Reisetipps Wien

Sehenswertes Wien Paläste, Kirchen, Parks und Denkmäler

Schönbrunn und Stephansdom, Ringstraße und Belvedere - die ehemalige Kaiserstadt wartet mit einmaligen Sehenswürdigkeiten auf

Wien macht seinen Gästen die Orientierung leicht. Das Herzstück der Stadt bildet das mittelalterliche Zentrum: der Erste Bezirk, die Innere Stadt. In deren Mittelpunkt ragt Wiens Wahrzeichen Nummer eins, der Stephansdom, in den Himmel.

Auch etliche andere romanische und gotische Kirchen zeugen von den tiefen katholischen Wurzeln der alten Kaiserstadt. Ein Großteil der Baudenkmäler befindet sich entlang der Ringstraße, Wiens Prunkboulevard, der an Stelle der Mitte des 19. Jhs. abgerissenen Stadtmauer entstand.

In diesem rund 2 km² großen historischen Stadtkern sollte jede Besichtigung beginnen, am besten per pedes, zumal die Straßen hier über weite Strecken Fußgängerzone sind. Stimmungsvoll (wenn auch nicht gerade billig) ist eine Fahrt im Fiaker. Der Prunk der Ringstraßenarchitektur lässt sich auch bequem von der Straßenbahn 1 oder 2 aus genießen.

Nach außen hin sind die Sehenswürdigkeiten dünner gesät. Zum jenseits des Donaukanals gelegenen Zweiten Bezirk gehört die Erholungslandschaft des Praters. Der Dritte Bezirk umfasst das Botschaftsviertel, der Achte gilt als zentrumsnahes Refugium des Großbürgertums. Umkränzt werden diese ehemaligen Vorstädte vom Gürtel, einer sechsspurigen Hauptverkehrsader, die derzeit lebenswerter gestaltet wird.

Wien besitzt weit über 100 Museen - von weltberühmten Sammlungen wie dem „Kunsthistorischen“, der Schatzkammer in der Hofburg oder der Österreichischen Galerie bis zu kleinen, aber dennoch sehenswerten Gedenkstätten wie jenen für Johann Strauß, Franz Schubert oder Joseph Haydn. Diese Fülle verdankt die Stadt einerseits der Macht der alten Habsburger, waren es doch die Kaiser, die in ihrer Sammellust aus sämtlichen Teilen des Großreichs Gemälde und andere Preziosen zusammentrugen, Goldschmiede und andere Kunsthandwerker beschäftigten und Forscher ausschickten, von allen Ecken der Erde Natur- und Kunstschätze heimzubringen. Ein zweiter Grund für die Vielfalt der Museumslandschaft liegt in der Liebe der Wiener zum Kuriosen. So gibt es eigene Museen für das Fälscher- und Bestattungswesen, für die Orthopädie von Huf- und Klauentieren und für pathologisch-anatomische Präparate.

Besitzer einer „Wien-Karte“ erhalten vielerorts eine Ermäßigung beim Eintritt. Unter dem Motto „Wien - eine Stadt stellt sich vor“ sind zur besseren Orientierung an mehr als 200 künstlerisch und historisch interessanten Baudenkmälern weiße, mit rot-weißen Flaggen geschmückte Hinweistafeln mit den wichtigsten Informationen über das jeweilige Gebäude angebracht.

Akademie der Bildenden Künste

Der mit Terrakotten und Fresken verzierte Bau im Stil der Hochrenaissance birgt eine Gemäldegalerie von Weltruf, die einen repräsentativen Querschnitt durch die abendländische Malerei aus sechs Jahrhunderten vorstellt. Vertreten sind u.a. Hans Baldung Grien, Lucas Cranach d.Ä., Tizian, Peter Paul Rubens, Rembrandt und Anthonis van Dyck. Im Mittelpunkt steht das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch, ein grandioses Feuerwerk ebenso faszinierender wie grausamer Bildphantasien.

Das angeschlossene Kupferstichkabinett besitzt mehrere Hundert Bilder aus dem Biedermeier sowie mittelalterliche Baurisse. Di-So und feiertags 10-18 Uhr | Eintritt 7 Euro | Schillerplatz 3 | www.akademiegalerie.at | Straßenbahn D, J, 1, 2 Burgring, Bus 57 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz

Albertina

Das in der Augustinerstraße schräg hinter der Oper gelegene, nach seinem Erbauer Herzog Albert von Sachsen-Teschen, einem Schwiegersohn Kaiserin Maria Theresias, benannte Palais Albertina birgt die größte grafische Sammlung der Welt. Sie umfasst 60000 Zeichnungen und Aquarelle sowie an die 1,5 Mio. Druckgrafiken von so gut wie allen bildenden Künstlern der letzten 600 Jahre, die wegen ihrer Lichtempfindlichkeit nicht ständig gezeigt werden. In dem aufwendig sanierten Haus sind qualitätsvolle Wechselausstellungen zu sehen, die von Michelangelo und Dürer über Rembrandt bis Schiele die Lebenswerke der ganz Großen der bildenden Kunst zum Thema haben. Tgl. 10-18, Mi bis 21 Uhr | Eintritt 9,50 Euro | Augustinerstraße | www.albertina.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, 62, 65, Bus 59 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper

Am Hof

Auf diesem ehemaligen Mittelpunkt der Stadt stand schon im 12. Jh. der „Hof“ der Babenberger Herzöge. Gut 100 Jahre später wurde der Herrschersitz in die Hofburg verlegt. Das feudale Flair jedoch ist geblieben. Rund um die zentrale Mariensäule reiht sich eine Prachtfassade an die andere: die „Kirche zu den neun Chören der Engel“, links davon das Palais Collalto, in dem Mozart sechsjährig sein erstes Konzert in Wien gab; gegenüber das Märkleinsche Haus, ein Werk J. L. von Hildebrandts (Nr. 8), und das Bürgerliche Zeughaus mit dem Feuerwehrmuseum (Nr. 7 | wegen Renovierung voraussichtlich bis Mitte 2008 geschl. | Tel. 531990). | Am Hof | Bus 1 A

Augustinerkirche

Das in den Dreißigerjahren des 14. Jhs. erbaute Gotteshaus, eine gotische Hallenkirche mit schönen Netz- und Kreuzrippengewölben, diente den Habsburgern seit Mitte des 17. Jhs. als Hofpfarrkirche. Hier wurde der Nachwuchs der Kaiserfamilie getauft, hier traten viele ihrer Mitglieder - so auch Kaiser Franz Joseph und seine Sisi - vor den Traualtar. In dem schmalen und hohen, dreischiffigen Innern sind besonders bemerkenswert das von dem klassizistischen Bildhauer Antonio Canova gestaltete Marmorgrabmal für Erzherzogin Maria Christine und die gotische Georgskapelle. | Augustinerstraße 3 | Straßenbahn D, J, 1, 2, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz

Burggarten

1818 exklusiv für die Kaiserfamilie angelegt, wurde dieser Garten erst 100 Jahre später für die Allgemeinheit geöffnet. In der überaus gepflegten Anlage können Sie an Denkmälern von Mozart und den beiden Kaisern Franz I. Stephan von Lothringen und Franz Joseph I. vorbeischlendern. Einen Besuch wert ist außerdem das Palmenhaus, in dem sich eine schicke Café-Brasserie mit schöner Terrasse befindet. März-Dez. tgl. 10-2 Uhr, Fr ab 21 Uhr DJ-Line | Burgring/Opernring | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 57 A

Burgtheater

An diesem Weiheort deutschsprachiger Theaterkultur ist nicht nur interessant, was auf der Bühne geschieht. Auch das 1874-88 nach Plänen Gottfried Sempers und Carl von Hasenauers entstandene Gebäude selbst verdient nähere Betrachtung. Sehenswert ist sowohl seine Fassade im Stil der italienischen Hochrenaissance mit den Kolossalbüsten der Dichtergrößen über den Fenstern als auch das prunkvolle Innere mit den Feststiegen und Pausenräumen und dem 1500 Menschen fassenden Saal. Dr.-Karl-Lueger-Ring 2 | Führungen (etwa 1 Std.) tgl. 15 Uhr, Juli/Aug. auch 14 Uhr | Straßenbahn D, 1, 2 Rathausplatz

Donnerbrunnen

Wiens schönster Brunnen, ein Meisterwerk des großen Barockbildhauers Georg Raphael Donner, entstand 1737-39. Die Statue in der Mitte stellt Providentia, die Voraussicht, dar. Die Randfiguren personifizieren Traun, Enns, Ybbs und March - die vier Hauptzuflüsse der Donau auf österreichischem Boden. Donners Bleiplastiken wurden im 19. Jh. durch Bronzekopien ersetzt. Die Originale stehen im Barockmuseum im Unteren Belvedere. Neuer Markt | Bus 3 A, U 1, U 3 Stephansplatz

