Reisetipps Düsseldorf

Sehenswertes Düsseldorf Streifzüge durch eine grüne Kunststadt

Kein Dom und kein Schloss, stattdessen Parks, moderne Kunst und ein schiefer Turm - Düsseldorf ist eine junge Stadt

Besuchern fällt als Erstes das nahezu überall präsente Grün auf. Rund dreißig Grünanlagen sowie zahlreiche private Gärten und Terrassen begründen Düsseldorfs Ruf als Gartenstadt. In vielen Parks werden - für eine Akademiestadt nur natürlich - Kunst und Natur zusammengebracht.

Die Stadt selbst trat als Auftraggeber für Skulpturen jedoch seltener auf, die meisten stammen von privaten Stiftern. Daher fehlt den Kunstwerken auch häufig der direkte Bezug zu ihrem Standort, sie spielen eher eine ornamentale Rolle - aber die spielen sie gut.

Selbst in der üppigen Museumslandschaft Nordrhein-Westfalens hat sich Düsseldorf ein herausragendes Renommee erworben. Die Stadt blickt auf eine lange Tradition als Kunstort zurück; durch das große Engagement vieler Mäzene sind weitere Sammlungen entstanden, die auch verwöhnte Museumsbesucher interessieren.

Eine Lokalgröße unter den Sammlern war Mutter Ey. Die ehemalige Bäckerin und Lokalbesitzerin ließ sich die Schulden von Künstlern mit Bildern statt mit Geld bezahlen. Sie entwickelte sich zur Kunstkennerin und verkaufte vor dem Ersten Weltkrieg auch Bilder der Düsseldorfer Schule. Nach dem Krieg wurde ihr Laden zu einer Galerie, in der unter anderem Max Ernst, Gert H. Wollheim, Otto Pankok und Karl Schwesig ein und aus gingen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Gruppe 53 und Zero mit Heinz Mack, Otto Piene und Günter Uecker Düsseldorf als moderne Kunststadt ins Gespräch. Einer der bekanntesten Künstler und Lehrer war Joseph Beuys. In jüngerer Zeit lehrten in der Akademie Markus Lüpertz, Gerhard Richter, Nam June Paik, Alfons Hüppi, Konrad Klapheck, Gerhard Merz und Jörg Immendorff.

Überregional bekannt ist die so genannte Kunstachse, eine Strecke, die aus dem Museum Kunstpalast und dem Kunstmuseum im Ehrenhof, der Akademie, der Kunstsammlung und der Kunsthalle bzw. dem Kunstverein besteht. Hier kann man auf kurzen Wegen sehr unterschiedliche Kunststile vieler Epochen in den ständigen Sammlungen und Wechselausstellungen erleben.

Auch das Filmmuseum, das Keramikmuseum, das Heinrich-Heine-Institut, das Schifffahrt-Museum oder die moderne Architektur im Medienhafen lohnen einen Besuch. Für die Besucher mit eher deftigen Vorlieben bietet sich das Senfmuseum an, und für alle ist ein Bummel an der schönen Rheinuferpromenade ein Erlebnis. Kurzum: In Düsseldorf kann man sich auf vielfältige Weise informieren, bilden und erholen.

Akademie-Galerie

Seit 2005 beherbergt das ehemalige Gebäude der Kunstgewerbeschule die Akademie-Galerie, die damit zum jüngsten Treffpunkt in der Düsseldorfer Kunstszene avanciert. Es ist geplant, dass in jedem Semester eine Ausstellung stattfindet, in der der Öffentlichkeit die Werke der Professoren und Studenten der Kunstakademie vorgestellt werden. In der Eröffnungsausstellung wurde die Arbeit von Ewald Mataré gewürdigt, der vor und nach dem Zweiten Weltkrieg an der Akademie lehrte. Die Initiatoren der Galerie haben ambitionierte Pläne: So soll ein umfangreiches Archiv und eine systematische Sammlung von Werken der Lehrenden und Akademieabsolventen aufgebaut werden, die allen Interessierten zugänglich ist. Die aktuellen Ausstellungstermine finden Sie in der Tagespresse und auf der Homepage der Kunstakademie. Do-So 12-18 Uhr | Burgplatz | www.kunstakademie-duesseldorf.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

„Auseinandersetzung“

Kunst zum Mitreden! Die beiden Streithähne des Bildhauers Karl-Henning Seemann stehen nicht auf einem Sockel, sondern ebenerdig mitten in der Altstadt und zanken sich. Wer die beiden zum ersten Mal sieht, will gleich Partei ergreifen. Mittelstr./Ecke Grabenstr. | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Burgplatz

Stimmungsvoll, belebt, urban - der Burgplatz in der Altstadt im Schatten des Schlossturms ist für die Düsseldorfer das, was für die Italiener die Piazza ist. Bei gutem Wetter kann man hier unter freiem Himmel essen oder sich auf die breite Ufertreppe setzen, um den Rhein oder den Sonnenuntergang zu genießen. Seit der Verkehr der Rheinuferstraße in einen Tunnel verbannt wurde, trennt nichts mehr den Burgplatz vom Fluss. Er ist daher der ideale Ausgangspunkt für Spaziergänge auf der neuen Rheinpromenade, die u.a. an einem freigelegten Becken des alten Hafens vorbeiführt. Vor allem an den Wochenenden scheinen die Düsseldorfer auf den Beinen zu sein, um die Rückkehr der Stadt an ihren Fluss zu feiern. U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Carsch-Haus

Das Carsch-Haus hat im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Vergangenheit: Ursprünglich stand es nämlich 20 m vom heutigen Standort entfernt! Durch den U-Bahn-Bau musste der Heinrich-Heine-Platz umgestaltet werden, und das 1915 als Kaufhaus für Herrenkleidung eröffnete Gebäude stand im Weg. Doch gegen einen Abriss des eleganten, von der Kaufmannsfamilie Carsch im neoklassizistischen Stil errichteten Gebäudes erhoben die Denkmalschützer heftigen Widerspruch. Nach langen Diskussionen einigte man sich mit dem Besitzer, der Horten AG, auf eine sogenannte Translozierung. Stück für Stück wurden die Teile der von Jugendstilelementen geprägten Fassade abgetragen, nummeriert und konserviert. Die Fassadenteile wurden dann auf den Neubau gesetzt. Vor dem Gebäude steht ein restaurierter Eisenpavillon aus dem Jahr 1906, um den Skateboardfahrer sausen. An manchen Samstagen sorgen hier Jazzbands für Stimmung. Heinrich-Heine-Platz 1 | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Conzen-Sammlung

Im sogenannten Alten Haus in der Altstadt, das als das schönste Düsseldorfer Bürgerpalais des 18. Jhs. gilt, befindet sich ein Privatmuseum. Friedrich G. Conzen, Inhaber verschiedener Kunsthandlungen und einer traditionsreichen Rahmenwerkstatt, hat eine außergewöhnliche Sammlung an Bilderrahmen von der Gotik bis zum 19. Jh. zusammengetragen. Der Schwerpunkt der ca. 1200 Stücke umfassenden Sammlung liegt auf italienischen Rahmen des späten 16. Jhs. Die Objekte und die Führung durch die schönen, mit antiken Möbeln eindrucksvoll ausgestatteten Räume vermitteln Aspekte der Kunstgeschichte, die sonst eher stiefmütterlich behandelt werden.

