Kostenloser Forward-Darlehen Rechner mit Niedrig-Zins

Darlehensbetrag
Was wird finanziert?
  • 400 Banken im Vergleich
  • Persönliche Beratung vor Ort
  • Beste Konditionen am Markt
  • Auch mit KfW-Förderung

Forward-Darlehen Rechner 2020 – Jetzt aktuelle Forward-Darlehen vergleichen und bestes Angebot sichern

Es gibt wohl kaum ein längerfristiges Finanzierungsprojekt als eine Baufinanzierung. Nicht selten dauert es bis zu 30 Jahre, bis Sie als Darlehensnehmer den Kredit komplett abgezahlt haben und damit endgültig schuldenfrei sind. Eine Zinsbindung erfolgt bei vielen Banken aber nur für 15 bis maximal 20 Jahre, weswegen Sie nach wenigen Jahren eine Anschlussfinanzierung aufnehmen müssen – das ist ein ganz normaler Vorgang in Deutschland.

Eine der wesentlichen Problematiken bei Krediten oder Darlehen mit einer so langen Laufzeit ist aber die Tatsache, dass sich in einem solch großen Zeitraum die Marktgegebenheiten teilweise grundlegend ändern, sodass der ursprünglichen Kalkulation zu Beginn der Eigenheimfinanzierung ein ganz anderer Zinssatz zugrunde liegt als zum Zeitpunkt der benötigten Anschlussfinanzierung. In bestimmten Situationen kann ein Forward-Darlehen daher sehr nützlich sein. Dieses hilft Kreditnehmern dabei, sich das Zinsniveau eines gewissen Zeitpunkts für eine Finanzierung in der Zukunft zu sichern.

Viele Verbraucher in Deutschland fragen sich jedoch immer wieder, wie genau diese Darlehen funktionieren und wann es überhaupt sinnvoll ist, sich mit einem Gedanken an ein Forward-Darlehen zu beschäftigen. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Ratgeber die wichtigsten Zusammenhänge zwischen einem Forward-Darlehen und Baufinanzierungen sowie Eigenheimfinanzierungen genauer vorstellen. Sie erfahren dabei nicht nur, in welchen Situationen Sie an den Abschluss eines Forward-Darlehens als Anschlussfinanzierung denken sollten, sondern auch, welche Faktoren Sie beim Abschluss unbedingt beachten sollten. Wir geben Ihnen außerdem eine schrittweise Anleitung, wie Sie bei den meisten Banken ein solches Darlehen beantragen können. Abschließend finden Sie im FAQ-Bereich noch kompakte Antworten auf die wichtigsten Fragen, die Verbraucher immer wieder stellen.

Das Forward-Darlehen im Überblick

  • Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich das aktuelle Zinsniveau für Ihre zukünftige Anschlussfinanzierung sichern. Damit können Sie sich als Kreditnehmer vor steigenden Zinssätzen absichern.
  • Forward DarlehenBei einer bereits laufenden Baufinanzierung ist es in der Regel ausreichend, wenn Sie sich knapp 36 Monate vor dem Ende der ersten Zinsbindung mit dem Thema Forward-Darlehen und Anschlussfinanzierung beschäftigen.
  • Ein Forward-Darlehen an sich ist immer ein wenig teurer als ein normales Baudarlehen, da die Bank für diese Darlehen einen Zinsaufschlag verlangt. Dennoch lohnt sich das Darlehen oft, wenn die Zinsen bis zur Ablösung des alten Darlehens über diesen Aufschlag hinaus ansteigen.
  • Wichtig ist aber: Auch wenn Ihre „Zinswette“ nicht aufgeht, haben Sie ein verpflichtendes Darlehen abgeschlossen, welches Sie aufnehmen müssen. Tun Sie das nicht, wird bei den meisten Banken eine teure Abnahmeentschädigung fällig.
  • Bedenken Sie jedoch auch: Selbst wenn Sie für das Forward-Darlehen zu hohe Zinsen zahlen müssen, Sie gewinnen immer frühzeitig Sicherheit für Ihre finanzielle Planung. Vielen Verbrauchern ist das wichtiger als die 0,1 % Zinsen, die Sie sich ohne Abschluss vielleicht gespart hätten.
  • Sie sollten als Kreditnehmer, der eine Anschlussfinanzierung plant, immer verschiedene Forward-Darlehen untereinander vergleichen. Da es bei solchen Darlehen um große Geldsummen geht, können Sie bei einem günstigen Forward-Darlehen im Vergleich zu einem eher teuren schnell sehr viel Geld sparen.

Was verstehen wir unter einem Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen ist eine bestimmte Variante einer Anschlussfinanzierung, die bei fast jeder in Deutschland aufgenommenen Baufinanzierung irgendwann ins Gespräch kommt. Mit einem Forward-Darlehen ist es für Sie als Kreditnehmer möglich, sich das heutige Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung in der Zukunft zu sichern. Sie reservieren sich den aktuellen Zins also quasi für einen späteren Zeitpunkt. Ihr Vorteil: Steigen die Zinsen im Anschluss, haben Sie durch die Sicherung des günstigen Zinsniveaus am Ende des Tages eine Menge Geld gespart. Dieses gewonnene Kapital können Sie dann wiederum in eine schnellere Tilgung Ihrer Baufinanzierung investieren, wenn Sie kostenlose Sondertilgungen mit der Bank vereinbart haben.

Bei einem Forward-Darlehen handelt es sich im Grunde um ein klassisches Annuitätendarlehen, bei dem Sie wie bei jeder Anschlussfinanzierung die Wahl zwischen einer Prolongation – einer Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank – und einer Umschuldung – dem Wechsel zu einem neuen Anbieter – haben.

Der Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens kann dabei bei den allermeisten Banken bis zu 5 Jahre in der Zukunft liegen. Meist ergibt es aber Sinn, sich erst knapp 36 Monate vor Ablauf der ersten Zinsbindung mit einer Anschlussfinanzierung zu beschäftigen, da Sie dann eine bessere Idee haben, wie sich die Bauzinsen auch wirklich entwickeln werden. Damit Sie aber genau verstehen, was wir mit einem Forward-Darlehen eigentlich meinen, bedarf es zunächst einer ausführlichen Erklärung des genauen Ablaufs einer Anschlussfinanzierung bei der Immobilienfinanzierung bzw. Baufinanzierung.

Wie funktioniert eine Anschlussfinanzierung im Allgemeinen?

