Reisetipps Seychellen

Mit Kindern Seychellen Kinder willkommen!

Ein endloser Sandkasten, Tiere zum Streicheln, Tee- und Kokosnussernte - hier gilt: Naturpark statt Vergnügungspark

Die Seychellen sind nicht nur ein Urlaubs-, sondern auch ein Kinderparadies. Dies rührt zum einen daher, dass sie eines der wenigen Länder in den Tropen sind, für das keine zusätzlichen Schutzimpfungen notwendig sind - die ja oft mit Risiken und zumindest mit Unannehmlichkeiten verbunden sind - und in dem es praktisch keine gefährlichen Tiere und Pflanzen gibt.

Zudem bringt der geringe Zeitunterschied Kleinkinder nicht aus ihrem gewohnten Schlafrhythmus. Und dann sind die Seychellen nicht nur ein kinderreiches, sondern auch ein kinderfreundliches Land. Gerade wenn man mit dem Nachwuchs auf den Seychellen unterwegs ist, kann es häufiger vorkommen, dass man von Einheimischen angesprochen wird. Meist sprechen die Einheimischen auch die Kinder direkt an. Besonders ältere Menschen tätscheln ihnen gerne den Kopf. All dies ist nur ein Ausdruck der positiven Einstellung, die man hier den Kleinen gegenüber hat. Es wird nie vorkommen, dass Ihnen ein Einheimischer einen strafenden Blick zuwirft, nur weil sich Ihr Kind eben wie ein Kind benimmt, also ausgelassen spielt oder lärmt. Wenn sich jemand dadurch merklich gestört fühlt, ist es mit größter Wahrscheinlichkeit ein Mittourist aus dem fernen Europa ... Die einzige Gefahr droht Kindern (wie natürlich auch den Erwachsenen) von der steil am Himmel stehenden Äquatorsonne. Bei diesem Einfallswinkel bietet auch die üppige Vegetation kaum Schatten an den Stränden. Wenn man hier die nötige Vorsorge getroffen hat (unbedingt eine Kopfbedeckung und das T-Shirt auch beim Baden anlassen!), werden die endlosen Sandstrände jedoch zum ungetrübten Vergnügen für den Nachwuchs, zum natürlichen Sandkasten. Der helle Sand ist extrem feinkörnig und überwiegend sehr sauber. An vielen Stellen sind die Strände außerdem so flach, dass Kinder leicht ins Meer gelangen können. Dabei sollte man aber unbedingt die Wellen beobachten und eventuelle Warnhinweise sehr ernst nehmen.

Besonders empfehlenswert für kleine Gäste sind die bekannten Badestrände an der Südwestseite von La Digue (La Source à Jean) oder auch die Anse Volbert (Côte d'Or) auf Praslin zur ruhigen Jahreszeit (d.h. etwa zur Jahresmitte). Hier findet man auch eine Anzahl kinderfreundlicher Hotels (zum Beispiel das Paradise Sun oder das Acajou) sowie familiengeeigneter Gästehäuser (zum Beispiel das Le Duc de Praslin).

Unterkunft

Bei der Wahl der Unterkunft ist zu beachten, dass einige Hotels auf Grund ihrer exponierten Lage (zum Beispiel das Sunset Beach Hotel auf Mahé, das auf einer Klippe liegt) für einen Urlaub mit Kindern einfach nicht geeignet sind. Solche Hotels schreiben deshalb auch ein Mindestalter für ihre Gäste vor. Auf der anderen Seite bieten einige große Hotels spezielle Unterhaltungsprogramme und -einrichtungen für ihre kleinsten Gäste sowie einen Babysitterservice für Fälle, in denen die Eltern einmal nicht gestört werden möchten oder die Kinder nicht mitnehmen können - etwa zu einem Tauchgang, zum Golfen oder zum Surfen. Andererseits mag es für Familien auch reizvoll sein, in einer kleinen Pension zu wohnen, in der man engeren Kontakt zu einer einheimischen Familie und unter Umständen eben auch zu deren Kindern hat.

Einige Hotels (wie das Coral Strand Hotel auf Mahé) bieten spezielle Familiensuiten an. Ein Kinderbett für Kleinkinder, die im Zimmer der Eltern übernachten, können die meisten Hotels zur Verfügung stellen. In vielen, aber längst nicht in allen Hotels findet auch ein Extrabett für ein älteres Kind Platz im Elternzimmer. Wenn die Kinder ein eigenes Zimmer benötigen, findet man in den großen Hotels fast immer Nachbarzimmer mit Verbindungstür. Auf solche Angebote weisen aber auch die Reiseveranstalter in den Katalogen hin. Wer nicht pauschal bucht, sollte unbedingt vorab die Unterbringungsmöglichkeiten für die Kinder, die evtl. anfallenden Zusatzkosten und die Berechnung der Mahlzeiten mit dem Hotel klären.

Spielplatz

Auf den Seychellen findet man keine Freizeitparks oder dergleichen, doch Kleinkinder werden ihren Spaß auf dem liebevoll eingerichteten Spielplatz am Rande der Hauptstadt Victoria haben, der zwischen der 5th June Avenue und dem Yachthafen liegt. Die meisten Spielgeräte hat ein deutscher Sponsor gestiftet, und sie sind überwiegend noch in gutem Zustand, wenngleich hier und da der Lack abblättert. Einige Spielgeräte funktionieren nur mit Chips, die man für ein paar Rupien bei der Spielplatzaufsicht erstehen kann. Hier finden kleine Urlauber auch leicht einheimische Spielkameraden. Die Verständigung ist selten ein Problem.

Natur erleben

Einen Zoo haben die Seychellen nicht zu bieten, dafür aber unzählige Tiere in freier Natur, die man sonst selten aus solch unmittelbarer Nähe zu sehen bekommt. Auf Mahé lohnt es sich, mit Kindern den Botanischen Garten zu besuchen. Älteren Kindern kann man auch auf einem Spaziergang durch den Jardin du Roi zeigen und erklären, woher die Gewürze stammen, die die meisten (auch Erwachsene) nur in der verarbeiteten Form aus der Küche kennen. Gleiches gilt für die Teefabrik auf Mahé, wo man Anbau, Ernte und Verarbeitung von Tee miterleben kann, sowie für L'Union Estate auf La Digue, wo die Verarbeitung der Kokosnuss im Mittelpunkt steht. Das ist Sachkunde aus erster Hand - lehrreich und bei weitem nicht so trocken wie im Schulunterricht.

Wer auf Praslin wohnt, sollte unbedingt die Tagestour per Schiff mit Ausflügen nach Cousin und Curieuse, den beiden Nachbarinseln, buchen. Die kurzen Wegstrecken, die auf den Inseln zurückzulegen sind, dürften auch für die meisten Kinder locker zu bewältigen sein. Begegnungen mit Riesenschildkröten und allerlei exotischen Vögeln sind dabei garantiert. Die Schildkröten haben auch nichts dagegen, wenn man sie berührt oder streichelt.

Auch wenn für die Teilnahme an Tauchkursen ein Mindestalter von 12 Jahren vorgeschrieben ist, muss jüngeren Kindern das Erleben der vielfältigen Unterwasserwelt nicht verwehrt bleiben. Veranstalter auf Mahé und anderen Inseln bieten Fahrten mit Glasbodenbooten, zum Beispiel in den Ste-Anne-Meeresnationalpark, an. Gefahrlos und ohne nasse Füße zu bekommen, kann man dabei bunte Korallen, exotische Fische und andere ungewöhnliche Meeresbewohner aus allernächster Nähe beobachten.