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Ausflüge & Touren Bodensee

Am Rhein entlang nach Schaffhausen

Je nachdem, wie viel Zeit Sie sich für einen Ausflug nach Schaffhausen nehmen möchten und von wo aus Sie starten, können Sie bei dieser Tour verschiedene Routen wählen. Von Konstanz nach Schaffhausen sind es nur 45 km; aber Sie können die Tour durchaus auch zum Tagesausflug ausdehnen, indem Sie z. B. um die Halbinsel Höri am Ufer entlangfahren.

Besonders schön ist es, dem Rhein zu folgen, daher empfiehlt sich ein Start an der Konstanzer Rheinbrücke. Hier verlässt der Rhein den Obersee und fließt in den Untersee. Am Gottlieber Zoll, im Westen der Konstanzer Innenstadt, überqueren Sie die Grenze zur Schweiz. (Sollten Sie über den Zollhof kommen, fahren Sie nach der Grenze Richtung Tägerwilen.) Die Straße folgt dem Uferverlauf in einigem Abstand. Immer wieder bieten sich Ausblicke auf den See. Wer möchte, kann in Gottlieben, Ermatingen oder Steckborn Zwischenstation einlegen. In Stein am Rhein sollten Sie sich die bunt bemalten Bürgerhäuser ansehen. In dieser Stadt am Westende des Bodensees verlässt der Rhein den See wieder. Von hier aus sind es noch rund 17 km nach Schaffhausen. Zuvor lohnt ein Halt in Diessenhofen. Trotz des mittelalterlichen Stadtbilds ist der Ort nicht überlaufen. Sehenswert ist die fast 200 Jahre alte überdachte Holzbrücke, die über den Rhein nach Gailingen führt.

Die Hauptattraktion in Schaffhausen ist der Rheinfall (Zufahrt und Parkplätze sind ausgeschildert). Die Wassermassen des größten Wasserfalls Mitteleuropas stürzen bei Neuhausen 23 m in die Tiefe. Eine Bootsfahrt (von unten) zu der in der Mitte aufragenden Felsnase ist ungefährlich, aber dennoch ein Abenteuer. Die Altstadt von Schaffhausen ist einen Abstecher wert. Über der Stadt liegt die Festungsanlage Munot aus dem 16. Jh. Für Kulturinteressierte ist das Allerheiligen-Museum im ehemaligen Benediktinerkloster interessant: vor- und frühgeschichtliche Sammlung, Gemälde u. a. von Otto Dix und Ferdinand Hodler, Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst (Münsterplatz | Di-So 10-17 Uhr | Eintritt frei). Die Hallen für neue Kunst präsentieren Kunst seit den 60er-Jahren (Baumgartenstr. 23 | Di-Sa 15-17, So 11-17 Uhr | 14 Franken). An der Mauer des Fronwaagplatzes 7 befindet sich die kleinste Galerie von Schaffhausen. Sie hat 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr geöffnet. In einem Schaukasten zeigen namhafte Künstler kleinformatige Werke. Schaffhausen Tourismus | Herrenacker 15 | Schaffhausen | Tel. 052/6324020 | Fax 6324030 | www.schaffhausen-tourismus.ch

Nun können Sie sich entscheiden. Soll der Heimweg nach Konstanz möglichst schnell gehen, fahren Sie über die Autobahn Richtung Singen und über die B33 nach Konstanz. Haben Sie dagegen Lust, noch ein wenig die Landschaft zu erkunden, fahren Sie zurück bis Stein am Rhein. Hier überqueren Sie den Zoll und wechseln auf die deutsche Seite des Untersees. In Öhningen haben Sie wiederum die Wahl. Hier geht der Weg entweder auf der Landstraße am Seeufer entlang um die Halbinsel Höri herum oder über den Schiener Berg nach Radolfzell. Beide Strecken sind landschaftlich schön. Wenn Sie über den Schiener Berg fahren wollen, biegen Sie in Öhningen links ab Richtung Schienen. Von Radolfzell aus geht es auf der B33 rasch zurück nach Konstanz.

