Reisetipps Emilia Romagna

Sehenswertes Emilia Romagna

Region: Parma

Battistero

Dass in Parma schon im Mittelalter das Leichte, Elegante geliebt wurde, zeigt die achteckige Taufkirche am Domplatz, ein turmartiger Bau aus Marmor in zarten Rosa- und Weißtönen. Offene Säulenloggien lockern die acht Fassadenwände auf. Die Reliefs, u.a. an den Fassaden und in der Lünette, sowie die Arbeiten im Innern über den Portalen und dem Altar sind sämtlich Werke von Benedetto Antelami (1196-1216), einem Großmeister mittelalterlicher Steinskulptur: anschauliche, ungemein ausdrucksstarke Bibelgeschichten und Glaubenssymbole. Achten Sie vor allem auf die berühmten Darstellungen der Jahreszeiten und Sternzeichen auf der ersten Säulenebene. Bewundernswert sind auch die byzantinisch beeinflussten Fresken in den 16 Segmenten der gotischen Kuppel. Tgl. 9 bis 12.30 und 15-18.30 Uhr | Piazza Duomo

Casa Natale di Arturo Toscanini

Parmas Musikpassion beschränkt sich nicht auf Verdi (und den in Parma begrabenen „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini). In diesem Haus in einem eher volkstümlichen Viertel wurde am 25. März 1867 der große Dirigent Arturo Toscanini geboren. Di-So 9-13 und 14-18 Uhr | Via Tanzi 13 | www.museotoscanini.it

Duomo

Am stillen Domplatz mit seinem Rundsteinpflaster erhebt sich neben dem Baptisterium und dem Bischofspalast die romanische Sandsteinfassade des Doms. Im dreischiffigen Innern (tgl. 9-12.30 und 15-19 Uhr) überwältigt der Freskenschmuck vieler lokaler Künstler des 16. Jhs., der seinen Höhepunkt in der Ausmalung der Kuppel über dem Chor durch den Meister Correggio (1526-1530) findet: „Mariä Himmelfahrt“. Im rechten Querschiff ist ein Meisterwerk Benedetto Antelamis zu bewundern: ein Relief mit der Kreuzabnahme Christi (1180). Unter dem Chor eine sehenswerte Krypta mit schönen Säulenkapitellen und Mosaikresten aus dem 6. Jh. Piazza Duomo

Madonna della Steccata

An der Strada Garibaldi auf dem Weg zum Palazzo della Pilotta kommt man an dieser Renaissancekirche vorbei (Eingang von der Via Dante). Im imposanten Innern Freskenschmuck, u.a. von Parmigianino (16. Jh.). Sehenswert sind auch die Intarsiendekorationen in der Sakristei.

Palazzo della Pilotta

Das mächtige Überbleibsel der Farnese, ihr gigantischer Palazzo (1583 bis 1622), nie ganz vollendet und im Zweiten Weltkrieg überdies durch Bomben beschädigt, gewinnt durch seinen neu und elegant angelegten Vorplatz Piazza della Pace. Der Palazzo hat seinen Namen vom in Parma einst beliebten Ballspiel pelota.

Der Besuch des Palazzos beginnt mit dem Teatro Farnese (Di-So 8.30-13.30 Uhr), dem architektonisch genialen, enorm großen Holztheater von 1618 (nach Kriegsschäden 1950 rekonstruiert), in dem der Farnese-Hof seine Gäste mit Seeschlachten, Illusionsspielen und den ersten beweglichen Kulissen beeindruckte.

Außerdem zeigt im Erdgeschoss das Museo Archeologico Nazionale (Juli-Sept. Di-Fr 9-14, Sa/So 9-19, Okt.-Juni Di-So 9-14 Uhr) Reste der vorgeschichtlichen Terramare-Kultur aus der Poebene, einen Statuenzyklus aus der alten Römerstadt Velleia im Apennin und die Tabula Alimentaria, den ausführlichsten auf eine Bronzetafel geritzten Text, der aus der Römerzeit überliefert ist.

Die Galleria Nazionale (Di-So 8.30-13.30 Uhr) im ersten Stock versammelt die von den Bourbonen zusammengetragene Gemäldesammlung mit Werken von Leonardo da Vinci und Giulio Romano, von Tintoretto, Van Dyck und natürlich von Correggio. Sehenswert ist auch der klassizistische Lesesaal der Biblioteca Palatina (Sept.-Juli Mo-Do 8.15 bis 19.10, Fr/Sa 8.15-13.45 Uhr). Piazza della Pace

Parco Ducale

Jenseits des Parma, auf der westlichen Flussseite, liegt der herzogliche Park, eine grüne Oase mit dem Herzogspalast. Viale Kennedy/Strada Farnese

San Giovanni Evangelista

Hinter dem Dom gelangt man zu dieser Renaissancekirche (15./16. Jh.) eines Benediktinerklosters, in deren Innerem Fresken von Correggio (in der Kuppel und der Lünette über dem Sakristeieingang) und Parmigianino (auf den Bögen der ersten, zweiten und vierten Kapelle im linken Seitenschiff) beeindrucken. Ebenfalls sehenswert sind die Intarsien von Marcantonio Zucchi im Chorgestühl (16. Jh.) sowie drei stimmungsvolle Kreuzgänge und in der Seitengasse Borgo Pipa die alte Klosterapotheke Storica Spezieria di San Giovanni (Di-So 8.30-13.45 Uhr) mit authentischen Utensilien aus dem 13. Jh. Piazza San Giovanni/Borgo Pipa 1

