Tödliche Wahrheiten

    Tag der Pressefreiheit

    03.05.2007, 13:13

    Von Christoph Schäfer

    Die "größten Feinde der Pressefreiheit" und das "Länder-Ranking der Pressefreiheit" - im ersten Moment hört sich das peppig an. Doch hinter den Tabellen stecken allzu oft bittere journalistische Erfahrungen. Auch in Deutschland gibt es Grund zur Sorge.

    Reporter haben einen vielseitigen Beruf. Doch in manchen Ländern ist die Arbeit auch gefährlich: Allein in diesem Jahr sind nach Angaben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" weltweit bereits 24 Journalisten getötet worden. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 82 gewesen.

    "Diese erschreckend hohen Zahlen zeigen, wie gefährlich unabhängige Berichterstattung in vielen Ländern der Welt ist", sagte Michael Rediske, Vorstandssprecher der Vereinigung, anlässlich des "Internationalen Tages der Pressefreiheit".

    Vor allem im Irak, aber auch auf den Philippinen, in Mexiko, Russland und Kolumbien liefen kritische Journalisten Gefahr, ihre Recherchen mit dem Leben zu bezahlen.

    Um auf die getöteten Kollegen aufmerksam zu machen, trugen Mitglieder von "Reporter ohne Grenzen" am Donnerstag zehn Särge durch Berlin. In Gedenken an die im vergangenen November ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja begann die Demonstration vor der russischen Botschaft.

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    Bildstrecke Feinde der Pressefreiheit Rahmen
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    Für diese und andere Verbrechen gegen Medienvertreter machen die "Reporter ohne Grenzen" vor allem die "größten Feinde der Pressefreiheit" verantwortlich, die sie jedes Jahr neu benennen. In der aktuellen Liste finden sich außer dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao auch Nordkoreas Diktator Kim Jong Il sowie Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad. (Weitere "Feinde der Pressefreiheit" finden Sie in der Bildergalerie über diesem Absatz.)

    Berühmter als die Liste der Medienfeinde ist jedoch eine Übersicht über die Lage der Presse in 168 Ländern der Welt. Diese Liste, die jedes Jahr im Oktober aktualisiert wird, bescheinigt einigen europäischen Ländern - wie Irland und den Niederlanden - hervorragende Arbeitsbedingungen für Medienvertreter. Andere Länder, wie Burma oder Nordkorea, schneiden hingegen fatal ab.

    Deutschland, das im Jahr 2005 den 18. Platz in der Liste belegte, fiel weiter zurück. (Eine Übersicht über die Pressefreiheit in den wichtigsten Staaten finden Sie in der Bildergalerie unter diesem Absatz).

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    Staaten-Ranking Feinde und Freunde der Pressefreiheit Rahmen
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    Zunehmende Einschnitte in Bürgerrechte

    Tatsächlich warnten führende Medienverbände die Bundesregierung am Donnerstag davor, Journalisten zunehmend auszuforschen.

    Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betonte, es gebe eine wachsende Gefahr, dass grundlegende journalistische Rechte nach und nach beschnitten würden.

    Die jüngsten Beschlüsse des Bundeskabinetts zur Telekommunikationsüberwachung und Vorratsdatenspeicherung höhlten den Informantenschutz aus und untergräben damit ein wesentliches Fundament journalistischer Arbeit, erklärte VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner. Bei der Abwägung zwischen Pressefreiheit und Terrorismusbekämpfung dürfe nicht weiter reflexartig in die Bürgerrechte eingegriffen werden.

    Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisierte heimliche Online-Durchsuchungen und Telekommunikationsüberwachungen als Gefahren für die Pressefreiheit.

    (sueddeutsche.de)

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    Leserkommentare (6)



    03.05.2007 17:54:38

    evo ernesto: wem soll man glauben

    aus meinem land kenne ich die REPORTER OHNE GRENZEN, für mich und auch anderen sehen sie nur durch ihre eigene brille.diese haben sie leider manchmal sehr falsch auf!einseitig und ideologisch gebunden treten sie auf-selbst das wort neutral kann man leider nicht verwenden. was sagen denn diese reporter allein nur zur chechischen republik? da ist der kommunistische jugendverband verboten wurden-wo ist da der unterschied zu castro oder anderen. aber,die reporter ohne grenzen stellen diesem land ein sehr gut aus. LÄCHERLICH-diese reporter ohne grenzen braucht man nicht.


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