Erzbischöfliches Dom- und Diözesanmuseum

Hier sind die mittelalterlichen Bestände des Domschatzes zu sehen: gotische Tafelbilder und Plastiken, Reliquiare, Glasfenster und liturgisches Gerät. Das um 1365 gemalte Bildnis Herzog Rudolfs IV., des Gründers der Universität und Stifters des Stephansdoms, gilt als erstes Individualporträt nördlich der Alpen. Di-Sa 10-17 Uhr | Eintritt 7 Euro | Stephansplatz 6 | Durchgang | www.dommuseum.at | U 1, U 3 Stephansplatz

Freyung

Die große, dreieckige Freifläche im Nordwesten der Altstadt diente im Mittelalter als Marktplatz, Bühne für Gaukler und Hinrichtungsstätte. An ihrer Nordseite gründete der Babenberger Herzog Heinrich II. Jasomirgott im Jahr 1155 das Schottenstift. Rundherum entstanden etliche prachtvolle Adelssitze - darunter das barocke, von Lukas von Hildebrandt entworfene Palais Daun-Kinsky (Haus Nr. 4) sowie die Palais Harrach (Nr. 3) und Ferstel (Nr. 2). Beachtenswert ist auch das Schubladenhaus rechts neben der Schottenkirche. Bus 1 A, U 3 Herrengasse

Globenmuseum

Das weltweit einzige Museum seiner Art - mit mehr als 450 Globen und globenähnlichen Instrumenten im sorgsam restaurierten Palais Mollard. Angeschlossen: das Esperantomuseum. | Mo-Mi, Fr-Sa 10-14, Do 15 bis 19 Uhr | Eintritt 3 Euro | Kombikarte mit Prunksaal der Nationalbibliothek, Esperanto- und Papyrusmuseum 8 Euro | Herrengasse 9 | www.onb.ac.at | Bus 2 A, 3 A, U 3 Herrengasse

Haus der Musik

Auf den sieben Etagen dieses aufwendig renovierten Palais lässt sich eine multimediale und interaktive Reise durch die Welt der Töne unternehmen - von den 1842 hier gegründeten Wiener Philharmonikern bis zu Hyperinstrumenten für Eigenexperimente. Tgl. 10-22 Uhr | Eintritt 10 Euro | Seilerstätte 30 | www.hdm.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, 71 Schubertring, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz

Heiligenkreuzer Hof

Wie etliche andere Klöster Niederösterreichs besitzt auch das Stift Heiligenkreuz in Wien einen Hof. Er enthält über 800 Jahre alte Bauteile. Seine heutige Gestalt stammt aus dem 18. Jh. Sehr ruhig und höchst stimmungsvoll ist sein Innenhof. | Schönlaterngasse 5/Grashofgasse 3 | Bus 2 A

Heldenplatz

Ein einzigartiger Panoramablick reicht vom Halbrund der Neuen Burg über den Heldenplatz mit der langen Barockfassade des Leopoldinischen Trakts und den beiden pompösen Reiterstandbildern von Erzherzog Karl und Prinz Eugen, weiter über den Volksgarten und die Silhouette von Rathaus und Burgtheater bis hin zum Kahlenberg. Das Äußere Burgtor, das die riesige, größtenteils rasenbedeckte Fläche zur Ringstraße hin abgrenzt, ist ein Werk Peter von Nobiles aus dem Jahr 1824 und soll an die Völkerschlacht bei Leipzig erinnern. Heldenplatz | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 2 A, U 3 Herrengasse

Hofburg

Über 600 Jahre lang, von der Belehnung des Habsburgers Rudolf I. mit den österreichischen Ländern (1276) bis zum Rücktritt Kaiser Karls (1918), war „die Burg“ die Residenz des österreichischen Herrscherhauses. Anfangs eine vergleichsweise kleine Burg, wuchs sie im Lauf der Jahrhunderte parallel mit der Macht und dem Reich ihrer Bewohner zu einem vielfach verschachtelten Gebäudekomplex, der heute 18 Trakte und 19 Höfe umfasst. Ältester Teil ist der Schweizerhof, von dem aus man die Schatzkammer und die im Kern gotische Burgkapelle betritt.

Schöpfungen des 16. Jhs. sind die Stallburg, der Amalientrakt und das rot-schwarz-goldene Schweizertor am Eingang zu dem gleichnamigen Hof. Im 17. Jh. entstand der Leopoldinische Trakt und im 18. Jh. unter der Leitung von Johann Lukas von Hildebrandt und Joseph Emanuel Fischer von Erlach der Reichskanzleitrakt. Vater und Sohn Fischer von Erlach schufen auch die Winterreitschule, in der die Lipizzaner ihre Künste vollführen, sowie die Nationalbibliothek, deren barocker Prunksaal mit seiner gewaltigen Kuppel vielfach als schönster Bibliothekssaal der Welt bezeichnet wird. Der Michaelertrakt wurde Ende des 19. Jhs. vollendet. Als Letztes folgte 1891-1913 die Neue Burg als Teil eines viel größeren Erweiterungsprojekts, dessen Verwirklichung der Erste Weltkrieg verhinderte.

Von den insgesamt rund 2500 Räumen dieses steinernen Labyrinths ist nur ein Bruchteil zu besichtigen. Da sind zum einen die Kaiserappartements samt neuem Sisi-Museum sowie die Silberkammer, die beide vom Kuppelraum des Michaelertrakts aus zu erreichen sind. Dann die Schatzkammer, die Burgkapelle, der Prunksaal der Nationalbibliothek, die Spanische Reitschule und schließlich, in der Neuen Burg, die zum Kunsthistorischen Museum gehörige Hofjagd- und Rüstkammer, die Sammlung alter Musikinstrumente und das Ephesosmuseum.

Außerdem sind in der Hofburg heute die Kanzlei des Bundespräsidenten, ein viel frequentiertes Kongresszentrum, diverse Ämter, Privat- und Dienstwohnungen sowie - in der Fußgängerpassage zwischen Burghof und Heldenplatz - einige Läden untergebracht. Michaelerplatz, Josefsplatz, Heldenplatz, Ballhausplatz. Nationalbibliothek, Josefsplatz 1 | Di-So 10 bis 18, Do 10-21 Uhr | Eintritt 5 Euro | www.hofburg-wien.at | www.onb.ac.at | Straßenbahn D, J, 1, 2 Burgring, Bus 2 A, 3 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz, U 3 Herrengasse

Hoher Markt

Unter dem Pflaster dieses ältesten Platzes von Wien, auf dem sich im Mittelalter das Verlies, der Pranger und das städtische Gerichtsgebäude befanden, wurden Fundamente und Mauerteile des römischen Legionslagers Vindobona entdeckt. Die Reste einiger Offiziershäuser sind in einem unterirdischen Schauraum zu besichtigen (Di-So 9-13 und 14-17 Uhr). Eine Attraktion in der Nordostecke des Platzes bildet die Ankeruhr. Auf der 1911 vom Jugendstilkünstler Franz von Matsch in Form einer Brücke zwischen den Häusern Nr. 10 und 11 erbauten Kunstuhr erscheinen im Lauf von zwölf Stunden zwölf Figuren aus der Geschichte der Stadt. Täglich um 12 Uhr mittags findet, von Musik begleitet, eine Parade sämtlicher Figuren statt. Bus 2 A, 3 A, U 1, U 3 Stephansplatz

Jesuitenkirche

Vor allem fasziniert die illusionistische Deckenmalerei: Inmitten des Langhauses täuscht sie eine zentrale Kuppel vor. Anfang des 17. Jhs. erbaut, wurde die Kirche (auch Universitätskirche genannt) zu Beginn des 18. Jhs. von Andrea Pozzo hochbarock umgestaltet. Ihre doppeltürmige Fassade begrenzt einen der stimmungsvollsten Innenstadtplätze. Dr.-Ignaz-Seipel-Platz | Straßenbahn 1, 2, Bus 2 A, U 3 Stubentor

Josefsplatz

Dieser eindrucksvolle, unter architektonischen Gesichtspunkten wohl homogenste Platz der Stadt wird von der Längsfront der Nationalbibliothek beherrscht. Die gegenüberliegende Seite säumen das klassizistische Palais Pallavicini (Haus Nr. 5) und das Palais Palffy mit seiner Renaissancefassade (Nr. 6). | Bus 2 A