San Paolo

Wie ein Schirm öffnet sich die Decke der Camera di Correggio, des Empfangszimmers des ehemaligen Benediktinerklosters San Paolo, von Correggio 1519 zauberhaft mit antiken Motiven ausgemalt. Di-So 8.30 bis 13.30 Uhr | Via Melloni

Region: Modena

Corso Canal Grande

An Stelle dieser im 16. Jh. angelegten Straße floss einst der Kanal, der Modena mit dem Po verband. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sie sich zur Paradestrecke durchs Zentrum, an der imposante Paläste des Modeneser Adels sowie das Stadttheater (1841) entstanden. Sie endet in der herzoglichen Parkanlage, dem heutigen Stadtpark. Der Parkpavillon Palazzina Ducale, einst fürstliches Teehaus, zeigt heute Wechselausstellungen zeitgenössischer Fotokunst.

Duomo

Aus hellem und rosafarbenem Gestein erbaut, liegt die berühmte Kathedrale an der Piazza Grande, leicht und abwechslungsreich strukturiert mit ihrem mittigen Loggienzug aus Triforienbögen und ihren Baldachinportalen, deren Säulen von stattlichen Löwen getragen werden. Die Bürger und der Klerus veranlassten 1099 den Bau dieses Gotteshauses für die Reliquien des ersten Bischofs und Stadtheiligen Modenas, San Geminiano. Lanfranco hieß der Baumeister des Doms, und Wiligelmo und seinen Schülern sind die Meisterwerke romanischer Bildhauerkunst zu verdanken.

Das beginnt mit den Reliefs auf der Fassade aus Carraramarmor, die die Geschichte von Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies erzählen. An der Südflanke befinden sich die Porta dei Principi, im Architrav Episoden aus dem Leben des Heiligen, und die Porta Regia, das königliche Portal. An der Nordflanke der Kathedrale schmücken die Porta della Peschiera Abbildungen von Bauern- und Handwerkertätigkeiten aus Stein. Auch im dreischiffigen Inneren aus dunkelbraunem Backstein entdeckt man überall steinerne Bibelgeschichten, etwa die Passion Christi auf Kanzel und Chorschranke an der Chorempore, ein Werk der Meister aus Campione am Luganer See (12./13. Jh.), aber auch viele Details und Kuriositäten wie die mächtigen Löwen oder akrobatisch verrenkte Figuren als Säulenträger. Tgl. 7-12.30 und 15.30 bis 19 Uhr.

In den Musei del Duomo (Di-So 9.30-12.30 und 15.30-18.30 Uhr | Via Lanfranco 6) bestaunt man den kostbaren Domschatz und die Bildhauereien, die einst die Dommauern zierten, allen voran die Reliefs mit monströsem Getier.

Der schlanke, wohlgeformte Kirchturm Ghirlandina (12./14. Jh.), der 88 m hoch über die Altstadtdächer ragt, ist das Wahrzeichen Modenas und derzeit wegen Restaurierung in eine vom Künstler Mimmo Paladino gestaltete Plane gewickelt.

Palazzo Ducale

Das imposante Gebäude mit breiter Fassade, Baubeginn 1629, drückt den Ehrgeiz der Fürstenfamilie Este aus, Modena zu einer prächtigen Residenzstadt zu machen. Seit 1862 ist der Palazzo Ducale eine wichtige Militärakademie.

Palazzo dei Musei

Der riesige Palast aus dem 18. Jh., zuerst Waffendepot, dann Albergo dei Poveri, städtisches Armen- und Krankenhaus, wurde 1884 Sitz der Musei Civici (Di-Fr 9-12, Sa/So 10 bis 13 und 15-18 Uhr). Deren Bestände - außer den städtischen antiken, mittelalterlichen und archäologischen Ausstellungen - gehen fast sämtlich auf die Sammlerleidenschaft der Este-Fürsten zurück. In der Biblioteca Estense (Mo-Sa 9-13 Uhr) sind kostbare Handschriften zu bewundern, vor allem die von Taddeo Crivelli 1455-1461 für Fürst Borso mit Miniaturen prachtvoll ausgemalte Bibel. Die Galleria Estense (Di-So 9-19.30 Uhr) zeigt die Kunstsammlung der Este, u.a. Arbeiten der besten emilianischen und venetischen Künstler des 15.-18. Jhs. Largo Porta San Agostino 337

Piazza Grande

Mit dem Dom und ihrem eleganten Kirchturm Ghirlandina ist zugleich die gesamte Piazza unter Unesco-Schutz gestellt worden. Vor dem Palazzo Comunale liegt der dicke, rote Marmorstein preda ringadora (Rednerstein), von dem aus im Mittelalter jeder, der wollte, losschimpfen konnte, eine Art Vorläufer von Speaker's Corner im Londoner Hyde Park. Der Besuch des Palazzos lohnt wegen eindrucksvoller Treppenaufgänge und Säle, der Sala del Fuoco im Renaissancestil, der Barockfresken in der Sala del Vecchio Consiglio und wegen der bemalten Wandteppiche in der Sala degli Arazzi. Außerdem steht auf der Piazza Grande auf der Gebäudekante an der Via Castellaro als Steinfigur ungemein sanft und lieb Bonissima, eine Wohltäterin aus dem Mittelalter.