Eine typische Immobilienfinanzierung oder Baufinanzierung schließen Sie in der Regel über einen Zeitraum von 5 bis maximal 20 Jahren ab. Wichtig ist dabei aber: Die Laufzeit beschreibt nicht den Zeitrahmen bis zur endgültigen Schuldenfreiheit, sondern die Phase der ersten Zinsbindung. Diese Phase zeichnet sich vor allem durch zwei wesentliche Merkmale aus:

  • Ein konstanter Zinssatz: Der Begriff „Zinsbindung“ erklärt bereits an sich, dass der Sollzins und damit verbunden auch der effektive Jahreszins über die gesamte Laufzeit an das Darlehen gebunden und damit konstant ist. Eine Baufinanzierung, wie Sie sie bei einer seriösen deutschen Bank abschließen, ist also bis zum Ende der ersten Zinsbindung von der Zinsentwicklung am Kreditmarkt abgekoppelt. Es findet daher auch keine nachträgliche Anpassung statt. Der Vorteil für Sie als Darlehensnehmer ist somit, dass Sie die Kosten Ihrer Baufinanzierung ziemlich genau über einen langen Zeitraum planen können.
  • Keine einfache Kündigungsoption: Nicht nur der Kreditnehmer, sondern auch der Kreditgeber in Form der Bank hat während der ersten Zinsbindung eine gewisse Sicherheit, da der Kunde das Darlehen nicht einfach ohne Weiteres kündigen darf. Die Bank muss einer vorzeitigen Auflösung des Darlehens durch den Kreditnehmer nur bei wirklich triftigen Gründen zustimmen und kann selbst dann eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Für Sie als Verbraucher wird das ganz schnell zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit. Beachten Sie aber: Laut bürgerlichem Gesetzbuch gilt diese Regelung nur für eine maximale Laufzeit von 10 Jahren. Danach haben Sie als Darlehensnehmer selbst das Recht, die Finanzierung mit einer Frist von 6 Monaten zu kündigen.

Schon gewusst?Nur in den wenigsten Fällen haben Verbraucher bereits mit der ersten Zinsbindung das komplette Annuitätendarlehen getilgt. In den meisten Fällen bleibt dagegen eine Restschuld übrig, welche Sie nach Ablauf der Zinsbindung nun irgendwie weiter finanzieren müssen. Genau an diesem Punkt kommt jetzt die Anschlussfinanzierung ins Spiel. Als Kreditnehmer haben Sie die Option, diese bei der bisherigen Bank abzuschließen (Prolongation) oder eine andere Bank ins Vertrauen zu ziehen (Umschuldung). Die typischen Merkmale einer Anschlussfinanzierung sind aber gleich, egal für welchen Weg Sie sich im Einzelfall entscheiden:

  • Sie können Ihre Verhandlungsposition bei einer Diskussion über eine Prolongation mit der bisherigen Bank verbessern, wenn Sie sich zuvor Angebote von anderen Banken einholen.
  • Der Zinssatz der Anschlussfinanzierung bewegt sich immer auf dem dann gültigen Zinsniveau, nicht auf dem der ursprünglichen Zinsbindung. Eine Ausnahme bildet der rechtzeitige Abschluss eines Forward-Darlehens.
  • Eine Anschlussfinanzierung hat meist eine vergleichsweise niedrige Kreditsumme, wodurch sich die Konditionen deutlich verbessern, weil die Besicherung insgesamt höher ausfällt. Das heißt: Die Bank sieht ein geringeres Risiko eines Zahlungsausfalls.

Welche Besonderheiten bietet das Forward-Darlehen?

An dieser Stelle kommt bei viele Kreditnehmern nun auch das Forward-Darlehen ins Spiel. Mit diesem Darlehen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Anschlussfinanzierung schon bis zu 5 Jahre vor Ablauf der ersten Zinsbindung zu planen. Banken vergeben ein Forward-Darlehen ebenfalls als normales Annuitätendarlehen mit konstanten Rückzahlungsraten. Es gibt allerdings einige Besonderheiten, die wir Ihnen an dieser Stelle kurz erklären wollen:

  1. Zinsniveau für Zukunft sichern: Bei einem Forward-Darlehen gilt das Zinsniveau des jeweiligen Abschlusszeitpunkts der Finanzierung. Daher ist die Zinsentwicklung bis zur endgültigen Inanspruchnahme des Kredits in wenigen Jahren oder Monaten absolut unerheblich.
  2. Ein Darlehen für die Zukunft: Ein solches Darlehen bietet die Möglichkeit, heute eine Anschlussfinanzierung abzuschließen und die Kreditsumme erst in der Zukunft in Anspruch zu nehmen. Diese Zeitspanne nennen Banken übrigens „Forward-Periode“ – sie kann bis zu 5 Jahre dauern, je nach Anbieter.
  3. Zinsaufschlag für Bereitstellung: Für die Bereitstellung eines Forward-Darlehens müssen Sie als Darlehensnehmer in der späteren Tilgungsphase einen Zinsaufschlag zahlen. Dieser bemisst sich stets nach der Länge der Vorlaufzeit und beträgt bei den meisten Banken zwischen 0,01 und 0,03 Prozent pro bereitgestelltem Monat.

Wie hoch sind die Kosten eines solchen Darlehens?

Neben den spezifischen Kosten eines Forward-Darlehens, die in Form eines Zinsaufschlags für den Zeitraum der Bereitstellung anfallen, gibt es auch noch generelle Kosten einer jeden Anschlussfinanzierung. Dazu gehören eventuell höhere Zinskosten durch ein höheres Zinsniveau als zu Beginn der Baufinanzierung. Zudem können bei einer Umschuldung Kosten für die Übertragung der Grundschuld oder eine neue Eintragung der Grundschuld anfallen. Schließen Sie die Anschlussfinanzierung dagegen per Forward-Darlehen bei der bisherigen Bank ab, fallen keine Grundschuld-Kosten an. In einem solchen Fall beschränken sich die Extra-Kosten eines Darlehens also auf die Zinsen für die Bereitstellung. Das wollen wir Ihnen anhand einer kleinen Beispielrechnung verdeutlichen:

Das Ehepaar Müller hat eine Baufinanzierung über 150.000 Euro abgeschlossen und möchte sich die seitdem noch weiter gesunkenen Zinsen für die Anschlussfinanzierung in 3 Jahren sichern. Mit einem Forward-Darlehen bei ihrer bisherigen Bank ist das für die Müllers auch kein Problem. Rechnen wir die Vorlaufzeit in Monate um, beträgt diese Zeit also 36 Monate. Da keine Kosten für eine Umtragung der Grundschuld anfallen, fallen auch nur Kosten für die Bereitstellung des Zinses an. Dieser beträgt bei einer durchschnittlichen Bank ca. 0,02 %. Daraus ergibt sich:

36 Monate x 0,02 % Zinsaufschlag = 0,72 % tatsächlicher Zinsaufschlag für die Bereitstellung des Darlehens

Diese Kosten kommen nun zu den „normalen“ Kosten eines jeden Darlehens in Form des effektiven Jahreszinses und der Tilgung des Kredits hinzu.

