Reisetipps Sylt

Sehenswertes Sylt

Region: Kampen

Rotes Kliff und Uwe-Düne

Bis zu einer Höhe von 35 m ragt an der Westküste fast senkrecht das Rote Kliff auf. Die hier zutage tretenden Erdschichten gehören zu der vor 120000 Jahren abgelagerten Moräne der Saale-Eiszeit. Auf dem Kliff liegt die Uwe-Düne, deren Kuppe mit fürs Flachland recht bemerkenswerten 52 m die höchste Erhebung von Sylt darstellt. Über eine Treppe kann man den Sylter Berg erklimmen. Von hier oben haben Sie einen grandiosen Rundumblick über die Insel.

Vogelkoje

Zu den von dem Heimatverein Söl'ring Foriining betreuten Liegenschaften gehört auch diese historische Entenfanganlage im Norden von Kampen. Vogelkojen sind künstliche Teichanlagen aus dem 18. Jh., die man schuf, um Wildenten während des Vogelzuges zum Ausruhen zu verführen. Mittels eines trickreichen Systems konnten die zu Wasser gegangenen Enten vom Kojenwärter gefangen und geringelt (eleganter Begriff für „Halsumdrehen“) werden. Tausende von Enten wurden so im Jahr erlegt. Die Anlage gehört heute zu den Sylter Naturschutzgebieten. | Ostern-Pfingsten und Okt. tgl. 13-16, Pfingsten-Sept. 10-16 Uhr | 2,20 Euro | Lister Str.

Region: Braderup

Naturschutzgebiet und Naturzentrum Braderuper Heide

Das rund 140 ha große Gelände am nördlichen Rand des Ortes ist von Fußwegen durchzogen und stellt so eine herrliche Wanderalternative zum Strand dar. Es ist ein einzigartiger Lebensraum von bis zu 2500 (Klein-)Tier- und Pflanzenarten; von Letzteren stehen ca. 45 Prozent auf der roten Liste der bedrohten Arten. Betreuender Verein, der auch Führungen anbietet, ist die Naturschutzgemeinschaft Sylt e. V., der älteste Naturschutzverein Schleswig-Holsteins. Er hat seinen Sitz im Naturzentrum (April-Okt. Mo-Sa 10-18 Uhr | M.-T.-Buchholz-Stich 10 a | Tel. 44421 | www.naturschutz-sylt.de), wo sehenswerte naturkundliche Ausstellungen, ein Gesteins- und ein Kräutergarten zu besichtigen sind.

Region: Hörnum

Hörnum-Odde

Das südliche Inselende sollte jeder einmal umwandern. Dauerte die Umrundung früher noch 3,5 Stunden, schafft man es heute in weniger als der Hälfte der Zeit, so viel Strand ist durch Sturmfluten schon fortgespült worden. Führungen mit der Schutzstation Wattenmeer sind sehr informativ. Schönstes Bauwerk ist der 1907 errichtete Leuchtturm (Führungen Mo, Mi, Do 9.30, 10.30, 11.30 Uhr | Mindestalter 8 Jahre | Karten (4,20 Euro) bei der Kurverwaltung), der ein paar Jahre lang den wenigen Kindern als Schulhaus diente.

Schutzstation Wattenmeer

Sehenswertes Naturinformationszentrum in der einstigen Schulbaracke und späteren Kirche von Hörnum. | In der Saison tgl. 10-12 und 14-18 Uhr | erbetene Spende 1,50 Euro | Rantumer Str. 27 | Tel. 881093 | www.schutzstation-wattenmeer.de

Region: Keitum

Altfriesisches Haus

Wohnhaus eines Walfängers von 1739. Original erhaltenes Mobiliar, angeschlossen eine Museumsweberei. | April-Okt. Mo-Fr 10-17, Sa/So 11-17, Nov.-März Di-Fr 13-16 Uhr | 2,50 Euro, Kombikarte mit Heimatmuseum 4,50 Euro | Am Kliff 13

Feuerwehrmuseum

Im alten Spritzenhaus haben die Mitglieder der Feuerwehr mit bewundernswertem Engagement ein kleines Museum eingerichtet. Eintritt und ausführliche Erläuterungen sind kostenlos (über eine Spende freut man sich). | April-Okt. Di 10.30-13 Uhr | C.-P.-Hansen-Allee | Auskunft: Wolfgang Holst Tel. 31842

Historischer Ortskern

Nordöstlich des Gurtstigs, Keitums Hauptstraße, finden Sie zwischen | Erich-Johannsen-Wai und Mühlenweg die meisten schönen Häuser des Ortes, manche von ihnen weit über 200 Jahre alt. Bei den verwinkelten Sträßchen fällt die Orientierung manchmal schwer, doch das sollte Sie nicht stören, denn hier gibt es hinter jeder Ecke etwas Hübsches zu bewundern.

