Reisetipps Kanalinseln

Bloss nicht! Kanalinseln

Unvorsichtig baden

Mal eben hinter den Felsen ein schnelles Bad im Meer nehmen oder einen Ausflug auf die Felsen, um in Tümpeln nach Seetieren zu suchen: Das kann damit enden, dass man Tage später an der Südküste Englands angeschwemmt wird. Die Gezeiten und Strömungen im Ärmelkanal sind geschwind und urgewaltig. Sie sollten das Baden auf die zugelassenen und bewachten Strände beschränken. Wann man auf Inselerkundungen ungefährdet den Küstensaum erwandern kann, erfahren Sie aus dem Gezeitenplan, der in den Touristeninformationen in St. Helier und St. Peter Port und in vielen Hotels und Pubs auf den Inseln ausliegt.

Mit dem Auto auf die Inseln

Die Straßen auf den Kanalinseln sind schmal und sehr kurvig. Deshalb sollten Sie sich nicht für einen großen Mietwagen entscheiden. Wer einen Abstecher vom nahen Frankreich auf die Inseln plant, bringt seinen Wagen am besten gar nicht erst mit. Für Besichtigungen und Ausflüge auf Jersey und Guernsey empfehlen sich die inselweit verkehrenden Busse. Wer dennoch Auto fährt, darf am Kreisverkehr nicht zaudern: Man fährt im Reißverschlusssystem, auf den Inseln filter genannt, in den Kreisel ein. Also immer dann mutig einscheren, wenn Sie ein Fahrzeug aus der Vorfahrtsrichtung gerade haben passieren lassen. Sonst blockieren Sie den Verkehr.

Vögeln zu nahe kommen

Von Mai bis Juli steuern zahlreiche Seevogelarten die Kanalinseln zum Nisten an. Man fühlt sich mancherorts an den berühmten Thriller von Alfred Hitchcock erinnert. Während Möwen, Lummen, Alke, Krähenscharben u.a. in den Klippen ihre Familie gründen und die Papageitaucher in der Mehrzahl auf einem Felsen vor Alderney hausen, rücken einem etwa verärgerte Mantelmöwen schon mal auf den Leib - im Sturzflug verteidigen sie ihre Brutreviere. Kommen Sie aber einem Eissturmvogel (englisch fulmar) zu nahe, kann es schon zu spät sein: Die schweigsamen Kunstflieger nisten auch dort, wo Wanderers Fuß unterwegs ist. Das ist nicht ganz folgenlos, denn die Vögel können sich auf die Wirkung einer Stinkbombe verlassen, die sie hervorwürgen und 2 m weit spucken. Der ölige Fleck ruiniert die Hose und stinkt zum Himmel - den geplanten Lunchstopp im Restaurant können Sie streichen. Die Nester an grasigen Hängen und am Strand verraten sich durch bereits sichtbar verschossene Spritzer vor dem Nest.

Den Zweiten Weltkrieg tabuisieren

„Don't mention the war“ gilt auf den Inseln nicht. Die fünfjährige Besatzungszeit hat nicht bloß Betonspuren hinterlassen. In ein paar privaten Museen drückt sich eine regelrechte Sammelleidenschaft aus. Die meisten Insulaner betrachten jene Zeit ohne spürbare Ressentiments gegenüber Deutschen.