Reisetipps Brasilien

Insider Tipps Brasilien MARCO POLO Autorin Petra Schaeber im Interview

Die Journalistin Petra Schaeber lebt seit 1993 in Brasilien und liebt Samba und Karneval.

Wieso leben Sie in Brasilien?

Als ich zum ersten Mal auf dem Corcovado stand und Rio zu Füßen liegen hatte, wollte ich länger in Brasilien bleiben. Zunächst waren es zwei Semester in Rio, denen Reisen durch ganz Brasilien folgten. Die afrobrasilianische Kultur zog mich nach Salvador, wo ich Material für meine Doktorarbeit sammelte. Die ist inzwischen abgeschlossen, aber die Neugier ist geblieben.

Wie geht es Ihnen dort?

Brasilien begeistert mich immer wieder neu, die überwältigende Natur, die Musik, die Menschen mit ihrer ansteckenden Lebensfreude, die trotz aller Probleme versuchen, das Beste aus allem zu machen. Salvador ist zudem eine Stadt mit einer sehr eigenen Kultur, geprägt vom Erbe der ehemaligen Sklaven - voller Magie. Die Kehrseite ist die mangelnde Organisation, der aufreibende Alltag, die Probleme, die durch die gewaltigen sozialen Gegensätze entstehen.

Wie leben Sie genau?

Ich lebe mit meinen drei Kindern und meinem Mann, der auch Journalist ist, in einem Haus am Stadtrand von Salvador, nicht weit vom Strand und Flughafen. Die Nähe des Flughafens ist wichtig, da wir häufig unterwegs sind. Es ist nicht ungewöhnlich, für zwei, drei Tage ins 2000 km entfernte São Paulo zum Arbeiten zu fliegen. Auch das ist Brasilien: die Dynamik, Flexibilität, Moderne. In São Paulo genieße ich das kulturelle Angebot, die Kinos, Kunstausstellungen und Konzerte und die guten Restaurants.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin freie Journalistin und schreibe neben Reisebüchern hauptsächlich über Kultur, Fußball und soziale Themen.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie, am liebsten reisend. Ich liebe die Natur - sei es das Meer, die Wildnis des Pantanals oder das Wandern in der Chapada Diamantina. Zu Hause kochen wir sehr gern, am liebsten frischen Fisch. Zum Lesen komme ich eher selten, dafür ist das Leben hier voller Eindrücke: die Feste in den Candomblés, die Musikgruppen, der Karneval.

Mögen Sie die brasilianische Küche?

Ich mag es gerne scharf - so war es nicht schwer, sich an die bahianische Küche zu gewöhnen, an die nach Palmöl duftenden moquecas mit Fisch und Meeresfrüchten und an acarajé, die frittierten Bällchen. Inzwischen gehören für mich Bohnen zum täglichen Mittagessen - natürlich mit Chilisauce.