Besonders sehenswerte Friesenhäuser befinden sich mit dem Altfriesischen Haus und dem Heimatmuseum in der Straße | Am Kliff; im Weidemannweg fällt besonders ein weißes Kapitänshaus ins Auge, das Weidemannhaus von 1776. Eines der kleinen Friesenhäuser im Dikwai (Nr. 5) gehörte früher Henri Nannen, dem Gründer des „Stern“. Wirklich malerische kleine Reetdachhäuschen stehen im Takerwai; sie gehörten einst nicht Keitumer Kapitänen, sondern einfachen Handwerkern.

St. Severin

Alle, die mit der Bahn anreisen, grüßt die hohe, frei stehende Kirche mit ihrem wuchtigen Kirchturm, der erst Mitte des 15. Jhs. aus Ziegelsteinen aufgemauert wurde und anfänglich mehr als Seezeichen diente. Das Keitumer Gotteshaus ist das größte mittelalterliche Bauwerk der Insel. Seine Anfänge (Chor und Apsis) stammen vermutlich aus dem 12. Jh. Die Kirche ist innen und außen schlicht gehalten, Schmuckstücke sind der gotische Flügelaltar und die Renaissancekanzel. Ältestes Inventar ist der aus Sandstein gefertigte Taufstein aus dem 13. Jh.

Im Ziegelgemäuer des wuchtigen Turms finden sich zwei Steine eines gespaltenen Findlings, die der Sage nach die Nonnen Ing und Dung symbolisieren. Sie sollen das Geld für den Turmbau gegeben haben - allerdings hatte die Sache einen Haken, denn jede der beiden sprach einen Fluch aus. Tatsächlich ging ein Teil des Fluchs in Erfüllung. Wer mehr über die Geheimnisse dieser geschichtsträchtigen Kirche wissen möchte, sollte sich das wunderbare Hörbuch „St. Severin auf Sylt“ besorgen, erhältlich im Sylter Buchhandel oder unter www.literaturtipp.com. Wilhelm Wieben, ehemaliger Tagesschausprecher, führt die Zuhörer nicht nur durch die Kirche, sondern auch über den Friedhof, auf dem neben Peter Suhrkamp und Rudolf Augstein viele bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und in dessen nördlichem Teil alte Grabsteine an die Keitumer Kapitäne erinnern.

Jeden Mittwoch finden in St. Severin stimmungsvolle Orgelkonzerte statt, die zu einem unvergesslichen Sylturlaub dazugehören. | Sommer tgl. 9-18, Winter 10-16 Uhr, Führungen Do 17 (Winter 16) Uhr | Munkmarscher Chaussee | www.st-severin.de

Steinzeitliche Gräber

Wenn Sie der Ausschilderung zur Kurverwaltung folgen, führt Sie die Straße Am Tipkenhoog zu den Gräbern Harhoog und Tipkenhoog. Während der Tipkenhoog noch als Hügel besteht (von seiner Kuppe aus haben Sie einen großartigen Blick über die Keitumer Bucht), ist der Harhoog ein sogenanntes Riesenbett, das bei Tinnum ausgegraben und dann nach Keitum verlegt wurde. Beide Gräber stammen aus der jüngeren Steinzeit von ca. 4000-1500 v. Chr.

Sylter Heimatmuseum

Ehemaliges Kapitänshaus von 1759, Dokumentation der Inselgeschichte, gute archäologische Abteilung und eine Ausstellung über das dramatische, kurze Leben des Sylter Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Der Eingangsbereich wird von den Unterkieferknochen eines Finnwals geschmückt. Sitz der Geschäftsstelle Söl'ring Foriining (Tel. 32805 | www.soelring-foriining.de). | April bis Okt. Mo-Fr 10-17, Sa/So 11-17, Nov.-März Di-Fr 13-16 Uhr | 2,50 Euro, Kombikarte mit Altfriesischem Haus 4,50 Euro | Am Kliff 19

Region: List

Friedhof

Ein ungewöhnlicher Begräbnisplatz in der Düneneinsamkeit. Hier wurde 1977 der Flugpionier Wolfgang von Gronau bestattet, der 1930 als einer der Ersten mit einem alten Flugboot den Atlantik überquerte und 1932 von hier sogar zu einer Weltumrundung aufbrach.

