Reisetipps Athen

Stichworte Athen

Antike Götter

Zeus galt den alten Griechen als mächtigster Gott. Ihm zu Ehren wurden die Olympischen Spiele veranstaltet. In Athen errichtete man den Tempel des Olympischen Zeus. Zeus' Bruder Poseidon, dem ein bedeutendes Heiligtum am Kap Soúnion geweiht wurde, war für das Meer und die Erdbeben zuständig. Der Bruder Hades hütete die Totenwelt, zu der man einen Zugang im Heiligtum von Eleusis vermutete. Gemahlin des Zeus war Hera. Ihr einziger gemeinsamer Sohn war Hephaistos, für den man einen Tempel auf der antiken Agorá errichtete. Aus einem der außerehelichen Verhältnisse des Zeus ging Apoll hervor, der Gott der Schönheit und des Lichts. Sein Hauptheiligtum lag in Délfi. Dionysos war der Gott der Fruchtbarkeit, des Weins und des Theaters. Ihm huldigte man einst im Theater des Dionysos unterhalb der Akrópolis und bis heute in allen Tavernen.

Architektur

Neben der antiken prägt die klassizistische Architektur die Innenstadt von Athen. Als Griechenland 1830 ein freier Staat und Athen 1834 dessen Hauptstadt wurde, besann man sich auf die Vorbilder aus dem Altertum und übernahm viele gestalterische Elemente wie Säulen, Pfeiler und Giebel für all die Neubauten, die Athen vom 4000-Seelen-Dorf in Griechenlands Metropole verwandelten.

Byzanz

Byzanz begegnet man in Athen und Umgebung ebenso häufig wie der Antike. Man besichtigt byzantinische Kirchen und Klöster, Wandmalereien und Ikonen. Man hört von byzantinischen Traditionen, die in der Musik, der Volkskunst und im Denken der Menschen fortleben.

Die Byzantiner selbst betrachteten ihr zeitweise fast das gesamte Mittelmeer umspannendes Reich als legitimen Nachfolgestaat des im 5. Jh. untergegangenen Römischen Reichs und bezeichneten sich selbst bis ins 15. Jh. hinein deswegen nicht als Griechen oder Byzantiner, sondern als Römer. Dem Papst und den westeuropäischen Kaisern war Byzanz stets ein Dorn im Auge. Sie wünschten seinen Untergang mindestens ebenso heftig wie die moslemischen Türken. 1204 eroberten und plünderten die Venezianer und die Teilnehmer des vierten Kreuzzugs die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel. Weite Teile des Festlands einschließlich Athen und viele Inseln gerieten unter die Herrschaft der Kreuzritter. Byzanz selbst ging erst 1453 unter, als die Türken die Hauptstadt eroberten und sie in Istanbul umbenannten. Die byzantinische Flagge, schwarzer doppelköpfiger Adler auf gelbem Grund, weht in Athen noch vor vielen Kirchen.

Olympische Folgen

Für die Infrastruktur, die Umwelt und das Stadtbild haben die Olympischen Spiele 2004 nur positive Folgen gehabt. Sie haben dem Staat aber auch hohe Schulden hinterlassen - und eine Reihe von Sportstätten, deren weitere Verwendung bis heute ungeklärt ist. Vieles wurde in letzter Minute in aller Hast vollendet - und erfordert schon jetzt hohe Unterhaltungs- und Reparaturkosten. Touristisch werden die olympischen Hinterlassenschaften gar nicht vermarktet. So gibt es zum Beispiel keinerlei regelmäßige Führungen durch das Olympiagelände mit dem Olympiastadion. Trotzdem bleibt festzuhalten: Ohne die Spiele wäre Athen keine moderne Stadt geworden!

Orthodoxie

Fast alle Griechen gehören der griechisch-orthodoxen Kirche an. Sie erkennt den Papst nicht als Oberhaupt an. Orthodoxe Priester dürfen heiraten. Gottesdienste dauern oft zwei bis drei Stunden, während derer die Gläubigen kommen und gehen. Besondere Bedeutung haben in der Orthodoxie die vielen Heiligen. Die Mehrheit der Griechen glaubt daran, dass sie Wunder bewirken können, und wendet sich bei Problemen an die Ikonen, auf denen der „zuständige“ Heilige dargestellt ist und durch die er nach orthodoxer Auffassung auch in der Kirche präsent ist.

Osmanisches

Von 1456 bis 1828 war Athen ein kleines, unbedeutendes Dorf im riesigen Osmanischen Reich. Viele Athener lebten auf der Akrópolis, andere an deren Hängen. Als Athen 1834 Griechenlands Hauptstadt wurde, riss man viele türkische Bauten ab. Alles, was blieb, sind die in ein Museum umgewandelte Moschee am Monastiráki-Platz und das Eingangsportal einer türkischen Koranschule gegenüber vom Turm der Winde.

Straßen finden

Die Metropole Athen ist nicht eine einzige Stadt. Verwaltungsmäßig besteht sie vielmehr aus 38 verschiedenen Städten, die alle ihren eigenen Bürgermeister haben. Jede dieser 38 Städte ist in der Widmung von Straßen selbstständig. Deswegen gibt es viele Straßennamen in der Metropole mehrfach - in Extremfällen bis zu 30 Mal. Wer also eine bestimmte Straße sucht, muss unbedingt wissen, in welcher der Athener Teilstädte sie liegt. Die in diesem Reiseführer aufgeführten Adressen liegen fast alle in der Stadtgemeinde Athen selbst und dort wiederum in den zentralen Stadtvierteln wie Pláka, Psirrí oder Kolonáki. In allen anderen Fällen ist der Name der jeweiligen Stadtgemeinde angegeben, also zum Beispiel Ellinikó oder Kessarianí.

Tagesrhythmus

Das Klima prägt den Tagesrhythmus der Athener. Die meisten stehen früh auf. Büros, Märkte und Museen öffnen schon zwischen 8 und 9 Uhr. Gegen 14 Uhr lässt im Sommer die Hitze jeden Tatendrang erlahmen. Banken, Postämter und Geschäfte schließen, nur in den Büros privater Firmen wird neuerdings im Zeichen der Globalisierung auch nachmittags gearbeitet. Wer kann, begibt sich nach Hause und macht ein Nickerchen. Gegen 18 Uhr erwacht die Stadt zu neuem Leben. Montags, mittwochs und freitags öffnen die Geschäfte dann wieder. Wer nicht arbeiten muss, begibt sich zur vólta: dem Flanieren im Stadtzentrum oder vor den Cafés und Bars des eigenen Wohnviertels, unterbrochen von einem Päuschen im Stammcafé. Gegen 21 Uhr geht man nach Hause oder trifft sich mit Freunden und Verwandten zum Essen in einer Taverne. Gegen Mitternacht ist man im Bett - Nachtschwärmer sind die Griechen nur an Wochenenden und im Urlaub.

Urlaub

Urlaub machen die Athener bevorzugt zwischen dem 1. und 20. Aug. Viele Geschäfte und Restaurants sind dann geschlossen, und Athen wirkt fast wie eine verschlafene Kleinstadt.