Reisetipps Bulgarien

Sehenswertes Bulgarien

Region: Bansko

Alte Hausarchitektur

Die alten Häuser in Bansko haben zwei Gesichter und erinnern an die Klosterarchitektur. Zur Straße erhebt sich eine strenge, fast abweisende Steinfassade. Umso freundlicher wirkt der Innenhof mit Balkonen, geschnitzten Holzgeländern und schlanken Säulen.

Sveta Troica/Dreifaltigkeitskirche

Gebaut 1835 von einheimischen Handwerkern, auf dem Hof befindet sich ein 30 m hoher Uhrturm. Die Kirche hat einen eigenen Kirchenchor, zweimal täglich gibt es Gottesdienste. Ploštad Vâsrašdane | Tel. 0749/88344

Wiedergeburtsarchitektur

Die Hofansicht, die Holzschnitzereien und die Wandmalereien sind bei diesen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jh. besonders bemerkenswert. Das Sirleštov-Haus, Ulica Jane Sandanski 12, ist das älteste erhaltene Haus in Bansko, mit einem Versteck im Keller. Das Veljanov-Haus, Ulica Veljan Ognev 5, hat eine gut erhaltene Inneneinrichtung und Wandmalereien. Im Neofit-Rilski-Haus, Ulica Pirin 17, gibt es einen noch funktionierenden Brotofen und ein historisches Klassenzimmer.

Region: Plovdiv

Alt- und Neustadt

Es ist nicht ganz einfach, Plovdiv systematisch zu ergründen, denn die schöne Stadt ist sehr verwinkelt. Am besten ist es, man verschafft sich bummelnd eine erste Orientierung, um sich dann in der Altstadt und in der Neustadt die einzelnen Sehenswürdigkeiten gezielt anzusehen. In der Neustadt befinden sich Ruinen aus der römischen und der osmanischen Zeit. Am Ploštad Stambolijski haben sich viele hübsche Cafés angesiedelt.

Amphitheater

Das prächtigste Zeugnis der Antike ist das Theater aus dem 2. Jh., das von Kaiser Marc Aurel angelegt wurde und heute gut 3000 Zuschauern Platz bietet, wenn in den Monaten Mai, Juni und September klassisches Theater gespielt wird und Konzerte stattfinden. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die Rhodopen. Am Südhang des Džambas Tepe, oberhalb des Tunnels und der Ulica Ivajlo | 3 Euro

Arheologičeski muzej/Archäologisches Museum

Der bedeutendste Schatz des Museums ist der Goldfund aus Panagjurište, der aus neun Gefäßen besteht und 6 kg wiegt. Andere wertvolle Exponate stammen aus der Antike, aus der thrakischen und der römischen Zeit. Sehenswert sind vor allem die Grabstätten aus der Bronzezeit aus der Region um Plovdiv, der Bronzehelm aus Brestovica aus der thrakischen Zeit sowie die byzantinischen Goldmünzen aus dem 12. Jh. Ploštad Sâedinenie 1 | Di-So 10-17.30 Uhr | www.archaeologicalmuseumplovdiv.org

Džumaja Džamija/Džumaja-Moschee

Die Moschee aus dem frühen 15. Jh. besitzt innen einen sehenswerten Springbrunnen und an der Außenwand eine Sonnenuhr. Ploštad Stambolijski

Etnografski Muzej/Ethnografisches Museum

Im unteren Teil des wunderschönen Agir-Kujumdžioglu-Hauses ist Handwerk der Wiedergeburtszeit ausgestellt. Interessanter als die Werkzeugsammlung sind die oberen Räume mit Mobiliar (viel mittel- und westeuropäischer Barock) und Trachten aus den Rhodopen. Im Juni und im September gibt es im Museumshof Kammermusikkonzerte. Ulica Čomakov 2 | Di-So 9-12 und 13.30-17.30 Uhr

Hisar Kapija

Das Osttor stammt aus der spätantiken Zeit, als das heutige Plovdiv Stadt wurde (4.-1. Jh. v. Chr.). Ulica Canko Lavrenov