Jüdisches Museum der Stadt Wien

Permanente Schau zur jüdischen Religion und (Leidens-)Geschichte sowie Wechselausstellungen zu Themen wie jüdische Literatur, Architektur, Fotografie etc. So-Fr 10-18, Do 10-20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Dorotheergasse 11 | www.jmw.at | U 1, U 3 Stephansplatz

Kaiserappartements (Mit Silberkammer & Sisi-Museum)

So speiste man am Hof zu Wien: auf Porzellan aus Ostasien, Sèvres und dem Augarten, mit Kristallgläsern und Silberbesteck. Glanzpunkte der Schau sind der fast 30 m lange „Mailänder Tafelaufsatz“ und ein Prunkservice für 140 Personen. Die Kaiserappartements umfassen die Privatgemächer von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Gemahlin Elisabeth, ihren Speisesaal, den Audienzsaal, die Räume des kaiserlichen Offiziersstabs, das Konferenzzimmer sowie die Appartements, in denen Zar Alexander I. während des Wiener Kongresses logierte. Ebenfalls räumlich angegliedert ist seit 2004 das Sisi-Museum, das die „Wahrheit statt dem Mythos“ rund um die zur Legende entrückten Kaiserin Elisabeth alias Sisi zeigt. Sept.-Juni tgl. 9-17 Uhr, Juli und Aug. tgl. 9-17.30 Uhr | Eintritt 9,90 Euro (inkl. Sisi-Museum) | Sisi-Ticket in Kombination mit Schönbrunn, Hofburg und Hofmobiliendepot 22,90 Euro | Innerer Burghof, Kaisertor | www.hofburg-wien.at | Bus 2 A, U 1, U 3 Stephansplatz, U 3 Herrengasse

Kaisergruft

Hier, unter der Kapuzinerkirche, wurden seit 1632 sämtliche habsburgischen Herrscher und ihre nächsten Angehörigen bestattet. Allerdings ruhen ihre Herzen in der Augustinerkirche und ihre Eingeweide in den Katakomben von St. Stephan. Als letzten Kaiser setzte man 1916 Franz Joseph I. in der Kaisergruft bei. Das letzte Begräbnis fand mit großem Pomp erst 1989 statt, als Kaiserin Zita, die Witwe von Karl I., hier ihre letzte Ruhe fand. Von den 138 Metallsärgen ist Balthasar Ferdinand Molls Doppelsarkophag für Maria Theresia und ihren Gemahl, Franz I. Stephan von Lothringen, der prächtigste. Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | Neuer Markt | Bus 3 A, U 1, U 3 Stephansplatz

Kunstforum

In den von Stararchitekt Gustav Peichl gestalteten Räumlichkeiten finden regelmäßig wechselnde, stets hochkarätige Ausstellungen zur Malerei des 19./20. Jhs. statt. | Sa-Do 10 bis 19, Fr 10-21 Uhr | Eintritt 8,70 Euro, Happy Hour Mo-Do 18-19 Uhr: zwei Pers. zum Preis von einer | Freyung 8 | www.kunstforum-wien.at | Straßenbahn D, 1, 2, U 2 | Schottentor, U 3 Herrengasse

Kunsthistorisches Museum

Das „Kunsthistorische“, ein Werk der Ringstraßenarchitekten Gottfried Semper und Karl von Hasenauer, gehört zu den großen Museen der Welt. Seine Bestände sind das Ergebnis der Sammelleidenschaft von kunstsinnigen Habsburgern, die seit dem 16. Jh. systematisch Kostbarkeiten anhäuften. Das Herzstück bildet die Gemäldegalerie im 1. Stock. Sie ist weltweit die viertgrößte ihrer Art. Zu ihren Schätzen zählen zahlreiche Hauptwerke von Breughel, Rubens, Rembrandt, Dürer, Raffael, Tizian, Tintoretto, Veronese, Caravaggio, Velázquez und anderen Meistern der italienischen, französischen, spanischen und niederländisch-flämischen Malerei vom späten 15. bis ins 17. Jh. Den zweiten Schwerpunkt der Sammlung bildet die Kunstkammer mit kostbaren Goldschmiede-, Steinschneide- und Elfenbeinarbeiten, Automaten, Uhren, astrologischem Gerät und vielem mehr. Beachtenswert sind auch die herrlichen Wand- und Deckenbilder von Ernst und Gustav Klimt, Michael Munkáczy, Hans Makart und anderen.

Ferner beherbergt der gegen Ende des 19. Jhs. eröffnete Prachtbau an der Ringstraße ein Münzkabinett, eine ägyptisch-orientalische und eine Antikensammlung. Im Kuppelsaal wird jeden Donnerstag Abendessen serviert, sonntags gibt es Brunch mit einer Sonderführung (Reservierung: Tel. 5261361). In die Neue Burg ausgelagert sind die Sammlung alter Musikinstrumente, die Hofjagd- und Rüstkammer sowie das Ephesosmuseum. Hauptgebäude Di-Mi, Fr-So 10 bis 18 Uhr, Do 10-21 Uhr | Eintritt 10 Euro | Burgring 5 | Eingang Maria-Theresien-Platz | www.khm.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 57 A, U2 Babenbergerstraße, U 3 Volkstheater, Neue Burg, Heldenplatz

Looshaus

Kaum ein Gebäude Wiens hat so viele Kontroversen ausgelöst wie dieses 1911 von Adolf Loos fertig gestellte Wohn- und Geschäftshaus. Das kühne Werk mit edler, aber schlichter Hülle aus grünem Marmor und Glas ist ein Meilenstein auf dem Weg zum funktionalen Baustil des 20. Jhs. Michaelerplatz 3 | Bus 2 A, 3 A, U 3 Herrengasse

Mahnmal gegen Krieg und Faschismus

Seit den späten 1980er-Jahren erinnert auf dem Platz hinter der Staatsoper ein Mahnmal von Alfred Hrdlicka an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Nazidiktatur in Österreich (1938-45). Die Skulpturengruppe umfasst das zweiteilige, granitene „Tor der Gewalt“, die Bronzefigur des „Knienden Juden“ und die Marmorplastik „Orpheus betritt den Hades“. Auf einer Stele wird die Unabhängigkeitserklärung der Zweiten Republik vom 27. April 1945 zitiert. Albertinaplatz/Augustinerstraße | Bus 3 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz

Maria am Gestade

Die Hauptattraktion dieser schmalen gotischen Kirche (1343-1414), die einst direkt am Steilufer eines alten Donauarms lag, ist der zierliche, siebenseitige Kuppelhelm ihres Turms. Baugeschichtlich interessant ist der geländebedingte Knick in der Achse zwischen Langhaus und Chor. Ein Schrein vor dem Altar einer Seitenkapelle birgt die Reliquien des hl. Clemens Maria Hofbauer, des Stadtpatrons von Wien. Salvatorgasse/Passauer Platz | Bus 1 A, 3 A

Maria-Theresien-Denkmal

Das mächtige Monument zwischen dem Kunst- und dem Naturhistorischen Museum, ein Werk Caspar Zumbuschs (1874-88), zeigt die Kaiserin inmitten ihrer Mitstreiter für das Wohl der „Casa Austria“ - als Reiter die Feldherren Laudon, Daun, Khevenhüller und Traun, stehend die Berater Kaunitz, Haugwitz, Liechtenstein und van Swieten. Maria-Theresien-Platz | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 57 A, U 2 | Babenbergerstraße, U 3 Volkstheater

Minoritenkirche

Der dreischiffige Hallenbau mit seinem für Bettelorden typischen Dachreiter ist ein Werk der Gotik (14. Jh.). Großartig sind das reiche Maßwerk der Fenster, das Portal und das Letzte-Abendmahl-Mosaik. Minoritenplatz | U 3 Herrengasse

Mozarthaus

Im Spätrokokoambiente dieser einzigen in Wien erhaltenen Mozart-Wohnung lebte der Meister 1784-87 und schrieb neben anderen Werken die „Hochzeit des Figaro“. Nach einem Generalumbau ist hier seit 2006 auf drei Etagen eine umfassende Dauerschau über seine Wiener Jahre zu sehen. Tgl. 10-20 Uhr | Eintritt 9 Euro | Domgasse 5 | U 1, U 3 Stephansplatz