Eine ebenso große Attraktion ist die Ausstellung alter Düsseldorfer Stadtansichten, die Informatives und Kurioses zeigt. Neben Plänen, Karten und Stichen des Düsseldorfer Gesellschaftslebens gibt es z.B. auch einige schöne Plakate mit Aufführungsankündigungen des Schauspielhauses aus den 1920er-Jahren. Besichtigung nach Vereinbarung | Bilker Str. 5 | Tel. 8668122 | www.conzen.de | Straßenbahn 703, 706, 712, 713, 715 Benrather Straße

Filmmuseum

1993 wurde das Filmmuseum in der Altstadt eröffnet. Es teilt sich das Gebäude mit dem Keramikmuseum, und im gemeinsamen Foyer hat Heinz Mack in seiner Gestaltung darauf angespielt. Das Motiv Licht wird durch vielfältige Prismenformen und Installationen aufgenommen und variiert. Der Aufbau der Ausstellung folgt keinem chronologischen Prinzip, sondern Themen wie „Schule des Sehens“, „Träume zu verkaufen“ oder „Palast der Illusionen“, Starkult und Mythen, Trick und Ästhetik. In geheimnisvollen schwarzen Kabinetten und Labyrinthen entfalten die Exponate, Projektionen und Lichtereignisse eine ungewöhnliche, sehr reizvolle Wirkung. Im Dachgeschoss ist ein Filmstudio nachgebaut, mit allem, was dazugehört - Hollywood in Düsseldorf! Di, Do-So 11-17, Mi 11-21 Uhr | Eintritt 3 Euro | Schulstr. 4 | www.filmmuseum-duesseldorf.de | Straßenbahn 704, 709, 719 Poststraße oder Straßenbahn 703, 706, 712, 713, 715 Benrather Straße

Heinrich-Heine-Denkmal

Die Geschichte der Denkmäler für Heinrich Heine ist lang und wahrlich kein Ruhmesblatt für die Stadt. Sie beginnt 1887 mit Kaiserin Elisabeth von Österreich, einer glühenden Heine-Verehrerin, die der Stadt ein Denkmal für den Dichter schenken wollte. Eine nationalistisch-antisemitische Hetzkampagne im Preußen der Hohenzollern gegen das Geschenk der Habsburger und gegen den „nestbeschmutzenden“ Dichter bewirkte, dass das Anerbieten sechs Jahre später wieder zurückgezogen wurde. Auch Anfang des 20. Jhs. konnte sich die Stadt nicht entschließen, ein Denkmal aufzustellen, und selbst die Proteste von Schriftstellern und Künstlern aus aller Welt, von Käthe Kollwitz über Selma Lagerlöf bis Maxim Gorki, gegen die Verschleppungstaktik der Stadt bewirkten nichts. Aber mit dem Denkmalfonds, der anlässlich des Sisi-Geschenks gesammelt worden war, konnte immerhin eine Heine-Sammlung erworben werden, die Grundstock für das 1970 gegründete Heine-Institut wurde.

Das zum 125. Todestag Heines von dem von dem Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim geschaffene Denkmal am Schwanenmarkt nimmt die zwiespältige Haltung der Stadt und der Deutschen zu Heine auf. Es ist ein „Fragemal“, eine Vexierlandschaft aus der aufgesprengten Totenmaske, verschiedenen Anspielungen auf Heines Leben und Zitaten aus seinem Werk; am deutlichsten die Trommel des Tambours Le Grand. Das provozierende Denkmal hat lebhafte Kontroversen ausgelöst und reiht sich in dieser Hinsicht in die Geschichte des Denkmalstreits gut ein. Schwanenmarkt | Straßenbahn 704, 709, 719, Bus 726 Poststraße

Heinrich-Heine-Institut

Das Institut ist Forschungsstätte und Museum zugleich. Es dokumentiert wichtige Stationen aus Heines Leben und seiner Arbeit. Fast die Hälfte aller existierenden Heine-Autografen befindet sich hier. Großen Raum nimmt auch die Rezeptionsgeschichte ein, seien es die Vertonungen oder die Auseinandersetzungen moderner Künstler mit Heine. Zahlreiche Veranstaltungen und Wechselausstellungen sollen die Verbundenheit der Düsseldorfer mit ihrem berühmten und nicht immer geliebten Mitbürger stärken.

Das Institut betreut außerdem ein rheinisches Dichter- und Komponistenarchiv, das aus Nachlässen, bzw. Handschriften u. a. von Friedrich von Spee, den Brüdern Jacobi, Karl Immermann, Christian Dietrich Grabbe, Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy besteht. Di-So 11-17, Sa 13-17 Uhr | Eintritt 3 Euro | Bilker Str. 12-14 | www.duesseldorf.de/heineinstitut | Straßenbahn 703, 706, 712, 713, 715 Benrather Straße

Hetjens-Museum/Deutsches Keramikmuseum

Beileibe kein Töpfereiarchiv, sondern Deutschlands einziges Spezialmuseum und eines von vier Instituten weltweit, das die Keramiken aller Zeiten und Kulturen unter kultur- und kunsthistorischen Aspekten sammelt und erforscht. Die mehr als 10000 Stücke umfassende Sammlung, von der nur ein Teil gezeigt wird, befindet sich seit Anfang 1994 in einem neuen Gebäude, in dem auch das Filmmuseum untergebracht ist. Im Palais Nesselrode, einem sehr schönen Barockbau nebenan, der unterirdisch mit dem Neubau verbunden ist, wird die Keramik des 18. Jhs. ausgestellt, alle anderen Exponate werden im neuen Haus präsentiert. Der zeitliche Bogen reicht von 6000 v. Chr. bis zur Gegenwart. Schwerpunkte sind fernöstliche, islamische und mediterrane Keramik sowie Fayencen und Porzellan des Barock. Neben der Darstellung der historischen Perioden mit imponierenden Zeugnissen nimmt die Keramik der Gegenwart großen Raum ein. Sonderausstellungen geben Einblicke in die Schatzkammern europäischer Schlösser und Fürstenhöfe, zeigen unkonventionelle Keramikarbeiten junger Künstler oder stellen die verborgenen Schätze privater Sammlungen vor. Di, Do-So 11-17, Mi 11-21 Uhr | Eintritt 3 Euro | Schulstr. 2-4 | www.duesseldorf.de/hetjens | Straßenbahn 704, 709, 719 Poststraße oder 703, 706, 712, 713, 715 Benrather Straße

Jan-Wellem-Reiterstandbild

Es ist das älteste Denkmal in Düsseldorf und, da alle Residenzbauten von Johann Wilhelm II. vernichtet sind, auch die einzige materielle Erinnerung an ihn. Sein Hofbildhauer Gabriel de Grupello schuf das Standbild 1711, es gilt als eine der herausragenden Barockstatuen nördlich der Alpen. Marktplatz | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Kunsthalle

Die Kunsthalle, ein klobiger Bau aus den 1960er-Jahren, beherbergt auch den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Eine eigene Sammlung gibt es nicht, dafür Wechselausstellungen berühmter Maler der klassischen Moderne. An der Seitenfront stehen vier Monumentalskulpturen griechischer Göttinnen. Der „Habakuk“, die Vergrößerung einer Plastik von Max Ernst, bewacht den Eingang. Di-Sa 12-19, So 11-18 Uhr | Eintritt 5,50 Euro | Grabbeplatz 4 | www.kunsthalle-duesseldorf.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 20

Den Grundstock der bedeutenden Sammlung moderner Kunst bilden 88 Gemälde von Paul Klee, die die Landesregierung Nordrhein-Westfalen 1960 aus amerikanischem Privatbesitz erwarb. Das war auch eine Art Wiedergutmachung gegenüber Paul Klee, der an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt hatte und Deutschland 1933 verlassen musste. 1965/66 konnten durch eine Spende des WDR in Höhe von 15 Mio. Mark zahlreiche Bilder moderner Künstler erworben werden. 1986 wurde der von einem Kopenhagener Architektenbüro entworfene neue Museumsbau eingeweiht. Durch eine Sheddachkonstruktion (Sägedach) fällt in fast alle Räume natürliches Licht; die dunkle, polierte Granitverkleidung spiegelt eindrucksvoll die gegenüberliegende Kunsthalle und die Andreas-Kirche.

Die Bestände sind in zwei Abteilungen unterteilt. Die erste mit der Kunst vor 1945 präsentiert die wichtigsten Strömungen der Moderne mit Werken von Pablo Picasso, Max Ernst, Salvador Dalí, Wassily Kandinsky, Henri Matisse und anderen. Die zweite Abteilung mit der Kunst nach 1945 zeigt bedeutende Vertreter amerikanischer Richtungen und die Kunst des europäischen abstrakten Expressionismus. Hochkarätige Ausstellungen zu verschiedenen Themen und Künstlern ergänzen die ständige Ausstellung. Meist gibt es sonntags um 11.30 Uhr Führungen durch die ständige Sammlung und durch die jeweils aktuelle Ausstellung. Außerdem häufig Vorträge, die in der Tagespresse, im Internet und im Museum angekündigt werden. Di-Fr 10-18, Sa, So, feiertags 11-18 Uhr, erster Mi im Monat bis 22 Uhr (bis Herbst 2009 wegen Bauarbeiten geschl.) | Eintritt 6,50 Euro, im Kombiticket mit dem Ständehaus (K 21) 10 Euro | Grabbeplatz 5 | Tel. 8381130 | www.kunstsammlung.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 21