Der Unterschied zwischen „echten“ und „unechten“ Darlehen

Wichtige UnterschiedeFalls Sie sich bereits seit längerem für ein Forward-Darlehen interessieren und sich dementsprechend schon ein wenig im Internet informiert haben, sind Sie mit Sicherheit bereits auf die Begriffe „echtes“ und „unechtes“ Forward-Darlehen gestoßen. In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen kurz erklären, was hinter diesen Begriffen steckt und worin der wesentliche Unterschied zwischen echten und unechten Forward-Krediten liegt.

  • Ein echtes Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung, bei der die Zinsbindung zwar erst in der Zukunft beginnt, die Konditionen dafür aber bereits jetzt fixiert werden. Für jeden Monat bis zur endgültigen Auszahlung des Geldes verlangt die kreditgebende Bank einen Zinsaufschlag zwischen 0,01 und 0,03 Prozent. Einige Banken werben aber auch damit, für die ersten 6 bis 12 Monate keinen solchen Aufschlag zu verlangen.
  • Bei einem unechten Forward-Darlehen beginnt die neue Zinsbindung sofort mit Vertragsabschluss, die Auszahlung erfolgt jedoch erst zum Auslauf der bestehenden Finanzierung. Die Zeit, die dann zwischen den beiden Terminen liegt, überbrücken Sie mit einer sogenannten „bereitstellungszinsfreien“ Zeit. Wie viele bereitstellungszinsfreie Monate eine Bank anbietet oder ob Sie diese Zeit gegebenenfalls auch noch verlängern können, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden.

Beachten Sie aber: Beim Angebotsvergleich der Forward-Darlehen müssen Sie berücksichtigen, dass die Zinsbindung bei einem echten und einem unechten Darlehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnt. Das bedeutet: Ein unechtes Forward-Darlehen mit einer Zinsbindung von 10 Jahren und beispielsweise 24 bereitstellungszinsfreien Monaten können Sie am besten mit einem echten Forward-Darlehen vergleichen, das genau 24 Forward-Monate beinhaltet, dabei aber selbstverständlich nur über eine achtjährige Zinsbindung verfügt.

Eine Beispielsituation zur Verdeutlichung

Nehmen wir an, Martin Müller will im Juni des Jahres 2019 ein Forward-Darlehen mit 10 Jahren Zinsbindung und einer Forward-Periode von 4 Jahren abschließen. Der zeitliche Ablauf eines echten Forward-Darlehens sähe dann wie folgt aus:

  • Juli 2019: Martin Müller schließt den Darlehensvertrag bei seiner Bank ab.
  • Juli 2019 – Juli 2023: Die Forward-Phase ohne Zinsen oder Gebühren für die Bereitstellung
  • Juli 2023: Endgültige Auszahlung der Darlehenssumme und Beginn der Zinsbindung
  • Juli 2033: Ende der Zinsbindung

Ganz anders sieht die gleiche Situation aber bei einem unechten Forward-Darlehen aus:

  • Juli 2019: Martin Müller schließt den Darlehensvertrag bei seiner Bank ab. Die Zinsbindungsfrist beginnt zu diesem Zeitpunkt.
  • Juli 2019 – Juli 2023: Die Forward-Phase ohne Zinsen oder Gebühren für die Bereitstellung
  • Juli 2023: Endgültige Auszahlung der Darlehenssumme
  • Juli 2029: Ende der Zinsbindung

Was zeigt Ihnen das Beispiel also? Es zeigt ganz deutlich, dass Sie als Kreditnehmer bei einem unechten Forward-Darlehen wertvolle Zeit mit Zinsbindung verlieren und sich die günstigen Zinsen für einen kürzeren Zeitraum sichern. Damit Sie die Konditionen eines echten und unechten Forward-Darlehens wirklich miteinander vergleichen können, müssen Sie die tatsächliche Frist der Zinsbindung miteinbeziehen. Das heißt: Ein unechtes Forward-Darlehen mit einer Zinsbindung von 10 Jahren und einer Forward-Phase von 4 Jahren entspricht einem echten Forward-Darlehen mit einer Zinsbindung von 6 Jahren.

Erst jetzt endet bei beiden Varianten die Zinsbindung zeitgleich und ein realistischer Vergleich der Zinshöhe und damit der tatsächlichen Kosten der Darlehen ist möglich.

Die wesentlichen Vor- und Nachteile eines Forward-Darlehens

Beachten Sie bitte: Ein abgeschlossenes Forward-Darlehen müssen Sie immer aufnehmen – auch wenn sich die Zinskonditionen nicht so entwickelt haben, wie Sie sich das vielleicht vor wenigen Jahren vorgestellt haben. Daher sollten Sie immer alle Vor- und Nachteile des Forward-Darlehens gegeneinander abwägen, wenn Sie sich für die Aufnahme einer solchen Finanzierung interessieren. Denn auch wenn das Darlehen auf den ersten Blick immer verlockend erscheint – gerade in Niedrigzinsphasen – kann der Zinsaufschlag, den die Banken verlangen, das Forward-Darlehen schnell zu einer unattraktiven Lösung machen. Beachten Sie zudem immer, dass sich die Entwicklung von Zinsen allgemein nur schwer vorhersagen lässt. Ein gewisses Risiko ist also immer verbunden, wenn Sie darauf spekulieren, dass die Bauzinsen zum Zeitpunkt des Kreditabschlusses niedriger liegen als zu dem Zeitpunkt, wenn die Sollzinsbindung der Baufinanzierung endet.

An dieser Stelle haben wir Ihnen die wichtigsten Vorteile und Nachteile noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

  • Sie können sich ein günstiges Zinsniveau für die Zukunft sichern, gerade in Niedrigzinsphasen. Bis zu 5 Jahre im Voraus sind möglich.
  • Es besteht ein großes Sparpotenzial, wenn Sie denken, dass die Zinsen bald wieder ansteigen werden.
  • Das Darlehen ist also eine Art Versicherung gegen einen plötzlichen Zinsanstieg.
  • Sie genießen eine hohe Planungssicherheit für die Anschlussfinanzierung.
  • Es entstehen keinerlei Kosten in der Forward-Phase bzw. Forward-Periode.
  • Bereitstellungszinsen für die Forward-Periode erhöhen die Kosten des Darlehens.
  • Sie haben weniger Flexibilität in der Zukunft, da Sie sich langfristig an ein Darlehen binden.
  • Sie müssen in der Forward-Phase Verluste bei einem weiter sinkenden Zinsniveau hinnehmen.
  • Das Darlehen muss auch bei einem sinkenden Zinsniveau in Anspruch genommen werden.