Rimski Forum/Römisches Forum

Vom Römischen Forum sind steinplattenbelegte Straßen und Fundamente von einzelnen Gebäuden freigelegt. Am Centralen Ploštad, zwischen dem Hotel Trimontium Princess und der Hauptpost | 3 Euro

Rimski Stadion/Römisches Stadion

Vom Stadion aus dem 2. Jh. sieht man den Ausgang und den Westteil sowie Überreste von Räumen und einer Wasserleitung. 30000 Menschen fanden hier einst Platz. Ploštad Stambolijski | 3 Euro

Stadtmauer

Überreste der inneren Stadtmauer vom damaligen Philippopolis (4. bis 1. Jh. v. Chr.) befinden sich am Hügel Nebet Tepe im gleichnamigen Parkgelände.

Sveti Sveti Konstantin i Elena

Die Kirche wurde 1830-32 errichtet. Die vergoldete Außenwand schuf der bekannte Holzschnitzer Joan Paškula, zahlreiche Ikonen stammen vom bedeutenden Maler Zaharij Zograf. Ecke Ulica Gorki/Starinna

Wiedergeburtsarchitektur

Die Seele der musealen Atmosphäre der Altstadt bilden die Häuser aus dem 19. Jh. Das Agir-Kujumdžioglu-Haus aus dem Jahr 1847 gehört dank seiner reich dekorierten Fassade zu den meistfotografierten Objekten der Stadt. Heute beherbergt es das Ethnografische Museum.

Das Georgiadi-Haus besticht durch seine Fassade mit den Erkern und dem geschwungenen Vordach. Hier befindet sich heute das Museum für nationale Befreiung (Ulica Canko Lavrenov 1 | Mo-Sa 9-12 und 14-17 Uhr).

Das Hindilian-Haus gehörte einer wohlhabenden armenischen Kaufmannsfamilie und beherbergt die wohl prächtigste und kostbarste Inneneinrichtung der Stadt. Ulica Artin Gidikov 11 | Mo-Fr 9-12 und 13-18.30 Uhr

Region: Veliko Târnovo

Stadtrundgang

Vom Denkmal der 1876 an dieser Stelle gehenkten Revolutionäre am Ende der Ulica Dimitâr Blagoev lässt sich ein Rundgang sehr gut beginnen.

Arheologičeski Muzej/Archäologisches Museum

Der Schwerpunkt der musealen Sammlung liegt auf der Zeit von 1200 bis 1400, als Veliko Târnovo die Hauptstadt des Bulgarenreichs war. Ulica Ivanka Boteva | Di-So 8-12 und 13-18.30 Uhr

Asenovata Mahala/Asen-Viertel

Vom mittelalterlichen Viertel, in dem einst Handwerker, Händler und niedere Geistliche lebten, ist nichts mehr zu sehen. Drei Kirchen aus jener Zeit sind erhalten. Die älteste ist Sveti Dimităr Solunski (Kirche des heiligen Demetrios von Thessalonike) von 1185 am nordöstlichen Hang des Trapezica. Hier riefen 1185 die Brüder Asen und Petâr den Aufstand gegen Byzanz aus. Direkt gegenüber, am anderen Ufer des Jantra, erhebt sich Sveti Sveti Petâr i Pavel (Peter-und-Paul-Kirche). Die künstlerisch bedeutendste ist Sveti 40 măčenici (Kirche der heiligen 40 Märtyrer | Ulica Kliment Ohridski) aus der ersten Hälfte des 13. Jhs. Besonders sehenswert sind im Inneren die Säulen des Khan Omurtag und des Ivan Asen II. Die Inschriften auf diesen Säulen zählen zu den ältesten schriftlichen Überlieferungen über das mittelalterliche Bulgarien.

Carevec-Hügel

Die natürliche Felsenfestung auf dem Carevec-Hügel bildete das politische und geistliche Zentrum des Zweiten Bulgarischen Reiches. Von dem einstigen Zarenpalast sind die Fundamente freigelegt, ein Teil der Festungsmauern, darunter der Balduin-Turm, wurde restauriert. Bei den Ausgrabungen stieß man auch auf die Fundamente von Wohn- und Wirtschaftsbauten, Kirchen und Klöstern.