Das K 21 im ehemaligen Ständehaus am Kaiserteich zeigt internationale Kunst seit etwa 1980. Rückgriffe auf die 60er- und 70er-Jahre werden mit Arbeiten von Marcel Broodthaers und Nam June Paik gemacht, neuere Werke sind fotografische Arbeiten von Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall, aber auch eine Videoinstallation von Eija-Liisa Athila und Werke von Thomas Schütte, Katharina Fritsch und anderen. Di-Fr 10-18, Sa, So, feiertags 11-18 Uhr, erster Mi im Monat bis 22 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, im Kombiticket mit der Kunstsammlung (K 20) 10 Euro | Ständehausstr. 1 | Tel. 8381130 | www.kunstsammlung.de | Straßenbahn 704, 709 Graf-Adolf-Platz

Mahn- und Gedenkstätte

1987 wurde die dokumentarische Ausstellung über Verfolgung und Ermordung von Juden, Kommunisten und Zigeunern in Düsseldorf während des Nationalsozialismus eingerichtet. Der Ort ist nicht willkürlich gewählt: 1933 und 1934 waren hier die Zellen der Polizei, in denen politische Gefangene saßen. Später diente das Gebäude der Wehrmacht. Interessante Wechselausstellungen zu verschiedenen Spezialthemen ergänzen die Dokumentation. Di-Fr, So 11-17, Sa 13-17 Uhr, Führungen nach Vereinbarung | Burgplatz 30 | Tel. 8996192 | www.ns-gedenkstaetten.de/nrw | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Palais Wittgenstein

Das schöne Barockgebäude wurde Anfang des 19. Jhs. für einen Weinhändler erbaut. Heute ist es ein Haus der geistigen und kulturellen Genüsse. Es finden Kammerkonzerte und Vorträge statt; außerdem ist das Institut Français hier untergebracht. Im Hinterhof befindet sich das Marionettentheater, das anspruchsvolle Stücke zeigt. Bilker Str. 7-9 | www.palais-wittgenstein.de | Straßenbahn 703, 706, 712, 713, 715 Benrather Straße

Radschlägerbrunnen

Die Radschläger sind das Symbol Düsseldorfs, auch wenn es sie heute, außer beim jährlichen Wettbewerb und als Schokoladen- und Marzipanfiguren, eher selten zu sehen gibt. Die 1954 von Alfred Zschorsch entworfene Plastik erinnert an die Zeiten, als die Jungen noch eifrig das Rad schlugen und die Zuschauer um „eene Penning“ als Belohnung baten - was selbst damals nicht wörtlich gemeint war. Burgplatz | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Rathaus

In einem Komplex aus mehreren Gebäuden, darunter das Grupello-Haus und das alte Rathaus, gehen Politiker und Angestellte der Stadtverwaltung ihren Geschäften nach. Die typisch niederrheinische Fassade des historischen Rathauses ist, seit es der Duisburger Maurermeister Heinrich Tußmann 1573 erbaute, fast unverändert geblieben. Das Gebäude selbst wurde Ende der 50er-Jahre mit der ehemaligen kurfürstlichen Kanzlei zu einer Einheit umgebaut. Auf dem Marktplatz, auf dem heute nur mehr in ein paar Buden Obst feilgeboten wird, steht groß und prächtig die von Gabriel de Grupello geschaffene Reiterstatue des Kurfürsten Jan Wellem. Dauer- und Wechselausstellungen zur Stadtentwicklung Mo-Do 8-19, Fr 8-16 Uhr, Führungen Mi ab 15 Uhr, Treffpunkt im Foyer, Dauer ca. 1 Stunde | Eintritt frei | Marktplatz 1 | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Schifffahrt-Museum im Schlossturm

Nicht nur für Hobbyschiffer ist dieses Museum interessant. Im alten Schlossturm wird durch ca. 120 Modelle ein vollständiger Überblick über die Geschichte der Binnenschifffahrt geboten. Seit 1984 ist diese Sammlung im Schlossturm, dem letzten noch erhaltenen Teil des alten Schlosses, untergebracht. Bei der Restaurierung entdeckte man im Kellerraum die Spuren einer Anlage, die noch älter als das Schloss sein muss und wahrscheinlich aus dem 13. Jh. stammt. Direkt am Rhein stehend, ist der Turm ein idealer Ort für das Binnenschifffahrtsmuseum. Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 3 Euro | Burgplatz 30 | Tel. 8994195 | www.freunde-schifffahrtmuseum.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Schneider Wibbel

Das unermüdliche Schneiderlein an der Fassade der Schneider-Wibbel-Stuben ist eine Figur aus dem Theaterstück des Mundartdichters Hans Müller-Schlösser und zum Sinnbild rheinischer Schläue geworden. Wegen einer Beleidigung Kaiser Napoleons musste der Schneider ins Gefängnis, er schickte aber an seiner Stelle den Gesellen. Der starb unglücklicherweise, und alle Welt glaubte, der Wibbel sei tot, während der sich bei der Beerdigung freute, welch schöne Leiche er war. Viele Verwicklungen ergaben sich nun daraus, dass der Wibbel als tot galt, in Wahrheit aber quicklebendig war. Sie nachzuerzählen würde hier zu weit führen, jedenfalls nahm alles einen guten Ausgang. 1913 wurde das Stück uraufgeführt, bis heute wird es gespielt. Fünfmal am Tag, um 11, 13, 15, 18 und 21 Uhr, kommt eine Wibbel-Figur in einem Glockenspiel aus der Fassade und näht und näht. Ein paar Meter weiter sitzt ein Bronze-Wibbel, der angeblich Glück bringt, wenn man ihm übers Knie streicht. Schneider-Wibbel-Gasse 5 | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Senfmuseum

Alles Wissenswerte rund um den beliebten Mostert erfährt man im Senfmuseum und -laden der Düsseldorfer Löwensenf GmbH. Es werden zwar keine Führungen angeboten, aber das Personal ist hilfsbereit und beantwortet alle Fragen. Außerdem gibt's eine kleine Schaumanufaktur, und man kann alle Geschmacksvarianten von süß über würzig bis scharf verkosten. Mo-So 10-19 Uhr | Eintritt frei | Berger Str. 29 | http://senfshop.comaweb.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

St. Andreas

Die ehemalige Jesuiten- und Hofkirche passt mit ihrem heiter-gelben Anstrich gut zum Ambiente der Altstadt. Sie gehört zu den kunsthistorisch interessantesten Kirchen der ausgehenden Renaissance und des beginnenden Barocks und markiert einen wichtigen Stilwandel. Ihre Anlage folgt dem Vorbild der Jesuitenkirche in Neuburg a. d. Donau. Beide hat Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm errichten lassen, der seine Residenz von Neuburg nach Düsseldorf verlegte. In St. Andreas befindet sich das Mausoleum von Jan Wellem. Der im Krieg zerstörte Altar wurde durch einen neuen von Ewald Mataré ersetzt - er wirkt bizarr in der barocken Umgebung. Andreasstr. | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

St. Lambertus

Auch Düsseldorf hat einen schiefen Turm: den Kirchturm von St. Lambertus. Mehrere Erklärungen für die Verformung der Turmspitze kursieren. Der Küster bietet die prosaischste an: Das Holz sei beim Bau noch feucht gewesen, und beim Trocknen habe es sich dann verzogen, sodass der Turm leicht verdreht aussieht. Auf den Resten einer romanischen Vorgängerin gebaut, machte die Pfarrkirche 1288, als das Dorf an der Düssel zur Stadt erhoben wurde, dessen Karriere mit und wurde in ein Kanonikerstift umgewandelt. 1394 erhielt sie ihre heutige Gestalt. Herzog Wilhelm machte die Kirche mit großem Geschick und Einfallsreichtun zu einem religiösen Zentrum: Er kaufte - und stahl - eifrig Reliquien, darunter auch die Gebeine des Stadtpatrons, des heiligen Apollinaris; leider bekam er sie ohne den Kopf. Das Wallfahrtsgeschäft blühte dennoch. Zeitweise gab es bis zu zwanzig Altäre in der Kirche, an denen den Pilgern die Messe gelesen wurde.