Terrakottaskulpturen

Besonders schöne Beispiele der für die Emilia typischen Terrakottaskulpturen finden Sie in den Kirchen San Francesco am Corso Canal Chiaro (1523 von Antonio Begarelli), in San Giovanni Battista an der Via Emilia (1476 von Guido Mazzoni), in San Agostino beim Museumspalast (Kreuzabnahme von Begarelli), in San Pietro (Begarelli) und im Dom selbst („Madonna della Pappa“ 1480 von Guido Mazzoni).

Region: Bologna

Archiginnasio

Unter eleganten Arkaden bei der Piazza Maggiore betritt man den Innenhof des Archiginnasio, von 1563 bis 1803 der erste feste Sitz der Universität (vorher waren die Studiengruppen über die Stadt verteilt). Die Wände sind über und über mit alten Wappen bedeckt, Familienwappen der Professoren und der Studenten aus ganz Europa. Im Innern sind die überreiche Stadtbibliothek mit sehenswertem Lesesaal, die alte Aula Magna dello Stabat Mater und das Teatro Anatomico untergebracht, ein anatomischer Vorlesungssaal von 1637 (1944 zerbombt und rekonstruiert). Mo-Sa 9-13 Uhr | Piazza Galvani 1

Arkaden

Genau 37,882 km Bogengänge überdachen die Bürgersteige der Straßen, die sich durch die Bologneser Altstadt ziehen, die berühmten Portici di Bologna. Im Mittelalter kamen sie auf, als Anbauten zur Schaffung neuen Wohnraums, als Werkstätten und Märkte, zum Schutz vor Regen und Sonne. Schließlich wurden sie bis hinein ins 17. Jh. zur Bauvorschrift für ein einheitliches Straßenbild. Bei Nr. 19 der Strada Maggiore finden Sie auch den letzten mittelalterlichen Holzportikus. Hinzu kommt der 3,8 km lange Portico di San Luca, der am Stadttor Porta Saragozza beginnt und den Hügel hinaufführt bis zur mächtigen Wallfahrtskirche San Luca aus dem 18. Jh. 666 Bögen zählt dieser Pilgerweg - heute auch eine beliebte Jogging- und Spazierstrecke mit herrlichen Ausblicken auf die Stadt. Im Zentrum stauen sich allerdings unter den Arkaden leider oft die Autoabgase.

Ghetto Ebraico

Im Zentrum unterhalb der zwei Türme erstreckt sich zwischen Via Zamboni und Via Oberdan ein verwinkeltes Viertel mit engen Zugängen, in dem im 16. Jh. die Juden lebten (interessantes Museo Ebraico | So bis Do 10-18, Fr 10-16 Uhr | Via Valdonica 1/5 | www.museoebraicobo.it). In jüngster Zeit wurde es als gemütliches Stadtviertel entdeckt und an vielen Stellen restauriert. Via dell'Inferno/Via Valdonica

Mambo

Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst in einer alten, aufwendig restaurierten Brotfabrik und szeniger Aperitiftreff im Museumscafé. Di/Mi und Fr-So 10-18, Do 10-22 Uhr | Via Don Minzoni 14 | www.mambo-bologna.org

Musei Universitari

Im Hauptsitz der altehrwürdigen Universität, dem Palazzo Poggi, sind die zahlreichen wissenschaftlichen Museen untergebracht, darunter besonders empfehlenswert die eindrucksvollen Wachsmodelle für den einstigen Anatomieunterricht im Museo di Anatomia Umana Normale. Di-Fr 10-13 und 14-16, Sa/So 10.30 bis 13.30 und 14.30-17.30 Uhr | Via Zamboni 33

Museo Civico Archeologico

Hier beeindrucken die Funde aus Bolognas Frühgeschichte, der Villanova- und der Etruskerkultur. Di-Fr 9-15, Sa/So 10-18.30 Uhr | Via dell'Archiginnasio 2 | www.comune.bologna.it/museoarcheologico

Museo Civico Medievale

Im Palazzo Fava-Ghisilardi (15. Jh.) zeigen die Reliefplatten für die Gräber der Professoren der Universität aus dem 14.-17. Jh. anschauliche Szenen aus dem Lehralltag. Di-Fr 9 bis 15, Sa/So 10-18.30 Uhr | Via Manzoni 4

Museo per la Memoria di Ustica

In einem alten Busdepot die ergreifende Installation des großen Pariser Künstlers Christian Boltanski in Erinnerung an den nie geklärten Abschuss eines Bologneser Passagierflugzeugs über der Insel Ustica 1980 mit 81 Toten. Sa/So 10-18 Uhr | Via di Saliceto 5