Wann lohnt sich der Abschluss eines Forward-Darlehens?

Forward Darlehen RechnerGrundsätzlich lohnt sich der Abschluss eines Forward-Darlehens nur dann für Sie, wenn Sie in der Zukunft mit steigenden Zinsen rechnen. Mit dem Abschluss des Darlehens gehen Sie also quasi eine Wette ein, dass die Zinsen am Ende Ihrer ersten Zinsbindung höher liegen als sie zu dem Zeitpunkt waren, als Sie das Forward-Darlehen abgeschlossen haben. Der Abschluss des Darlehens lohnt sich besonders in Niedrigzinsphasen, da in diesen Zeiten die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Zinsen über kurz oder lang wieder ansteigen. Als Faustformel können Sie sich merken: Liegt der gesicherte Zinssatz am Ende der Zinsbindung unter dem allgemeinen Zinsniveau, ist Ihre Wette gut aufgegangen und das Darlehen hat sich für Sie ausgezahlt. Bleiben die Zinsen dagegen gleich oder sinken sogar, nachdem Sie das Darlehen abgeschlossen haben, zahlen Sie für Ihr Anschlussdarlehen letztlich mehr, als Sie eigentlich müssten – gerade, wenn Sie die Kosten für die Bereitstellungszinsen mit einberechnen.

Beispiel: Positive und negative Zinsentwicklung

Um zu verdeutlichen, wie stark sich steigende, gleichbleibende oder fallende Zinsen genau auf die Kosten Ihrer Baufinanzierung auswirken, haben wir drei unterschiedliche Szenarien für Sie berechnet. Um eine gute Vergleichbarkeit zu garantieren, ist bei allen drei Szenarien die Ausgangsposition dieselbe: Sie haben sich 3 Jahre vor dem Ende Ihrer ersten Zinsbindung mithilfe eines Forward-Darlehens einen anscheinend sehr guten Zinssatz von 1,50 % gesichert. Für die 36 Monate Vorlaufzeit oder Bereitstellungszeit, wie es die Banken selbst nennen, berechnet Ihnen die kreditgebende Bank einen Zinsaufschlag von 0,45 %. Der Zins, mit dem Sie Ihre laufende Finanzierung später ablösen, liegt also inklusive Zinsaufschlag etwa bei effektiven 3,20 %. Wie sich die Kosten nun genau verändern, wenn die Zinsen bis zum Ende der ersten Zinsbindung weiter steigen, nur stagnieren oder sogar noch weiter fallen, zeigen wir Ihnen in den folgenden drei Szenarien.

Szenario Nr. 1: Sie schließen ein Darlehen ab und die Zinsen fallen weiter

 Forward-DarlehenNormale Anschlussfinanzierung
Kreditsumme150.000 Euro150.000 Euro
Zinsbindung15 Jahre15 Jahre
Effektiver Jahreszinsca. 3,20 %ca. 1,13 %
Monatliche Rateca. 940 Euroca. 940 Euro
Restschuldca. 24.420 Euro0 Euro
Zinskostenca. 43.260 Euroca. 12.525 Euro

Sinken die Zinsen nach Abschluss des Forward-Darlehens weiter, entgehen Ihnen sogar noch mehr Zinseinsparungen als in Szenario 2. Nehmen wir also einfach mal einen sehr, sehr günstigen effektiven Jahreszins von 1,13 % an. Diesen Zinssatz können Sie jedoch nicht mehr in Anspruch nehmen, da Sie Ihre Anschlussfinanzierung mit dem zuvor vereinbarten Forward-Zins von knapp 3,20 % finanzieren müssen. Bei einem Effektivzins von 1,13 % wären Sie aber bereits nach knapp 14,5 Jahren komplett schuldenfrei, wenn wir davon ausgehen, dass Sie das eingesparte Geld direkt in eine höhere Tilgungsrate von 6,40 % investieren. Sie sparen sich bei entsprechend höherer Tilgung gegenüber dem Forward-Darlehen also knapp über 30.000 Euro an Zinsen. Das zeigt Ihnen ganz klar: Rechnen Sie in den kommenden Jahren mit fallenden Zinsen, ist das Forward-Darlehen eine sehr schlechte Option für Sie und Sie sollten auf ein normales Annuitätendarlehen als Art der Anschlussfinanzierung setzen.

Szenario Nr. 2: Sie schließen ein Darlehen ab und die Zinsen stagnieren

 Forward-DarlehenNormale Anschlussfinanzierung
Kreditsumme150.000 Euro150.000 Euro
Zinsbindung15 Jahre15 Jahre
Effektiver Jahreszinsca. 3,20 %ca. 1,50 %
Monatliche Rateca. 940 Euroca. 940 Euro
Restschuldca. 24.420 Euro0 Euro
Zinskostenca. 43.260 Euroca. 17.452 Euro

Beim zweiten Szenario bleiben die Zinsen nach Abschluss Ihres Forward-Darlehens bis zum Ende der ersten Zinsbindung konstant bei den oben angenommenen 1,50 %. Diesen günstigen Zins können Sie sich nun nicht mehr sichern, stattdessen müssen Sie Ihr Darlehen mit den 3 Jahre zuvor gesicherten 3,17 % Forward-Zinsen weiter finanzieren. Das Darlehen, das sehen Sie auf einen Blick, hat sich in diesem Fall also nicht für Sie ausgezahlt und Ihre Zinswette ist nicht aufgegangen. Hätten Sie gewartet und eine Anschlussfinanzierung zu 1,50 % abgeschlossen, wären Sie statt der üblichen Tilgungsrate von knapp 4,50 % – die wir bei allen drei Szenarien angenommen haben – mit einer höheren Tilgung von fast 6,0 % bereits nach weniger als 15 Jahren komplett schuldenfrei gewesen. Nach 14 Jahren und 11 Monaten, um ganz genau zu sein. Zusätzlich hätten Sie auch noch über die gesamte Laufzeit mehr als 25.000 Euro weniger Zinsen gezahlt. Eine enorme Ersparnis, die zeigt, dass sich ein Forward-Darlehen nicht immer auszahlen muss.