Die Skulptour am Bodensee

Bodensee-Bildhauer Peter Lenk ist bekannt für spöttische Skulpturen; seine Figuren lösen Heiterkeit, aber auch Ärger aus. Diese „Skulptour“ (110 km, halber Tag, auch für Motorradfahrer attraktiv) wird allen Spaß machen, die steinerne Satire schätzen.

Die Reise zu Lenks üppigen Figuren beginnt in Konstanz auf der Laube. Hier, auf dem Mittelstreifen des vierspurigen Konstanzer Altstadtrings, hat er den Autofahrern mit einem „Triumphbogen“ ein Denkmal gesetzt: Für Ärger sorgte nach der Enthüllung 1990 ein aus dem Wagen kippender Papst. Katholiken hängten zeitweise ein Kruzifix auf der anderen Straßenseite ab, damit Jesus nicht auf den umstrittenen Brunnen schauen musste. Lassen Sie das Auto noch stehen. Zu Fuß geht es in ein paar Minuten durch die Altstadt zum nahen Hafen, wo sich das wohl berühmteste Lenk-Werk im Kreis dreht: die „Imperia“. Die 18 t schwere und 9 m hohe Figur ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die Imperia erinnert an die vielen Huren, die während des Konzils 1414-18 in Konstanz waren. Als kleine Männlein hält sie Papst und Kaiser auf ihren Händen.

Nun geht es mit dem Auto weiter: Wer über die Neue Rheinbrücke fährt, erkennt drei weiße Bürohochhäuser des Unternehmens Océ (Max-Stromeyer-Str. 116). Am neuesten von ihnen lehnt Lenks „Karriereleiter“ aus Stein, von der machthungrige Manager stürzen. Raus aus der Stadt folgen Sie den Schildern Richtung Fähre, dann Mainau. An der Inselabfahrt vorbei führt die Landstraße durch die Konstanzer Vororte Litzelstetten, Dettingen und Wallhausen sowie weiter über den Bodanrück, das unter Naturschutz stehende Konstanzer Hinterland mit vielen Wäldern und Wiesen. Fahren Sie Richtung Langenrain und Liggeringen, wo Sie dem Schild Richtung Bodman folgen und die Marienschlucht passieren. In Bodman arbeitet und wohnt Peter Lenk. In seinem Garten stehen zahlreiche Skulpturen. Von Bodman weiter nach Stockach (den Schildern folgen): In der Stadt biegen Sie zur Stadtmitte ab und fahren Richtung Zentrum und Bahnhof, in dessen Nähe die örtliche Sparkasse neben ihrer Hauptstelle ein gewaltiges Lenk-Denkmal hat errichten lassen: Es zeigt auf einem original U-Bootturm den ehemaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping in vierfacher Ausführung, mit Anspielung auf Possen und Skandälchen des Politikers. In der Stockacher Oberstadt thront hoch oben auf dem Giebel eines aufwendig restaurierten Hauses mit Apotheke eine weitere, kleinere Lenk-Figur: Hier ist Justitia zu sehen, wie sie gerade den „Ehrenwortbuben“ Helmut Kohl übers Knie legt (Hauptstr. 6).

Die Fahrt verläuft weiter Richtung Lindau/Ludwigshafen. Bald teilt sich die Bundesstraße: Sie können entscheiden, ob Sie die ausgebaute B31neu nutzen oder über die alte Straße am See entlang fahren (dann Richtung Ludwigshafen und Sipplingen einordnen). Schließlich fahren Sie in Überlingen direkt ins Zentrum. Nach dem Kurhaus erreichen Sie den Platz vor der Schiffsanlegestelle (große Bushaltestelle): Auf diesem steht ebenfalls eine Lenk-Skulptur, die den in Überlingen lebenden Schriftsteller Martin Walser zeigt. Zur letzten Station der Tour fahren Sie ab Stockach Richtung Meersburg/Markdorf (zunächst den Schildern Lindau/Nußdorf folgen) an der Wallfahrtskirche Birnau vorbei. Sie können sich erneut entscheiden: entweder am Ufer entlang, an den Uhldinger Pfahlbauten und am Meersburger Fährhafen vorbei, oder auf der B33neu. In Meersburg verbinden sich beide Routen; Ziel ist Markdorf. Hier im Stadtzentrum Richtung Gehrenberg abbiegen und den Anstieg hinauf: Auf der linken Seite liegt das Wirtshaus am Gehrenberg, dessen Innenhof Peter Lenk gestaltet hat (tgl. | Gehrenberg 1 | Tel. 07544/72289 | €-€€). In Meersburg steht am Schiffshafen das 2007 enthüllte Lenk-Denkmal für Annette von Droste-Hülshoff. Zurück geht es vom Fährehafen aus nach Konstanz.

