeperbahn

Strandhotel Blankenese

Hier finden Sie Urlaubsatmosphäre in einer weiß getünchten Jugendstilvilla, Strandspaziergang inklusive. Wer Sightseeing mit Entspannung verbinden möchte, liegt richtig. Die Zimmer mit Elbblick sind die begehrtesten - und teuersten. 16 Zi. | Strandweg 13 | Tel. 861344 | Fax 864936 | www.strand-hotel.de | Schnellbus 48, Landungsbrücke

Hagenbecks Tierpark

Es erwartet Sie: ein niegel-nagel-neues Tropenaquarium mit Krokodilen, Schlangen und Tausenden von Fischen; ein sensationelles Orang-Utan-Haus und Elefanten, die aus der Hand „rüsseln„. Dazu eines der schönsten Tierparkgelände der Welt mit Freigehegen und einer langen Tradition: Hagenbeck feierte 2007 den 100. Geburtstag. Nehmen Sie sich Zeit: Allein der Spielplatz ist genial. | März-Juni, Sept./Okt. tgl. 9-18, Juli/Aug. 9-19, Nov.-Feb. 9-16.30 Uhr | Eintritt 15 Euro, Kinder bis 16 Jahre 10 Euro | Lokstedter Grenzstr. 2 | Tel. 5300330 | www.hagenbeck.de | U2, Hagenbecks Tierpark