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Reiseführer Türkei:Bloss nicht

Verhaltensregeln, die Ihnen Überraschungen ersparen können

Jedes Hilfsangebot annehmen

Sie scheinen vor jedem Museumseingang und auf jedem Busbahnhof zu stehen: die Schlepper oder „Piraten“ (korsan), die Sie freundlich irgendwohin einladen oder Ihnen sonstige Hilfe anbieten. Wimmeln Sie die Piraten freundlich, aber sehr bestimmt ab. Trotzdem nicht vergessen: Nicht alle hilfsbereiten Türken sind Schlepper.

Steine und Fossilien einstecken

Die Türkei ist ein großes Openair-Museum, wo Antikes manchmal achtlos am Wegesrand steht. Der türkische Zoll passt bei Ausreisen sehr genau auf, dass kein Kulturgut hinausgeschmuggelt wird. Neben Profischmugglern werden auch arglose Touristen, die einen schönen Stein „eingesteckt“ haben, vors Gericht gebracht und mit hohen Geldstrafen konfrontiert. Also: keine alt aussehenden Steine und Fossilien mitnehmen!

Wild campen

In der Türkei sollten Sie nirgendwo campen, wo es nicht ausdrücklich gestattet ist. Es gibt vielerorts wilde und verwilderte Tiere (Straßenhunde!) – und Sie können nie sicher sein, ob bei einem Biss keine Tollwut übertragen wurde. Der Ärger könnte aber noch größer sein und von Taschendiebstahl bis zur körperlichen Gewalt reichen. Deshalb gilt: immer auf ordentliche Campingplätze gehen!

Überall in Shorts herumlaufen

Restaurants und Gotteshäuser – egal, ob muslimische, christliche, jüdische – betritt man nicht in Shorts und Hemdchen. Vor den großen Moscheen werden Tücher verteilt, mit denen Sie im Bedarfsfall Schultern und Beine bedecken können. Frauen sollten sich in kleineren Orten bei Moscheenbesichtigungen ein Tuch über den Kopf werfen. Bevor Sie eine Moschee besichtigen, müssen Sie unbedingt die Schuhe ausziehen

Zu viel Haut zeigen

Außerhalb der Touristenzentren sollten Frauen auf sehr freizügige Kleidung verzichten. Nicht nur, weil sie damit rechnen müssen, ständig angestarrt und angesprochen zu werden, sondern auch, weil es böse enden könnte. Die Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei immer noch aktuell. Paare sollten sich überall in der Türkei nicht zum öffentlichen Austausch heftiger Zärtlichkeiten hinreißen lassen.

Als ungehöriges Verhalten gilt auch FKK; es ist zudem streng verboten. An vielen Stränden der von Touristen sehr stark frequentierten Südküste – zumal bei den großen Hotels – ist das Sonnen oben ohne aber in den meisten Fällen kein Problem. In türkischen Bädern bedeckt man auch unter seinesgleichen seine Scham. Männer wickeln sich die bereitgestellten Baumwolltücher um die Hüften, Frauen um den Oberkörper. Ansonsten gilt: Fragen beugt Missverständnissen vor.

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Unsere Autoren leben und arbeiten seit 12 Jahren in der Türkei. Während Zaptçioğlu (Studium der Geschichte und Politik in İstanbul und Göttingen) in İstanbul geboren wurde, ist Gottschlich (Studium der Philosophie und Publizistik in Berlin) ein echter Einwanderer. Beide arbeiten als Schriftsteller und Journalisten, die Zeitungen und Sender in Deutschland mit Nachrichten aus der Türkei versorgen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de