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Reiseführer Japan:Bloss nicht

Nur keine Disharmonie - und nicht die Kloschlappen anbehalten

MARCO POLO Autoren Angela und Rainer Köhler

Hände schütteln

Beim Betreten eines Hotels, Restaurants oder Geschäfts begrüßt man Sie mit Verbeugungen. Besonders in der Provinz reagieren Japaner verstört, wenn Sie darauf die Hand schütteln wollen. Sie selbst (als Ausländer) müssen sich nicht verbeugen. Ein freundliches Gesicht tut es auch.

Vergessen, die Schuhe auszuziehen

Wer in einem japanischen Gasthof wohnt, ein mit Strohmatten ausgelegtes Restaurant besucht, sich einen Tempel oder Schrein anschaut, muss seine Schuhe ausziehen. Japaner bevorzugen für solche Touren Slipper. Eine besondere Tücke sind Toiletten in schuhfreien Zonen. Dort stehen aus hygienischen Gründen spezielle Pantoffeln. Immer wieder vergessen Ausländer, nach getanem Geschäft in die Hauspantoffeln zu wechseln, und spazieren unter dem verstohlenen Lächeln der Japaner in Kloschlappen durchs Gelände.

Taxifahrregeln missachten

Regel Nummer eins: Fassen Sie keine Tür an. Die hinteren Türen öffnet und schließt der Fahrer von seinem Sitz aus. Es gilt als hinterwäldlerisch, wenn man das nicht weiß. Fahrgäste platzieren sich generell im Fond. Die Taxifahrer sprechen bis auf wenige Ausnahmen keine Fremdsprachen, auch kein Englisch. Vergessen Sie daher nicht, Ihre Zieladresse auf Japanisch mitzunehmen.

Ungewaschen ins Gemeinschaftsbad

Beim Entspannen in den herrlichen heißen Quellen (Onsen) werden Ausländer fast immer argwöhnisch beobachtet. Japaner fürchten, die Gaijin würden ungewaschen in das Gemeinschaftsbad steigen. Man muss sich unbedingt - für jedermann sichtbar - gründlich schrubben und abseifen. Japaner hocken dazu meist auf Holzschemeln und begießen sich mit einem kleinen Holzzuber. Nehmen Sie viel Seife, das überzeugt!

Zur falschen Zeit reisen

Im Juli und August stöhnen selbst Japaner unter dem Klima. Etwas kühler, aber dafür sehr regnerisch ist der Frühsommer von Mitte Mai bis Juni. Nass und wenig einladend kommt in der Regel auch der Spätsommer mit seinen Taifunen daher. Schön sind Frühjahr und Herbst, doch meiden Sie die Goldene Woche Ende April/Anfang Mai, weil in dieser Kette von Feiertagen halb Japan unterwegs ist. Gleiches gilt zum Seelenfest O-Bon Mitte August.

Streiten

Japaner haben eine ausgeprägte Abneigung gegen offene Konfrontationen und ein starkes Bedürfnis nach Harmonie, die oft einen höheren Stellenwert als die Wahrheit bekommt. Unterdrücken Sie persönliche Empfindungen. Emotionen - sagen Japaner - sollten erfühlt werden. Es gilt als unfein, sie verbal auszudrücken oder sie sich anmerken zu lassen.

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Wer mehr als 25 Jahre in Japan lebt und arbeitet, muss dieses Land, seine Menschen, ihre Mentalität und Kultur einfach mögen. Das Fremde ist längst vertraut geworden, auch weil beide Journalisten täglich ihr Gastland beobachten und sensibel werden für das Besondere und für Veränderungen. Das Neue zu suchen, macht ihren Job als Korrespondenten deutschsprachiger Medien so spannend.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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