Museum für Angewandte Kunst

Europäisches Kunstgewerbe vom Mittelalter bis zur Gegenwart - Glas, Keramik, Metall, Möbel, Porzellan, Textilien, dazu Ostasiatika: Die Sammlung des „MAK“ ist nicht nur überaus reich, sondern auch sehr effektvoll präsentiert. Glanzstücke sind die Arbeiten der Wiener Werkstätte und die einzigartigen Orientteppiche. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst. (samstags frei!) | Di 10-24, Mi-So 10-18 Uhr | Eintritt 7,90 Euro | Stubenring 5 | www.mak.at | Straßenbahn 1, 2, Bus 4 A, 74 A, U 3 Stubentor

Museum für Völkerkunde

Wiens ethnografisches Museum zählt zu den bestbestückten dieser Art, ist aber voraussichtlich bis ins Frühjahr 2008 wegen Renovierung geschlossen. Neue Burg | Heldenplatz | www.ethno-museum.ac.at | Straßenbahn 1, 2, D, J, 46, 49, Bus 48 A, 57 A, U 2, U 3 Volkstheater

Museum of Young Art

Das 2005 eröffnete Museum ist ein Forum für junge Kunst. Es zeigt auf einer 600 m² großen Ausstellungsfläche Werke aus allen Genres. Öffnungszeiten variieren, Anruf empfohlen: Tel. 5351989 | Eintritt 5 Euro | Löwelstraße 20 | www.moyavienna.at | Straßenbahn D, 1, 2, U 2 Schottentor

Naturhistorisches Museum

Von Dinosaurierskeletten bis zur weltgrößten Insektensammlung mit über 6 Mio. Tieren, von der Venus von Willendorf, einer 26000 Jahre alten Steinstatuette, bis zu Meteoriten, Edelsteinen und einer riesigen Schädelsammlung - der Prachtbau an der Ringstraße beherbergt eine der größten naturwissenschaftlichen Sammlungen Europas. Zusatzangebot: Dachführungen (auch mit Abendessen). Do-Mo 9-18.30, Mi 9-21 Uhr, Dachführungen Mi 17 und 18 Uhr, So 14 und 16 Uhr | Eintritt 8 Euro | Burgring 7 | Eingang Maria-Theresien-Platz | Infos: Tel. 52170 | www.nhm-wien.ac.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, 46, 49, Bus 48 A, U 3 Volkstheater

Neues Rathaus

Der neugotische Prunkbau entstand 1872-83. Hier residieren der Bürgermeister sowie Stadt- und Landesregierung. Das Innere - der Arkadenhof, die Feststiege und der kolossale Festsaal - kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Auf dem fast 100 m hohen Turm wacht der mit Standarte 6 m hohe Rathausmann, eine Art eisernes Riesenmaskottchen, über die Stadt. Vor der mit filigranen Loggien, Balkonen und Spitzbogenfenstern verzierten Hauptfassade werden im Hochsommer auf einer Großleinwand Opern- und Konzertfilme gezeigt. Den Rathauspark zieren zahlreiche Denkmäler. Friedrich-Schmidt-Platz 1 | Gratisführungen Mo, Mi und Fr 13 Uhr (außer an Sitzungs- und Feiertagen | Gratisführungen Mo und Mi, Fr 13 Uhr (außer an Sitzungs-Feiertagen | Tel. 52550 | Straßenbahn 1, 2 Rathausplatz, U 2 Rathaus

Österreichisches Theatermuseum

1,5 Mio. Objekte machen dieses im prachtvollen Palais Lobkowitz installierte Museum zum weltweit größten seiner Art. Auf Dauer ausgestellt ist aber nur ein Bruchteil, dazu kommen interessante Sonderschauen. Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Lobkowitzplatz 2 | Führungen nach Voranmeldung Tel. 5128800 | www.theatermuseum.at | U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper

Palais Ferstel

Dieses Prunkstück der Wiener Ringstraßenarchitektur wurde 1856-60 von Heinrich von Ferstel für die Nationalbank erbaut. Bis 1877 beherbergte es auch die Börse. Das Café Central an der Ecke Herrengasse/Strauchgasse war um die Wende zum 20. Jh. als Treffpunkt von Literaten berühmt. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde der riesige, von drei Seiten zugängliche Baukomplex Anfang der 1980er-Jahre mitsamt seinen Einkaufspassagen aufwendig restauriert. Freyung 2/Herrengasse 17 | Bus 1 A, 2 A, U 3 Herrengasse

Parlament

Der 1873-83 errichtete Bau ist sowohl Sitz des National- als auch des Bundesrats. Mit den antikisierenden Formen und dem Brunnen mit der Weisheitsgöttin Pallas Athene vor der Hauptrampe wollte Theophil Hansen die Einhaltung der griechischen Ideale der Demokratie anmahnen. Im Besucherzentrum (Zugang unter der Rampe) kann man sich kostenlos über die Republiksgeschichte informieren. Führungen, außer an Sitzungs- und Feiertagen: Mo-Fr 10, 11, 14, 15, 16, Sa 10, 11, 12, 13 Uhr | Eintritt 4 Euro | Anmeldung für Gruppen: Tel. 401102400 | www.parlament.gv.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, 49 Stadiongasse/Parlament

Pestsäule

Die von Kaiser Leopold I. gestiftete Dreifaltigkeitssäule erinnert an eine Pestepidemie, die 1679 über 100000 Wiener dahinraffte. Das hochbarocke, kürzlich renovierte Wolkengetürm stammt vom Theateringenieur Lodovico Burnacini. Den Sockel schuf Johann Bernhard Fischer von Erlach, die Skulpturen Paul Strudel. Graben | Bus 2 A, 3 A, U 1, U 3 Stephansplatz

Peterskirche

In der ersten Hälfte des 18. Jhs. nach Plänen von Gabriel Montani und Johann Lukas von Hildebrandt entstanden, zählt dieser Sakralbau zu den prächtigsten Werken des österreichischen Barock. Glanzstück im Innern der Kirche ist das Kuppelfresko von Johann M. Rottmayr: die „Himmelfahrt Mariae“. Petersplatz | Bus 2 A, 3 A Peterskirche, U 1, U 3 Stephansplatz

Postsparkasse

Mit diesem kühl-eleganten Bau schuf der große Neuerer Otto Wagner, der stets die Einheit von Funktionalität und Schönheit predigte und mit seinen Bauten Wiens Stadtbild prägte, sein Meisterwerk - eine Pionierleistung der modernen Architektur. Sehenswert ist nicht nur die mit Marmor und Granitplatten verkleidete und von zwei Schutzengeln aus Aluminium gekrönte Fassade, sondern auch der glasüberdachte Kassensaal mit seiner bis ins letzte Detail perfekten Inneneinrichtung, die ebenfalls von Wagner stammt. Georg-Coch-Platz 2 | Straßenbahn 1, 2, N Julius-Raab-Platz

Ringstrasse

Nachdem Kaiser Franz Joseph 1857 befohlen hatte, Wiens alte Befestigungsanlagen zu schleifen, ließ er an ihrer Stelle einen Prachtboulevard anlegen, der das historische Stadtzentrum umschließt und an zwei Stellen am Ufer des Donaukanals in den Franz-Josefs-Kai mündet. Diese 4,5 km lange „Ringstraße“ wird von zahlreichen teils privaten, teils öffentlichen Prunkbauten im „Ringstraßenstil“ gesäumt. Alle imitieren Baustile früherer Epochen, von der griechisch-römischen Antike über die Kathedralengotik sowie Renaissance und Barock bis zu allerlei Stilmischungen des Historismus. Als städtebauliches Gesamtkunstwerk hat der 1865 eingeweihte „Ring“ in keiner anderen Metropole Europas seinesgleichen. Entlang der Ringstraße müssen sich Fußgänger den Gehsteig abschnittsweise mit Radfahrern teilen.