Szenario Nr. 3: Sie schließen ein Darlehen ab und die Zinsen steigen an

 Forward-DarlehenNormale Anschlussfinanzierung
Kreditsumme150.000 Euro150.000 Euro
Zinsbindung15 Jahre15 Jahre
Effektiver Jahreszinsca. 3,20 %ca. 3,60 %
Monatliche Rateca. 940 Euroca. 940 Euro
Restschuldca. 24.420 Euroca. 31.860 Euro
Zinskostenca. 43.260 Euroca. 50.600 Euro

Sie sehen anhand dieses Rechenbeispiels auf einen Blick, dass sich der Abschluss des Forward-Darlehens für Sie gelohnt hat. Der Grund dafür ist: Während der Forward-Periode oder Forward-Phase ist der effektive Jahreszins bei Banken für Anschlussfinanzierungen auf im Schnitt 3,60 % gestiegen. Sie finanzieren Ihre Anschlussfinanzierung allerdings mit dem günstigen Forward-Zins von knapp 3,20 %. Bei diesem Rechenbeispiel haben wir Ihre Zinsersparnis von knapp 0,40 % direkt in eine höhere Tilgungsrate investiert. Dank des günstigeren Zinsniveaus und der höheren Tilgung haben Sie am Ende der 15 Jahre Zinsbindung über 7.000 Euro an Zinskosten weniger gezahlt. Außerdem beträgt die Restschuld am Ende der Zinsperiode jetzt nur noch knapp über 24.000 Euro. Das zeigt Ihnen noch einmal das enorme Sparpotenzial eines Forward-Darlehens, wenn Sie die Entwicklung der Zinsen korrekt prognostizieren.

Zusammenfassend können wir also sagen: Falls Sie damit rechnen, dass die Bauzinsen in den kommenden Jahren deutlich steigen werden, sollten Sie schnellstmöglich ein Forward-Darlehen zu den jetzigen günstigen Konditionen abschließen. Das ist etwa immer der Fall, wenn die Zinsen gerade auf eine historisch niedrigen Niveau sind. Gehen Sie aber stattdessen davon aus, dass die Zinsen stagnieren oder sogar noch weiter fallen, sollten Sie einfach abwarten und in wenigen Jahren mit den günstigeren Zinsen finanzieren. Ein Forward-Darlehen kostet Sie in diesem Fall also sogar Geld.

Schritt für Schritt: So funktioniert der Forward-Darlehen-Rechner

Diese schrittweise Anleitung richtet sich wirklich nur an Verbraucher, die bereits über eine laufende Baufinanzierung verfügen, sich aber bereits frühzeitig über die Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung informieren wollen und daher an der Aufnahme eines Forward-Darlehens interessiert sind. Sind Sie dagegen auf der Suche nach einer günstigen Baufinanzierung per se? Dann können wir Ihnen unseren Baufinanzierungs-Ratgeber ans Herz legen, in welchem Sie eine genaue Anleitung finden, wie Sie den Finanzierungsrechner oben auf unserer Webseite nutzen können. Den kompletten, informativen Ratgeber können Sie unter diesem Link kostenlos abrufen.

In den folgenden Absätzen wollen wir Ihnen aber Schritt für Schritt erklären, wie Sie in Deutschland am besten ein Forward-Darlehen aufnehmen und welche Aspekte Sie auf dem Weg dorthin unbedingt beachten sollten.

Schritt 1: Dauer der Zinsbindung prüfen

Ihr allererster Schritt sollte immer sein, zu überprüfen, wie lange Ihre erste Zinsbindung bei der ursprünglichen Baufinanzierung denn überhaupt noch läuft. Endet Ihre Zinsbindung etwa in weniger als 60 Monaten, kommt ein Forward-Darlehen als Anschlussfinanzierung für Sie infrage. Dauert die Zinsbindung dagegen noch länger als die bereits erwähnten 5 Jahre oder 60 Monate an, können Sie bei den meisten seriösen Banken in Deutschland kein Forward-Darlehen mehr abschließen. Das liegt schlicht daran, dass auch die Bank die genauen Zinsprognosen nicht zu 100 Prozent genau vorhersagen kann und daher keine Darlehen vergibt, deren erste Zinsbindung noch mehr als 5 Jahre läuft.

Schritt 2: Zinsentwicklung in Entscheidung einbeziehen

Anschließend sollten Sie sich wirklich ausführlich darüber informieren, wie die aktuelle Entwicklung der Bauzinsen ist. Die Entwicklung der Bauzinsen der letzten Jahre sowie die Meinung von führenden Experten im Bereich der Bauzinsen gibt Ihnen eine erste Orientierungshilfe, wie sich die Zinsen vermutlich entwickeln werden. Genau sagen kann aber keiner, wie die Entwicklung in den kommenden Jahren und Monaten voranschreitet. Es ist daher immer ein gewisses Restrisiko mit einem Forward-Darlehen verbunden.

Im Zweifelsfall können Sie sich auch von einem unabhängigen Makler beraten lassen, der viel Erfahrung auf dem Immobilien- und Finanzmarkt hat. Dieser verlangt zwar meist eine Provision, doch wenn er Ihnen dafür ein sehr günstiges Forward-Darlehen verschafft, hat sich die Investition schon wieder gelohnt.

Schritt 3: Verschiedene Angebote einholen und vergleichen

Anschließend sollten Sie sich verschiedene Angebote für Forward-Darlehen bei unterschiedlichen Anbietern einholen. Die beste Variante dafür ist meist ein Online-Vergleich, in welchem Sie unter der Angabe von nur wenigen Daten einen optimalen Marktüberblick erhalten. Beachten Sie dabei aber, dass sich die Angebote der Banken nicht nur beim Zins, sondern auch bei der Höhe der Zinsaufschläge für die Bereitstellung unterscheiden, wie wir weiter oben im Ratgeber bereits in einem anschaulichen Beispiel erklärt haben. Nutzen Sie hier einfach einen Online Baugeld-Vergleich und fragen Sie so beim jeweiligen Anbieter nach den aktuellen Zinsaufschlägen auf seine Forward-Darlehen.

Nehmen Sie sich für einen solchen Vergleich bitte immer genug Zeit und treffen Sie keine überhastete Entscheidung. Es geht bei einer Baufinanzierung immer um sehr viel Geld, weswegen schon kleine Unterschiede zu Ihren Gunsten eine große Geld- und Zinsersparnis bedeuten können.