Urlaub auf dem Bodensee

Wer an den Bodensee kommt, kann nicht nur am, sondern auch auf dem See Urlaub machen: Eine Fahrt mit der Weißen Flotte ist ein Muss. Mehr als 4,5 Mio. Passagiere zählt die internationale Bodenseeflotte im Jahr. Die Schifffahrtsaison mit täglichem Kursverkehr startet gegen Ende März und dauert meist bis Anfang Oktober, oft wird sie um ein bis zwei Wochen verlängert. Außerhalb der Saison gelten die Nikolausfahrten mit Kinderbescherung an den Adventssonntagen und die Silvesterfahrten als Attraktion.

Die deutsche Bodenseeschifffahrt nahm 1824 mit der Verbindung Friedrichshafen-Rorschach ihren Kursverkehr auf. 2003 verkaufte die Bahn die Weiße Flotte an die Konstanzer Stadtwerke.

Zu den Klassikern unter den Touren zählen die großen Ausflugsfahrten, etwa von Friedrichshafen nach Konstanz und zurück (Fahrtzeit für eine Strecke etwa 1,5 Stunden, einfache Fahrt 9 Euro). Auch wer den gesamten Obersee per Schiff erkunden will, kann dies: Die Fahrt von Bregenz nach Konstanz dauert allerdings fast vier Stunden (12,40 Euro). Die Schiffe tuckern gemächlich, wer auf Action steht, kann sich deshalb rasch langweilen. Zunehmend beliebt sind aus diesem Grund kombinierte Rad-Schiffsausflüge, denn die Weiße Flotte nimmt auch Räder mit. Die Schiffsbetriebe bieten überdies zahlreiche Sonder- und Ausflugsfahrten an. Bodensee-Schiffsbetriebe | Hafenstr. 6 | Konstanz | Tel. 07531/3640389 | Fax 3640373 | www.bsb-online.com

Seit Juli 2005 gibt es eine direkte Katamaran-Schnellverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen. Die bis zu 40 h/km schnellen Doppelrumpfschiffe können jeweils 180 Fahrgäste an Bord nehmen. Sie verkehren ganzjährig im Stundentakt, Fahrtdauer 45 Minuten (8,50 Euro). Katamaran-Reederei Bodensee | Tel. 07531/3639320 | www.bodensee-katamaran.de

Wer keine Schifffahrt mitmachen möchte wie alle anderen, kann an Bord der neuen und weiter wachsenden Solarbootflotte ein interessantes Stück Zukunft besichtigen: Die Schiffe bedienen am westlichen Bodensee eine wachsende Zahl von Routen, etwa zwischen Gaienhofen und Steckborn sowie Reichenau und Mannenbach. Von der Mainau aus starten Rundfahrten. Eine weitere Route führt von Konstanz über Kreuzlingen nach Bottighofen. Fahrten ausschließlich in den Sommermonaten. Bodenseesolarschifffart | Fritz-Reichle-Ring 4 | Radolfzell | Tel. 07732/999546 | www.bodenseesolarschifffahrt.de

Ein Stück Vergangenheit erleben können Sie auf dem letzten Schaufelrad-Dampfschiff des Bodensees: Die 1913 in Dienst gestellte, 56 m lange „Hohentwiel“ ist oft auf Charterfahrt, es gibt aber auch Touren für jedermann. Schifffahrt-Agentur Konstanz | Kanzleistr. 1 | Konstanz | Tel. 07531/15711 | Fax 15733 | www.hohentwiel.de