Ruprechtskirche

Wiens älteste erhaltene Kirche. Sie wurde laut Überlieferung um 740 gegründet. Ihr Langhaus und die unteren Turmgeschosse stammen aus dem frühen 12. Jh., der Zeit der Romanik. Ruprechtsplatz | Bus 2 A, U 1, U 4 Schwedenplatz

Schatzkammer

Eine der wertvollsten Preziosensammlungen der Welt befindet sich im ältesten Teil der Hofburg, dem Schweizerhof. Sie umfasst die Insignien des Heiligen Römischen Reiches wie Lehensschwert, Zepter, Reichskrone und -schwert, die unveräußerlichen Erbstücke der Habsburger, die Schätze der Burgunder, des Ordens vom Goldenen Vlies und vieles mehr. Mi-Mo 10-18 Uhr | Eintritt 8 Euro | Hofburg/Schweizerhof | www.khm.at | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 2 A, 57 A Burgring

Secession

1897/98 schuf Josef Maria Olbrich für die „Wiener Secession“, eine Gruppe avantgardistischer Künstler, die sich soeben von ihrer konservativen, im Künstlerhaus organisierten Kollegenschaft losgesagt hatten, dieses Ausstellungs- und Klubgebäude. Der von einer - einst als „Krautschopf“ bespöttelten - Kuppel aus filigranem, vergoldetem Blattwerk bekrönte Bau gilt als ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils. Im Untergeschoss kann Gustav Klimts Beethovenfries besichtigt werden. Friedrichstraße 12 | Di, Mi, Fr-So und feiertags 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr | Eintritt 6 Euro, 4,50 Euro für Ausstellungen | www.secession.at | U1, U2, U4 Karlsplatz

Spanische Hofreitschule

Zu Wiens Besonderheiten gehören Pferdestallungen mitten in der Stadt, ja im Kaiserpalast selbst: die Spanische Hofreitschule mit ihren Lipizzanern. Zusehen kann man den gelehrigen Schimmeln bei der Morgenarbeit (Di-Sa 10-12 Uhr). Karten, auch für die ca. einstündigen Führungen inkl. Stallbesichtigung, sind im Besucherzentrum erhältlich (Di-Sa 9-16.30 Uhr | Ticket 15 Euro, Kombiticket mit Führung: 25 Euro). Für die viel selteneren Galavorführungen können Sie Karten schriftlich bestellen (Hofburg | Michaelerplatz 1 | A-1010 Wien) oder unter www.srs.at. Termininfos: Tel. 5339032

Staatsoper

Bei der Einweihung 1869 war das kaiserlich-königliche Hofoperntheater mit seiner Loggia, den seitlichen Arkaden und dem metallenen Tonnendach heftiger Kritik ausgesetzt. In der Zwischenzeit ist der romantisch-historische Bau, der in den letzten Kriegswochen 1945 schwer beschädigt wurde, den Wienern als Symbol ihrer Musikkultur jedoch ans Herz gewachsen. Das Innere mit dem freskenverzierten Treppenhaus, dem Schwind-Foyer, dem Gustav-Mahler- und Marmorsaal und dem Zuschauerraum mit 2276 Plätzen ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen (Zeiten sind am Seiteneingang angeschlagen oder unter Tel. 514442606 zu erfragen).

Seit 2005 informiert das neue Staatsopernmuseum ausführlich über Geschichte und Gegenwart des Hauses (Di-So 10-18 Uhr | Eingang: Goethegasse/Hanuschhof 1). Außerdem neu: das Café Oper Wien an der Ostseite (tgl. 8-24 Uhr). | Opernring 2 | Straßenbahn D, J, 1, 2, Bus 59 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper

Stadtpark

Diese grüne Insel der Ruhe wurde 1862 eröffnet und bildete den ersten von der Stadtverwaltung angelegten Park. Seine geschlängelten Spazierwege sind von zahlreichen Denkmälern gesäumt. Deren berühmtestes zeigt Johann Strauß Sohn, wie er zum Walzer aufgeigt. Renoviert wurde vor Kurzem die schöne Treppenanlage mit ihren Pavillons neben der U-Bahn-Station Stadtpark - ein Werk des Jugendstilarchitekten Friedrich Ohmann. Parkring | Straßenbahn 1, 2, U 4 Stadtpark, U 3 Stubentor

Stephansdom

Dieses von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannte Wahrzeichen der Stadt ist das bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs. Seine Entstehungsgeschichte reicht bis 1147 zurück, als man hier eine erste, noch romanische Kirche weihte. Diese wurde Mitte des 13. Jhs. durch einen ebenfalls romanischen Neubau ersetzt, dessen Reste, das Riesentor mit den beiden Heidentürmen, bis heute die Westfront des Doms bilden.

Der heutige Bau entstand in mehreren Etappen: 1303-40 der dreischiffige Albertinische Chor, ab 1359 auf Initiative des Habsburger Herzogs Rudolf IV., des Stifters, das Langhaus mit seinen prachtvollen Stern- und Netzrippengewölben sowie der 137 m hohe Südturm. Dessen geplantes Gegenstück, der Nordturm, blieb unvollendet und erhielt 1579 einen „Turmhelm“ im Renaissancestil. Darunter hängt die Pummerin, die 21 t schwere, größte Glocke des Landes. Sie wurde nach der zweiten Türkenbelagerung (1683) aus dem Erz der erbeuteten Kanonen gegossen.

Der Kirchenraum, den Adolf Loos als „weihevollsten der Welt“ pries, beherbergt eine Vielzahl einzigartiger Kunstschätze. Die wichtigsten sind die 1514/15 von Anton Pilgram geschaffene Kanzel, der gotische „Wiener Neustädter Altar“ von 1447, das Hochgrab Kaiser Friedrichs III., das Niclas Gerhaert van Leyden in über vierzigjähriger Arbeit (1467 bis 1513) schuf, und das Grabmal von Prinz Eugen von Savoyen aus dem Jahr 1754.

Empfehlenswert ist auch der Abstieg in die Katakomben, in denen die sterblichen Überreste von 15 frühen Habsburgern sowie in Urnen die Eingeweide jener 56 weiteren Mitglieder des Herrscherhauses ruhen, deren Gebeine in der Kaisergruft bestattet sind. Traumhafte Ausblicke über die Stadt genießt, wer über 343 enge Stufen zur Türmerstube im Südturm hochsteigt. Domführungen Mo-Sa 10.30 und 15 Uhr, So und feiertags nur 15 Uhr, Abendführungen mit Dachrundgang Juni-Sept. Sa 19 Uhr | Eintritt 4 Euro | Katakomben (nur mit Führung) Eintritt 10 Euro | Mo bis Sa 10-11.30 und 13.30-16-30 Uhr, So und feiertags nur nachmittags alle halbe Stunde ; Besteigung des Südturms tgl. 9-17.30 Uhr | Eintritt 4 Euro | Aufzug zur Pummerin im Nordturm tgl. April, Juni, Sept. und Okt. 9-17.30, Juli/Aug. 8-18, Nov. bis März 8.30-17 Uhr | Eintritt 4 Euro | Stephansplatz | www.stephansdom.at | U 1, U 3 Stephansplatz

Volksgarten

Nachdem Napoleon 1809 die Burgbastei hatte schleifen lassen, wurde auf dem frei gewordenen Gelände eine Parkanlage „für das Volk“ gestaltet. In deren Mitte errichtete Peter Nobile, der Erbauer des Äußeren Burgtors, für Antonio Canovas Marmorskulptur des Theseus, die heute das Treppenhaus des Kunsthistorischen Museums ziert, den „Theseustempel“. In zwei stillen Ecken haben Kaiserin Elisabeth und Franz Grillparzer ihre Denkmäler. Für seine Blütenpracht berühmt ist der Rosengarten nahe dem Ausgang zum Burgtheater. Straßenbahn D, 1, 2, J, 46, 49, Bus 2 A, 48 A

Josephinum

Die Sammlung des Instituts für Geschichte der Medizin dokumentiert die Entwicklung der Wiener Medizin von Gerard van Swieten, dem Leibarzt Maria Theresias, bis zu Sigmund Freud. Hauptblickfang sind die lebensgroßen anatomischen Wachsfiguren, die Kaiser Joseph II. 1785 eigens in Florenz modellieren ließ, damit seine Militärärzte den inneren Aufbau des Menschen studieren konnten. Mo-Fr 9-15, 1. Sa im Monat 10-14 Uhr | Währinger Straße 25/1 | Straßenbahn 37, 38, 40-42 Sensengasse

Liechtenstein Museum

Die Fürstlichen Sammlungen, die als bedeutendste und größte private Kunstkollektion der Welt gelten, sind im Frühjahr 2004 aus Vaduz nach Wien übersiedelt. Zu ihren wertvollsten Exponaten zählen Bilder von Cranach, Raffael und Rembrandt sowie etliche Hauptwerke von Peter Paul Rubens. Daneben finden sich erlesene Skulpturen, Waffen, Porzellan und vieles mehr. Den Rahmen für all diese Kostbarkeiten bildet der mit höchstem Aufwand und Geschmack renovierte Barockpalast der Familie Liechtenstein, die im Habsburgerreich über Jahrhunderte großen Einfluss ausübte. Fr-Mo 10-17 Uhr | Eintritt 10 Euro | www.liechtensteinmuseum.at | Fürstengasse 1 | Straßenbahn D Seegasse

Museumsquartier

Innerhalb des von Grund auf sanierten Ensembles der ehemaligen barocken Hofstallungen ist auf 60000 m² ein einzigartiger Museumskomplex entstanden. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 bildet er gemeinsam mit den nahen Kunst- und Naturhistorischen Museen und der Hofburg eines der größten Kulturviertel der Welt, wobei das Spannungsfeld zwischen barocker und zeitgenössischer Architektur die Vielfalt des kulturellen Angebots widerspiegelt.