Schritt 4: Mit Hausbank sprechen und Umschuldung prüfen

Haben Sie ein günstiges Angebot bei einem dieser Vergleiche gefunden, sollten Sie damit Ihre Bank kontaktieren. Macht diese Ihnen das gleiche oder ein sehr ähnliches Zinsangebot, lohnt sich die Prolongation – also die Verlängerung des bereits laufenden Darlehens bei einer Bank zu neuen Konditionen. Finden Sie dagegen ein Forward-Darlehen, das mehr als 0,1 Prozentpunkte günstiger ist als das Ihrer Hausbank – und Ihre Hausbank kann Ihnen diese Konditionen auch auf Nachfrage nicht anbieten – lohnt sich eine Umschuldung.

Kleinere Zinsgewinne lohnen sich dagegen nicht direkt für eine Umschuldung, da bei einer solchen oft niedrige Gebühren für die Übertragung oder gar Neueintragung der Grundschuld anfallen, welche das Darlehen dann wieder teurer machen als eine Prolongation bei der Hausbank.

Schritt 5: Forward-Darlehen abschließen

Haben Sie sich nach all diesen Schritten schließlich für ein Angebot entschieden, unterschreiben Sie bitte den Vertrag, den Ihnen Ihre Hausbank oder die neue finanzierende Bank vorlegt. Es entstehen nun bis zum Ende der ursprünglichen Zinsbindung in der sogenannten Forward-Periode keinerlei Kosten für Sie. Warten Sie also einfach nur darauf, dass die alte Zinsbindung endet, damit Sie mit der Tilgung des neuen Forward-Darlehens beginnen können.

Forward-Darlehen-Vergleich: Achten Sie bitte auf diese Faktoren

Forward Darlehen VergleichFalls Sie sich für ein Forward-Darlehen interessieren, sollten Sie immer die Möglichkeit bedenken, vor dem Abschluss eines bestimmten Kredits einen Forward-Darlehen-Vergleich durchzuführen, in welchem Sie auf verschiedene Anbieter zurückgreifen können. Zahlreiche Banken und weitere Kreditgeber stellen Ihnen heutzutage vor Ort in einer Filiale, aber vor allem im Internet entsprechende Finanzierungsangebote zur Verfügung. Das bringt viele Verbraucher in die Situation, dass sie nicht wissen, welches dieser Angebote jetzt annehmen sollen bzw. auf welche Faktoren sie überhaupt achten sollen, wenn sie Angebote vergleichen. Damit das in Zukunft nicht mehr so ist, haben wir Ihnen in den folgenden Absätzen ausführlich erklärt, welche Faktoren Sie bei einem Forward-Darlehen-Vergleich unbedingt beachten sollten.

Die Höhe der Sollzinsen ist entscheidend

Wie bei jedem anderen Kredit und Darlehen sollte auch ein Forward-Darlehen möglichst günstige Zinsen mit sich bringen. Aus diesem Grund ist es auch so sinnvoll, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen, um stets das beste Angebot zu finden. Bei kleinen Ratenkrediten oder Sofortkrediten mag das für Sie nicht so wichtig erscheinen, doch gerade bei langfristigen Annuitätendarlehen bei der Baufinanzierung können Ihnen schon geringe Veränderungen im Zinssatz eine Menge Geld sparen oder kosten. Als Kreditnehmer sollten Sie allerdings immer einen Online-Rechner nutzen, um so den Markt zu sondieren und tatsächlich günstige Angebote schneller zu identifizieren. Dabei haben Sie durchaus eine Menge Sparpotenzial, wie wir Ihnen im Folgenden aufzeigen wollen:

 Darlehen ADarlehen B
Kreditsumme100.000 Euro 100.000 Euro
Laufzeit15 Jahre15 Jahre
Gebundener Sollzins1,80 % p. a.2,70 % p. a.
Anfängliche Tilgungsrate4,40 %3,50 %
Monatliche Rateca. 520 Euroca. 520 Euro
Restschuld nach 15 Jahrenca. 24.300 Euroca. 35.360 Euro
Gesamte Zinskostenca. 17.300 Euroca. 28.360 Euro

Falls Sie sich also für das günstigere Darlehen A entscheiden, sparen Sie sich über 11.000 Euro an Zinskosten. Wer die Zinsersparnis dann direkt in eine höhere Tilgung investiert – was wir Ihnen dringend empfehlen und was wir im Beispiel auch direkt gemacht haben – kann schon bei einer anscheinend geringen Zinsabweichung sehr viel Geld sparen. Genau den Betrag, den Sie sich sparen, können Sie zusätzlich tilgen, weswegen Ihre Restschuld nach 15 Jahren ebenfalls deutlich geringer ausfällt und damit die Kosten für eine anstehende Anschlussfinanzierung oder ein Forward-Darlehen niedrig bleiben.

Beachten Sie den Zinsaufschlag für die Vorlaufzeit

Einen weiteren sehr wichtigen Faktor stellt beim Forward-Darlehen der Zinsaufschlag für die Bereitstellung des Kredits bzw. der Kreditzinsen dar. Dieser kann nämlich von Anbieter zu Anbieter ebenfalls in einem Spektrum von 0,01 bis 0,02 Prozent variieren. Auch hier wollen wir Ihnen ein kurzes Beispiel geben, wie hoch Ihre Ersparnis sein kann, wenn Sie sich nach einem ausführlichen Vergleich für einen günstigeren Anbieter entscheiden:

In Beispiel A nehmen Sie einen Kredit über 100.000 Euro auf, die Bank verlangt dafür einen gebundenen Sollzins von 1,80 % p. a. und einen Zinsaufschlag von 0,03 % pro Monat. Nehmen wir eine Vorlaufzeit oder sogenannte Forward-Periode von 36 Monaten – also 3 Jahren – an, beträgt der gesamte Zinsaufschlag 1,08 %. Das führt am Ende des Tages also zu einem tatsächlichen Zinssatz von 2,88 %.

In Beispiel B nehmen Sie einen Kredit über ebenfalls 100.000 Euro auf, dieses Mal aber zu einem Sollzins von 2,00 % p. a. und einem Zinsaufschlag von nur 0,02 % pro Monat. Wir haben also einen höheren Sollzins, dafür aber einen niedrigeren Zinsaufschlag gewählt. Wie wird sich das auf den tatsächlichen Zinssatz auswirken? Nun, nehmen wir wieder eine Forward-Periode von 36 Monaten an, beträgt der gesamte Zinsaufschlag 0,72 % und der tatsächliche Zinssatz am Ende des Tages 2,72 %.

