Reisetipps Frankreich

Auftakt Frankreich Was für ein Land!

Glückliches Frankreich: endlose Küsten, hohe Gebirge, traumhafte Landschaften. Reich beschenkt von der Natur und stolz auf seine eigene geschaffene Kultur, bietet das Land im Westen viele Gründe, es zu besuchen. Ob für einen Städtetrip in die majestätische Hauptstadt Paris, einen Skiurlaub im Schatten des Mont Blanc oder einen relaxten Bade- und Wanderurlaub in der Provence. Für welche Form Urlaub Sie sich auch entscheiden, sicher ist, dass Sie Menschen begegnen, die sich dem Genuss mehr hingeben als der Pflicht. Lassen Sie sich anstecken vom typischen Savoir-vivre der Nachbarn jenseits des Rheins.

„Wie kann man ein Land regieren, das mehr als 365 verschiedene Käsesorten hat.“ Dieses Zitat, das Charles de Gaulle zugesprochen wird, sagt mehr über Frankreich aus, als man denken könnte. Es geht hier nur vordergründig um Käse und Politik: Der eigentliche Sinn liegt tiefer. Er handelt von der Kultur und dem Selbstverständnis der französischen Nation. Einem Volk, das Genuss zur Lebensphilosophie hochstilisiert, das gern und vor allem sich selbst feiert und das sein historisches Erbe mit allen Mitteln zu schützen sucht, ohne dabei den Anschluss an die Moderne zu verlieren.

Frankreich heute, das ist die Militärparade auf den Pariser Champs-Elysées am 14. Juli zum Gedenken an die Revolution, aber auch der Jungfernflug des neuen Airbus'. Das sind die neuesten Trendkreationen der Pariser Modedesigner, aber auch die seit Jahrhunderten gleichen Handgriffe eines Winzers in Burgund. Das ist der Kitesurfer an der Atlantikküste, aber auch der Einödbauer im Jura. Die Nation lebt von diesen Gegensätzen, die Geografie des Landes auch.

Das hexagone, wie die Franzosen ihr sechseckiges Land bezeichnen, umfasst ein Gebiet von 544 000 km² Größe mit über 3000 km Küste, mehreren hohen Gebirgsketten und zahlreichen flachen Ebenen. Es ist verwaltungstechnisch eingeteilt in 22 Regionen. Alle Fäden dieses weit gestreuten Landes laufen in einer Stadt zusammen: Paris. Die Metropole an der Seine ist Hauptstadt und Mittelpunkt des zentralistisch organisierten Staats. „Paris ist Frankreich“, sagte schon Goethe. Hier treffen sich alle Verkehrsadern, hier sitzt das Gros der Firmen und die Verwaltung. Ein Viertel der Bevölkerung lebt hier, und die Monumente und Sehenswürdigkeiten drängen sich auf sehr engem Raum. Stadt des Lichts, Stadt der Liebe wird Paris auch genannt: wegen des faszinierenden Lichts der Île-de-France, den romantischen Ecken, geselligen Plätzen, schönen Frauen und charmanten Männern, dem niemals endenden Nachtleben und einer perfekten architektonischen Inszenierung, die oft erst abends, im Licht der unzähligen Strahler, ihren vollen Reiz entfaltet.

Alle Bemühungen, die starke Rolle der Metropole zugunsten anderer Großstädte zu verschieben, haben nur in Maßen Erfolg gehabt. Trotz der von Präsident Mitterrand in den 1980er-Jahren eingeleiteten Dezentralisierungsmaßnahmen ist Paris noch immer der Mittelpunkt des Landes. Dennoch haben einige andere Städte in den vergangenen Jahren aufgeholt. Marseille, die zweitgrößte Stadt ganz im Süden, hat ihre Rolle als Hafenstadt ausgebaut und stark am eigenen Image gearbeitet. Galt sie früher als gefährlicher Immigrantenmoloch, so etabliert sie sich heute als lebendige und junge Mittelmeermetropole. Auch Lyon, in dessen Großraum bis 1,4 Mio. Menschen leben, hat sich wirtschaftlich mit Hightech- und Biochemiefirmen, kulturell mit zeitgenössischen Kunstveranstaltungen und Architektur modernisiert.