Auf der Hügelspitze, wo einst die Patriarchenkirche - Sveti Vâznesenie (Christi Himmelfahrt) - stand, wurden in den Achtzigerjahren des 20. Jhs. in deren Überresten sozialistisch-realistische Fresken angebracht. Vom Hinrichtungsfelsen an der Nordspitze stürzte man im Mittelalter Verräter hinab.

In dem gigantischen Licht-und-Ton-Spektakel Zvuk i svetlina wird die Geschichte Bulgariens symbolisch dargestellt. Ein Genuss für Ohr und Augen. Regelmäßig zu sehen an Nationalfeiertagen, außerdem können Gruppen diese Veranstaltung bestellen. Reservierungen und Infos zu Preisen: Tel. 062/636952 oder im Touristik-Informationszentrum.

Muzej Văzraždane i Učreditelno Săbranie

Im früheren Konak bezeugen die Exponate des „Museums der nationalen Befreiung und der Konstituierenden Versammlung“ den patriotischen Kampf der Bulgaren gegen die Türken. Unverändert geblieben ist der Raum, in dem das erste bulgarische Parlament tagte und im Jahr 1879 die Verfassung annahm. Ploštad Sâedinenie | tgl. 10-17 Uhr

Starija Grad/Altstadt

Die bekanntesten Bauten in der Altstadt sind mit dem Namen Kolju Fičeto verbunden. So wurde der Autodidakt Nikola Fičev genannt, der als Begründer des neuzeitlichen Bauwesens und des nationalen Stils gilt. Nach seinen Entwürfen wurde das Wirtshaus des Hadži Nikoli (Ulica Rakovski 17 | tgl. 10-17 Uhr) gebaut, das heute das Ethnografische Museum beherbergt, sowie das Haus mit dem Äffchen (Ulica Vâstaničeska 14), ein allseits beliebtes Fotomotiv. Auch das Amtsgebäude der türkischen Behörden, der Konak (Ploštad Sâedinenie), in dem die erste Nationalversammlung Bulgariens 1879 die Verfassung des neuen Staates annahm, wurde von Fičev entworfen.

Auf der Ulica Gurko ist eine Reihe stilvoller Gebäude erhalten. Herausragend ist das Sarafina-Haus (Ulica Gurko 88 | Di-Fr 9-12 und 14-18 Uhr), benannt nach dem Geldverleiher, dem es gehörte; seine prunkvolle Inneneinrichtung gibt Einblick in den Geschmack und die Kaufkraft der reichen Familien Târnovos im 19. Jh. Wieder zum Leben erwacht ist die Gasse Samovodska Čaršija, in deren kleinen Werkstätten die Meister ihrem Handwerk nachgehen.

Trapezica-Hügel

Auf diesem schwer zugänglichen Hügel hatten Adelige und hochrangige Vertreter des Klerus ihre Wohnsitze. Freigelegt wurden Grundmauern von 17 mittelalterlichen Kirchen sowie Teile der Dekorationen und Wandmalereien und einige weltliche Gebäude.

Region: Ruse

Istoričeski Muzej/Historisches Museum

Der Silberschatz aus dem Dorf Borovo, thrakisches Kunsthandwerk und Werkzeuge aus der Bronze- und der Steinzeit sind im ehemaligen Schloss Dvorec Batenberg ausgestellt; interessante ethnografische Abteilung. Ploštad Aleksandâr Batenberg 3 | Mo-Fr 9-12 und 14-17 Uhr

Muzej na Transporta i Sâobštenijata/Transport- und Kommunikationsmuseum

Vom hiesigen Bahnhof startete einst die erste Eisenbahn Bulgariens. Einige der Waggons sind auf dem Areal zu sehen. Ulica Bratja Obretenovi 13 | tgl. 8-12 und 14-17.30 Uhr

