Von S. Wimmer

Ein kroatisches Einbrecherquartett hat in Pasing und Obermenzing Wertsachen in Höhe von 30.000 Euro erbeutet. Alle vier sind geständig und in U-Haft.

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Nach aufwendigen Ermittlungsarbeiten gelang es der Münchner Polizei, die vier Kroaten festzusetzen. Foto: ap

Fünf Häuser binnen weniger Stunden - für ein Einbrecherquartett aus Kroatien kein Problem: Am 18. Oktober stiegen sie in Pasing und Obermenzing ein, nahmen Schmuck, Geld und Münzen im Wert von rund 30.000 Euro mit und verschwanden.

"Möglichst schnell möglichst viele Objekte aufbrechen und leicht zu transportierende Beute mitnehmen", so umschreibt Polizeivizepräsident Robert Kopp den Modus operandi der typischen Dämmerungswohnungseinbrecher. Im Fall der Kroaten aber ging die Rechnung nicht auf: Nach akribischer Ermittlungsarbeit konnte die Polizei die vier Täter festnehmen.

Sie stiegen durch Hintertüren ein

940 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei von Januar bis September 2008, im Vergleichszeitraum 2009 waren es weniger: 702. Das sei aber kein Trend, meint Kopp, "es ist Zufall, ob die reisenden Täter in München absteigen." Im Fall der Kroaten hatte der 19-jährige Drahtzieher aus der Region Kehl-Straßburg drei Bekannte aus seiner Heimat Zagreb animiert, in München lukrative Objekte auszuspähen.

Die drei reisten mit dem Bus an und kauften einer Starnbergerin einen alten Audi mit Kurzzeit-Zulassungskennzeichen ab. Dabei gab einer von ihnen seinen Namen an. Dann legten sich die Männer auf die Lauer, warteten, wo nach Einbruch der Dunkelheit kein Licht anging, klopften und klingelten vorsichtshalber und stiegen über rückwärtige Fenster oder Türen ein.

Allerdings wurde eine Polizeistreife in jener Nacht auf den alten Audi aufmerksam. Als die Beamten die Insassen kontrollieren wollten, gab der Fahrer Gas und konnte die Polizei abhängen. Der Wagen war den Kroaten dann wohl zu "heiß"; sie ließen ihn in einem Hinterhof an der Landsberger Straße stehen. Dort entdeckte ihn die Polizei, die Spur führte nach Starnberg - zum Namen eines der Täter.

Weitere Recherchen deckten schließlich das ganze Quartett auf: Ein 19-Jähriger konnte am Stuttgarter Bahnhof festgenommen werden, zwei Komplizen im Zug nach Zagreb, der 19-jährige Drahtzieher in Kehl. Bargeld und Schmuck wurden teilweise sichergestellt, "die meisten Wertsachen hatte die Bande in Kehl zu Geld gemacht", sagt Klaus Böhmert, Leiter des Dezernats für Einbruchskriminalität. Alle vier seien geständig und in Untersuchungshaft.

Gerade zur Dämmerungszeit rät die Polizei, die Augen offen zu halten und verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Geräusche zu melden. Kopp: "Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig anrufen. Wir kommen gern."

(SZ vom 17.11.2009/hs)