Reisetipps Mailand

Stichworte Mailand

Aperitif

Am frühen Abend ist es Zeit für die Happy Hour und einen Aperitif in der Bar. Mailand ist die Welthauptstadt für kleine alkoholische und nichtalkoholische Appetitanreger. Ganz klassisch mit Campari-Soda oder Ramazzotti, elegant mit Prosecco oder Spumantino, kräftig mit Negrotto oder Vodka Sour. Dazu stehen Snacks und Oliven, Gemüsehäppchen und Salzgebäck auf dem Tresen der Bar. Und manch einer bleibt den ganzen Abend hier hängen.

Design

Sein oder Design, das ist hier keine Frage. Milano und die Lombardei bilden die Topregion für Design in Europa. Eine Zeitschrift wie „Domus“ konnte gar nicht anderswo entstehen. Die schöne Form von Alltagsgegenständen, Möbeln oder auch Industrieprodukten wird in Hunderten von Werkstätten, Studios und Agenturen immer wieder aufs Neue gesucht und ausprobiert. Altmeister wie Ettore Sottsass oder Enzo Mari arbeiten in ihnen ebenso wie zahllose unbekannte, aufstrebende Talente. Irgendwann werden sich Namen und Produkte im Designmuseum wiedertreffen, das gerade in der Triennale eingerichtet wird.

Leonardo

Das Allroundgenie hat in Mailand nicht nur das Abendmahl hinterlassen. Leonardo da Vinci hat, als er 1482 nach Mailand kam und fast 20 Jahre blieb, Bewässerungsanlagen gebaut, Plätze entworfen, die Wehranlagen des Castello Sforzesco verbessert, einen Weinberg angelegt und technische und wissenschaftliche Studien aller Art getrieben. Für seinen Fürsten entwarf er auch ein riesiges Reiterstandbild aus Bronze. Es wurde nie gegossen, weil 1499 die Franzosen mit Waffengewalt in die Stadt eindrangen, Fürst Ludovico festsetzten und Leonardo deshalb lieber das Weite suchte. Rund 500 Jahre später finanzierte ein Amerikaner den Guss des Pferdes nach alten Plänen. Die Stadt stellte das Geschenk sinnigerweise vor die Trabrennbahn.

Modezaren

Armani und Prada, Gucci und Dolce & Gabbana sind diejenigen, die den Ton angeben. Sie kümmern sich um Mode und Design, um Parfum und Kultur. Armani hat sich von Tadao Ando sogar ein eigenes Theater bauen lassen und sponsert einen Basketballclub der Spitzenklasse: Armani Milano. Die Boutiquen und Showräume der Modekönige sind die Fixpunkte einer Stadt wie früher die Palazzi der Patrizier und die literarischen Salons der Intellektuellen. Ende März und Ende September halten sie während der Modewochen Hof - dann gibt es praktisch kein Taxi mehr, und der Verkehrsstau wird zum Dauerzustand.

Musik

Scala und Auditorium, Villa Simonetta und Teatro Dal Verme - von Oktober bis Juni ist Musik in der Stadt, ganz klassisch mit großen Namen und bekannten Werken. Andere hören auf ein ganz anderes Mailand. Auf das, das aus den Lokalen swingt und in den Diskos rockt. Wenn in der Scala die Lichter ausgehen, gehen sie rund um die Navigli erst richtig an.

Sant'Ambrogio

Ambrosius, um 340 n. Chr. in Trier geboren, war Statthalter des Kaisers in Mailand und ließ sich dann vom Volk zum Bischof wählen. Als Bischof lebte Ambrosius in dauernder Spannung zwischen kaiserlichen und kirchlichen Interessen, die er mit diplomatischem Geschick auch durchsetzen konnte. Seine Reform der Liturgie (ambrosianischer Ritus) hat heute noch Gültigkeit. Und jedes Jahr am 7. Dezember, seinem Geburtstag, wird in Mailand groß gefeiert: in der Scala zur Spielzeiteröffnung mit Premierengarderobe, auf der Piazza vor der Kirche mit Budenzauber.

Schlangentiere

Schlangen gibt es in Mailand überall. Sie lauern auf Säulen in der Kirche Sant'Ambrogio. Sie schlängeln sich durchs Logo von Alfa Romeo wie durch das von Berlusconis Fernsehsender Canale Cinque. Sie tummeln sich auf der Brust von Inter-Kickern und prangen auf Wappen am Castello Sforzesco. Das Wappen der Visconti geht auf die Darstellung eines schlangenartigen Drachen zurück, der ein Kind verspeist. Angeblich hat einer der Stammväter, Ottone Visconti, während der Kreuzzüge einen Sarazenen besiegt, der jenes Wappen auf dem Schild führte. Seitdem schlängelt es sich durch die lombardische Grafik.