Einen Blick sollten Sie auch auf die lustigen Misericordien an der Unterseite der Klappsitze im Chorgestühl werfen, z.B. auf den Bauern, der sich eine Scheibe vom Schwein abschneidet. Jeden letzten Sa im Monat um 10 Uhr Führungen durch die Kirche und zum Kirchenschatz | Stiftsplatz in der Altstadt | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Stadterhebungsmonument

1988 stiftete der Heimatverein „Düsseldorfer Jonges“ anlässlich des 700-jährigen Stadtjubiläums das große Stadterhebungsmonument, das der Bildhauer Bert Gerresheim schuf. Düsseldorf verdankt die Erhebung zur Stadt der Teilnahme an der Schlacht bei Worringen, einer der schrecklichen Metzeleien des Mittelalters. Symbole dieser Schlacht, Helme, Brustpanzer und der Reitende Tod, sind die zunächst beherrschenden Elemente der Plastik. Doch nach und nach entdecken Betrachter zahlreiche weitere Einzelheiten und Zitate, die die Geschichte Düsseldorfs in vielen Facetten und kleinen Anekdoten spiegeln.

Sie zu erkennen ist nicht ganz einfach, für einen Auswärtigen schon gar nicht. Da präsentiert sich stolz der Bergische Löwe neben den Marktkarren, die ein Hinweis auf das 1288 erworbene Marktrecht sind; die Lippische Rose ist das Wappenzeichen eines der Adelshäuser, die an der Schlacht beteiligt waren, aber auch Symbol für ein friedliches Aufblühen von Stadt und Land. Vier Päpste sehen aus einem Fensterausschnitt und verweisen auf die Bedeutung der Religion im Leben der Stadt, u. a. als Wallfahrtsort. So gibt es noch zahlreiche weitere Bilder. Man muss das Monument „lesen“: von links nach rechts wie die Seite eines Geschichtsbuchs, aber auch wie historische Schichten von unten nach oben. Eine Bronzetafel gibt, stark gekürzt, den Text der Stadterhebungsurkunde wieder. Im nicht weit entfernten Rathaus gibt es eine Broschüre mit Erklärungen und einer Dokumentation der Entstehung des Monuments. Burgplatz | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Stadtmuseum

Das Stadtmuseum bietet in einem reizvollen Gebäude einen Rundgang durch die Düsseldorfer Geschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Durch die Ausgrabungen am Rheinort sind in jüngerer Zeit neue Funde dazugekommen, u. a. eine Kuriosität: die Reste eines offenbar abrupt unterbrochenen Festmahls. Düsseldorfs Zeit als Residenzstadt ist gut und mit zum Teil prächtigen Stücken dokumentiert. Besonderer Schwerpunkt ist jedoch der Aufstieg zur Industrie- und Verwaltungsstadt internationalen Formats. Das Stadtmuseum versteht sich dabei nicht als lediglich archivierende Institution oder gar Heimatmuseum, sondern als ein Ort, der auch durchaus provozierende Fragen aufwirft.

In diesem Sinne sind auch vier Räume zu verstehen, in denen eher assoziativ, unter Einbeziehung der Werke zeitgenössischer Künstler, Geschichte und vor allem das Thema menschlichen Leidens behandelt werden. Neue Sammlungen wie Mode und Textil und Düsseldorfer Schmuck knüpfen an gegenwärtig wichtige Wirtschaftszweige der Stadt an. Di-So 11-17 Uhr | Eintritt 3 Euro | jeden So 11 Uhr themenbezogene Führungen, einmal im Monat um 15.30 Uhr für Kinder und Eltern | Tel. 8996170 | Berger Allee 2 | Straßenbahn 704, 709, 719 Poststraße

Wilhelm-Marx-Haus

Deutschlands erstes Bürohochhaus. Verglichen mit amerikanischen Wolkenkratzern aus jener Zeit nimmt es sich in seinem Stil der neuen Sachlichkeit eher bescheiden aus, aber zu seiner Bauzeit, 1924, befand sich Deutschland in der Wirtschaftskrise, und das Unternehmen erschien unter diesen Bedingungen geradezu unerhört. Benannt ist es nach dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Wilhelm Marx, der zu Kaisers Zeiten viel für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt getan hat. Heinrich-Heine-Platz | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Berliner Allee

Direkt schön ist die größte Achse durch die Innenstadt nicht, im Vergleich zu ihrer Parallele, der Kö, ist sie sogar ziemlich hässlich. Die durch Bomben im Zweiten Weltkrieg geschlagene Schneise wurde ausgebaut, um die Königsallee vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, weihte sie 1960 ein. Am südlichen Ende steht der Berliner Bär, und schon lange vor dem Fall der Mauer hieß der Platz am nördlichen Ende Platz der Deutschen Einheit. Straßenbahn 701, 711, 715 Jan-Wellem-Platz o. Berliner Allee

Bertha-von-Suttner-Platz

Anfang der 1980er-Jahre wurde der Platz hinter dem Bahnhof neu gestaltet und nach der Schriftstellerin Bertha von Suttner, die 1905 den Friedensnobelpreis erhielt, benannt. Mehrere hohe Bürobauten, u. a. die Volkshochschule, bilden ein postmodernes Ensemble, das mit den großen Edelstahlplastiken von Klaus Antes und ein paar Wasserbecken nicht direkt einladend wirkt. Trotzdem ist der Platz belebt, und die Betreiber der Cafés, die im Sommer Tische nach draußen stellen, versuchen nach Kräften, ein südliches Ambiente nachzuahmen. Hauptbahnhof/Ostausgang

Drei-scheiben-haus

Das Gebäude ist nach seinen drei parallel stehenden, großflächig verglasten Baukörpern benannt, drei Scheiben eben. 1956-60 wurde es von den Architekten Hentrich, Petschnigg und Partner erbaut. Seither gilt es als Wahrzeichen des modernen Düsseldorf. August-Thyssen-Str. 1 | Busse und Bahnen Jan-Wellem-Platz

Dumont-Lindemann Archiv/Theatermuseum

Düsseldorfer Theatergeschichte im Hofgarten: Im ehemaligen Hofgärtnerhaus wird die traditionsreiche, vierhundertjährige Düsseldorfer Theatergeschichte dokumentiert. Das erste in Deutschland nachgewiesene opernhafte Singspiel, „Orpheus und Amphion“, wurde 1585 in Düsseldorf aufgeführt. Eine Blüte erlebte das Musiktheater unter Jan Wellem, und im 19. Jh. gab Karl Immermann dem deutschen Theater mit seiner „Musterbühne“ neue Impulse. 1905 eröffneten Louise Dumont, eine gefeierte Ibsen-Darstellerin, und Gustav Lindemann das Düsseldorfer Schauspielhaus; ihr berühmtester Schüler wurde Gustaf Gründgens, der von 1947 bis 1955 als Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses der Stadt einige ruhmreiche Spielzeiten bescherte. Das Dumont-Lindemann-Archiv bildet den Grundstock des Theatermuseums. Di-So 13-20.30 Uhr | Eintritt 3 Euro | Hofgärtnerhaus | Jägerhofstr. 1 | www.duesseldorf.de/theatermuseum | Straßenbahn 703, 712, 713, 715 Jan-Wellem-Platz

Ehrenhof

1926 wurden die großen Ausstellungsbauten am Rheinufer errichtet. Die klar gegliederten kubischen Gebäude aus dunklem Backstein, die sich um den eigentlichen Ehrenhof gruppieren, sind überzeugende Beispiele expressionistischer Baukunst und moderner Stadtplanung. Heute werden sie zum Teil als Museumsbauten genutzt. Das Ensemble, das von Wilhelm Kreis entworfen wurde, besteht aus dem 2001 eröffneten Museum Kunstpalast, dem NRW Forum Kultur und Wirtschaft und direkt am Rhein den Rheinterrassen, einem Restaurant und Tagungszentrum. Schmuckstück der Anlage ist die Tonhalle am südlichen Ende. Sie diente ursprünglich als Planetarium, woran heute nur noch der goldene Stern auf der Kuppelspitze erinnert. Mitte der 1970er-Jahre wurde sie in einem aufwendigen Verfahren restauriert und zur Konzerthalle umgebaut, 2006 grundlegend renoviert. Hier finden Konzerte der Düsseldorfer Symphoniker statt sowie zahlreiche Gastveranstaltungen von Rang. Im Foyer mit seiner Rotunde gibt es gelegentlich Lesungen. Im Grünen Gewölbe, dem einzigen original erhaltenen Innenraum, stellt das benachbarte Museum Kunstpalast als Dauerleihgabe seine Glassammlung aus. Die goldene „Pallas Athene“ von Johannes Knubel stand früher direkt vor der Tonhalle; heute schaut sie von der Oberkasseler Brücke zur Kunstakademie hinüber. U70, U74- U77 Tonhalle