Sveta Troica/Dreifaltigkeitskirche

Die einzige christliche Kirche von größerer Bedeutung. 1632 errichtet, 1764 und 1881 um- und ausgebaut. Wie viele andere bulgarische Kirchen auch, wurde sie damals halb in den Boden hineingebaut, damit sie nicht auffiel. Sammlung alter Ikonen. Ulica Goražd 1

Ausflugsschiff Rožen

Das Ausflugsschiff Rožen kann für Tagestouren nach Svištov oder Tutrakan gebucht werden. Der Ausflug nach Silistra und zurück dauert zwei Tage. Landschaftlich sehr reizvoll. Bălgarsko rečno plavane | Ulica Otec Paisij 2 | Tel. 082/825098 | www.brp.bg oder Dunav Tours | Ulica Olimpi Panov 5 | Tel. 082/824836 | www.dunavtours.bg

Region: Burgas

Stadtmitte

In der Stadtmitte konzentrieren sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten um die Straßenzüge Aleksandrovska und Aleko Bogoridi. Zu erwähnen sind das Archäologische Museum (Bogoridi 21) und die Kathedrale Sveti Sveti Kiril i Metodij sowie die kleine armenische Kirche in der Ulica General Major Lermontov.

Region: Melnik

Boljarskata Kâšta/Bojaren-Haus

Das älteste Haus der Stadt aus dem 10. oder 11. Jh. ist leider nicht mehr gut erhalten. Es gehörte einst dem Despoten Slav. 1 Euro

Gradski muzej/Städtisches Museum

Das Museum im Pašov-Haus (Pašovata Kăšta) von 1815 hat wunderschöne holzgeschnitzte Zimmerdecken und Marmorkamine. Tgl. 9-12 und 13-17 Uhr

Kordopulovata Kâšta/Kordopulov-Haus

Das vierstöckige Haus stammt aus dem Jahr 1754 und gehörte einem Weinhändler. Besonders schön sind die 24 zweireihigen Fenster im Salon, die obere Reihe ist aus venezianischem Farbglas. Der Rundgang endet mit einer Weinverkostung im direkt in den Felsen gehauenen Keller. Hier reift der Rotwein in riesigen Fässern, manche von ihnen haben ein Volumen von 10000 l! Tgl. 9-20 Uhr | 2 Euro

Region: Vidin

Baba Vida

Die Festung am Donauufer ist die besterhaltene mittelalterliche Anlage in Bulgarien. Auf den Fundamenten eines römischen Verteidigungsturms errichteten die Bulgaren die Burg vom 10.-14. Jh. Sie diente zur Verteidigung der Stadt, war aber auch Wohnsitz des letzten bulgarischen Zaren Ivan Srazimir (1356-1396) in der Zeit vor der osmanischen Eroberung. Die Wallanlagen, die Verteidigungstürme und Teile des zweistöckigen Hauptgebäudes sind erhalten geblieben. In den letzten Jahrzehnten wurden in der Festung mehrfach bulgarische und ausländische Filme gedreht. Zum Komplex gehören auch ein Museum und eine Theaterbühne. Nachts wird die ganze Anlage eindrucksvoll beleuchtet. Tgl. 9-18 Uhr | 4 Euro

Region: Varna

Arheologičeski Muzej/Archäologisches Museum

Die Prunkstücke der reichhaltigen Kollektion (50000 Exponate aus der vorgeschichtlichen Zeit bis zum Mittelalter) sind die Funde aus einer Grabstätte der Kupferzeit (5000-4000 v. Chr.). Mehr als ein Drittel der freigelegten Grabstätten aus jener Zeit enthielten kein Skelett, sondern ausschließlich symbolische Grabbeigaben: viel Schmuck, Gegenstände aus purem Gold, zylinderförmige Perlen, aber auch Werkzeuge und Gefäße. Der Schmuck gehört zu den ältesten Goldschmiedefunden überhaupt. Im Museum ist auch eine Ausstellung bulgarischer Ikonen aus dem 16.-19. Jh. zu besichtigen. Bulevar Marija Luiza 41 | Di-So (im Winter Di-Sa) 10-17 Uhr | www.amvarna.com

