Reisetipps Potsdam

Essen & Trinken Potsdam Regionale Produkte stehen hoch im Kurs

Frischer Fisch, Beelitzer Spargel, Teltower Rübchen und der „Werderaner Wachtelberg“ sind die Spezialitäten Potsdams

Kräftig und würzig ist das Essen, solide Hausmannskost, aber keinesfalls einfallslos. Das beweisen die Sterne bzw. Kochlöffel, die renommierte Gastronomieführer Potsdamer Restaurants verliehen haben.

Die Palette der Restaurants und Cafés in Potsdam ist groß. Jeder findet das Ambiente, in dem er sich wohl fühlt, Speisen seines Geschmacks und viele Gerichte in allen Preislagen. Eine eigene Potsdamer Küche gibt es nicht, aber eine regionale. Die wird geprägt von dem, was die Gegend so hergibt, das sind Fisch aus den umliegenden Seen, Beelitzer Spargel, Teltower Rübchen, Spreewälder Gurken. Und hoch im Kurs steht die Kartoffel.

Gegessen wird auch das, was typisch für Berlin ist: Kassler beispielsweise (leicht geräucherter und gepökelter Schweinsrücken), benannt nach dem einstigen Berliner Schlachtermeister Cassel in der Potsdamer Straße 15, oder Eisbein (gepökelte und gekochte Schweinehaxen).

„Gesuppt“ wird seit jeher gern. So ist bekannt, dass Friedrich Wilhelm IV. im Mai 1846 Order gab, jeden Morgen Brunnen- und Gartenkresse, Gänseblümchen, Sauerampfer und andere Kräuter zu pflücken. Sie waren für den Naturforscher Alexander von Humboldt bestimmt, des Königs Gast. Er hatte täglich um eine Suppe mit diesen Kräutern gebeten. Aus DDR-Zeiten hat sich die Soljanka erhalten, die ihren Ursprung in der Ukraine hat. Gut zubereitet (mit gekochtem Schinken, Kochsalami, Gewürzgurken), hätte vielleicht sogar Humboldt für sie auf sein Kräutersüppchen verzichtet.

Zu Ruhm gelangten die Teltower Rübchen, benannt nach einem kleinen Städtchen östlich von Potsdam. Unter dem Stichwort „Teltower Rübchen“ steht im „Universal-Lexikon Kochkunst“ von 1899: „Eine berühmte Zuchtform der weißen Rübe, die im Sandboden der Mark Brandenburg angebaut wird.“ Das mit der Zuchtform ist arg übertrieben, denn im kargen märkischen Sandboden bleiben die Rüben winzig und bekommen dadurch ihren zarten Geschmack. Goethe, als Feinschmecker bekannt, probierte sie bei seinem Berlin-Besuch und ließ sich fortan regelmäßig welche mit der Postkutsche nach Weimar schicken. Zu DDR-Zeiten waren die kleinen Wurzeln mit dem pikanten Geschmack fast von der Speisekarte verschwunden, in den letzten Jahren erlebten sie eine Renaissance. Ein Verein, der über Anbau und Vermarktung wacht, hat als Kriterien festgelegt: Höchstens 2,5 cm dick und daumenlang dürfen sie sein.

Eine weitere Delikatesse in Potsdam ist der Spargel. Rund um Beelitz, fast vor den Toren von Potsdam, wächst er im märkischen Sandboden bestens. In der Spargelsaison von Mitte April bis zum 24. Juni, dem Johannistag, steht frischer Beelitzer Spargel in wohl jedem Restaurant auf der Karte. Beelitzer Spargel ist in der Region rund um Potsdam so etwas wie der Rolls Royce der Spargelsorten. Der kurze Weg vom Erzeuger bis zum Verbraucher garantiert: Was morgens in aller Frühe gestochen wurde, wird Ihnen noch am gleichen Tag serviert. Daher ist Spargelessen in Potsdam Kult. Immer mehr Restaurants bringen den Spargel nicht mehr nur traditionell mit zerlassener Butter oder Sauce hollandaise auf den Tisch, sondern bieten immer neue Spargelkreationen an.

