Reisetipps Mosel

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Antikenfestspiele

Seit 1998 werden in den historischen Stätten der Römerstadt Trier im Frühsommer Opern und Operetten, Schauspiele und Konzerte aufgeführt. Mitgewirkt haben schon so bekannte Künstler wie Sir Peter Ustinov, René Kollo und Hanna Schygulla. Wegen der ungewöhnlichen Kulisse in den Ruinen der Kaiserthermen und des Amphitheaters ist das ein einzigartiges Erlebnis. www.antikenfestpiele.de

Burgenromantik

Im Mittelalter gab es im Moselland viele Burgen. Allein der Trierer Kurfürst und Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) herrschte über 103 Burgen zwischen Mosel, Saar und Rhein. Die meisten hatte er selbst errichten oder zumindest ausbauen lassen - im ständigen Konflikt mit Herzögen und Grafen rings um seinen Kurstaat. Eine der eindrucksvollsten dieser Burgen ist Burg Landshut über Bernkastel-Kues. Ende des 17. Jhs. durch ein Feuer zerstört, ist sie selbst als Ruine heute noch eine imposante Erscheinung.

Die meisten Burgen wurden während der Reunionskriege (1687-89) des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. zerstört. Doch im 19. Jh. erfasste das Moselland eine Welle der Burgenromantik. Der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. begann in der damals zu Preußen gehörenden Rheinprovinz mit dem Wiederaufbau vieler Burgen. Das schönste Beispiel ist die Burg Stolzenfels bei Koblenz.

Die wirtschaftlich stark gewordenen großbürgerlichen Kreise wollten da dem Adel nicht länger nachstehen: Für sie waren Burgen nicht mehr Instrumente der Macht, sondern Bauwerke, mit denen sie ihren Reichtum zur Schau stellen konnten. Zu sehen ist das bis heute an der Reichsburg Cochem, die nach den Reunionskriegen nur noch ein Schutthaufen war, aber im 19. Jh. vom Berliner Kommerzienrat Jakob Luy Ravené wieder aufgebaut wurde. Zum Glück blieb der Bauherr dem mittelalterlichen Vorbild im Wesentlichen treu. Die berühmteste Burg des Mosellands ist Burg Eltz bei Moselkern. Sie mutet an wie ein verzaubertes Dornröschenschloss und gilt vielen als Inbegriff deutscher Burgenromantik.

Dialekt

„Eich glaaf dei Kittel brennt“ - wenn Sie diesen Satz in Trier hören, erschrecken Sie nicht. Es ist nicht ganz so drastisch gemeint. Wörtlich übersetzt, würde es heißen: „Ich glaube, dein Kittel brennt.“ Gemeint ist: „Dir geht's wohl zu gut.“

Der moselfränkische Dialekt wird in zahlreichen Varianten zwischen Trier und Koblenz gesprochen. Jedes Dorf und sogar jeder Stadtteil setzt eigene Akzente. Wurden die Schüler noch vor drei Jahrzehnten darauf getrimmt, nur Hochdeutsch zu sprechen, weil man sich des Dialekts schämte und nicht als hinterwäldlerisch gelten wollte, so besinnt man sich in den letzten Jahren mehr und mehr darauf, dass der Dialekt auch ein Heimatgefühl in einer globalisierten Welt vermittelt. Er wird den Kindern nicht mehr ausgetrieben, sondern wieder überall als „Muttersproach“ gepflegt.

Für viele Besucher mag der Dialekt ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, aber bis jetzt ist hier noch niemand an Sprachschwierigkeiten gescheitert. Da die Menschen an der Mosel offen und freundlich sind, liefern sie auch gerne Übersetzungshilfen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie hören, wie eine Mutter ihr Kind liebevoll ermahnt: „Dummel deisch“ (Beeil dich)!

Gewächse des Südens

Nicht nur der Wein, sondern auch andere Gewächse aus südlichen Gefilden fühlen sich wohl in den Talsenken der Moselregion: Hopfen, Tabak und Sonnenblumen.

Im Tal des Nebenflusses Prüm bei Holsthum sind die 6 m hohen Stangen der Hopfenfelder nicht zu verfehlen. Der Hopfen ist eine äußerst empfindliche, aber schnellwüchsige Pflanze, deren Blüte jenen Stoff liefert, der Bier schmackhaft macht. Ist der Holsthumer Hopfenanbau mengenmäßig auch wesentlich geringer als zum Beispiel in der bayrischen Holledau, so wird er doch fast alljährlich als bester Hopfen der Welt ausgezeichnet.

Tabak ist die andere Sonnenpflanze, die in der Region schon lange zu Hause ist. Unweit der Mosel, in der Wittlicher Senke, findet diese Pflanze ideale Bedingungen. Über 100 t Rohtabak werden hier erzeugt. Tabak ist in der Trierer Region ohnehin zu Hause. Eine der ältesten Tabakfirmen Deutschlands, das Haus Landewyck, hat hier seinen Stammsitz. Und am Moselufer bei Trier-Euren steht Deutschlands größte Zigarettenfabrik, in der so bekannte Marken wie Camel und Winston hergestellt werden.