Gefallene der 39er

Die Reste des Denkmals für die Gefallenen des 39. Füsilierregiments von Jupp Rübsam stehen nahe der Tonhalle. 1928 war es zuerst dort aufgestellt worden, nachdem die Jury und die Künstlervereinigung ausdrücklich den humanistischen Charakter der Skulptur gewürdigt hatten. Militärischen Kreisen war es jedoch nicht „heldisch“ genug; antisemitische Schmierereien verunstalteten es häufig, und 1930 wurde ein Sprengstoffanschlag darauf verübt. Im März 1933 wurde es von den Nazis abgebrochen und an seiner Stelle 1939 ein pathetisches Denkmal am Reeser Platz enthüllt, das noch heute steht und immer wieder für Ärger gesorgt hat. Der Torso der Skulptur von Jupp Rübsam wurde 1978 von der Stadt als „Mahnung gegen Terror und Intoleranz“ in der Nähe seines ursprünglichen Standortes wieder aufgestellt. U70, U74-U77 Tonhalle/Ehrenhof

Goethe-Museum

Ursprünglich war das Schloss Jägerhof die Amtswohnung der bergischen Oberjägermeister. Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg beherbergt es heute die größte private Goethe-Sammlung, gestiftet von Anton und Katharina Kippenberg. Kippenberg war seit 1905 Verlagsleiter des Insel-Verlages in Weimar. Originaldokumente illustrieren Goethes Leben, seine Beziehung zu Schiller und den Jacobi-Brüdern (deren Haus nur ein paar Meter entfernt ist). Besondere Schwerpunkte sind Themen wie „Werther“ und „Faust“ sowie ein naturwissenschaftliches Kabinett.

Hier befindet sich auch die Stiftung Ernst Schneider mit Meißner Porzellan und Augsburger Silber aus dem 18. Jh. Di-Fr, So 11-17, Sa 13-17 Uhr | Eintritt 3 Euro | Schloss Jägerhof | Jacobistr. 2 | www.goethe-museum.com | Straßenbahn 703, 707, 712, 713 Jacobistraße oder Jägerhof

„Gröne Jong“

Im Hofgartenweiher sitzt ein Triton und sprüht eine dicke Fontäne in die Luft; wegen seiner grünen Patina heißt er bei den Düsseldorfern nur der „Gröne Jong“ - wobei das Grün immer dann ziemlich blass wird, wenn der Wasserhahn aus Sparsamkeit ab und zu zugedreht wird. Hofgarten | Jan-Wellem-Platz

Hofgarten

Der schönste innerstädtische Park. Die Sommerkonzerte sind da nur ein zusätzlicher Anreiz. Im 16. Jh. lag der fürstliche Hofgarten als erster Lustgarten Düsseldorfs ein wenig außerhalb in Pempelfort. Als nach mehreren Missernten große Not und Armut herrschten, gab Kurfürst Karl Theodor 1769 eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Auftrag, nämlich den mittlerweile verfallenen Park wieder herzurichten. Von der Anlage und von der Nutzung her war der Hofgarten Vorbild für den 20 Jahre später entstehenden ersten deutschen Volksgarten, den Englischen Garten in München. Durch die französischen Besatzungstruppen zerstört, wurde der Hofgarten aufgrund des Napoleon'schen „Verschönerungsdekrets“ von Maximilian Weyhe auf den geschleiften Festungsanlagen als englischer Landschaftsgarten neu gestaltet. Nur der Teil um die Reitallee, die zum Schloss Jägerhof führt, zeigt sich streng geometrisch.

Denkmäler für Heinrich Heine und Robert Schumann, für Christian Dietrich Grabbe, Gustaf Gründgens und Peter von Cornelius sind ebenso in der weiträumigen Parkanlage zu finden wie eine moderne Plastik von Henry Moore oder der Bronzeabguss des Märchenbrunnens; das Marmor-original musste vor ständigen Beschädigungen gerettet werden und steht deshalb im Kaufhof an der Kö. Der große Teich mit zahlreichen Wasservögeln ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Zu den neueren Attraktionen gehören die Parkbänke in der Reitallee von Stefan Sous. Sie bestehen aus Neonröhren und bilden nachts eine Lichtkuppel unter den Bäumen. Straßenbahn 701, 703, 712, 713, 715 Jan-Wellem-Platz

Johannes-von-Nepomuk-Statue

An der Ostseite der Oberkasseler Brücke steht die Skulptur des Brückenheiligen Nepomuk. Sie stammt von Bert Gerresheim und ist, wie alle seine Werke, von einer Mehrschichtigkeit, die verschiedene historische Ereignisse oder Personen miteinander verschmelzen lässt. Bei dieser Figur ist es das Thema des „schweigenden Widerstandes“. Im 14. Jh. wurde Johannes von Nepomuk ein Märtyrer des schweigenden Widerstandes, als er sich auch unter der Folter keine Zustimmung zum politischen Machtmissbrauch abringen ließ. Die Gesichtszüge des Heiligen, Böhmens Schutzpatron, sind die des Danziger Priesters Jerzy Popieluszko, der 1984 unter ähnlichen Umständen wie Nepomuk verhört, gefoltert und dann ertränkt wurde. Oberkasseler Brücke | U70, U74-U77 Tonhalle/Ehrenhof

Königsallee

Die Einkaufsmeile hieß gar nicht immer nach dem König, sondern früher Kastanienallee nach dem Baumbestand, den noch Maximilian Weyhe 1804 angelegt hatte. Damals bildete die Allee die Stadtgrenze auf den niedergerissenen Befestigungsanlagen und galt keineswegs als gute Wohngegend, sondern als Randlage und für Geschäfte nicht sehr lukrativ. Das hat sich jedoch im Lauf der Zeit vollkommen geändert. Im 19. Jh. entwickelte sie sich zu einer vornehmen Wohngegend, und 1902 öffnete das erste Ladenlokal seine Türen.

Die Umbenennung der Kastanienallee war der Versuch einer Wiedergutmachung: Die Düsseldorfer Bürger hatten sich nämlich beim Besuch König Friedrich Wilhelms IV. eine - im Revolutionsjahr 1848 sicher verständliche - Entgleisung geleistet: Statt ihm zuzujubeln, bewarfen sie den hohen Herrn mit Pferdeäpfeln. Die Stadtväter waren aufs Peinlichste berührt und entschuldigten sich brieflich - und zum Zeichen der nach wie vor bestehenden Treue zum König wurde die Kastanienallee in Königsallee umgetauft.

Die letzte Umwälzung, die die Königsallee erlebt hat, war eine Renovierung im Zuge des U-Bahn-Baus. Der Bürgersteig wurde verbreitert und mit Granitplatten belegt, und Poller, Kioske und Straßenlaternen wurden auf altmodisch getrimmt. Sogar die Post spielte mit und stellte besonders hübsche, historisch gestaltete Telefonhäuschen auf - die normalerweise übliche Ausführung hätte einfach nicht zu den teuren Schaufensterfronten gepasst. U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee oder Steinstraße/Königsallee

Kunstakademie

Nach der letzten Restaurierung erstrahlt der Sandstein der Akademie wieder in goldenem Glanz. Als das Stadtschloss, in dem die Kunstakademie untergebracht war, 1872 abbrannte, wurde ein Neubau nötig. Damals war italienische Renaissance in Mode, und so entstand auch die neue Akademie in diesem Stil. Einmal im Jahr, meist Ende Februar, veranstaltet die Akademie den Großen Rundgang; dann zeigen Studenten der Öffentlichkeit ihre neuen Arbeiten. Eiskellerstr. 1 | www.kunstakademie-duesseldorf.de | U70, U74-U77 Tonhalle/Ehrenhof

Malkastenpark

Versteckt liegt der Garten hinter dem Malkasten, dem Haus des Künstlervereins. Man muss das Restaurant des Malkastens durchqueren, manchmal von den Kellnern kritisch beäugt, um durch die Terrassentür in den Garten zu gelangen. An dessen Nordseite steht das nach Kriegszerstörung wieder aufgebaute Haus der Brüder Jacobi, einer wichtigen Düsseldorfer Fabrikantenfamilie. Bekannt wurde Friedrich Heinrich Jacobi jedoch nicht wegen seiner Geschäfte, sondern wegen seiner profunden wissenschaftlichen Werke, die ihn in regen Kontakt und Austausch mit den Großen aus Philosophie und Dichtung brachten. In seinem Haus empfing er Gäste wie Goethe, Hamann, Wieland und Diderot, mit denen er durch seinen zauberhaften Garten wandelte. Dieser war als Landschaftsgarten nach holländischen und englischen Vorbildern angelegt und genoss schon damals den Ruf eines kleinen Paradieses.