Gerichte „frisch von hier und lecker“ servieren die Restaurants, die das Logo Brandenburger Teller angebracht haben. Eine unabhängige Fachjury prüft die Gerichte. Die von ihr ausgewählten Spezialitäten dürfen ein Jahr lang auf der Speisekarte des jeweiligen Restaurants mit dem Logo ausgezeichnet werden. Garantiert wird damit die Verwendung von regionalen Zutaten und eine frische Zubereitung.

Die Potsdamer trinken mit Vorliebe Bier, das Pils aus der eigenen Stadt, aber auch das der bekannten ostdeutschen Traditionsmarken Radeberger, Wernesgrüner oder Lübzer. Im Sommer ist die Berliner Weiße beliebt, ein obergäriges, leicht säuerliches Weißbier. Man trinkt es „mit Schuss“ - und dieser ist ein Schnapsgläschen Himbeer- oder Johannisbeersirup. Wer „Weiße mit Strippe“ bestellt, bekommt einen Kümmel dazu.

In Werder auf dem Wachtelberg sprießen heute auf 62000 m² die Reben für einen trockenen Müller-Thurgau. Damit wurde eine alte Tradition wieder belebt. Der „Werderaner Wachtelberg“ ist ein milder Wein, der jung am besten schmeckt.

In Brandenburgs Gaststätten müssen Raucher entweder vor die Tür gehen oder die Glimmstängel stecken lassen. Das Bundesland hat nach Bayern das zweitschärfste Nichtrauchergesetz. In Gaststätten ist der blaue Dunst nur noch in abgetrennten Räumen erlaubt, die deutlich gekennzeichnet sein müssen. In allen öffentlich zugänglichen Räumen, also auch in Einkaufspassagen, Hotellobbys und Diskos, verbietet das Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern die Glimmstängel. Bei Verstößen gibt es empfindliche Strafen: bis zu 1000 Euro Bußgeld für die Wirte und bis zu 100 Euro für die Raucher.

Aal grün

zerteilter und in Brühe gekochter Aal, serviert in einer mit saurer Sahne und gehackten Kräutern zubereiteten Soße; dazu gehört Gurkensalat

Buletten

Hackfleischbällchen, anderswo heißen sie meist Frikadellen

Eier-Spargel-Salat

in Scheiben geschnittene Eier sowie kleine Spargelstücke, Zwiebelringe und Mandarinenstückchen in einer würzigen Soße; dazu gibt es Bauernbrot und Tomaten

Eisbein

gepökelte, portionierte Schweinehaxe, serviert mit Sauerkraut, Erbsenpüree und Kartoffeln

Gedünsteter Hecht mit Meerrettich

Hechtscheiben mit einer aus dem Sud hergestellten Meerrettichsoße, das Ganze wird angerichtet mit Petersilienkartoffeln

Gefüllte Schmorgurke

vom Kernfleisch befreite Gurkenhälften, mit Gehacktem gefüllt und in siedender Brühe glasig geschmort

Gratinierte Spargel-Eierkuchen

mit Spargel gefüllter Pfannkuchen, gratiniert mit Käse und verquirlter Eigelb-Sahne-Soße

Gurkenauflauf

geschälte Gurkenwürfel, in eine Auflaufform mit Tomaten- und Ei-Scheiben geschichtet; goldgelb überbacken mit Semmelbröseln und geriebenem Käse

Gurkenpilze

mit einer Eier-Radieschenmasse gefüllte, ausgehöhlte Gurke

Havelzanderschnitte Müllerinart

goldgelb gebratene, mit Zitronenscheiben angerichtete Zanderscheiben, die mit dem Bratfett, Kartoffeln und frischem Salat gereicht werden

Kartoffelsuppe

gern serviert mit einer Bockwurst, saurer Sahne und gerösteten Weißbrotwürfeln

Käsekuchen

die Berliner sagen zu Quark meist Käse, was viele Potsdamer übernommen haben; so befindet sich auf dem Hefeteig eine schmackhafte Quarkmasse

Märkischer Schmorbraten

weich geschmortes Rindfleisch, dessen Soße mit saurer Sahne und etwas Senf zubereitet wird