Museo Morandi

Im zweiten Stock des Rathauses Palazzo d'Accursio: das Atelier und die stillen, meditativen Bilder eines der ganz großen Maler Italiens des 20. Jhs., Giorgio Morandi (1890-1964) aus Bologna. Seine Arbeiten sind auch ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ein Künstler durch Farben die Atmosphäre seiner Stadt einfängt. Di-Fr 9-15, Sa/So 10-18.30 Uhr | Piazza Maggiore | www.museomorandi.it

Palazzo Pepoli Campogrande

Die prachtvoll ausgemalten Säle dieses Palasts und die reiche Bildersammlung geben Einblick in den einstigen Lebensstil der großen Senatorenfamilien Bolognas. Di/Mi 9 bis 13, Do, Fr, So 15-19, Sa 9-19 Uhr | Via Castiglione 7

Piazza Maggiore

Der große, quadratische Platz ist das Herz Bolognas. Ihn beherrscht die halb fertige Fassade der imposanten Basilika San Petronio - halb aus weißem Stein aus Istrien und rosa Marmor aus Verona, halb aus rohen Backsteinziegeln. Dem Schutzpatron San Petronio gewidmet, sollte sie nach dem Wunsch der Stadtväter das größte christliche Gotteshaus werden. Von 1390 an arbeitete man an dem Bau, bis der Papst dem Größenwahn Einhalt gebot. Das mittige Hauptportal fassen Skulpturreliefs (1438) des berühmten Jacopo della Quercia ein. Im strengen gotischen Inneren ist der Meridian auf dem Fußboden im linken Seitenschiff sehenswert, außerdem die 1415 von Giovanni da Modena mit schauerlichen Höllenszenen ausgemalte vierte linke Seitenkapelle.

Die rechte Seite der Piazza nimmt das Rathaus Palazzo d'Accursio ein, im 15. Jh. fast wie eine Burganlage gestaltet. Die Terrakotta-Muttergottes (1478) auf der Fassade stammt von Niccolò dell'Arca. Durch den Innenhof gelangt man über eine herrschaftliche Kutschenauffahrt hinauf in den ersten Stock zur von Ludovico Carracci mit Fresken ausgemalten Sala d'Ercole. Im zweiten Stock befinden sich das Museo Morandi (s. separater Eintrag) und die hochherrschaftlichen Wohngemächer des einstigen päpstlichen Legaten mit der sehenswerten städtischen Gemäldesammlung (Di-Fr 9-15, Sa/So 10 bis 18.30 Uhr).

Unter den Arkaden der östlichen Platzflanke, Logge del Pavaglione genannt, bummeln die Bologneser an eleganten Schuh- und Stoffgeschäften vorbei bis zum angesagtesten Café Bolognas, dem Zanarini an der Piazza Galvani. Die kleinen Seitengassen verwandeln sich werktäglich in einen lebhaften Gemüsemarkt (Mo bis Sa 8-13 Uhr, einige Stände auch nachmittags).

Piazza Nettuno und Palazzo Re Enzo

An die Piazza Maggiore schließt sich die Piazza Nettuno mit dem stattlichen Neptunbrunnen an, ein Meisterwerk des Manierismus und sehr viril. Gegenüber erhebt sich der Palazzo Re Enzo. In diesem Palast, der heute als Ausstellungszentrum genutzt wird, saß König Enzo, der Sohn Friedrichs II., vom August 1249 bis zu seinem Tod im März 1271 gefangen wie in einem goldenen Käfig, umgeben von Luxus, Literaten und schönen Frauen. Auf der anderen Seite des Brunnens geht es in die Stadtbibliothek in der Sala Borsa, der ehemaligen Börse mit schönem Jugendstilsaal.

Pinacoteca Nazionale

Hier bekommen Sie einen Überblick über die reiche Kunstproduktion in Bologna vom 14. bis 18. Jh. von Simone dei Crocifissi bis zum berühmten Familienclan Carracci, zu Guercino und Guido Reni. Di-So 9-19 Uhr | Via delle Belle Arti 56 | www.pinacotecabologna.it

Raccolta Lercaro

Eindrucksvoll, was Kardinal Lercaro an hochkarätiger Bildhauerkunst - von Giacomo Manzù, Alberto Giacometti, Henry Moore, Max Ernst und vielen mehr - zusammengetragen hat. Öffnungszeiten 2009 bei Redaktionsschluss noch nicht festgelegt | Via Riva di Reno 57

San Domenico

San Domenico, der Ordensgründer der Dominikaner, liegt in dieser stattlichen Kirche (13./18. Jh.) begraben. An seinem eindrucksvollen Sarkophag haben Großmeister wie Nicola Pisano, Niccolò dell'Arca und Michelangelo mitgewirkt. Piazza San Domenico

San Pietro

In der grandiosen barock-klassizistischen Kathedrale Bolognas gibt es ebenfalls eine Terrakottagruppe zu entdecken, 1522 von Alfonso Lombardi geschaffen, vielleicht nicht ganz so schön wie die berühmtere Beweinung Christi in Santa Maria della Vita. Via Indipendenza