Etnografski Muzej/Ethnografisches Museum

In einem der wenigen restaurierten Häuser der Wiedergeburtszeit wird der Alltag in der Region um die Wende zum 20. Jh. gezeigt - Trachten, Handwerk und Schmuck, Szenen volkstümlicher Feste und Rituale und die Originaleinrichtung einiger Räume aus dieser Zeit. Ulica Panagjurište 22 | Di-So (im Winter Mo-Fr) 10-17 Uhr

Morska Gradina/Meerespark

Das Riesenareal bei der Altstadt lädt zum Spazieren und Ausruhen ein.

Muzej na Vâzračdaneto/Wiedergeburtsmuseum

Das Museum befindet sich im Gebäude der ersten bulgarischen Schule in Varna (erbaut 1862). Es zeigt unter anderem ein original eingerichtetes Klassenzimmer aus den Sechzigerjahren des 19. Jhs. Ulica 27 juli 9 | Juni-Sept. Di-So, Okt.-Mai Di-Sa 10-17 Uhr

Rimski Termi/Römische Thermen

Etwa drei Viertel des Areals von 10000 m² im Südosten der Stadt nehmen die römischen Thermalbäder aus dem 2. und 3. Jh. ein. Freigelegt wurden Reste vom Kanalsystem, von Wasserbecken sowie von zahlreichen Räumen und Hallen, von denen einige imposante Höhen erreichen. Di-So (im Winter Di-Sa) 10-17 Uhr | 4 Euro

Sveto Uspenie Bogorodično/Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale

Die Kathedrale von Varna wurde 1884-86 errichtet. Sehenswert ist vor allem der Ikonostas, die dreitürige Bilderwand, die von makedonischen Meistern aus Debâr geschaffen und 1912 hier angebracht wurde; die reiche Wandbemalung dagegen stammt aus den Jahren 1949/50. Ploštad Mitropolit Simeon 8 | tgl. 7-18 Uhr

Region: Sofia

Stadtzentrum

Der geeignetste Ausgangspunkt für die Erschließung des Stadtkerns ist der gleichnamige Platz an der Kirche Sveta Nedelja schräg gegenüber vom Hotel Sheraton. In dem Bereich östlich davon, den die Universität und die direkt daneben befindliche Nationalbibliothek Kiril und Metodij mit den imposanten Denkmälern der beiden abschließen, befinden sich die meisten wichtigen öffentlichen Bauten. Zwischen Sheraton und dem Kaufhaus CUM führt der Weg über den Bulevar Car Osvoboditel mitten in diesen Abschnitt hinein. Südlich der Sveta Nedelja erstreckt sich die Haupteinkaufsstraße Bulevar Vitoša. Der belebteste Teil davon endet am Kulturpalast (, abgekürzt NDK). Unbedingt zu empfehlen ist ein Bummel in dem Gebiet zwischen den Bulevar Vitoša und Car Osvoboditel. Biegen Sie einfach in östlicher Richtung in eine der Seitenstraßen des Bulevar Vitoša ein, und schlängeln Sie sich bis etwa zum Platz der Nationalversammlung (Ploštad Narodno Sâbranie) durch. Hier begegnen Ihnen Architektur und Atmosphäre der Wohnviertel in der Stadtmitte in authentischer Form.

Borisova Gradina/Borisgarten

Der größte Park in Sofia. Sonntags ist er Hauptanziehungspunkt für Spaziergänger. Hier geben Künstler aller Art ihre Vorstellungen. Vom Bulevar Car Osvoboditel abgehend

Centralna evrejska sinagoga/Synagoge

Die größte Synagoge auf der Balkanhalbinsel wurde 1910 vollendet. Vor einigen Jahren wurde sie restauriert. Anwesende Gemeindemitglieder führen Besucher gern durch das Gebäude. Ulica Ekzarh Josif 16. Im Gemeindehaus (Bulevar Aleksandâr Stambolijski 50 | 5. Stock | Mo-Fr 9-12 und 14-17 Uhr) ist die ständige Ausstellung „Die Rettung der bulgarischen Juden 1941-1944“ zu sehen.