Mehr als 20 Museen, autonome Initiativen und Projekte sind hier angesiedelt und machen das Museumsquartier, kurz MQ, sowohl zum künstlerischen Labor und Archiv als auch zum Ort der experimentellen Praxis und theoretischen Reflexion, zum Raum der Produktion und Vermittlung von Kunst.

Zu den bedeutendsten Institutionen des MQ zählen das Leopold-Museum, das die weltweit größte Schiele-Sammlung und dazu Spitzenwerke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Herbert Boeckl, Alfred Kubin u.v.a. beinhaltet (tgl. 10-18, Do 10-21 Uhr | Eintritt 9 Euro), und das Museum Moderner Kunst, in dem die klassische Moderne, die österreichische Avantgarde der Nachkriegszeit und die wichtigsten aktuellen Kunstrichtungen wie Informel, Fotorealismus, Objekt- und Aktionskunst zu Hause sind (Di-So 10-18, Do 10-21 Uhr | Eintritt 8 Euro).

Daneben finden sich: das Stammhaus der Kunsthalle (tgl. 10-19, Do 10-21 Uhr | Eintritt 7,50 Euro), das Architekturzentrum Wien, das Tanzquartier Wien, das Zoom-Kindermuseum samt Dschungel-Theater (Mo bis Do 8.30-17, Fr-So und Ferien 10-17.30 Uhr | Eintritt 5 Euro) sowie zwei Veranstaltungshallen und Experimentierflächen für Initiativen in den Bereichen Film, Neue Medien und Kunsttheorie namens Quartier 21. Das MQ dient dank der zehn Ein- und Durchgänge und seiner zahlreichen gastronomischen Betriebe auch als attraktive Passage zwischen der Innenstadt und den angrenzenden Bezirken sowie als bis tief in die Nacht pulsierender Treffpunkt. Museumsplatz 1 | Tel. 5235881 | www.mqw.at | Straßenbahn 49, Bus 2A, 48A, U 2, U 3 Volkstheater oder Babenbergerstraße

Sigmund-Freud-Museum

In den Räumen, in denen der Vater der Psychoanalyse fast ein halbes Jahrhundert lang, nämlich bis zu seiner Vertreibung 1938, ordinierte, sind Manuskripte und andere Erinnerungsstücke ausgestellt. Die berühmte Couch allerdings ist hier nicht zu sehen. Okt.-Juni tgl. 9-17, Juli-Sept. tgl. 9-18 Uhr | Eintritt 7 Euro | Berggasse 19 | Straßenbahn D, 37, 38, 40-42, Bus 40 A Berggasse

Schubert-Geburtshaus

In diesem typischen Altwiener Vorstadthaus erblickte am 31. Januar 1797 der Liederfürst das Licht der Welt. Der Erinnerungsstätte angeschlossen ist ein Adalbert-Stifter-Gedenkraum. Di-So 10-13 und 14-18 Uhr | Eintritt 2 Euro | Nussdorfer Straße 54 | Straßenbahn 37, 38 Canisiusgasse

Spittelberg

In engen, autofreien Gässchen bietet sich hier ein malerisches Vorstadtambiente mit kleinen Läden und gemütlichen Lokalen. Das gleich hinterm Museumsquartier gelegene Viertel zwischen Siebensterngasse und Burggasse, Kirchberggasse und Stiftgasse war kurz vor und in der Biedermeierzeit bebaut worden. Seine heutige Beliebtheit verdankt es einer Erneuerung in den 1970er-Jahren. | Straßenbahn 49, Bus 48 A, U 3 Volkstheater

Strudlhofstiege

Die elegante Stiegenanlage, die mit ihren Treppen und Rampen einen Steilhang zwischen Währinger Straße und Palais Liechtenstein überwindet, errang durch den gleichnamigen Roman Heimito von Doderers literarischen Ruhm. Die „terrassenförmige Bühne dramatischen Lebens“, wie der Romancier das exquisite, von schmiedeeisernen Jugendstilkandelabern geschmückte Bauwerk nannte, entstand 1910 nach Plänen von Johann Theodor Jäger. Strudlhofgasse | nahe Liechtensteinstraße | Straßenbahn D, Bus 40 A Bauernfeldplatz

Votivkirche

Nachdem der junge Kaiser Franz Joseph I. 1853 ein Attentat überstanden hatte, initiierte sein Bruder, Erzherzog Ferdinand Max, den Bau einer Sühnekirche. In der Folge entstand nach Entwürfen von Heinrich von Ferstel ein mächtiger, doppeltürmiger Bau im Stil der französischen Kathedralgotik. 1879 eingeweiht, stellt er ein Hauptwerk des strengen Historismus dar. Rooseveltplatz | Straßenbahn D, 1, 2, 37, 38, 40-44, U 2 Schottentor

Dritter-Mann-Museum

Aberhunderte Originalmemorabilia rund um den 1948 in Wien gedrehten Kinoklassiker, dazu Hintergrundinfos über das Nachkriegswien. Sa 14 bis 18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Pressgasse 25 | www.3mpc.net | U 4 Kettenbrückengasse

Freihausviertel

In den letzten Jahren hat sich rund um die Schleifmühlgasse ein Szeneviertel ersten Ranges etabliert - mit neuen Galerien und einer Vielzahl an schicken Lokalen und Geschäften, die teilweise bis spätabends zum Flanieren und Shoppen einladen. | U 4 Kettenbrückengasse, U 1 Taubstummengasse

Hofmobiliendepot Möbel-Museum Wien

Auf den Spuren der habsburgischen Wohnkultur und der Wiener Möbelkunst vom 17. bis 20. Jh., mit den Schwerpunkten Biedermeier und Historismus. Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 6,90 Euro | Mariahilfer Straße 88 | Zugang Andreasgasse 7 | www.hofmobiliendepot.at | U 3 Neubaugasse

Karlskirche

Als 1713 eine Pestepidemie über 8000 Wiener hinwegraffte, versprach Kaiser Karl VI. dem für die Seuche zuständigen Heiligen Karl Borromäus für den Fall, dass der Schrecken ein baldiges Ende habe, eine Kirche. Der Votivbau, eine grandiose Schöpfung von Johann Bernhard Fischer von Erlach und dessen Sohn Joseph Emanuel, wurde 1737 geweiht und gilt als eines der Hauptwerke des europäischen Barock.

Mit seiner gewaltigen, patinagrünen Kuppel und der von zwei ebenso imposanten Triumphsäulen flankierten Mittelfront in Form eines antiken Tempels diente er nicht nur der Verherrlichung Gottes, sondern sollte auch den imperialen Machtanspruch der Habsburger, die soeben über die Türken triumphiert hatten, unterstreichen. Der ovale, in Pastellfarben gestaltete Innenraum wird von einem monumentalen Kuppelfresko Johann Michael Rottmayrs bekrönt. Es kann von einer 32 m hohen Plattform, zu der ein Panoramalift führt, aus der Nähe besichtigt werden. Mo-Sa 9 bis 12.30 und 13-18, So 12-17.45 Uhr | Eintritt inkl. Kuppellift 6 Euro | Karlsplatz | www.karlskirche.at | Straßenbahn D, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper

Majolikahaus

Ein Augenschmaus für alle Jugendstil-Liebhaber: das von Otto Wagner geschaffene Mietshaus mit seiner Fassade aus wetterfesten Keramikfliesen, auf denen sich farbenfrohe Pflanzenornamente ranken. Das mit filigranem Golddekor überzogene Eckhaus rechts daneben ist ebenfalls ein Wagnerscher Entwurf. Dessen Frauenmedaillons stammen von Kolo Moser, dem Mitbegründer der Secession und der Wiener Werkstätten. Linke Wienzeile 38 und 40 | U 4 Kettenbrückengasse

Mariahilfer Strasse

Vor allem der Abschnitt zwischen Westbahnhof und Museumsquartier lohnt mit seinem ansprechenden Mix aus Kaufhäusern, Restaurants, Bars und originellen Läden einen mehrstündigen Shoppingbummel. Straßenbahn 52, 58, 6, 9, 18, Bus 13 A, 14 A, 2 A, U 3 Zieglergasse und Neubaugasse, U 3, U 6 Westbahnhof

Wien Museum Karlsplatz

Der Schein trügt: Hinter der unansehnlichen Fünfzigerjahrefassade links neben der Karlskirche verbirgt sich eine hochinteressante Sammlung, die den Werdegang Wiens von den prähistorischen Siedlungen und dem römischen Legionslager Vindobona über die Residenzstadt der Babenberger und Habsburger bis in die Gegenwart dokumentiert. Zu sehen sind erstrangige Gemälde aus Biedermeier und Jugendstil, archäologische Funde, die „Türkenbeute“ von 1683, Bauteile des Stephansdoms, Dokumente der industriellen und der 1848er-Revolution, Objekte des Kunstgewerbes, ein Modell der Stadt des 19. Jhs. und mehr. Di-So 9-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Karlsplatz | www.wienmuseum.at | Straßenbahn D, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz/Oper

Belvedere

Ein Muss für jeden Besucher ist das ehemalige Sommerschloss von Prinz Eugen. Die weitläufige, aus zwei Palästen bestehende Anlage gilt nicht nur als Meisterwerk des Johann Lukas von Hildebrandt, sondern als eine der grandiosesten Barockschöpfungen überhaupt.