Santa Maria della Vita

In dieser Kirche in der Via Clavature, einer lebhaften Einkaufsgasse, die von der Piazza Maggiore abzweigt, können Sie die wohl schönste der für die Emilia typischen Terrakottagruppen bewundern, sieben lebensgroße, ausdrucksstarke Figuren, Compianto del Cristo morto, die Beweinung Christi, von Niccolò dell'Arca (1465). Mo-Sa 10-18, So 16.30-18 Uhr | Via Clavature 10

Santo Stefano

Anstelle eines römisch-heidnischen Isistempels ließ Bischof Petronio im 5. Jh. die Taufkapelle mit dem Santo Sepolcro errichten, einer Nachbildung des Heiligen Grabmals Christi in Jerusalem (heutige Gestalt aus dem 13. Jh.). Aus langobardischer Zeit (8. Jh.) stammt die zentrale Basilika. 983 kamen die Benediktiner und richteten hier ihr Kloster ein. Ein romanisches Kirchlein ist den beiden frühchristlichen Märtyrern Bolognas, Vitale und Agricola, gewidmet. Durch den Cortile di Pilato mit einem langobardischen Taufbecken und kunstvollen Ziegelsteinmustern gelangt man in die kleine Kirche Trinità mit der Holzfigurengruppe „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Simone dei Crocifissi aus dem 14. Jh. Das Ganze ist ein geheimnisvolles Labyrinth 2000-jähriger Religionsgeschichte. Mo-Sa 9-12 und 15.30-18, So 9-13 und 15.30-18.30 Uhr | Via Santo Stefano

Torre Asinelli und Torre Garisenda

Im Mittelalter ragten mehr als 100 Türme - Zuflucht, Wehrtürme, Machtsymbole der großen Familien - über die Dächer der Stadt. Ihr Wahrzeichen sind diese beiden weithin sichtbaren Türme aus dem 12. Jh., ein kurzer, stämmiger und ein hoher, schlanker, die sich einander bedenklich zuneigen: die Torre Garisenda, 48 m hoch mit 3,22 m Schieflage, und die 97 m hohe Torre Asinelli (2,20 m Schieflage). Letztere können Sie über 498 Treppenstufen besteigen und werden dann mit einer phantastischen Sicht belohnt. Tgl. 9 bis 18 Uhr | Piazza Porta Ravegnana

Via Zamboni

An den beiden Türmen beginnt die Straße, an der sich in alten Adelspalästen aus dem 16./17. Jh. und unter düsteren Arkaden die Universitätsinstitute aneinanderreihen, aufgelockert durch Cafés und Pubs. An die reich ausgestattete Kirche San Giacomo Maggiore schließt das Oratorium Santa Cecilia aus dem 15. Jh. mit interessantem Freskenschmuck an. Die alternative Studentenszene trifft sich an der Piazza Verdi.

Region: Rimini

Castel Sismondo

An der Piazza Malatesta erhebt sich diese mächtige Burg. Unter Sigismondo Malatesta erblühte Rimini im 15. Jh. zu einem Renaissancehof. Wechselausstellungen antiker und zeitgenössischer Kunst.

Römische Spuren

Aus Riminis Zeit als antike Römerstadt sind der mächtige Arco d'Augusto, der Triumphbogen des Augustus von 27 v. Chr., sowie der Ponte di Tiberio, die heute noch genutzte Tiberiusbrücke, übrig geblieben.

Tempio Malatestiano

Dieser Renaissancetempel steht für hochkarätige Künstler, die im Auftrag von Sigismondo Malatesta arbeiteten. Baumeister Leon Battista Alberti gab der alten gotischen Kirche San Francesco ihre nie vollendete antik-klassische Gestalt aus weißem istrischem Stein. Piero della Francesca malte in der zweiten rechten Seitenkapelle das berühmte Sigismondo-Fresko. Tgl. 9.30-12.15 und 15.30-18.30 Uhr | Via IV Novembre

Region: Ferrara

Card Musei

Fragen Sie im Touristenbüro nach der Sammelkarte Card Musei.

Casa Romei/Palazzo di Renata di Francia

Sehenswertes Beispiel einer Renaissanceresidenz, die der reiche Hanf- und Weizenhändler Giovanni Romei um 1445 errichten ließ, mit Freskendekoration und Kassettendecken (Di bis So 8.30-19.30 Uhr | Via Savonarola 30). Direkt gegenüber erstreckt sich die elegante Fassade aus dem 18. Jh. des schon 1475 erbauten Palazzo di Renata di Francia. Hierher wurde Renata, die Frau von Alfonso II. Este, nach ihrem Übertritt zum Protestantismus verbannt. Heute ist der Palazzo Sitz der Universität.