Sylter Algenfarm & Dittmeyer's Austern-Compagnie

Eine Führung durch Deutschlands einzige Algenfarm verrät Wissenswertes über das gesunde Meeresgemüse und die hier praktizierte Algen-Austern-Polykultur. Kinder schließen derweil Bekanntschaft mit der Nordseeflora und -fauna in einem „Grabbelbecken“. | April-Okt. Mo und Do 11 Uhr | Hafenstr. 10-12 | Eintritt 4 Euro | www.algenfarm.de

Wanderdünen

Die letzten Wanderdünen Deutschlands liegen im Listland. Der kräftige Westwind hält die vegetationslosen Sandberge in ständiger Bewegung und lässt sie gen Osten wandern. Die größte der drei bis zu 35 m hohen Dünen besitzt einen Leehang von fast 2 km Breite. Das Gelände steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden.

Wattenmeerstation Sylt

Schon 1924 wurde diese Zweigstelle des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung gegründet. 2008 wird ein Neubau mit Büros und Laboren eröffnet. Termine für Vorträge und Führungen im Veranstaltungskalender oder unter Tel. 9560. | Hafenstr. 43

Wetterstation

Die im Urlaub am häufigsten gestellte Frage wird hier erschöpfend beantwortet. Jeden Donnerstag um 10 Uhr Führung durch die Station. Den täglichen Sylter Wetterbericht der Wetterstation erfährt man unter Tel. 871098. Karten (kostenlos) und Infos bei der Kurverwaltung Tel. 95200

Region: Morsum

Morsum-Kliff

Die Landschaft des Morsum-Kliffs steht unter Naturschutz, betreuender Verein ist die Naturschutzgemeinschaft Sylt e. V. (Tel. 44421 | www.naturschutz-sylt.de), die Mo, Mi und Fr jeweils um 11 Uhr interessante Führungen (gegen eine Spende) anbietet. Wer am Fuß des 20 m hohen Kliffs entlangspaziert, wird unschwer erkennen, dass der Abhang aus unterschiedlichem Material aufgebaut ist. Weiße, rote und schwarze Erdschichten liegen nebeneinander. Am ältesten ist der blauschwarze Glimmerton, der sich vor ca. 6-10 Mio. Jahren auf dem Grund eines warmen Meeres ablagerte. In den nachfolgenden Jahrmillionen änderten sich offensichtlich die Verhältnisse, das tiefe Meer wurde zu einem flachen Gewässer. Nun lagerte sich Limonitsandstein ab, eine durch hohen Eisenanteil rötlich gefärbte Schicht. Doch damit nicht genug. Darüber floss vor 2 bis 3 Mio. Jahren noch ein gewaltiger Fluss hinweg, der den weißen Kaolinsand hinterließ. Dieser 10 Mio. Jahre währende Massenfallout läge normalerweise tief im Erdinnern verborgen, geschichtet wie ein Baumkuchen, wenn nicht vor 120000 Jahren ein gewaltiger Gletscher vorbeigekommen wäre, durch dessen Gewicht die Schichten an die Oberfläche gedrückt wurden.

Gleichzeitig stehen weite Bereiche des Geländes unter Denkmalschutz, denn hier findet sich eine der am besten erhaltenen prähistorischen Kulturlandschaften Schleswig-Holsteins. Auf engem Raum wurden Siedlungsspuren aus der Stein-, Bronze-, Wikinger- und Römerzeit nachgewiesen.

St. Martin

Die im 12. Jh. errichtete kleine Kirche liegt am südlichen Rand des Dorfs. Sie besitzt nur einen hölzernen Glockenstapel und wurde vermutlich zeitgleich mit zahlreichen anderen Kirchen auf Sylt gebaut, von denen nur noch die Keitumer St. Severin existiert. Im 30-jährigen Krieg diente sie als Wehrkirche. Der Text der Pesttafel in der Kirche überliefert, dass man zwar den Angreifern 1628 widerstand, die Pest von 1629 jedoch 160 Tote forderte.

Die Kirche ist von einem kleinen Friedhof umgeben. Hier findet sich die Grabstelle des Offiziers und Widerstandskämpfers Fabian von Schlabrendorff, der am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war. Der spätere Bundesverfassungsrichter verbrachte seinen Lebensabend in Morsum. Im Sommer gibt es jeden Donnerstag um 14 Uhr eine Kirchenführung. | Tel. 890225

Region: Wenningstedt

Denghoog

Dieses größte Steingrab Nordwesteuropas, ein Ganggrab, ist vermutlich über 5000 Jahre alt. In die ovale Grabkammer (5 m lang, 3 m breit, 1,80 m hoch) kann man durch den schmalen Gang oder durch ein Loch in der Decke einsteigen. Man fragt sich, wie die damaligen Bewohner die gewaltigen Findlinge überhaupt bewegen konnten. Der „Grabwächter“ an der Kasse kann mehr erzählen. | Ostern-Okt. tgl. 10-16 Uhr, Nov.-Ostern nach Anmeldung | Tel. 0170/6971687 | 2,20 Euro