Café Heider

In dem seit 1878 bestehenden Kaffeehaus können Sie sich mit Spezialitäten verwöhnen lassen, wie sie schon der einstige kaiserlich-königliche Hofkonditor kreierte. Längst ist das Heider nicht mehr nur Café, sondern auch ein gutes Restaurant. Beliebt ist der üppige Sonntagsbrunch 10-14.30 Uhr. | Tgl. ab 8 Uhr | Friedrich-Ebert-Str. 29 | Tel. 2705596 | Straßenbahn 92, 96, Bus 609, 692

La Maison du Chocolat

Kleine Köstlichkeiten und toller Kuchen, die Spezialität ist französische Trinkschokolade. | Tgl. | Benkertstr. 20 (Ecke Mittelstr.) | Tel. 2370730 | Straßenbahn 92, 96, Bus 609, 692

Schiffsrestaurant John Barnett

Bei Wein oder Bier vom Oberdeck oder durch große Bullaugen des früheren Lastkahns über den Tiefen See zum Park Babelsberg blicken. Die Küche ist mediterran geprägt. Radlern wird der „Kleine Pannenservice“ angeboten: Flickzeug erwerben, Luftpumpen ausleihen oder das Rad für einen Tag deponieren. | Tgl. | Schiffbauergasse 12a | Tel. 2012099 | Straßenbahn 93

Wiener Restaurant & Café

Nicht nur die leckeren süßen Sachen schmecken, sondern auch die warmen Gerichte. | Tgl. | Luisenplatz 4 | Tel. 9678314 | Straßenbahn 91, 94, X98, Bus X15, 695

Fiore

Elegantes Restaurant mit einer feinen Küche und liebenswertem Service. | Tgl. | Hegelallee 11 | im Hotel am Jägertor | Tel. 2011100 | Bus 692, 695

Il Teatro

Gehobene italienische Küche in der alten Zichorienmühle neben dem Hans-Otto-Theater und ein herrlicher Blick auf den Tiefen See. | Tgl. | Schiffbauergasse 12 | Tel. 20097291 | www.ilteatro-potsdam.de | Straßenbahn 93, 94, 99

Le Bistro

Mit vielen kulinarischen Ideen und einem gut sortierten Weinangebot werden Sie hier verwöhnt. | Tgl. | Jägerallee 20 (im Dorint Sanssouci) | Tel. 2740 | Bus 692, 695

Maison Charlotte

Der Koch, dem Sie bei der Arbeit zuschauen können, zaubert Gaumenfreuden auf die Teller. Köstlich ist die Bretonische Fischsuppe, schön der lauschige Innenhof. | Tgl. | Mittelstr. 20 | Tel. 2805450 | www.restaurant-juliette.de | Straßenbahn 92, 96, Bus 692

Schlossrestaurant Cecilienhof

Elegantes Restaurant mit dunkler Holztäfelung. Feine Küche und freundlicher Service. | Tgl. | Neuer Garten | Tel. 37050 | Bus 692

Gastmahl des Meeres

Frischer Fisch aus den märkischen Seen, darunter auch Hecht und Zander. | Tgl. | Brandenburger Str. 72 | Tel. 291854 | www.rueckerts.de | Straßenbahn 91, 94, X98, Bus X15, 695

Historische Mühle

Das traditionelle Ausflugslokal in unmittelbarer Nähe von Schloss Sanssouci hat Mövenpick nach jahrelangem Leerstand neu belebt. Im angebauten gläsernen Palmengarten erwartet Sie ein breites Speisenangebot. | Tgl. | Zur Historischen Mühle | Tel. 281493 | Bus X15, 695

Kartoffel Pub

Mehr als 100 Gerichte von und mit der Kartoffel aus dem In- und Ausland. | Tgl. | Großbeerenstr. 107 | Tel. 710159 | Bus 601, 690

Klosterkeller

Deutsche und internationale Küche, auf der Getränkekarte stehen mehr als 100 Wein- und Sektsorten. Durch die zentrale Lage meist gut besucht. | Tgl. | Friedrich-Ebert-Str. 94 | Tel. 291218 | www.klosterkeller.potsdam.de | Straßenbahn 92, 96, Bus 692