Doch die Schönheit des Malkastenparks lässt sich auch ohne das Wissen um diese Vergangenheit genießen. Die geschickte, abwechslungsreiche Linienführung, kleine Hügelchen und die „Flusslandschaft“ der Düssel lassen den Park sehr viel größer erscheinen, als er tatsächlich ist, und erzeugen eine ganz eigene, zauberhafte Atmosphäre. Botanische Raritäten, Skulpturen verschiedener Art, u. a. eine nackte Sonnenanbeterin auf dem Venusteich, und im Sommer ein rustikaler kleiner Biergarten - was will man mehr? Jacobistr. 6 | Straßenbahn 703, 707, 712, 713

Museum Kunstpalast

Das alte Kunstmuseum im Ehrenhof, Ausstellungsort für Bilder von berühmten Vertretern der Düsseldorfer Malerschule wie Alfred Rethel, Carl Friedrich Lessing und Johann Wilhelm Schirmer, hat 2001 ein neues Gesicht bekommen: Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Stadt und einem Energiekonzern ist das Museum Kunstpalast entstanden. Für rund 32 Mio. Euro hat die Stiftung auch den alten Kunstpalast mit über 4000 m² Ausstellungsfläche wiederbelebt; es werden wechselnde Ausstellungen auf höchstem Niveau gezeigt. Die Themen sind häufig übergreifend formuliert, beispielsweise werden Werke religiös inspirierter Kunst aus Afrika gezeigt oder die alten flämischen Meister mit einer Reihe junger niederländischer und belgischer Künstler kontrastiert. Das Ensemble vervollständigen der Robert-Schumann-Saal als Ort für Musik, Theater und Performance sowie das Glasmuseum mit Glasprodukten von der Antike bis zur Gegenwart (Teile der Schau im Gewölbe der Tonhalle). Tgl. 10-20 Uhr | Eintritt 12 Euro | Ehrenhof 4-5 | www.museum-kunst-palast.de | Stadtbahn U70, U74-U77 Tonhalle

Oberkasseler Brücke

Mit der Oberkasseler Brücke gelang eine technische Kühnheit, die den Düsseldorfern Ruhm in aller Welt eingetragen hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es an dieser Stelle nur eine Behelfsbrücke, die bald das steigende Verkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen konnte. Ein Abriss, um Platz für den Neubau zu schaffen, war unmöglich, da der Verkehr zwischen den beiden Rheinufern dadurch zu stark beeinträchtigt worden wäre, und so entschied man sich für eine spektakuläre Lösung: Die neue Brücke wurde parallel zur alten gebaut und zwei Jahre benutzt, ehe sie nach dem Abriss der alten genau an deren Stelle geschoben wurde! Am 8. April 1976 verfolgten Ingenieure und Brückenfachleute aus aller Herren Länder und die Düsseldorfer mit angehaltenem Atem, wie die 12000 t schwere Brücke über ein Plastikbett 50 m stromabwärts an ihren endgültigen Standort glitt.

Aquazoo Löbbecke-Museum

In dem schönen Neubau im Nordpark wird die Entwicklung des Lebens nachgestellt; Schau- und Panoramaaquarien und Terrarien sowie ein Seehund- und Pinguinbecken mit Wasserfall machen das Thema im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Weitere Themen wie „Mensch und Umwelt“ und die Frühgeschichte der Menschheit werden ebenfalls behandelt; Wechselausstellungen widmen sich speziellen Aspekten. Das Löbbecke-Museum mit dem Aquazoo ist das beliebteste Düsseldorfer Museum. Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Kaiserswerther Str. 380 | www.duesseldorf.de/aquazoo | U78, U79, Nordpark/Aquazoo

Golzheimer Friedhof

Hier ruhen viele Düsseldorfer Größen aus dem Kulturleben des 19. Jhs. in zum Teil aufwendig gestalteten Grabstellen, so der Maler Alfred Rethel, der Theatermann Karl Immermann, der Architekt Wilhelm von Schadow und auch der Schöpfer der Anlage, der Gartenarchitekt Maximilian Weyhe. Das Gelände diente nur 1805-97 als Friedhof. Morbide ist die Stimmung daher nicht mehr, im Gegenteil: In dem kleinen Park mit schönen alten Bäumen ist es vor allem im Frühjahr sehr romantisch, und im Sommer angenehm kühl. Die viel befahrene Klever Straße schneidet den Friedhof brutal in zwei Teile, dennoch ist er ein zauberhafter Ort geblieben. Fischerstr. | U78, U79 Victoriaplatz/Klever Str.

Moschee

Früher kamen die vor allem aus der Türkei stammenden Düsseldorfer Muslime in verschiedenen, auf das gesamte Stadtgebiet verteilten Gebetsräumen zusammen. 2002 hat der Türkisch-Islamische Kulturverein das im Inneren mit Ornamenten und Fresken verzierte Gotteshaus im ehemaligen Derendorfer Bahnhof eröffnet. Ein Minarett gibt es nicht, dafür haben die Architekten auf das Dach des von Vereinsmitgliedern in Eigenarbeit umgestalteten Gotteshauses drei Türmchen gesetzt. Führungen werden nicht angeboten, doch Besucher sind stets willkommen. Münsterstr. 199 | S1, S6, S7 Derendorf

Nordfriedhof

Der Nordfriedhof wurde 1883 als Ersatz für den zu klein gewordenen Golzheimer Friedhof angelegt. Auch in dieser großen, parkartigen Anlage sind Gräber vieler Düsseldorfer Berühmtheiten zu finden, u. a. der Brüder Achenbach, der Theaterintendantin Louise Dumont, der Kunsthändlerin Johanna Ey. Auch Düsseldorfer Industriellenfamilien wie Bagel, Henkel, Haniel, Poensgen und Schwann haben hier ihre Grabstätten. Sie befinden sich vor allem auf dem Hügel rund um das Hochkreuz, vom Volksmund deshalb frech „Millionenhügel“ genannt. Die reichen Familien engagierten für die Gestaltung der Grabmäler oft bedeutende Künstler; das Grab der Familien Pfeiffer und Schieß etwa gestaltete Fritz Coubillier, der auch die Tritonengruppe an der Kö schuf. Von dem Bildhauer Karl Janssen stammt die Göttin des Schlafes auf dem Grab der Familie Henkel. Ernst Barlach schuf die Figur auf dem Grab der Louise Dumont. An die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert ein Mahnmal von Jupp Rübsam. Bus 721, 722, 729 Nordfriedhof

Nordpark

Der Nordpark wurde 1937 anlässlich der nationalsozialistischen Ausstellung „Schaffendes Volk“ eröffnet; nebenan befand sich die Mustersiedlung „Albert Leo Schlageter“. Noch heute sind einige heroische Skulpturen aus jener Zeit zu sehen. Am Tor stehen zwei Rossebändiger von Edwin Scharf, die eigentlich gut in den Stil der Zeit zu passen scheinen, damals aber bei den Nationalsozialisten wenig Gefallen fanden. Trotz seiner Entstehungsgeschichte ist der Nordpark eine ausgesprochen schöne und auch sehr beliebte Anlage. Wasserspiele und riesige Blumenfelder haben schon viele Besucher entzückt. 1975 kam der Japanische Garten dazu, ein Geschenk der japanischen Kolonie in Düsseldorf. Seit 1987 befindet sich hier außerdem das Löbbecke-Museum mit dem Aquazoo. Kaiserswerther Str. | U78, U79 Nordpark/Aquazoo

Rheinpark

Von der Altstadt bis zur Nordbrücke zieht sich ein breiter Grünstreifen am Rheinufer entlang, der 1902 und 1926 für zwei große Ausstellungen angelegt wurde. Hier ist fast immer etwas los. Besonders im Sommer ist dies das Mekka der Flaneure, Radfahrer, Jogger, Fußballspieler und auch der Faulenzer, die einfach nur auf der Decke oder dem mitgebrachten Liegestuhl einen „lazy afternoon“ verbummeln. Biergärten und schwimmende Cafés helfen bei zu großer Trockenheit. U78, U79 Victoriaplatz/Klever Str.