Castello Estense

Nicolò II. Este ließ 1385 den Bau des Kastells beginnen, das heute noch effektvoll von Wassergräben umgeben ist. Mit Ercole II. wurde es von 1534 bis 1559 zum Zentrum des glänzenden Hoflebens. 1598-1859 wohnte hier der päpstliche Legat. In den letzten Jahren hochkarätig restauriert, können Säle, Loggien, Küche und Kerker nun besichtigt werden. Di-So 9.30-17.30 Uhr

Cattedrale

Im Namen des heiligen Georgs, des Schutzpatrons von Ferrara, wird seit 1259 der Palio geritten, der große historische Umzug im Mai. Die Lünette über dem schönen Hauptportal zeigt ihn, wie er den Drachen tötet. Die Kirche, 1135 geweiht, überrascht durch ihr letztlich harmonisches Gemisch unterschiedlicher Stile, eine Folge immer wieder unterbrochener Bauphasen. Die Fassade aus weißem und rosa Marmor ist unten romanisch und oben gotisch, barock der Innenraum. In der Apsis ist das „Jüngste Gericht“ des Ferrareser Malers Bastianino von 1580 sehenswert (Mo bis Sa 7.30-12 und 15-18.30, So 7.30-12 und 15.30-17.30 Uhr). Im Dommuseum (Di-So 9-13 und 15 bis 18 Uhr | Eingang in der Vorhalle) sind vor allem die von Cosmè Tura bemalten Orgeltüren (1469) und zwölf allegorische Monatsdarstellungen aus der Schule Antelamis aus dem 12. Jh. zu bewundern. Eigenartig mutet die an die rechte Kirchenseite angebaute Ladenzeile Loggia dei Merciai aus dem 15. Jh. an, heute noch mit lauter guten Geschäften. Piazza della Cattedrale/Piazza Trento e Trieste

Ghetto Ebraico

Unter dem Schutz der Este-Fürsten entwickelte sich seit dem 13. Jh. in Ferrara eine starke jüdische Gemeinde. Ihr verwinkeltes Viertel mit teilweise schönen, terrakottaverzierten Häusern (Via Vittoria, Via Vignatagliata) begann gleich hinter der Kathedrale mit der Via Mazzini und Via Contrari, heute zwei der beliebtesten Einkaufsstraßen. In der Via Mazzini 95 befindet sich der Eingang zu zwei Synagogen mit einem kleinem Museum (nur geführte Besuche So-Do 10, 11, 12 Uhr). An der Hauswand sind die Namen der 150 in Nazilagern umgekommenen Juden aus Ferrara aufgeführt. Ein alter jüdischer Friedhof, der Cimitero Ebraico, findet sich östlich der Kartause, des sehenswerten städtischen Monumentalfriedhofs.

Museo Archeologico Nazionale

Nahe Comacchio existierte zwischen dem 6. und 3. Jh. v. Chr. die blühende griechisch-etruskische Stadt Spina. Das Museum im Palazzo Lodovico il Moro, einem großartigen Palast von 1500, zeigt die kostbaren Fundstücke der Ausgrabungen: Grabbeigaben, Handwerk, Kunst. Di-So 9 bis 14 Uhr | Via XX Settembre 124

Palazzina di Marfisa d'Este

Nahe dem Palazzo Schifanoia: „schöner Wohnen“ in der Renaissance, demonstriert durch eine Wohnung einer Este-Tochter mit ihren Möbeln, dazu ein zauberhaft als Laube ausgemalter Wintergarten. Di-So 9-13 und 15-18 Uhr | Corso Giovecca 170

Palazzo dei Diamanti

Der Palazzo hat eine der berühmtesten Palastfassaden Italiens: 8500 im Relief spitz zugeschnittene Marmorsteine spicken sie. Die Steine wirken wie geschliffene Diamanten - ein genialer Entwurf (ab 1493) des Hofarchitekten Biagio Rossetti für Sigismondo d'Este. Im Innern befindet sich die reiche Gemäldesammlung der Pinacoteca Nazionale (Fr-Mi 9 bis 14, Do 9-19 Uhr) mit dem grandiosen Festsaal Salone d'Onore. Außerdem finden im Palazzo hochkarätige Kunstausstellungen statt, zu denen man von weit her anreist. Corso Ercole I. d'Este 21

Palazzo Massari

Hinter den mächtigen Mauern dieses Palasts aus dem 17./18. Jh. tut sich ein lauschiger Garten auf. Im Innern beeindruckt die Malkunst von Giovanni Boldini (Ende 19./Anfang 20. Jh.) und Filippo de Pisis (20. Jh.), beide aus Ferrara und in ganz Italien gerühmt. Di-So 9-13 und 15-18 Uhr | Corso Porta Mare 9

Palazzo Schifanoia

Schivar la noia heißt: „Nur keine Langeweile“. Der Name des Palasts aus dem 14./15. Jh. ist Programm, auch wenn er mit seiner strengen Backsteinfassade, darin das Portal mit dem Este-Wappen, zunächst kaum wie ein unterhaltsamer Ort wirkt. Doch für Kurzweil sorgen die Fresken mit allegorischen Monatsdarstellungen voll kurioser Details im Salone dei Mesi, um 1470 meisterlich gemalt. Man hat sie 1820 unter alten Verputzschichten entdeckt. Sie sind einer der Höhepunkte eines Ferrarabesuchs; zurzeit werden sie nacheinander restauriert. Di-So 9-18 Uhr | Via Scandiana 23

Via delle Volte

Bis zur verheerenden Überschwemmung 1152, bei der der Po seinen Verlauf änderte und sich von der Stadt entfernte, reichte der große Fluss bis an die nördliche Altstadt heran. Die Via Ripa Grande war die Mole, an der die Schiffe mit ihren Waren anlegten, die parallele Via delle Volte (Straße der Bögen, fast 2 km lang) stellte mit ihren die Gasse überwölbenden Übergängen die Verbindung zwischen den Warenlagern und den Wohnhäusern der Kaufleute dar - heute laden sie ein zu einem faszinierenden Spaziergang.