Das auf einer Anhöhe thronende Obere Belvedere (1721-23), dem ganz Wien gleichsam zu Füßen liegt, schuf sich der Feldherr und Türkenbezwinger aus Savoyen bloß zum Repräsentieren. Der lang gestreckte, meisterhaft gegliederte Bau beherbergt in seinen kostbar ausgestatteten Räumlichkeiten heute eine Galerie für Kunst des 19./20. Jhs. Im Vordergrund stehen heimische Klassiker vom Biedermeier (Ferdinand Georg Waldmüller, Rudolf von Alt) über Spätromantik und Gründerzeit (Leopold Kupelwieser, Hans Makart) bis zum Jugendstil, zum Expressionismus und zur Nachkriegszeit (Egon Schiele, Oskar Kokoschka). Darüber hinaus sind Spitzenwerke internationaler Kunst zu sehen, u.a. von Caspar David Friedrich, Claude Monet, Vincent van Gogh, Auguste Rodin, Emil Nolde und Edvard Munch. Publikumsmagnet ist Gustav Klimt, vor allem dessen „Kuss“.

Gewohnt hat der „edle Ritter“ im Unteren Belvedere (1714-16), einem nur unwesentlich bescheideneren Bau, der gleichfalls einen mit Fresken und Stuckwerk üppig verzierten Marmorsaal, einen Spiegelsaal und eine Prunkgalerie besitzt. Hier logiert heute das Barockmuseum, das einen Querschnitt durch Malerei und Plastik vom 17. bis 18. Jh. zeigt. Höhepunkte: die Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt, die Bleifiguren von Georg Raphael Donner, Bilder von Johann Michael Rottmayr und Franz Anton Maulpertsch.

In der benachbarten Orangerie ist das Museum mittelalterlicher Kunst zu Hause. Zwischen beiden Schlössern erstreckt sich ein über 500 m langer Garten, der im ursprünglichen Barockstil rekonstruiert wurde. Di bis So 10-18 Uhr, Garten tgl. 6.30 bis 18, Sommer bis 21 Uhr | Eintritt Oberes Belvedere 9,50 Euro, Unteres Belvedere 7,50 Euro, Kombiticket 12,50 Euro | www.belvedere.at | Oberes Belvedere: Prinz-Eugen-Straße 27 | Straßenbahn D | Unteres Belvedere: Rennweg 6 A | Straßenbahn 71

Hundertwasserhaus

Die kommunale Wohnanlage der kuriosen Art ist eine Kreation des Malers Friedensreich Hundertwasser, der sich - mit einer Ausnahmegenehmigung der Baubehörden - allen Regeln der Symmetrie und Rechtwinkeligkeit widersetzte und ein viel bestauntes Gesamtkunstwerk schuf. Auf den Dächern und Balkonen wachsen Büsche und Bäume. Die Wände und Böden sind vielfach gekrümmt und die Fassaden kunterbunt bemalt. Aus Rücksicht auf die Bewohner der insgesamt 50 Wohnungen ist das Haus zumeist nur von außen zu besichtigen (Löwengasse/Kegelgasse | Straßenbahn N | Hetzgasse). Allen Besuchern zugänglich ist aber Friedensreich Hundertwassers Toilet of Modern Art in der Einkaufspassage Kalke Village (Kegelgasse 37-39).

Kunsthaus Wien

3500 m² Museumsfläche in kunterbuntem Ambiente - für eine permanente Werkschau Meister Hundertwassers sowie für Wechselausstellungen renommierter Künstler. Tgl. 10-19 Uhr, So und feiertags Führungen 12 Uhr | Eintritt 9 Euro, montags 4,50 Euro | Untere Weißgerberstraße 13 | www.kunsthauswien.com | Straßenbahn N, O Radetzkyplatz

Prater

Diese fast 15 km lange, von Altwasserarmen durchzogene Wald- und Wiesenlandschaft nahmen die Wiener schon 1766 als Erholungsgebiet in Beschlag, nachdem Joseph II. das kaiserliche Jagdgebiet allgemein zugänglich gemacht hatte. Bis heute bildet der Prater eine der großen grünen Lungen der Stadt. Sportfreunden stehen ein weit verzweigtes Rad- und Spazierwegenetz, Tennisplätze, ein Golfplatz, eine Trab- und eine Galopprennbahn, ein Rad- und ein Fußballstadion zur Verfügung.

Im westlichen, stadtnahen Bereich entstand schon im frühen 19. Jh. ein Sammelsurium von Vergnügungsstätten und Gasthäusern, der sogenannte Wurstelprater. Ein Rest von nostalgischem Flair ist in dem heutigen Vergnügungspark noch immer zu spüren: in altmodischen Geisterbahnen und Lachkabinetten, an Schießbuden und in Biergärten. Dazwischen hat sich längst die übliche Unterhaltungsmaschinerie vom neonblinkenden Spielsalon bis zu Hightech-Schleudern breitgemacht.

Zu den „Pflichten“ jedes Stadtbesuchers zählt die gut zehnminütige Fahrt mit dem Riesenrad, einer 1896/97 errichteten, 67 m hohen Eisenkonstruktion, die als eines der Wiener Wahrzeichen gilt und als Kulisse in Carol Reeds Nachkriegsthriller „Der dritte Mann“ weltberühmt wurde. Von den roten Kabinen genießen Sie einen wunderschönen Blick auf den Prater, die inneren und östlichen Stadtbezirke (tgl. Nov.-Feb. 10-20, März-April und Okt. 10-22, Mai-Sept. 9 bis 24 Uhr | 8 Euro | www.wienerriesenrad.com). Unweit des Riesenrads hat die Liliputbahn, eine 4 km lange Schmalspurbahn, ihre Abfahrtsstelle. Daneben bietet ein Planetarium Exkursionen in den Sternenhimmel (Tel. 72954940). Wurstelprater | www.prater.at | Straßenbahn O, 5, 21, S-Bahn 1, 3, 7, 15, U 1 Praterstern

Beethoven-Gedenkstätten

An die 60-mal wechselte Ludwig van Beethoven, Wahlwiener aus Bonn, in Wien und Umgebung seine Wohnung. Die zwei berühmtesten Adressen sind das Eroica-Haus, wo er 1803/04 seine dritte Symphonie, die „Eroica“, komponierte, und das Heiligenstädter-Testament-Haus. Dort verfasste er 1802 den berühmten letzten Willen, in dem er seine Angst vor dem Ertauben eingestand.

