Reisetipps Bayerischer Wald

Insider Tipps Bayerischer Wald MARCO POLO Autorin Christine Pierach im Interview

Christine Pierach lebt seit 1984 in Passau und arbeitet als freie Journalistin und Fotografin.

Wieso leben Sie im Bayerischen Wald?

Passau hatte damals die jüngste Uni Deutschlands mit fachspezifischer Fremdsprachenausbildung. Das fand ich, damals Münchnerin, die ideale Kombination für mich Sprachenfreak mit einem Jurastudium.

Was reizt Sie an dieser Region?

Der Bayerische Wald ist statisch und lebendig zugleich. Hier wird es nie langweilig: Es gibt geschäftiges Stadtleben und wohltuende Wald- und Flussufereinsamkeit, Kunst und Kultur, auch Lebenskultur, in vielen Spielarten. Die Menschen sind selbstbewusst, zielstrebig und das Gegenteil von anbiedernd. Haben sie dich aber ins Herz geschlossen, hast du Freunde fürs Leben gefunden.

Und was mögen Sie nicht so?

Ärgerlich finde ich alles Volkstümelnde, das fürchterlich bemüht, oft krampfig, auf den vermeintlichen Geschmack der Urlauber abstellt. Dabei erschlägt, bestenfalls verwässert das die von Herzen kommende Frömmigkeit, die Heimatverbundenheit der Menschen hier, ihre Bräuche und auch zum Beispiel ihre Volksmusik.

Wo und wie leben Sie genau?

Ich lebe und arbeite in der Dreiflüssestadt Passau, im unmittelbaren Schatten des Doms in der Altstadt. Die ist verwinkelt, die Häuser stehen dicht. Ich habe eine Mietwohnung samt Büro im zweiten Stock und das Riesenglück, dass auf der Gassenseite gegenüber ein Garten mit einem großen Baum ist. Das gibt Licht und Aussicht.

Was genau machen Sie beruflich?

Ich arbeite als Gerichtsreporterin, als Kolumnistin, aber auch in den Ressorts Pferdesport und Feuilleton für die hiesige Tageszeitung, die Passauer Neue Presse. Ich schreibe und fotografiere auch für Fachmagazine (Reiten), mache ab und zu PR-Arbeit und Auftragsfotografie.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Da vermische ich Beruf und Privates. Ich schnappe mir oft die Kamera und ziehe auf Motivsuche einfach so los. Manchmal schreibe ich Gedichte. Außerdem habe ich ein Pferd, das ich ausbilde und auf Turnieren vorstelle.

Kommen Sie viel im Woid herum?

In den Nationalpark selbst meist in der Freizeit - und die ist knapp. Aber die Aufträge der Tageszeitung und der Pferdesport führen mich dauernd kreuz und quer durch die ganze Region.