Obwohl Darlehen A in diesem speziellen Beispiel also einen höheren gebundenen Sollzins aufweist als Darlehen B, ist es am Ende teurer. Der Zinsaufschlag für die Bereitstellung wirkt sich bei langen Vorlaufzeiten also entsprechend deutlich aus. Das dürfen Sie beim Abschluss und Vergleich eines Forward-Darlehens nie vergessen.

Vereinbaren Sie kostenlose Sondertilgungen

Mittlerweile bieten eine Menge Banken Sondertilgungen ohne Kostenaufschlag an. Gängig sind im Bereich der Baufinanzierungen und Forward-Darlehen bis zu 5 Prozent der anfänglichen Kreditsumme, die Sie pro Jahr zusätzlich tilgen können. Falls Sie also über die finanziellen Mittel verfügen, können Sie auf diesem Weg eine Menge Geld sparen. „Wieso“, fragen sich an dieser Stelle viele Nutzer, „ich zahle doch nur eine Summe zurück, die ich sowieso später in der Finanzierung bezahlt hätte?“ Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Durch kostenlose Sondertilgungen mindern Sie die restliche Gesamtschuld deutlich und senken damit die Laufzeit des Darlehens bzw. der Baufinanzierung. Als positiver Nebeneffekt stellt sich somit auch eine Senkung der Zinskosten ein. Ziehen wir also ein Fazit, können wir sagen: Sie zahlen Ihren Kredit durch Sondertilgungen nicht nur schneller zurück, sondern sparen sich auch noch Zinkosten. Wer es sich leisten kann, sollte also darauf achten, zumindest einmal im Jahr eine solche Tilgung vorzunehmen.

Sie können in Zukunft gar noch höhere Einzahlungen in die Finanzierung kalkulieren? Dann sollten Sie mit der Bank unbedingt über noch höhere Sondertilgungsoptionen ohne Vorfälligkeitsentschädigung verhandeln. Mitunter können Sie bei einigen Banken sogar bis zu 10 Prozent der ursprünglichen Kreditsumme auf einen Schlag tilgen. Wichtig ist hier aber, dass Sie die Sondertilgungsrechte schriftlich im Kreditvertrag festhalten. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie die Option am Ende auch in Anspruch nehmen dürfen.

Eine weitere gute Option stellen kostenlose Ratenpausen dar, bei denen Sie einmal im Jahr mit einer Monatsrate pausieren dürfen, wenn Sie sich gerade in einer prekären finanziellen Situation befinden. Diese können Sie bei den meisten Banken und Anbietern aber nur in Anspruch nehmen, wenn Sie zuvor alle vereinbarten Raten rechtzeitig und vollständig zurückgezahlt haben. Beachten Sie zudem bitte, dass Sie stets nur mit der Tilgung des Darlehens aussetzen – die Zinsen müssen Sie auch weiterhin bezahlen. Somit erhalten Sie zwar dringend benötigten finanziellen Spielraum, die Gesamtkosten des Forward-Darlehens steigen aber an.

Reichen Sie die wichtigsten Unterlagen ein

Wichtiger HinweisWelche Unterlagen für den Abschluss eines Forward-Darlehens tatsächlich erforderlich sind, lässt sich pauschal nicht sagen, da es von Bank zu Bank verschieden ist. Im Regelfall handelt es sich bei allen seriösen deutschen Banken aber um mindestens diese Dokumente, die das Kreditinstitut bei einer klassischen Baufinanzierung anfordert:

  • Eine Kopie des Personalausweises oder eines vergleichbaren Ausweisdokuments
  • Den unterschriebenen Kreditvertrag
  • Gehaltsnachweise der letzten 3 bis 6 Monate
  • Sicherheiten, die Sie aufbringen können
  • Nachweise über verfügbares Eigenkapital
  • Nachweis einer Gebäudeversicherung
  • Eine Wertschätzung und Gutachtenunterlagen der zu finanzierenden Immobilie

Können Sie ein Forward-Darlehen auch wieder kündigen?

Bitte genau hinschauenFalls Sie mit der Bank einen Vertrag über ein Forward-Darlehen abschließen, ist dieser nicht nur für die Bank, sondern auch für Sie verbindlich und lässt sich nur unter bestimmten Umständen kündigen. Das kann selbstverständlich ärgerlich sein, wenn die Zinsen nach Vertragsabschluss weiter fallen oder konstant bleiben, da Sie sich dann nicht mehr die günstigeren Zinsen für Ihre Baufinanzierung sichern können. Das ist aber letztendlich auch das Risiko, auf das Sie sich einlassen und für welches Sie in anderen Fällen und Situationen belohnt werden. Gerade bei langen Vorlaufzeiten fällt es aber auch vielen Kreditexperten schwer, genau einzuschätzen, wie sich die Zinsen in diesem Zeitraum entwickeln werden.

Stehen die Zinsen am Ende Ihrer ersten Zinsbindung tatsächlich günstiger und Sie nehmen aufgrund dessen das Forward-Darlehen nicht an, verlangen quasi alle Banken eine sogenannte Nichtannahmeentschädigung, die in der Regel so teuer ist, dass sich die Ablösung des aufgenommenen Darlehens durch einen günstigeren Kredit gar nicht mehr lohnt. In Einzelfällen ermöglichen Baken zwar aus Gründen der Kulanz einen Ausstieg aus einem Forward-Darlehen, aber auch hier fällt fast immer eine Vorfälligkeitsentschädigung an, die das ganze Vorgehen nicht mehr wirtschaftlich lukrativ macht. Dennoch gibt es eine Situation, in welcher Sie ein Forward-Darlehen ohne zusätzliche Gebühren kündigen können – mehr dazu im nächsten Absatz.

Das Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren

Nach § 489 des bürgerlichen Gesetzbuches haben Sie als Kreditnehmer grundsätzlich immer das Recht, Ihren Baufinanzierungsvertrag nach 10 Jahren zu kündigen. Das gilt auch, wenn Sie eine längere Zinsbindung mit der Bank vereinbart haben. Die einzige Frage, die sich an dieser Stelle aber stellt, ist: Wann genau beginnt denn die Frist beim Forward-Darlehen? Laut eines bis heute gültigen Urteils des Landgerichts Bochum aus dem September 2015 können Sie die Vorlaufzeit auf die 10-jährige Frist anrechnen, wenn Sie das Forward-Darlehen bei der alten Bank abgeschlossen haben. Im Fachbereich sprechen wir hier auch von einer sogenannten Prolongation.