Džamija Banja Baši/Bädermoschee

Diese Moschee ist die einzige, die den gläubigen Muslimen in der Hauptstadt geblieben ist. Während der antitürkischen Kampagnen in der sozialistischen Ära lag sie still. Seit Anfang der Neunzigerjahre wird die Bädermoschee wieder benutzt. Der Bau des namhaften türkischen Architekten Hadži Mimar Sinan wurde 1576 vollendet. Unmittelbar in der Nachbarschaft befindet sich das Mineralbad, das nicht mehr benutzt wird. Man kann sich dort aber mit Wasser aus Heilquellen versorgen. Unbedingt sehenswert ist auch die restaurierte Markthalle (Centralni Hali bzw. Halite) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Bulevar Knjaginja Marija Luiza

Gradska Gradina/Stadtgarten

Eine grüne Oase, die zu jeder Zeit für eine Atempause bestens geeignet ist. Ein beliebter Treffpunkt für Schachspieler. Mitten im Zentrum Sofias, an der Ulica Vasil Levski

Nacionalen Arheologičeski Muzej/Nationales Archäologisches Museum

Gegenüber dem Präsidentensitz, bei dem übrigens jede Stunde eine Art „Change of the Guards“ zu beobachten ist, wurde in der Großen Moschee das Archäologische Museum untergebracht. Auch wenn es einige seiner bedeutendsten Schätze an andere Museen abgeben musste, ein Blick auf die ausgestellten Gebrauchsgegenstände, Waffen und Schmuck von Thrakern, Römern und Griechen lohnt auf jeden Fall. Ulica Sâborna 2 | beim Ploštad Aleksandâr Batenberg | Di-So 10-12 und 14-17 Uhr

Nacionalen Istoričeski Muzej/Nationales Historisches Museum

Nicht leicht zu erreichen ist das größte und bedeutendste historische Museum des Landes, das in der stattlichen Residenz Bojana in direkter Nachbarschaft zum Amtssitz des Präsidenten untergebracht ist. Auf drei Etagen werden hier in den beeindruckenden Räumlichkeiten der ehemaligen Schivkov-Residenz sehr übersichtlich angeordnet ca. 22000 Ausstellungsstücke der Geschichte auf heutigem bulgarischem Territorium der letzten 2000 Jahre dargestellt. Weltweite Bedeutung erhielt das Museum durch die Ausstellung „Gold der Thraker“. Das Meisterwerk thrakischer Goldschmiedekunst (vermutlich um die Wende vom 13. zum 12. Jh. v. Chr. entstanden) befindet sich allerdings häufig auf Wanderausstellungen. Die Website des Museums ist empfehlenswert. Residenz Bojana | tgl. 9.30-17 Uhr | Tel. 02/9557604, bzw. 9554280 (Exkursionen/Gruppenführungen) | www.historymuseum.org | Bus Nr. 63 und 111

Nacionalna Hudožestvena Galerija/Nationale Kunstgalerie

Das wunderschöne, im 16. Jh. errichtete Gebäude diente zunächst als konak, also als Amtssitz der osmanischen Verwaltung. Hier wurde der Prozess gegen den bulgarischen Nationalhelden Vasil Levski geführt. Nach der Befreiung aus der osmanischen Herrschaft wurde es zweimal um- und ausgebaut und fungierte während der Monarchie als Zarenschloss. Seit 1954 ist hier die Nationalgalerie beheimatet. Die Sammlung bulgarischer Kunst von der Mitte des 19. Jhs. bis zur Gegenwart ist aber nicht so attraktiv wie das Gebäude selbst. Ploštad Aleksandâr Battenberg | Di-So 10.30-18 Uhr