Region: Piacenza

Duomo

Mächtiger, faszinierend verschachtelter Komplex romanischer und gotischer Bauelemente auf einer Krypta mit 108 Säulen an der hübschen grünen Piazza del Duomo.

Galleria d'Arte Moderna Ricci Oddi

Eine feine Sammlung italienischer Moderne, die der Sammler Giuseppe Ricci Oddi zwischen 1897 und 1925 zusammentrug. Di-So 10-12 und 15 bis 18 Uhr | www.riccioddi.it | Via San Siro 13

Palazzo Farnese

Ähnlich abweisend und halbfertig wie der Parmenser Palazzo della Pilotta wirkt auch dieser Farnese-Palast, halb Riesenhaus, halb Kaserne aus braunen Ziegelsteinen (14./17. Jh.). Nach langer Restaurierung ist er heute Sitz der Musei Civici (Di bis Do 9-13, Fr-So 9-13 und 15-18 Uhr). Diese zeigen die Bildersammlung der Farnese (sogar mit einem Botticelli), historische Waffen, frühgeschichtliche Funde, mittelalterliche Sakralkunst und eine Kutschensammlung. Piazza Cittadella/Via Risorgimento

Piazza Cavalli

Den Hauptplatz Piacenzas beherrscht der Palazzo Gotico. Mit seinem Arkadensockel aus Marmor und seinem Obergeschoss aus Ziegelstein, mit aufwendigen gotischen Bogenfenstern und Terrakottaverzierungen ist er einer der eindrucksvollsten Bürgerratspaläste Norditaliens aus der Zeit der mittelalterlichen Kommunen. Ebenso berühmt sind die beiden stolzen, vitalen Reiterstandbilder (1620-1625) von Francesco Mochi, die zwei Farnese-Fürsten darstellen.

Region: Reggio Emilia

Galleria Parmeggiani

Eklektische Sammlung des Kunst-, Design- und Antiquitätenfreunds Luigi Parmeggiani (1860-1931). Di bis Fr 9-12, Sa/So 10-13 und 16-19 Uhr | Corso Cairoli 1

Musei Civici

Die sehenswerten Raccolte di Preistoria, Protostoria e Archeologia Romana zeigen u.a. schöne etruskische Grabbeigaben aus der Gegend um Reggio und eine berühmte steinzeitliche Venusfigur; außerdem Gemälde, Naturwissenschaftliches und vieles mehr. Tgl. 9-12, Sa/So auch 16-19 Uhr | Via Spallanzani

Palazzo Magnani

Das Stadtpalais mit Café beherbergt anspruchsvolle Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst. Di-So 10 bis 13 und 15-19 Uhr | Corso Garibaldi 29 | www.palazzomagnani.it

Spazio Gerra

Das neue Ausstellungszentrum Centro per la Fotografia e l'Immagine Contemporanea für zeitgenössische Fotografie. Bei Ausstellungen Di-Fr 18-23, Sa/So 10-23 Uhr | Piazza XXV Aprile

Region: Ravenna

Basilica San Vitale

Der Komplex aus San Vitale, dem Mausoleum der Galla Placidia und dem Nationalmuseum ist die größte Attraktion der Stadt. Mit der Errichtung der Basilika, eines geduckten, achteckigen Backsteinbaus mit gelben Alabasterfenstern, durch die sanft schimmerndes Licht auf die goldenen Mosaiksteine im Innern fällt, wurde 526 begonnen, im Todesjahr des Gotenkönigs Theoderich. 527 bestieg der oströmische Kaiser Justinian in Konstantinopel den Thron. Sein Vertrauter, der Bankier Giuliano l'Argentario, kam nach Ravenna, brachte byzantinische Mosaikkünstler und Marmor mit und finanzierte den Weiterbau. So treffen sich hier zwei Stile, der spätrömische Realismus in den Darstellungen der Geschichten aus dem Alten Testament im Chorteil und die eher starre Feierlichkeit von Byzanz in der Apsis. In ihr ließen sich Justinian und seine Ehefrau Theodora mit ihrem Gefolge verewigen und waren so präsent in Ravenna, der Stadt, die sie selbst nie aufgesucht haben. Tgl. 9 bis 19 Uhr | Via San Vitale

Battistero degli Ariani

Vor der Kirche Spirito Santo steht diese kleine Taufkapelle mit ihren schönen plastischen Mosaiken 2 m unterhalb des heutigen Straßenniveaus. Beide wurden im 5. Jh. für die Anhänger des arianischen Christentums errichtet. Der arianische Glaube sah in Christus zwar das Geschöpf Gottes, erkannte ihn aber nicht als wesensgleich an. Obschon im 4. Jh. als Ketzerei angeprangert, hingen ihm Goten und Langobarden nach wie vor an, so auch Theoderich. Tgl. 8.30-19.30 Uhr | Piazza Spirito Santo

