Von R. Preuß

Jugend am Bildschirm: Fast jeder dritte 15-Jährige verbringt drei Stunden pro Tag mit Computerspielen. Gefährlich: Online-Games wie "World of Warcraft". Auch beim Amokläufer fand man Gewaltspiele.

Ego-Shooter-Spiel; ddpGrossbild

Die Jugendlichen in Deutschland verbringen immer mehr Zeit mit Computerspielen und werden teilweise von diesen abhängig. (Foto: ddp)

Die Jugendlichen in Deutschland verbringen immer mehr Zeit mit Computerspielen und werden teilweise von diesen abhängig. Dies geht aus einer bisher unveröffentlichten Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KfN) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Demnach sind vor allem männliche Jugendliche gefährdet, spielsüchtig zu werden. Fast ein Drittel der 15-Jährigen bringt es pro Tag im Durchschnitt auf eine Spielzeit von mehr als drei Stunden, jeder dreizehnte Junge wird vom KfN entweder als abhängig (drei Prozent) oder als gefährdet (4,7Prozent) eingestuft.

Viele Jugendliche verbrächten übers Jahr gesehen mehr Zeit mit online gespielten Computerspielen als im Schulunterricht. Dies sei "völlig unakzeptabel", schreiben die Autoren der Studie und fordern, die Altersfreigabe für besonders suchtgefährdende Spiele auf 18 Jahre anzuheben.

Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler des Hannoveraner Instituts zwischen April 2007 und Oktober 2008 gut 15.000 Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland befragt. Die Neuntklässler, die im Schnitt 15,6 Jahre alt waren, füllten hierzu einen sechs Seiten langen Fragebogen aus. Finanziert wurde die großangelegte Studie vom Bundesinnenministerium.

Eine hohe Suchtgefahr geht laut KfN vor allem von sogenannten Online-Rollenspielen aus, bei denen Tausende Spieler, die durch das Internet verbunden sind, in einer virtuellen Welt gegeneinander antreten.

Unter den zehn Spielen mit der größten Suchtgefahr rangieren aber auch drei sogenannte Shooter-Spiele, bei denen der Nutzer möglichst viele Spielfiguren erschießen muss und die nach dem Amoklauf in Winnenden erneut in die Kritik geraten sind. Auf Platz vier befindet sich das Shooter-Spiel Counterstrike, das auch im Zimmer des Täters gefunden worden ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welches Computerspiel als besonders problematisch gilt und auf welcher Position Computerspielen für männliche Jugendliche rangiert.

  • In diesem Artikel:
  1. Sie lesen jetzt: 1 Gewaltorgien am Computer
  2. 2 Computerspielen wichtiger als Familie und Sport

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Leserkommentare (72)



17.03.2009 15:12:38

Digitoux:

So mannigfaltig hier Verantwortliche gesucht (und gefunden) werden, so mannigfaltig sind wohl auch die Ursachen für diese Taten.

Wenn jeder Jugendliche / Mensch, der "Killerspiele" spielt, zum Amokläufer würde, dann hätte unsere Alterspyramide unten wohl noch mehr Schwachstellen...

Politiker können natürlich Handlungsabsicht vortäuschen, indem sie aus Aktionismus ein Feindbild kasteien, aber das Problem wird weiterhin bestehen.

Man kann sich anstatt: "Warum laufen einige Jugendliche amok und andere nicht?" genausogut fragen: "Warum laufen einige Killerspieler amok und andere nicht?"

Und erst dann treten wohl die wahren Probleme zutage. Perspektivlosigkeit, Persönlichkeitsstörungen, Desinteresse der Eltern, Keine Freunde, Frust, Leistungsdruck und und und...


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