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Insider Tipps Amsterdam MARCO POLO Autorin Anneke Bokern im Interview

Anneke Bokern lebt seit 2000 in Amsterdam und ist mittlerweile ein Fan von stamppot und bitterballen.

Wieso leben Sie in Amsterdam?

Ich bin damals meinem Freund hinterhergezogen. Er wohnte bereits seit drei Jahren in Amsterdam, und die Zugfahrten nach Berlin und zurück wurden uns auf Dauer doch zu lang. Ich kannte Amsterdam also eigentlich schon sehr gut, als ich umgezogen bin, und wusste, dass ich mich hier wohl fühlen könnte.

Wie geht es Ihnen dort?

Mir geht es prächtig. Ich glaube, keine andere Stadt der Welt ist auf so kleinem Raum so international. Das macht sie spannend und unheimlich abwechslungsreich. Außerdem ist die Stadt sehr schön, und die Holländer sind angenehm unkompliziert. Man duzt sich sofort, macht Witzchen, regt sich nicht über jede Kleinigkeit auf. Und ich fahre gerne Fahrrad.

Wie leben Sie genau?

Ich lebe eher untypisch: in einem modernen Hochhaus am Stadtrand, mit Blick bis nach Haarlem und zu den Dünen. Dafür habe ich mein Büro mitten in der Altstadt, in einem alten Haus knapp außerhalb des Grachtenrings und mit jeder Menge netten Restaurants und Kneipen in Reichweite. Zwischen beiden Orten pendle ich jeden Tag auf meinem Fahrrad. Das dauert nur 20 Minuten, Amsterdam ist ja nicht groß.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin freie Journalistin und schreibe über Architektur, Kunst und Design, hauptsächlich für deutschsprachige Zeitschriften und Zeitungen. Daneben organisiere ich Architekturführungen für Gruppen in den Niederlanden.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich koche sehr gerne und gehe deshalb auch gerne auf Märkte. Nichts geht über das Fischangebot auf dem Albert-Cuyp-Markt! Sonst lese ich viel, sitze mit Freun den in Cafés und gehe auch gerne ins Kino. Und seit ich in Holland wohne, verbringe ich auch gerne mal einen ganzen Tag mit einem Lenkdrachen am Strand. Das ist die ultimative Entspannung!

Mögen Sie die Amsterdamer Küche?

Die echte Amsterdamer Küche muss man mögen lernen, sie ist eher rustikal und sicher keine Liebe auf den ersten Blick. Sie wird auch eher selten in Restaurants serviert. Aber es gibt trotzdem einiges zu entdecken. Inzwischen bin ich eine große Freundin von stamppot: Kartoffel brei, in den das Gemüse, vorzugsweise Rübstiele oder Endivien, eingerührt wird. Und zum Bier finde ich bitterballen sehr lecker: frittierte Fleischbällchen, die man in Senf tunkt und deren Füllung man besser nicht genau analysieren sollte.