Eroica-Haus: Fr 15-18 Uhr und auf Anfrage | Tel. 5058747 | Döblinger Hauptstraße 92 | Testament-Haus: Di-So 10-13 und 14-18 Uhr | Eintritt 2 Euro | Probusgasse 6 | beide Straßenbahn 37, Bus 38 A

Grinzing

Wien hat zahlreiche Heurigengegenden. Nirgendwo aber finden sich die berühmten Refugien wienerischer Gemütlichkeit in so großer Zahl und so klassischer Ausprägung wie in diesem eingemeindeten Winzerdorf an den nordöstlichsten Ausläufern des Wienerwalds. Auf den Hängen des Kahlen- und Leopoldsbergs wächst viel Wein, höher oben auch Wald - ein Eldorado für Spaziergängen und Wanderer. Grinzinger- und Himmelstraße, Sand- und Cobenzlgasse | Straßenbahn 38, Bus 38 A

Karl-Marx-Hof

In Heiligenstadt nahe dem Donaukanal zeugen Gemeindebauburgen eindrucksvoll von der Blüte des „Roten Wien“ in den 20er-Jahren. Musterbeispiel für die wegweisenden sozialen Wohnbauten, mit deren Hilfe Wiens sozialdemokratische Stadtregierung die Wohnmisere der Arbeiterklasse nachhaltig linderte, ist der Karl-Marx-Hof. Der 1927-30 nach Plänen von Karl Ehn entstandene Block umfasst 1600 Wohneinheiten. Heiligenstädter Straße 82-92/12.-Februar-Platz | Straßenbahn D, Bus 10 A, 11 A, 39 A 12.-Februar-Platz, U 4 Heiligenstadt

Neue Donau

Die 200 m breite und viele Kilometer lange künstliche Insel zwischen Hauptstrom und Entlastungsrinne der Donau entstand in den 1970er- und 80er-Jahren im Zuge großräumiger Hochwasserschutzprojekte. Sie wurde in eine riesige Erholungslandschaft umfunktioniert mit schier endlosen Badestränden, Rad- und Wanderwegen, Spiel- und Sportanlagen, Restaurants und Diskos (www.donauinsel.at). Zwischen Neuer und Alter Donau, ein Stück westlich der Uno-City, ragt der 252 m hohe Donauturm in den Himmel. Er entstand - gemeinsam mit dem ihn umgebenden Donaupark - 1964 anlässlich der Internationalen Gartenschau. Von seinem Drehrestaurant genießt man einen herrlichen Blick über Wien. Von der Plattform wird von April bis Oktober Bungeejumping angeboten | Tel. in D 180/5606084 | www.jochen-schweizer.at | Bus 20 B Donauturm

Sankt Marx

Wiens einziger erhaltener - und deshalb denkmalgeschützter - Biedermeierfriedhof ist, obwohl von Stadtautobahnen umtost, ein Paradies für Melancholiker. Ein Spaziergang durch die parkähnliche Gedenkstätte mit ihren efeuumwucherten Grabsteinen gleicht einer Zeitreise in das frühe 19. Jh. An Wolfgang Amadeus Mozart erinnert ein Grabdenkmal (Nr. 179). Wo genau sein Leichnam am 6. Dezember 1791 verscharrt wurde, ließ sich freilich bis heute nicht klären. Tgl. Juni-Aug. 7-19, Mai und Sept. 7-18, Okt. und April 7-17 Uhr, Nov.-März 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | Leberstraße 6-8 | Straßenbahn 71 Leberstraße

Schloss Schönbrunn

Die Sommerresidenz der Habsburger, auch Österreichs Versailles genannt, ist neben Stephansdom und Belvedere Wiens Hauptattraktion. Die Anlage, die trotz aller Pracht keineswegs protzig-pompös, sondern liebenswürdig und anmutig wirkt, geht auf einen bürgerlichen Herrensitz zurück, den Kaiser Maximilian II. 1559 kaufte und zu einem Jagdschloss ausbaute. Nach dessen Zerstörung durch die Türken 1683 entstand nach Plänen Johann Bernhard Fischer von Erlachs der Bau in seinen heutigen Grundformen mit den beiden Seitenflügeln, dem weiten, zur Straße gerichteten Ehrenhof und der Freitreppe an der Gartenfront.

Zum strahlenden Mittelpunkt der Monarchie wurde Schönbrunn erst unter Kaiserin Maria Theresia, die hier mit ihrem Gemahl, Franz I. Stephan von Lothringen, und ihren 16 Kindern lebte. Auf ihr Geheiß gestaltete der junge Architekt Nicolaus Pacassi das Schloss in den Jahren 1744-49 dem damaligen, spätbarocken Stilempfinden gemäß um, verpasste ihm ein weiteres Geschoss sowie zahlreiche zusätzliche Balkone und Treppen, schuf im Mitteltrakt eine Durchfahrtshalle und baute das entzückende, barocke Schlosstheater. In den Wohn- und Repräsentationsräumen hielt der neue, elegant verspielte Rokokostil Einzug.

Von den insgesamt über 1400 Räumen des Schlosses sind die knapp 40 schönsten im Rahmen von Führungen zu besichtigen, darunter die Große Galerie, das Vieux-Laque-Zimmer, das Millionenzimmer, in dessen Täfelung aus Rosenholz 260 persisch-indische Miniaturen eingefügt sind, das Napoleon-Zimmer mit den riesigen Brüsseler Tapisserien, das Chinesische Rundkabinett, in dem Maria Theresia ihre Geheimkonferenzen abhielt, und die spartanisch gehaltenen Wohn- und Arbeitsräume Kaiser Franz Josephs.

In einem Seitentrakt westlich des Ehrenhofs ist die Wagenburg mit ihrer einzigartigen Sammlung von 60 Prunkwagen untergebracht sowie die Erlebnisschau für Kinder im Haupttrakt. Keinesfalls versäumen sollten Sie außerdem einen Rundgang durch den wunderschönen Schlosspark. Er birgt ein riesiges Palmenhaus, einen Heckenirrgarten sowie Wiens Tiergarten, ein architektonisches Juwel aus dem Barock, das, 1752 gegründet, als älteste existierende Menagerie der Welt gilt und auch ein eigenes „Wüstenhaus“ (vis-à-vis dem Palmenhaus im Park) erhalten hat. Die Gloriette, die auf einer Hügelkuppe thront, soll an den 1757 bei Kolin erfochtenen Sieg über die Preußen erinnern. Der graziöse, dem Urzustand entsprechend neu verglaste Bau beherbergt auch ein Café.

Um die Besichtigung von Schönbrunn stimmungsvoll ausklingen zu lassen, können Sie einem Konzert in der Orangerie lauschen oder einer Opernaufführung beiwohnen, sei es im Marionettentheater oder im Schlosstheater - hier gibt es außerdem gelegentlich auch Operetten und Sprechtheater. | Schlosspark ganzjährig jeweils tgl. von 6.30 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | Schauräume tgl. April-Juni, Sept. und Okt. 8.30-17, Juli und Aug. 8.30-18, Nov.-März 8.30 bis 16.30 Uhr | Eintritt Grand Tour (40 Räume) 12,90 Euro, mit Führung 15,40 Euro, Imperial Tour (22 Räume) 9,50 Euro | Wagenburg April-Okt. tgl. 9-18 Uhr, Nov.-März Di-So 10-16 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Tiergarten tgl. Nov.-Jan. 9-16.30, Feb. 9-17, März und Okt. 9-17.30, April 9-18.30, Mai-Sept. 9-18.30 Uhr | Eintritt 2,90 Euro | Palmen- und Wüstenhaus, tgl. Mai-Sept. 9.30-18, Okt.-April 9.30-17 Uhr | Eintritt 4 bzw. 2 Euro | Gloriette mit Aussichtsterrasse April bis Juni und Sept. tgl. 9-18, Juli-Aug. 9-19, Okt. 9-17 Uhr | Eintritt 1,99 Euro | Kaffeehausbetrieb ganzjährig tgl. 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit; Konzerte in der Orangerie ganzjährig | Tel. 8125004 | Marionettentheater ganzjährig | Tel. 8173247 | www.schoenbrunn.at | Kombiticket „Schönbrunn Pass Classic“ (inkl. Strudelshow!) April-Nov. 16,90 Euro | Straßenbahn 10, 58 | Haupteingang Schönbrunner Schlossstraße | Zugang auch durchs Hietzinger Tor, Hietzinger Hauptstraße, U 4 Hietzing, durch das Meidlinger Tor, Grünbergstraße, U 4 Schönbrunn, und beim Eingang Hohenbergstraße, Bus 8 A, 63 A

Zentralfriedhof

Über 3 Mio. Menschen haben auf dem 2,4 km² großen Friedhof seit seiner Eröffnung 1874 ihre letzte Ruhe gefunden. Kulturhistorisch interessant ist vor allem der Bereich der Ehrengräber. Dort liegen zahlreiche Geistesgrößen bestattet - von Beethoven und Schubert bis Franz Werfel und Helmut Qualtinger. In der weitläufigen und stimmungsvollen israelitischen Abteilung ruhen Arthur Schnitzler und Karl Kraus. Sehenswert ist die vom Haupttor (Tor 2) aus erreichbare Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche, ein wuchtiges Werk des Sezessionismus. Genauer Friedhofsplan am Haupttor. Nov.-Feb. 8 bis 17, März, April, Sept. und Okt. 7 bis 18, Mai-Aug. 7-19 Uhr | Simmeringer Hauptstraße 232-244 | Straßenbahn 71 Zentralfriedhof 2. Tor