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Insider Tipps Normandie MARCO POLO Autor Dieter Basse im Interview

Der gelernte Fotojournalist Dieter Basse lebt seit den Neunzigerjahren als freier Journalist und Fotograf in der Normandie.

Sie leben seit den 1990er-Jahren in der Normandie. Wie ist es dazu gekommen?

Meinen Vater zwang man vor 65 Jahren als „Eroberer“ in die Normandie. Sein Sohn lebt hier - durchaus freiwillig - als Eroberer eines Herzens: von Françoise, einer waschechten Normannin. Sie kam einst ans Brandenburger Tor, um den Fall der Mauer zu bestaunen. Ich verfolgte die Ereignisse für eine Berliner Presseagentur. Ein Jahr später heirateten wir an einem ebenfalls symbolträchtigen Ort, am Omaha Beach, einem der fünf Landungsstrände während der alliierten Landung in der Normandie.

Wie geht es Ihnen dort?

Seit einem Jahrzehnt lebe ich nun mit immer noch wachsender Begeisterung in der Normandie und entdecke im Rahmen meiner Arbeit als freier Fotojournalist - unter anderem in Diensten der regionalen Tourismusorganisationen - beinahe täglich Neues. Angesichts der Vielseitigkeit der Region eine niemals endende Herausforderung. Ebenso niemals endend übrigens wie die Arbeit im Garten rund ums Haus, der unabdingbar zum hiesigen Lebensgefühl gehört. Und selbst wenn die Kapriolen der hiesigen Verwaltung den Urenkel eines preußischen Beamten ab und an in Anfälle gelinder Verzweiflung treiben: Ich bin gekommen, um zu bleiben. Und nicht wenig stolz darauf, Ihnen „meine“ Normandie so nahe wie möglich bringen zu können!

Sprechen Sie Französisch?

Mein einstiges Schulfranzösisch hat der hiesige Alltag in ein ziemlich flüssiges Idiom mit germanischem Akzent verwandelt - dem man hier tatsächlich einen gewissen Charme nachsagt! Die Korrekturfunktionen der einschlägigen PC-Textprogramme erweisen sich bei meiner Korrespondenz in Französisch allerdings immer noch als äußerst hilfreich.

Wie erleben Sie die Normannen?

Als gebürtiger Westfale begreife ich bestens, dass man nicht jedem Fremden sofort um den Hals fällt. Aber die beharrliche Zurückhaltung der Normannen - Motto: Wer zuerst spricht, hat unrecht - weicht einer erfrischenden Offenheit voll knorrigem Humor, wenn man sich als respektvoller Partner erweist. So habe ich ohne jede Einschränkung das Gefühl, hier herzlich willkommen zu sein.

Und die normannische Küche?

Ich schaue inzwischen schon nicht mehr ins Kochbuch, wenn ich eine Ente in Calvadossahne zubereite. Wobei ich allerdings, entgegen alter Landessitte, eher die Version „light“ wähle.