Auch die goldgelben Sonnenblumenfelder gehören inzwischen zum Landschaftsbild der Region. Aus den Samen wird begehrtes und gesundes Speiseöl gewonnen. Verblüffend ist, dass sich die großen Blütenstände immer genau nach dem Stand der Sonne ausrichten.

Hochwasser

Fast jedes Jahr wird das gesamte Moselland vom Hochwasser heimgesucht. Dann reagieren die Menschen nicht panisch, sondern mit gelassener Routine. Übersteigt der Pegel Trier die kritische 8-Meter-Marke, wissen die Bewohner genau, wie viel Zeit sie noch haben, die Keller zu räumen. Ist das Hochwasser wieder abgezogen, räumen sie auf und spritzen den Schlamm weg - binnen weniger Stunden erinnert nichts mehr an die schmutzig-braunen Fluten. Im Dezember 1993 erreichte der Pegel Trier 11,28 m (normal sind nur ca. 3,50 m), in vielen Häusern wurden auch die oberen Stockwerke überflutet. Einige betroffene Orte - wie Oberbillig, Lieser oder Zell - versuchen, das Hochwasser mit dem Bau von Schutzmauern einzudämmen.

Kelten

Druiden und verschnörkelter Schmuck - das ist alles, was viele von den Kelten wissen. An der Mosel, einem urkeltischen Siedlungsraum, lebte seit dem 3. Jh. der Stamm der Treverer. Keltische Spuren sind noch überall an der Mosel und auf den Höhen ringsum zu finden, zum Beispiel der Hunnenring bei Otzenhausen, die größte keltische Fliehburg in der Region. Oberhalb von Bernkastel-Kues bei Morbach-Wederath wurde eine keltische Siedlung mit Tavernen und Tempel ausgegraben - die Funde sind im neuen Archäologiepark Belginum (www.belginum.de) zu sehen. Auch oberhalb von Pommern, auf dem Martberg, liegen Reste einer keltisch-römischen Siedlung. Die meisten und bedeutendsten Funde aus keltischer Zeit sind im Rheinischen Landesmuseum Trier ausgestellt.

Konstantin der Große

Der römische Kaiser Konstantin der Große (um 275-337) spielte für das Moselland eine große Rolle. Konstantin bekannte sich offen zum Christentum. Trier, die Hauptstadt des römischen Westreichs, blühte unter ihm auf. 324 wurde er zum alleinigen Herrscher über das gesamte Römische Reich ernannt und verlegte seinen Hauptsitz nach Konstantinopel (dem heutigen Istanbul). In Trier erinnern an ihn die Basilika, seine Krönungsaula, und der Dom, den er auf den Mauern des Palastes seiner Mutter Helena begründete.

Straße der Römer

Die ganze Mosel ein einziger, riesiger Archäologiepark? Alles, was aus der Zeit von Kelten und Römern noch übrig geblieben ist, wird von der sogenannten Straße der Römer erschlossen (www.strasse-der-roemer.de). Sie können sich im Internet auch Ihre eigene Tour zusammenstellen - z.B. von den Römerbauwerken in Trier über die Landvillen in Mehring und Longuich zur Römerkelter von Brauneberg bis zum Tempel auf dem Martberg bei Pommern. So lässt sich ganz nebenbei auf den Straßen der Moselregion römische Geschichte erkunden.

Straußwirtschaften

Viele Weingüter betreiben Straußwirtschaften, d.h., sie schenken einige Wochen im Jahr eigenen Wein aus und bieten regionale Spezialitäten für den kleinen Appetit an. Entweder macht ein bunter Blumenstrauß (daher der Name) oder ein Rebenkranz über der Eingangstür auf den Ausschank aufmerksam. Mehr als 50 Straußwirte von Palzem bis Koblenz haben sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und bieten einen „Straußwirtschaftspass“ an: Wenn Sie den achten Winzer besuchen, bekommen Sie eine Flasche Wein gratis überreicht. www.mosel-strausswirtschaften.de

Wein

Mit derzeit 90 km² bestockter Rebfläche steht die Mosel an fünfter Stelle der deutschen Weinanbaugebiete. Neben der Mosel umfasst das Gebiet auch die Nebenflüsse Saar und Ruwer. Deshalb trug das Weinanbaugebiet bis 2007 auch den offiziellen Namen „Mosel-Saar-Ruwer“. Mittlerweile wurde das Weingesetz geändert und der Name „Mosel“ für das gesamte Gebiet verankert, um mit einer griffigen Marke im internationalen Konkurrenzkampf bestehen zu können.

5000 Betriebe produzieren Wein, die meisten allerdings nur im Nebenerwerb. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt weniger als 20000 m². Ein Grund dafür ist die schwierige Bewirtschaftung der Steil- und Terrassenlagen, in denen kaum Maschinen eingesetzt werden können. Der spritzig-elegante Riesling ist die wichtigste Rebsorte an der Mosel. Er bestockt mehr als die Hälfte der Rebflächen. Rund 40 Prozent der Produktion werden ins Ausland exportiert, vor allem in die USA und nach Großbritannien. www.msr-wein.de