Rotonda Sveti Georgi/Rotunde des heiligen Georg

Das besterhaltene Denkmal aus der römischen Zeit im Hof des Hotels Sheraton steht an einer Stelle, an der zunächst (wahrscheinlich im 1. Jh. v. Chr.) ein Bad errichtet wurde. Die Rotunde aus dem 4. oder 5. Jh. diente ursprünglich den Römern als Kultstätte, dann den Slawen als christliche Kirche, später den Türken als Moschee, schließlich seit Bulgariens Eigenstaatlichkeit wieder als christliche Kirche. Die Fresken aus dem 14. Jh. gehören zu den bedeutendsten Malereien mit barocken Elementen in Bulgarien. Eingang auf dem Bulevar Aleksandâr Stambolijski

Sveta Nedelja/Kirche der heiligen Nedelja

Die 1856-1863 erbaute Kirche hat weniger durch Kulturschätze als durch ihre weltlichen Einrichtungen und politischen Ereignisse auf sich aufmerksam gemacht. Ein Besuch lohnt sich allein wegen des hellen, ganz und gar nicht pompösen Glanzes, den sie ausstrahlt.

Im April 1925 forderte in der Kirche ein Bombenattentat mehr als 120 Tote und über 500 Verletzte. Die stark beschädigte Kirche wurde dann 1931 von Grund auf neu errichtet. Bis heute ist nicht einwandfrei geklärt, ob die Führung der Kommunistischen Partei, die dies stets vehement leugnete, für das Attentat verantwortlich war. Später nutzte sie die Kirche zu besonderen Zwecken: Bis zum Ende der Achtzigerjahre beherbergte die Kuppel ein Büro der Geheimpolizei. Ploštad Sveta Nedelja

Sveta Sofija/Sophienkirche

Der Namensgeberin der Stadt ist der zweitälteste der erhaltenen Kirchenbauten geweiht. Er wurde an der höchsten Stelle des Siedlungszentrums im 6. Jh. errichtet. Auch in der osmanischen Zeit, als die Kirche als Moschee diente, wurde ihr Äußeres nicht angetastet. Die dreischiffige Kreuzkuppelbasilika mit den drei Altären ist ein für Bulgarien einzigartiges Exempel für die strenge Monumentalität der klassischen byzantinischen Architektur. An der Ostseite befindet sich das Grab des bulgarischen Nationaldichters Ivan Vazov, dessen Statue im nahen Park - er hält ein Buch in der Hand - nicht zu übersehen ist. Ploštad Aleksandâr Nevski

Sveti Aleksandâr Nevski/Aleksandâr-Nevski-Kathedrale

Auch viele Nichtbulgaren, die den Balkan bereist haben, halten die Kathedrale für den prächtigsten Bau des 20. Jhs. auf der Balkanhalbinsel. Sie wurde zu Ehren der im Russisch-Türkischen Krieg von 1877/1878 gefallenen Soldaten und zum Zeichen des Dankes für die dem Krieg folgende Ausgliederung Bulgariens aus dem Osmanischen Reich errichtet. Der russische Zar jener Zeit, Alexander II., wurde seitdem in Bulgarien als „Car Osvoboditel“ (Befreierkönig) verehrt, wovon auch das unweit von der Kathedrale, unmittelbar gegenüber dem Gebäude der Nationalversammlung (Narodno Sâbranie) aufgestellte, 14 m hohe Reiterbild zeugt, das der italienische Bildhauer Arnoldo Zocchi schuf. Die Kirche wurde nach dem Schutzheiligen des Zaren, Alexander Nevski, einem Moskauer Großfürsten aus dem 13. Jh., benannt. Nach den Entwürfen des Petersburger Architekten A.N. Pomerancev wurde 1904 mit dem Bau begonnen, der mit kleineren Unterbrechungen bis 1913 währte. Erst elf Jahre danach, 1924, wurde die Kirche geweiht.