Hierzu ein kleines Beispiel, um den ganzen Text etwas verständlicher zu machen. Angenommen, Sie verlängern Ihren bestehenden Vertrag mit einem Forward-Darlehen drei Jahre vor dem Ende der ersten Zinsbindung, haben Sie 7 Jahre nach dem Inkrafttreten der neuen Zinskonditionen bereits das Recht auf eine Sonderkündigung. So hat es das Landgericht Bochum letztlich entschieden. Beachten Sie aber: Es besteht dennoch eine übliche Kündigungsfrist von 6 Monaten, die Sie einhalten müssen.

FAQs: Hier finden Sie kompakte Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen

Können Sie aus einem Forward-Kredit auch wieder zurücktreten?

Sie können jede Baufinanzierung nach mindestens 10 Jahren Laufzeit mit einer Frist von 6 Monaten kündigen. Davor müssen Sie das vereinbarte Forward-Darlehen entweder abnehmen oder der Bank eine saftige Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Daher lohnt es sich meist nicht, einen Forward-Kredit frühzeitig abzulösen und auf einen zinsgünstigeren Kredit umzusteigen.

Wie viel kostet ein Forward-Darlehen?

Die genauen Kosten eines Forward-Darlehens sind immer von zwei Faktoren abhängig. Auf der einen Seite selbstverständlich von der Höhe des effektiven Jahreszinses, aber andererseits auch von der Höhe der Bereitstellungszinsen, die bei Verbrauchern zwischen 0,01 und 0,03 Prozent variieren. Wie wir im Ratgeber aufgezeigt haben, kann ein Darlehen mit niedrigerem Effektivzins trotzdem teurer sein, wenn die Bereitstellungszinsen über eine lange Forward-Periode höher sind.

Was genau ist ein Annuitätendarlehen?

Ein Annuitätendarlehen ist das, was sich der herkömmliche Verbraucher unter einer typischen Baufinanzierung vorstellt. Es handelt sich dabei um einen Kredit, den Sie als Darlehensnehmer in gleichbleibenden monatlichen Raten tilgen. Die Annuität ist die vereinbarte jährliche Rate für eine Kapitalschuld und setzt sich aus einem Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Baufinanzierung.

Was besagt die europäische Wohnimmobilienkreditrichtlinie?

Mit der Umsetzung dieser seit 2016 gültigen EU-Richtlinie trägt der Gesetzgeber allen Banken auf, die Zahlungsfähigkeit bzw. Bonität ihrer Kunden genauer zu prüfen. So will der Gesetzgeber Verbraucher vor der Aufnahme von Baufinanzierungen in Niedrigzinsphasen schützen, die sie sich später zu höheren Zinsen nicht mehr leisten können. Seit der Einführung dieser Richtlinie haben sich mehrere Gruppen beschwert, dass so die Vergabe von Immobilienkrediten an bestimmte Verbrauchergruppen erschwert wird und teilweise sogar komplett unmöglich ist. Banken haben allerdings durchaus Spielraum, wie sie diese Richtlinie umsetzen wollen.

Hat sich die Stiftung Warentest mit Forward-Darlehen beschäftigt?

FragezeichenDie Experten der Stiftung Warentest genießen aufgrund ihrer langjährigen Test- und Vergleichserfahrung ein hohes Ansehen bei den deutschen Verbrauchern. Daher können wir mit Freuden berichten, dass sich auch die Stiftung Warentest in den vergangenen Monaten und Jahren ausführlich mit Forward-Darlehen und Anschlussfinanzierungen im Allgemeinen beschäftigt hat. Das verwundert allerdings auch nicht weiter, wenn wir uns ins Gedächtnis führen, dass Baufinanzierungen gerade in Niedrigzinsphasen immer sehr beliebt waren und auch weiterhin sind.

Eine Übersicht über alle Tests, Ratgeber und Artikel der Stiftung Warentest zum Thema Anschlussfinanzierung finden Sie unter diesem Link. Besonders interessant ist dabei eine Untersuchung der Stiftung aus dem April 2019, in welcher es speziell darum geht, wie Sie sich als Immobilienbesitzer bereits Jahre im Voraus günstige Zinsen für Ihre Anschlussfinanzierung sichern können. Sie können den kompletten Artikel unter diesem Link abrufen, was wir Ihnen nur wärmstens empfehlen können.

Hat Öko Test einen eigenen Forward-Darlehen-Vergleich durchgeführt?

Leider kann Öko Test nicht mit der großen Anzahl an Artikeln, Ratgebern und Tests der Stiftung Warentest mithalten, wenn es um Baufinanzierungen und speziell um Anschlussfinanzierungen und das Forward-Darlehen geht, war aber in den vergangenen Monaten und Jahren auch nicht gänzlich untätig in diesem Bereich. Eine Übersicht über alle Themen, die etwas mit Baufinanzierungen zu tun haben, finden Sie bei Öko Test unter diesem Link.

Besonders ans Herz legen können wir Ihnen aber den Ratgeber zum Thema Baufinanzierung der Öko Test, den Sie komplett unter diesem Link lesen können. Wie Öko Test selbst schreibt, gibt es viele „Fallen und Fehler“, in welche Sie als Verbraucher tappen oder die Sie begehen können. Der Ratgeber hilft Ihnen dabei, diese Fallstricke zu umgehen und immer die passende Finanzierung für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Fazit: Prognose zur aktuellen Zinsentwicklung – steigen die Zinsen an?

Damit Sie auch wirklich den passenden Zeitpunkt für den Abschluss eines Forward-Darlehens erwischen, sollten Sie regelmäßig die Zinsentwicklung auf dem Kreditmarkt beobachten. Die Entwicklung der Bauzinsen der letzten Jahre sowie aktuelle Zinsprognosen von Experten geben Ihnen wichtige Hinweise, um die zukünftige Marktentwicklung besser einschätzen zu können. Was genau Experten zur aktuellen Bauzinsen-Entwicklung sagen, erfahren Sie bei einer schnellen Recherche im Internet oder wenn Sie sich an einen Baufinanzierungsexperten oder -makler wenden. Dieser verlangt zwar eine Gebühr, kann Ihnen aber genau sagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Zinsen in den kommenden Monaten und Jahren vielleicht ansteigen oder fallen werden.

Anno 2019 befanden sich die Bauzinsen auf einem Rekordtief. Grund dafür ist die fehlende Verbesserung der Konjunktur im Umfeld der europäischen Wirtschaft, welche die Europäische Zentralbank mit ihrer Niedrigzinspolitik antreiben will. Kurzfristig können Sie damit rechnen, dass die Bauzinsen bis mindestens Ende 2020 auf dem gleichen Niveau bleiben, auf dem Sie aktuell sind. Langfristig gehen führende Experten aber davon aus, dass die Bauzinsen wieder steigen werden.