Synagoge

Die Synagoge in Derendorf stammt aus dem Jahr 1958 und ist ein heller, sachlicher Bau mit schönen bunten Fenstermosaiken. Von der großen Synagoge an der Kasernenstraße - 1904 von Josef Kleesattel geschaffen - steht nichts mehr. Am 10. Nov. 1938 wurde sie geplündert und angezündet. Der Hass auf die jüdische Bevölkerung tobte sich hier besonders heftig aus, da in Düsseldorf die Eltern des Botschaftssekretärs Ernst vom Rath lebten. Er war in Paris von Herschel Grünspan erschossen worden; dieses Attentat diente als Anlass für den staatlich initiierten Volkszorn. Eine Gedenktafel vor dem „Handelsblatt“-Haus, das heute an der Stelle steht, erinnert an die alte Synagoge. Nach Voranmeldung und individueller Vereinbarung kann die neue Synagoge in Derendorf besichtigt werden; die Führung dauert ca. 1 Stunde. Zietenstr. 50 | Tel. 469120 | www.jgd.de | U78, U79 Victoriaplatz/Klever Str. | Bus 721, 722, 756, 758 Bankstraße

Theodor Heuss-Brücke

Ursprünglich hieß sie „Nordbrücke“, den Namen des ersten Bundespräsidenten bekam die erste Schrägseilbrücke der Welt, die 1957 eröffnet wurde, eine Weile später. Sie ist das nördlichste Mitglied der Düsseldorfer Brückenfamilie.

Kunst im Tunnel

Kunst im Tunnel, kurz „KiT“ genannt, ist ein unterirdischer Ausstellungsraum im Rheinufertunnel. Bereits bei seiner Fertigstellung 1995 wurde ein Tunnel-Restraum kurzzeitig für Veranstaltungen genutzt. Dann stand er lange leer. Seit Anfang 2007 präsentieren die Stadt und die Kunsthalle Düsseldorf hier junge Kunst mit spannenden Themen. Überirdisch befindet sich nur der Eingangsbereich, ein verglaster Pavillon mit Bistro und großer Terrasse. Eine Treppe führt in den 140 m langen und bis zu 4,90 m hohen unterirdischen Ausstellungsraum. Ca. vier Ausstellungen finden hier jährlich statt, kostenlose Führungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr. Di-Sa 12-19, So 11-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | Mannesmannufer 1b | www.kunst-im-tunnel.de | Straßenbahn 704, 709, 719, Bus 835, 836 Landtag/Kniebrücke

Landtag

1988 wurde der extravagante Bau, der den Landtag Nordrhein-Westfalens beherbergt, eröffnet. Der gelbe Elbsandstein und das rotbraune Kupfer sowie die außergewöhnliche Architektur verleihen der Anlage eine für öffentliche Gebäude nicht gerade übliche Freundlichkeit und Wärme. Es gibt keine Winkel oder scharfen Ecken, die aufgebrochenen runden Formen sollen Demokratie, Bürgernähe und Offenheit symbolisieren. Leider hält die Verwaltung mit dem ehrenwerten architektonischen Anspruch nicht ganz mit - ein Bürger, der sich das Gebäude nur ansehen will, kommt nicht ohne Schwierigkeiten hinein. Es gibt keine Führungen, sondern nur eine einstündige „Einführung in die parlamentarische Arbeit“ mit Besichtigung des Plenarsaals oder Teilnahme an einer Sitzung. Tel. 884302 | Fax 8842258 | www.landtag.nrw.de | Bus 725, 726 Rheinturm

Neuer Zollhof

Kippende Wände, windschiefe Türme, im Mauerwerk verkantete Fenster: Der von dem kalifornischen Architekten Frank O. Gehry entworfene Neue Zollhof ist der Eyecatcher des Medienhafens. Die drei nebeneinander gesetzten Bauwerke in Weiß, Silber und Rot stehen im Kontrast zu den umliegenden Gebäuden aus Stahl, Beton und Glas. Pop oder Avantgarde, Dadaismus oder Spätdekonstruktivismus - während Fachleute über den Stil streiten, genießen die Düsseldorfer die bewegte Architektur, die das wahre Leben widerspiegelt: Nichts verläuft gradlinig. In den preisgekrönten Gehry-Bauten, wie die Düsseldorfer sie nennen, haben verschiedene Werbeagenturen, Anwälte, Immobilienfirmen und Architekten ihre Büros eingerichtet. Der Neue Zollhof ist ein beliebter Treffpunkt. Man sitzt bei schönem Wetter auf dem Platz davor, trinkt ein Bierchen, erfreut sich der faszinierenden Architektur oder guckt auf den Rhein; auch Skater haben hier Platz. Neuer Zollhof 2-6 | Bus 725

Rheinkniebrücke

Mit ihrem offiziellen Namen wird sie kaum benannt: In Düsseldorf heißt sie nur kurz Kniebrücke. Sie stellt die Verbindung zur Autobahn Richtung Meerbusch her, von wo es nach Aachen geht.

Rheinturm

Der 1982 eingeweihte Fernmeldeturm ist mit 234 m das höchste Gebäude der Stadt. In 172,5 m Höhe befindet sich das rundum verglaste Restaurant Top 180 (tgl. 12-23.30 Uhr | Tel. 84858 | €€), das sich einmal in der Stunde um die eigene Achse dreht. Eine Etage tiefer gibt es eine Aussichtsebene mit Selbstbedienungsrestaurant (tgl. 10-19 Uhr | €).

Manchem wird es vielleicht ein bisschen mulmig, wenn er von oben hinunterschaut, die schrägen Scheiben vermitteln das Gefühl, als stünde man mit einem Fuß schon draußen. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das Panorama wirklich beeindruckend. Die Aussicht über Stadt und Umland ist phantastisch; an sehr klaren Tagen kann man sogar die Spitzen des Kölner Doms erblicken.

Außen an der Turmsäule ist eine Dezimaluhr zu sehen, von der man die Zeit bis auf eine Zehntelsekunde genau ablesen kann - wenn man's kann. Von oben nach unten zeigen Lichter die Zehnerstunden, Einerstunden, Zehnerminuten usw. an. Tgl. 10-23.30 Uhr | Stromstr. 20 | Bus 725, 726

Stadttor

Hoch über der Einfahrt zum Rheinufertunnel, einer der Hauptverkehrsachsen aus den südlichen Stadtteilen ins Zentrum, erhebt sich das neue Stadttor. Die transparente Stahl- und Glaskonstruktion in Form eines auf dem Kopf stehenden U's (die Außenwände sind völlig verglast) mit 20 Stockwerken ist seit 1999 auch Sitz der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei. Im zehnten Stock des mit hochmodernen Klimatisierungs- und Sicherheitssystemen ausgestatteten Hochhauses residiert der Ministerpräsident mit einem herrlichen Blick auf Rheinturm und Uferpromenade, Bilk und Oberkassel. Stadttor 1 | Bus 725, 726

Westdeutscher Rundfunk

Das postmoderne Gebäude ist erst 1991 bezogen worden, nachdem der Düsseldorfer Stab des WDR jahrelang zur Untermiete gewohnt hatte. Die gläserne Fassade, blau eingerahmt, gibt dem Koloss ein transparentes Aussehen. Wie Fernsehen und Hörfunk arbeiten, kann man sich bei einer kostenlosen Führung zeigen lassen: um 11.30 und 14 Uhr, ca. 1,5 Stunden; Anmeldung frühzeitig erforderlich bei der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit (am besten zwischen 10 u. 13 Uhr: Tel. 8900308). Stromstr. 4 | Bus 725, 726 Rheinturm

Bilk

Das Viertel südwestlich vom Bahnhof war ursprünglich eine Arbeitergegend, in der alles nahe beieinander lag: Arbeitsplatz, Wohnung, Vereinslokal. Seit den späten 1960er-Jahren wird die alte Struktur jedoch nach und nach aufgebrochen, nicht zuletzt durch den Einfluss der Universität. Hier wohnen viele Studenten, und in die sanierten Häuser ziehen mehr und mehr betuchte Kulturschaffende. Viele kleine Geschäfte, türkische Läden und Antiquariate sorgen für eine individuelle Atmosphäre, die zum Bummeln einlädt. Übrigens, es gibt sogar im Weltall Bilker Reminiszenzen: Es sind sieben kleine Planeten, die „Bilker Planetoiden“, die Robert Luther im vorletzten Jahrhundert von der Bilker Sternwarte aus entdeckte.

