Auch wenn Innenminister Herrmann für strengere Kontrollen von Waffenbesitzern ist: Eine Verschärfung des Waffenrechts lehnt er ab.
Ein Revolver der Marke Smith & Wesson, Kaliber .44 Magnum Foto: AP
Waffenbesitzer in Bayern sollen künftig noch strenger kontrolliert werden, ob sie ihre Waffen ordnungsgemäß aufbewahren. Gebe es Zweifel daran, könnten die Behörden auch "ohne Anlass stichprobenartig die sichere Aufbewahrung kontrollieren", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach der Kabinettsitzung am Dienstag.
Der Ministerrat beratschlagte ein weiteres Mal über Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden, bei dem ein Jugendlicher vor einigen Wochen 15 Menschen erschossen hatte.
Herrmann sprach sich gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aus, wie es sie bereits nach dem Amoklauf von Erfurt 2002 gegeben habe. "Erneute vorschnelle und reflexartige Änderungen des Waffenrechts bringen nichts", sagte Herrmann. Er lehne eine Placebo-Politik ab. Stattdessen seien Nachbesserungen bei der sicheren Aufbewahrung von Waffen und im Jugendschutz sinnvoll.
Das Kabinett plädierte für die Einführung eines bundesweiten elektronischen Waffenregisters bis 2012, damit der Weg einer Waffe von der Herstellung bis zur Verwendung nachvollziehbar werde. So könne der Bestand an illegalen Waffen verringert werden. Außerdem will der Ministerrat Kindern und Jugendlichen den Schießsport nur noch mit Kleinkaliber- und Druckluftwaffen erlauben.
Das Mindestalter zum Schießen mit großkalibrigen Waffen solle auf 18 erhöht werden. Das ist allerdings Sache des Bundes. Zudem appelliert Herrmann an die Waffenbesitzer, ihre Waffen freiwillig abzugeben. "Unser Ziel muss es sein, die Zahl der Waffen so gering wie möglich zu halten", sagte der Innenminister. Damit auch illegale Waffen ausgehändigt würden, sei ein Verzicht auf Sanktionen für eine bestimmte Zeit denkbar. Herrmann sprach sich dafür aus, solche Sammelaktionen regelmäßig zu veranstalten.
(SZ vom 29.04.2009)





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