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Reiseführer Malta:Essen & Trinken

Kulinarische Vielfalt: Auf dem Inselarchipel werden Ihnen maltesische Gerichte und Köstliches aus aller Welt serviert

Die englische Küche hat hier fast ausnahmslos üble Spuren hinterlassen. Den Briten ist es allerdings zu verdanken, dass selbst in einfachen Hotels zumindest gegen Aufpreis ein kräftiges englisches Frühstück serviert wird. Der Einfluss der italienischen Küche verspricht höhere Gaumenfreuden. Außer den allgegenwärtigen Pizza- und Pasta-Gerichten bieten ausgezeichnete neu etablierte Restaurants feine italienische Küche mit raffinierten Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten an. Generell ist in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu immer mehr Feinschmeckerlokalen mit entsprechendem Preisniveau sowie zu exotischen Restaurants feststellbar. Neuer Szenetrend sind auch die stimmungsvollen Weinbars.

Wer will, kann auf Malta binnen eines Urlaubs eine kulinarische Weltreise unternehmen. Die Küchenziele reichen von Griechenland und der Mongolei bis nach Malaysia und Indonesien, Indien, China und Japan. Auch eine Reihe arabischer Restaurants ist zu finden.

Stark zugenommen hat das bis vor Kurzem noch vernachlässigte Angebot maltesischer Spezialitäten. Dazu gehören vor allem viele Variationen von Suppen und Aufläufen, Gemüse- und Kaninchengerichten. Denn fenek, Kaninchen, meist in Knoblauch- und Rotweinsoße serviert, ist das maltesische Nationalgericht schlechthin. Immer häufiger wird in guten Restaurants auch wieder mit genuin maltesischem Olivenöl gearbeitet, denn der Olivenanbau auf der Insel kommt wieder in Schwung. Lange war man auf Billigimporte aus Italien angewiesen.

Von den Maltesern geschätzt werden auch Kuchen, Torten und Gebäck, die es in den confectionery genannten Konditoreien gibt. Auch erhält man dort manchmal die typisch maltesischen pastizzi. Das sind Blätterteigrollen oder -taschen, die ganz unterschiedlich gefüllt sein können, so etwa mit Erbsenmus oder Frischkäse. Sie in ihren unterschiedlichen Varianten immer wieder zu probieren steigert den Urlaubsgenuss. Besonders groß ist deren Auswahl in der pastizzerija. Dort erhält man meist auch kleine Pizzen und den Nudelauflauf timpana in kleinen Portionen.

Vor allem auf Kirchweihfesten und Märkten wird eine andere sehr beliebte süße Spezialität verkauft: helwa tat-tork, eine dem türkischen Halva ähnliche Nougatmasse aus Zucker und Mandeln.

Einen guten Überblick über die vielen maltesischen Spezialitäten und ihre oft unaussprechlich scheinenden Namen geben maltesische Kochbücher, die immer zahlreicher in mehreren Sprachen erscheinen und so das Revival maltesischer Kochkunst belegen. Eins hat der Hobbykoch Evert Kornmayer unter dem Namen „Klassische und moderne Rezepte aus Malta“ herausgebracht.

Fisch ist auf Maltas Speisekarten immer präsent. Die Hälfte aller auf den Inseln verkauften Fische werden jedoch tiefgefroren importiert. Wenn Sie wirklich frischen Fisch essen wollen, gehen Sie am besten in ein gutes Lokal, in dem die Fische im Ganzen präsentiert werden. Der Preis richtet sich dann nach dem Gewicht. Ein preiswertes und volkstümliches Fischgericht ist octopus stew, in Rotwein gekochter Krake. Der beliebteste Frischfisch von August bis November ist lampuki, ein makrelenähnlicher Fisch mit festem weißen Fleisch. Er wird gedämpft, gegrillt, gebacken, gebraten oder als Auflauf, torta tal lampuki, mit püriertem Blumenkohl, Zwiebeln und Tomaten serviert. Jederzeit wohlschmeckend und zudem noch grätenlos ist sword fish (Schwertfisch), der auch gefroren nur wenig von seiner Güte verliert. Von Tintenfischringen sollten Sie ebenso Abstand nehmen wie von Shrimps. Beide werden fast immer tiefgefroren aus fernen Kontinenten eingeführt – so kann man sie auch zu Hause essen.

Ein ausgesprochenes Nationalgetränk gibt es auf Malta nicht. Im Lande selbst werden nur Milch, Fruchtsäfte, einige Liköre und drei Varianten der Bitterlimonade Kinnie aus ungeschälten Orangen, Wasser und Wermutkraut sowie Wein und Bier produziert. Für Letzteres sorgen zwei Brauereien: Carlsberg und Farsons. Wein vom Fass bekommen Sie fast nur noch in einfachen Dorfkneipen. Die Restaurants bieten zumeist Flaschenweine an, denn die Traubenproduktion der Inseln deckt den Bedarf bei Weitem nicht. Zwar haben die maltesischen Kellereien damit begonnen, viele junge Rebstöcke verschiedener Sorten aus Frankreich und Italien zu importieren und auf der Insel pflanzen zu lassen, aber dennoch müssen noch immer vor allem in Italien Trauben hinzugekauft werden, um genug „maltesischen“ Wein in den Inselkellereien produzieren zu können.

Die Speisekarten in den Restaurants informieren immer auf Englisch, manchmal auch auf Italienisch oder Deutsch. In Restaurants der gehobenen Kategorien sollten Sie sich von einem Kellner zum Tisch geleiten lassen. Manchmal ist es auch üblich, zunächst an der Bar oder in der Lobby bei einem Aperitif Platz zu nehmen und derweil die Bestellung aufzugeben. Der Kellner bittet dann zu Tisch, sobald die Vorspeise servierbereit ist.

Die Essenszeiten auf Malta sind nicht mediterran weit gefasst, sondern britisch begrenzt. Das Mittagessen wird in der Regel 12–14 Uhr, das Abendessen 19–22 Uhr offeriert. Für alle, die sich intensiv dem Studium der maltesischen Gastroszene widmen wollen, empfiehlt sich der jährlich erscheinende, englischsprachige Gastroführer „The Defineve(ly) Good Guide Restaurants in Malta and Gozo“, der in Buchhandlungen auf den Inseln erhältlich ist. Aktuelle Infos gibt auch auf www.restaurantsmalta.com .

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Der Bremer Reisejournalist Klaus Bötig kennt die Inselrepublik Malta seit 1978. Ihn fasziniert das ländliche Gozo mit seinen stillen Dörfern und prähistorischer Tempelarchitektur ebenso wie das eher städtische Malta. Besonders aber schätzt er die maltesische Küche. Klaus Bötig schreibt, außer über Malta, vor allem über Griechenland, Zypern und norddeutsche Regionen zwischen Ems und Oder.

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Quelle: www.marcopolo.de