Dorfteich

Ein Sylter Idyll: Etwas versteckt liegt der alte Ortskern am Dorfteich, dem größten stehenden Gewässer der Insel. Hier finden Sie die alten Friesenhäuser des Ortes und die wohl schönste Tür Nordfrieslands im Commandeur-Teunis-Haus. Am Dorfteich steht die Kirche, Friesenkapelle genannt, dahinter das steinzeitliche Grab, der Denghoog.

Rotes Kliff

Nach Helgoland ist das Rote Kliff (wenn die Sonne im Westen rot untergeht, ist es tatsächlich rot!) zwischen Wenningstedt und Kampen die beeindruckendste deutsche Steilküste an der Nordsee. Das Lockermaterial ist eine Aufschüttung (Moräne) der Saale-Eiszeit. Die weiche Konsistenz kann den Sturmfluten nichts entgegensetzen, sodass es immer wieder zu spektakulären Abbrüchen kommt.

Region: Westerland

Alt-Westerland

Wer am Bahnhof nicht den Weg zur Friedrichstraße einschlägt, sondern die entgegengesetzte Richtung wählt, den führt der Kirchenweg zur kleinen Kirche St. Niels. Zufällig hierher Verirrte werden kaum glauben, noch in Westerland zu sein. Geduckte Friesenhäuser und kleine Fußwege - die letzten Reste des alten Dorfes, das von den Eidumern gegründet wurde, die fast alles in der Sturmflut von 1436 verloren. So weit weg vom Meer wie nur irgend möglich sollte der neue Ort entstehen, der bald Westerland genannt wurde. Als man 1635 die Kirche aus den Resten des Eidumer Gotteshauses baute, lag sie noch 3 km vom Meer entfernt. Wer heute die Strecke abläuft, benötigt nur noch 1200 Schritte! Entdecken Sie die Stadt auf einer Führung („Westerland einst und heute“ | Sa 10 Uhr | Treffpunkt Zimmernachweis am Bahnhof | Tel. 35574) oder auf einem Spaziergang durchs Kurviertel und entlang der Promenade.

Friedhof der Heimatlosen

Zahllose Schiffsstrandungen vor Sylt besiegelten das Schicksal ungezählter Seefahrer, deren Leichen oft an den Strand gespült wurden. Lange Zeit wurden sie einfach in der nächsten Düne verbuddelt. Erst 1854 wurde ein Friedhof angelegt. Käpt'n-Christiansen-Str./Elisabethstr.

Sylt-Aquarium

„Eine Welt - zwei Ozeane“ lautet der Slogan. Gemeint sind die Nordsee und die tropische Meereswelt, die in 25 Becken anschaulich präsentiert werden. Die beiden größten Becken - die „Korallenwelt“ fasst ca. 5000 hl, „Helgoland“ 1700 hl Wasser - kann man jeweils durch einen 10 m langen Tunnel aus Acrylglas unterqueren. Das Wasser kommt über eine Pipeline direkt aus der Nordsee. Schaufütterungen und viele Sonderaktionen. | Tgl. 10-19 Uhr | 11 Euro | Gaadt 33 | www.syltaquarium.de

Region: Archsum

Hünengräber

Wer bei Archsum am Deich entlangspaziert, wird bei Ebbe am Deichfuß große Findlinge im Watt liegen sehen, die bei jeder Flut „untertauchen“. Dies sind einstige Hünengräber. Ein schöner Beleg dafür, dass weite Siedlungsflächen längst vom Meer verschlungen wurden, denn als die Gräber vor rund 5000 Jahren gebaut wurden, lag der Meeresspiegel noch 10 m tiefer.

Region: Tinnum

Tinnumburg

Ein wenig nebulös ist die Geschichte dieser Sylter „Burg“. Es ist nur ein einfacher Ringwall, aber immerhin einer der ältesten in Schleswig-Holstein, dessen Innerstes vermutlich einst ein wichtiger Kultplatz war. Man fand hier Keramik aus dem 1. Jh. Später wurde der Wall offensichtlich als Schutzbau genutzt. Es kann aber auch eine Zwingburg der Dänen gewesen sein, die von hier aus versuchten, den Sylter Friesen Geld abzupressen. Dazu würde die Vermutung passen, der Ortsname Tinnum komme von tinhem = Zinsheim.