Reisetipps Teneriffa

Insider Tipps Teneriffa MARCO POLO Autor Sven Weniger im Interview

Sven Weniger hat seit 30 Jahren einen Wohnsitz auf den Kanaren und fühlt sich längst von „seinen“ Inseln adoptiert.

Sie leben schon lange auf den Kanaren …

Ich kam schon als Teenager Anfang der 1970er-Jahre das erste Mal auf die Inseln. Damals, im Urlaub, fand ich nur Sonne und Meer toll. Doch bald wollte ich länger bleiben, um die Leute, deren Leben und Sprache kennenzulernen. Und nun fühle ich mich schon als einer der ihren.

Was reizt Sie gerade an Teneriffa?

Teneriffa ist nicht nur die größte, sondern sicher auch die vielfältigste Kanareninsel. Mich zieht immer wieder die Großartigkeit der Natur in ihren Bann. Mir gefällt, dass man auch heute noch völlig verschlafene Orte findet, die einfach von der Zeit vergessen wurden. Und ich genieße den langsamen Rhythmus des Lebens hier. Ich habe von den Menschen gelernt, dass Arbeit und Karriere nicht wirklich die wichtigen Dinge im Leben sind.

Und was mögen Sie nicht so?

Mich stört, wenn der Tourismus die Menschen verändert, sie unfreundlich und berechnend macht. Das kommt leider auch vor.

Was genau machen Sie beruflich?

Ich bin Journalist, Fotograf und Autor, natürlich vor allem für Reisethemen über Spanien, aber auch über andere Regionen in der Welt. Ich arbeite frei für Zeitungen, Magazine und Verlage in Deutschland. Das gibt mir die Unabhängigkeit, so oft es geht, Zeit auf „meinen“ Inseln zu verbringen.

Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie auf den Kanaren sind?

Ich lese viel, esse gerne mit kanarischen Freunden, laufe in den Bergen herum und liebe es, Siesta zu halten - eine tolle Erfindung. Spaß macht es mir aber auch, bestimmte Ereignisse, z. B. den Karneval, zu besuchen.

Mögen Sie die kanarische Küche?

Aber ja. Und zwar, weil sie so rustikal, ich würde sagen, handfest ist. Kräftige, ehrliche Gerichte, wie von Muttern und ohne Schnickschnack gemacht, wie man in meiner Heimatstadt Hamburg sagt. Am liebsten esse ich Fisch, und zwar à la plancha, also einfach in Öl gebraten, aber auch alle Arten von Eintöpfen.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder in Ihrem Heimatland zu leben?

Nun, ich bin regelmäßig in Deutschland und auch gerne. Aber ich will es mal so sagen: Ohne die Zeit, die ich regelmäßig auf den Kanaren verbringe, wäre ich sicher unglücklicher.