Battistero Neoniano

Das katholisch-orthodoxe Pendant: Links vom Dom erhebt sich der achteckige Ziegelbau, der durch seine Grundsteinlegung Ende des 4. Jhs. wohl das älteste christliche Gebäude Ravennas ist. Er ist aufwendiger als die arianische Taufkapelle, hat jedoch dieselbe Thematik, die Taufe Christi. Die wunderbaren Mosaikbilder sind ganz dem spätrömischen Stil verpflichtet und erinnern an Pompeji. Im 18. Jh. riss man die noch gut erhaltene frühchristliche Bischofskirche aus dem 5. Jh. ab, um den heutigen Dom zu errichten. Tgl. 9-19 Uhr | Piazza Duomo

Domus dei Tappeti di Pietra

Unter der Kirche Sant'Eufemia entdeckten 1994 Archäologen bei Ausgrabungen die Reste einer einst prächtig mit Mosaikintarsien geschmückten antiken Villa. So-Fr 10 bis 18.30, Sa 10-16.30 Uhr | Via Barbiani

Mausoleo di Galla Placidia

Von der Basilika San Vitale geht man hinüber zum kleinen Backsteinhaus, der Grabkapelle von Galla Placidia, der Schwester von Kaiser Honorius. Noch zu ihren Lebzeiten ließ sie ihre Grabkapelle bauen und auf eine zauberhaft intime, stimmungsvolle Weise mit Mosaiken dekorieren, beispielsweise die blaue Kuppeldecke mit Sternen übersäen. Nicht in ihrem Sarkophag, sondern im Petersdom in Rom liegt sie begraben, wo sie 450 starb. In ihrem konfliktreichen Leben berührten sich die Extreme der Zeit: In Byzanz in eine Kaiserfamilie geboren, wurde sie in Rom die katholische Frau des Gotenkönigs Athaulf und in Ravenna von 425 bis 437 Regentin auf dem weströmischen Thron. Tgl. 9-19 Uhr

Mausoleo di Teodorico

Nordöstlich des Bahnhofs, jenseits der Umgehungsstraße Via delle Industrie, lag einst der Friedhof der Goten. Heute steht hier zwischen Zypressen die Grabkapelle Theoderichs. 520 ließ sie der König errichten, sechs Jahre später soll ihn sein Volk angeblich in der roten, heute leeren Porphyrwanne begraben haben. Ein Rundbau aus Steinblöcken aus Istrien, überdacht mit einem 300 t schweren, monolithischen Deckstein: Kraftvoll, aber schmucklos sollte er nach Theoderichs Wünschen eine römisch-germanische Symbiose darstellen. Tgl. 8.30-18.30 Uhr

Museo Arcivescovile

Im erzbischöflichen Gebäude beim Dom und dem Battistero Neoniano bestaunt man die Steindekorationen der frühchristlichen Bischofskirche aus dem 5. Jh., die dem heutigen Dom zum Opfer fiel. Außerdem gibt es wunderbare Mosaiken in der bischöflichen Gebetskapelle Sant'Andrea aus dem 6. Jh. zu sehen und die berühmte Cattedra di Massimiliano, einen orientalischen Bischofsstuhl aus kunstvoll ziseliertem Elfenbein. Tgl. 9-19 Uhr | Piazza Arcivescovado

Museo Nazionale

Bei San Vitale römische und frühchristliche Skulpturen aus Ravenna und dem römischen Hafen Classe; Höhepunkte sind die mittelalterliche Elfenbeinkunst und kostbare Stoffe. Di-So 8.30-19.30 Uhr | Via Fiandrini

Pinacoteca Comunale

In einem ehemaligen Kloster bei der Kirche Santa Maria in Porto findet man neben der reichen Bildersammlung romagnolischer Schule die ergreifende Grabskulptur des jungen Ritters Guidarello Guidarelli von Tullio Lombardo (1525), seit jeher Pilgerziel romantischer (weiblicher) Gemüter, sowie moderne Kunst. Di bis Do 9-18, Fr 9-21, Sa/So 9-19 Uhr | Loggetta Lombardesca | Via Roma 13

Sant'Apollinare Nuovo

Die weite dreischiffige Palastkirche Theoderichs zeigt im oberen Teil des Hauptschiffs, das auf zwei Reihen aus jeweils zwölf Marmorsäulen ruht, eine prachtvolle Mosaikdekoration, die die Wundergeschichten Christi und seine Passion erzählt. Außerdem sieht man auf der einen Seite 22 Jungfrauen, auf der gegenüberliegenden 26 Märtyrer, schließlich die stilisierte Darstellung von Classe, dem Hafen Ravennas, und vom Palast Theoderichs. Wer genau hinschaut, sieht auf einer Säule des Palasts den Rest einer Hand, die trotz der Bereinigung Justinians übrig blieb, der, als er in Ravenna die Macht übernahm, die Spuren des arianischen Theoderichs tilgen wollte. Vom wirklichen Palast Theoderichs sind nur ein paar Mosaiksteinchen übrig, die als Palazzo di Teoderico bezeichnete Ruine unweit der Kirche war Teil einer weiteren Kirche. Tgl. 9-19 Uhr | Via Roma