Imposant ist der erste Eindruck, den die südliche Seitenansicht vom Bulevar Car Osvoboditel aus hervorruft. Vor allem fallen die beiden mit Blattgold überzogenen Kuppeln direkt ins Auge. Die bulgarische Regierung als Auftraggeber hatte zur Bedingung gemacht, dass die Kirche 5000 Menschen Platz biete. Im Innern sind es weniger herausragende Einzelstücke, die das Interesse auf sich ziehen, vielmehr fasziniert die Gesamtheit der Kunstwerke. Die bekanntesten russischen und bulgarischen Meister der Zeit um die Jahrhundertwende sind hier mit Wandmalereien, Ikonen und Mosaiken vertreten. Die Krypta beherbergt eine ständige Ausstellung von weit mehr als 200 Ikonen, Fresken und gedruckten Ikonenblättern bulgarischer Meister vornehmlich aus dem 18. und 19. Jh., doch sind auch Werke aus dem 12.-17. Jh. vertreten. Ploštad Aleksandâr Nevski | tgl. 7-19 Uhr, Krypta: Di-So 10-18 Uhr

Sveti Nikolaj Čudotvorec/Kirche des heiligen Nikolaj

Unübersehbar demonstriert der 1914 vollendete Bau, warum er „die russische Kirche“ genannt wird: Er präsentiert sich als ein lichtes, farbenfrohes, von Gold und fünf Zwiebeltürmen geprägtes Abbild der Moskauer Architektur des 17. Jhs., innen mit Wandmalereien im Stil der Novgoroder Malschule. Ihre Existenz hat die Kirche der Sorge eines russischen Diplomaten um sein Seelenheil zu verdanken. Der von 1908-1911 als Botschafter Petersburgs fungierende Semontovski-Kurilo hielt die bulgarische Kirche für nicht rechtgläubig genug, um in ihren Bauten den Gottesdienst zu feiern. Bulevar Car Osvoboditel 3

Region: Šumen

Denkmal „1300 Jahre Bulgarien“

Das Denkmal ist in Stein gemeißelter Nationalismus. Die Geschichte des Landes als Mosaik und mit schöner Aussicht auf Šumen. Treppe vom Bulevar Slavjanski, den Schildern südwärts durch den Park folgen

Tombul Džamija/Tombul-Moschee

Die größte erhaltene Moschee aus der osmanischen Zeit wurde 1744 von Sherif Halil Pascha errichtet. Der Hof der Koranschule (Medrese) wird von einem Brunnenhaus dominiert. Die Moschee - Zeuge der wechselhaften Geschichte des Landes - war während der sozialistischen Ära ein Museum, heute wird sie von den Muslimen wieder als Gebetshaus genutzt.

Einen schönen Blick auf den Kuppelbau und das doppelt so hohe Minarett erlaubt der nahe gelegene Uhrturm, dessen Glocke ohne Unterbrechung seit seinem Baujahr 1740 zu jeder vollen Stunde schlägt. Ulica Rakovski 21 | tgl. 9-18 Uhr

Wiedergeburtsarchitektur

Die größte Konzentration von Häusern aus dem 19. Jh. ist um die Ulica Car Osvoboditel herum zu besichtigen, die auch den Kern der Überbleibsel von der Altstadt bildet. Ganz nah bei der Tombul-Moschee steht das vielleicht prachtvollste Haus - das Djukmedžjan-Haus (Ulica Stara planina 14), das Mitte des 19. Jhs. von einer armenischen Kaufmannsfamilie gebaut wurde. Man kann, wenn die Tore offen sind, in den Hof hinein.

Das Kossuth-Haus (Ulica Car Osvoboditel 35 | Mo-Fr 9-17 Uhr) beherbergte den Führer der ungarischen Revolution von 1848 für einige Monate.

Das Pančo-Vladigerov-Haus (Ulica Car Osvoboditel 136 | Mo-Fr 9-17 Uhr) ist dem Patriarchen der klassischen Musik Bulgariens gewidmet. Der Museumskomplex zeigt eine Dokumentation über das Leben des Komponisten, sein erstes Klavier, aber auch die typische Wohneinrichtung aus dem Anfang des 20. Jhs. Im Kammermusiksaal und im Garten finden Konzerte statt, und jährlich wird ein Wettbewerb für junge Pianisten und Geiger ausgerichtet.