Meierei im Neuen Garten

Die Gasthausbrauerei direkt am Jungfernsee ist Potsdams beliebtester Biergarten. In den kupfernen Braukesseln wird das „Meierei hell“, ein naturtrübes helles Bier, und ein alle vier Wochen wechselndes Spezialbier gebraut. Empfehlenswert: der Potsdamer Rosenkranz (Schweinebratwurst in Zwiebel-Biersauce, Stampfkartoffeln und Rote-Beete). | Okt.-März Mo geschl. | Tel. 7043212 | www.meierei-potsdam.de | Bus 692

Zum fliegenden Holländer

Mit der Rekonstruktion der historischen Gaststätte von 1883 wurde ein Stück Potsdamer Stadtgeschichte wieder belebt. Ein gemütlicher Tresen und fünf Gasträume auf zwei Etagen. | Tgl. | Benkertstr. 5 | Tel. 275030 | www.zum-fliegenden-hollaender.de | Straßenbahn 92, 96, Bus 609, 692

Bürgerstuben

Kräftige märkische Küche, die „Haxe bürgerlich“ und den „Märkischen Wurstteller“ gibt es das ganze Jahr über, eine Delikatesse ist der Sauerbraten. | Tgl. | Jägerstr. 10 | Ecke Gutenbergstraße | Tel. 2801109 | Bus 692, 695

Drachenhaus

Intime Atmosphäre in einer Pagode. Die Karte verzeichnet viele Geflügel- und Wildgerichte. | Tgl. | Maulbeerallee | Tel. 5053808 | www.drachenhaus.de | Bus 695

Palazzo de Persius

Pizzeria, Café und Cocktailbar in einem. Viele Pizzen aus dem Holzsteinofen (Durchmesser ca. 32 cm) für nur 6 Euro. Köstlich auch die Pasta-, Tapas- und Paellaspezialitäten und der frisch zubereitete Fisch. Über 100 verschiedene Cocktails. | Tgl. | Zeppelinstr. 136 (am Art'otel) | Tel. 9098813 | www.palazzodipersius.de | Straßenbahn 91, 94, X98, Bus 695

Russische Teestube

Borschtsch, Soljanka und weitere deftig-leckere Spezialitäten aus Russland. Beim „Baltika“, dem kräftigen Bräu aus St. Petersburg, sollte Zurückhaltung angesagt sein, denn der Alkoholgehalt ist höher als bei einheimischen Bieren. | Mo geschl. | Alexandrowka 1 | Tel. 2006478 | www.alexandrowka.de | Straßenbahn 92, 96

Friedrich Wilhelm

In dem eleganten Restaurant erkochte Brandenburgs Spitzenkoch Alexander Dressel einen Michelin-Stern. Hier genießen Sie die Köstlichkeiten einer leichten, mediterran inspirierten Küche. | Hauptgerichte ab 30 Euro | So/Mo geschl. | Im Wildpark 1 | im Hotel Bayrisches Haus | Tel. 5505560 | www.bayrisches-haus.de | Bus 631

Restaurant Juliette

Feine, leichte französische Küche in einem kleinen Gourmetrestaurant, gemütlich rustikal mit Kamin eingerichtet. | Hauptgerichte ab 26 Euro | tgl. | Jägerstr. 39 | Tel. 2701791 | www.restaurant-juliette.de | Straßenbahn 92, Bus 694, 695, 697

Speckers Landhaus

Abwechslungsreiche Speisen, vorzügliche Weinkarte und ein angenehmer Service. | Hauptgerichte ab 26 Euro | So/Mo geschl. | Jägerallee 13 | Tel. 2804311 | www.speckers.de | Bus 692, 695

Zum Starstecher

Frische deutsche Küche mit mediterranem Einschlag in bayerisch-rustikalem Ambiente. | Hauptgerichte ab 17 Euro | tgl. | Leiblstr. 12 | Tel. 5813747 | www.zumstarstecher.de | Straßenbahn 92, 96