Ein Kleinod ist die winzige romanische Basilika Alt St. Martin, die älteste Kirche Düsseldorfs; sie ist im 12. Jh. auf Resten einer noch älteren Kirche in Bilk erbaut worden. Im 19. Jh. war sie nahezu verfallen, und nur weil ihr Turm der Sternwarte Bilk als trigonometrischer Punkt diente, wurde sie nicht abgerissen. Ein Fernrohr erinnert als „Sternwartmal“ daran. Martinstr./Ecke Bachstr. | Straßenbahn 704, 709, S8, S11, S28 Völklinger Straße

Eine Spezialität für Liebhaber stellt das Comtoise-Museum dar. Mehr als 200 antike französische Stand- und Wanduhren aus der Comtoise sind in der Manufaktur eines Uhrmachers in Bilk zu sehen. Eine Sammlung, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Besichtigung zu den normalen Geschäftszeiten | Eintritt frei | Suitbertusstr. 151 | www.comtoise.com | Straßenbahn 712 Suitbertusstraße

Der Volksgarten ist ein Teil des Südparks, er war Keimzelle für das Bundesgartenschaugelände. Doch die Düsseldorfer betrachten ihn als etwas Eigenständiges und kämpften verbissen um seine Erhaltung, als er ganz von der Buga geschluckt werden sollte. Im Sommer finden am See Grillfeste statt - mit Alt und Jung und Leuten verschiedener Nationen. Am Eingang des Volksgartens stehen die „Zeitblumen“ von Klaus Rinke, 24 riesige Uhren, die unerbittlich jedem seine „verblühende“ Zeit anzeigen. Im Volksgarten und im Südpark gibt es elf Skulpturen von Künstlern, die als Schüler oder Lehrer mit der Akademie verbunden sind, u. a. Norbert Krickes „Großer Gideon“ und eine Stele von Ulrich Rückriem. Straßenbahn 706, 716, S6, S7 Volksgarten

Kaiserswerth

Erst seit 1929 ist Kaiserswerth ein Stadtteil von Düsseldorf. Bis dahin zehrte es allein von seiner ruhmvollen Vergangenheit. Um 700 gründete der englische Missionsbischof Swidbert hier ein Benediktinerkloster. Zur Kaiserinsel - denn „Werth“ heißt Insel - wurde der Flecken, als im 9. Jh. eine Pfalz angelegt wurde, die Kaiser Barbarossa später erweitern ließ. Viel zu sehen ist von ihr nicht mehr, denn im Spanischen Erbfolgekrieg wurde sie gesprengt. Ein Bummel durch die schönen alten Gassen ist ein beliebter Sonntagnachmittagssport der Düsseldorfer, deshalb sollten Sie sich Kaiserswerth lieber während der Woche ansehen.

Sehr stimmungsvoll ist der Suitbertus-Stiftsplatz mit der ehemaligen Stiftskirche St. Suitbertus aus dem 11. Jh. Hier steht auch das Geburtshaus von Friedrich von Spee, der mit seiner „Cautio Criminalis“ gegen die Hexenverbrennungen anschrieb und sich damit viel Ärger einhandelte. Berühmt war er aber auch wegen seines schönen Liederbuchs. Und noch einer hat sich in Kaiserswerth um seine Mitmenschen bemüht, der Begründer der Diakonissenanstalt, Theodor Fliedner. U79 Klemensplatz

Oberkassel

Das schöne Viertel auf der anderen Seite des Rheins sieht so ehrwürdig aus, als sei es schon immer da gewesen. Dabei ist es nur etwas über 100 Jahre alt. 1888 kaufte die Rheinische Bahngesellschaft unter Führung des Industriellen Heinrich Lueg das Gelände um das winzige Dörfchen Oberkassel, das zu Heerdt gehörte, als Spekulationsobjekt und weil eine Bahnlinie nach Krefeld geplant war. In dem neuen Viertel sollten das gehobene Bürgertum, Beamte, Angestellte, Selbstständige und Künstler eine attraktive Wohngegend bekommen. Die wilhelminisch-eklektizistische Fassadenfront am Rheinufer, dem Kaiser-Wilhelm- und dem Kaiser-Friedrich-Ring, ist ein prächtiger Beweis dafür, dass das Konzept im Wesentlichen aufgegangen ist.

Oberkassel gehört zu den teuren Vierteln Düsseldorfs. Hinter den schönen Fassaden an den Ringen leben nur wenige Privatleute; Consulting-, Werbe- und Modefirmen haben hier ihre Büros oder Showrooms. Die teuren Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen können privat kaum finanziert werden, es sei denn durch Vermietung an zahlungskräftige Gewerbetreibende. Ein Spaziergang lohnt sich auch in den kleinen und zum Teil recht stillen Straßen hinter dem Kaiser-Wilhelm-Ring, südlich der Luegallee. Hier findet man von der Neorenaissance über den Neobarock und Neoklassizismus bis zum Jugendstil ein bezauberndes Nebeneinander verschiedener Stilelemente. Abstecher in die zahlreichen Kneipen und Cafés entlang des „Boulevards“, der Luegallee, können einem durchaus das Gefühl geben, in einem Pariser Bistro zu sitzen. U70, U74-U77 Luegplatz

Botanischer Garten

Der Botanische Garten gehört zur Universität und ist eigentlich in erster Linie für Lehr- und Forschungszwecke angelegt. Wegen der schönen Gestaltung und der Blumenpracht ist er aber auch beim Publikum beliebt. Die Attraktion ist das Gewächshaus, das aus einer sphärischen Plexiglaskuppel besteht. Hier haben die tropischen Exoten ihr warmes Heim. März, Okt. Mo-Fr 8-18, Sa 13-18, So 10-18 Uhr, April-Sept. Mo-Fr 8-19, Sa 13-19, So 10-19 Uhr, Nov.-Feb. Mo-Fr 8-16 Uhr | Eintritt frei | Straßenbahn 707, 711, 716 Universität Ost/Botanischer Garten

EKÔ-Haus der Japanischen Kultur

Das japanische Kulturzentrum mit dem prächtigen shinbuddhistischen Tempel widmet sich der Verbreitung japanischer Kultur mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen, u. a. Einführungen in die Teezeremonie. Garten und Landschaftsgestaltung sind wesentliche Elemente der sehenswerten Anlage. Di-So 13-17 Uhr | Eintritt 2,50 Euro | Brüggener Weg 6 | Bus 834, 836 Niederkasseler Kirchweg

Flughafenbrücke

Die 2002 freigegebene nördliche Autobahnbrücke ist der lang ersehnte Lückenschluss der A 44. Sie gehört zu den modernsten Brücken Europas. Blickfang sind die auf dem Kopf stehenden dreieckigen Pfeiler, die aufgrund der Einflugschneise des Flughafens mit 35 m extrem niedrig gehalten sind. A 44 Richtung Mönchengladbach

Lantz'scher Park

Zwischen Messegelände und Kaiserswerth liegt der kleine, aber ausgesprochen prächtige alte Park, der 1860 als englischer Garten um das klassizistische Herrenhaus angelegt wurde. Zeitgenössische große Plastiken von Richard Serra und anderen ergeben bizarre Effekte unter den alten Bäumen. Lohauser Dorfstr. 51 | Bus 760 Nagelsweg

Schloss Benrath

Das 1755 von Kurfürst Karl Theodor erbaute Jagd- und Gartenschloss in Benrath ist ein Kleinod. Kein anderes europäisches Baudenkmal dieser Zeit ist so gut erhalten. Das Bemühen, eine Gesamtkomposition von Architektur, Gartenkunst, Bildhauerei und dekorativen Künsten zu schaffen, ist charakteristisch für die Epoche des späten Barocks am Übergang zum Klassizismus. Architekt war der „Intendant über die Gärten und Wasserkünste“ am Mannheimer Hof, Nicolas de Pigage. Den Weiher und den langen Kanal speist das Flüsschen Itter. Über schöne Terrassen auf verschiedenen Ebenen gelangt man in die Gartensäle des Schlosses. Die Räume sind reich ausgestattet mit Parkett, Wandbespannungen und -vertäfelungen und Stuckarbeiten. Im Sommer finden häufig klassische Konzerte im Schlosspark statt. Besichtigung nur mit Führung möglich, die ca. eine Stunde dauert und halbstündlich angeboten wird; der Park ist frei zugänglich. Im aufwendig restaurierten Ostflügel des Schlosses wurde 2002 das weltweit erste Gartenkunstmuseum eröffnet. Schloss und Park bieten sich als erlebbares Zentrum für die Geschichte der europäischen Gartenkunst an, weil alle Stile in Benrath vertreten sind. Auf 1200 m² sind Skulpturen, Gemälde, Modelle und multimediale Präsentationen zu sehen. Di-So 10-18 Uhr, im Winter 11-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Benrather Schlossallee 104 | Tel. 8997140 | www.schloss-benrath.de | Straßenbahn 701 Schloss Benrath