Aufsteiger unter den französischen Städten sind sicherlich Toulouse, Nizza, Straßburg, Lille und Bordeaux, die alle in den vergangenen Jahrzehnten ihre Innenstädte erneuert, mit interessanten Neubauten bereichert und das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut haben. Gelegen an fünf verschiedenen Ecken des Landes, gelten diese Großstädte auch als Zugpferde ihrer jeweiligen Region. Auch wenn es in der Provinz, wie die Pariser etwas abschätzend alles jenseits ihrer eigenen Stadtgrenzen nennen, immer noch recht ländlich und tatsächlich etwas provinziell zugeht.

Dieses starke Stadt-Land-Gefälle treibt zwar seit Jahrzehnten die jungen Leute auf der Suche nach Arbeit und Nachtleben in die Städte, doch ist in den vergangenen Jahren auch ein gegenteiliger Trend zu spüren. Mehr und mehr Familien mit Kindern oder karriereverwöhnte Paare kehren enttäuscht der Megalopolis Paris und anderen französischen Großstädten den Rücken zu und ziehen zurück aufs Land. Dort übernehmen sie verwaiste Bauernhöfe oder renovieren mit Liebe alte Villen, um dort Gästehäuser aufzumachen. Sie wissen, dass die 75 Mio. Touristen, die jährlich nach Frankreich kommen, genau diese ländliche Lebensweise schätzen und suchen. Die Ruhe einer gewachsenen dörflichen Gemeinschaft in der Franche-Comté, die Gelassenheit eines provenzalischen Olivenbauern, das authentische Ambiente eines Trüffelmarkts im Périgord. Das sprichwörtliche französische Savoir-vivre eben - mit opulenten Essen in lustiger Gemeinschaft, faulen Nachmittagen in der Sonne und ausgiebigen, traditionellen Festen. Dieses Lebensgefühl und die damit verbundene Genussfreude sind Frankreich eigen und überall anzutreffen. In verschlafenen Landstrichen wie Berry, Limousin, Auvergne oder Midi-Pyrénées wie selbst in den Touristenhochburgen der Bretagne, Normandie, Aquitaine sowie an der im Sommer überlaufenen Mittelmeerküste von Languedoc-Roussillon, Provence und Côte d'Azur.

Der Süden mit seinem milden wie sonnigen Klima und seinen landschaftlichen Gegensätzen zwischen Meer und Gebirge gehört zu den reizvollsten Gegenden Frankreichs. Im Osten die Alpen, das Wanderparadies Cevennen, das azurblaue Mittelmeer. Im Westen die Pyrenäen und die windumtoste und wellenumspülte Atlantikküste, die dank ihrer schönen Strände ein internationaler Hotspot für Surfer ist. Weinliebhaber kommen in Frankreich gleich an mehreren Ecken des Landes auf ihre Kosten. Die Gegend um Bordeaux, Burgund, das Elsass und natürlich die Champagne sind weltberühmt. Überall ziehen sich die Weinstöcke in strengen Linien die Hügel entlang bis zum Horizont: ein unvergleichlich schönes Panorama, vor allem im Herbst, wenn sich die Weinblätter rötlich färben.

Immer grün ist es dagegen auf den Weideflächen der Bretagne und der Normandie sowie in den nördlichen Ebenen von Picardie, Flandres und Artois, wo Ackerbau vorherrscht und der Himmel weit und mild über der flachen Gegend hängt. Diese, vielen Touristen unbekannte Gegend vereint einige Höhepunkte der Architektur wie die Kathedrale von Amiens oder Rouen, und eignet sich besonders für fortgeschrittene Frankreichbesucher, die sich bereits von den Schlössern der Loire oder der bretonischen Côte d'Armor verzaubern ließen und wiederkommen wollen, um Neues zu entdecken - oder die inzwischen weit mehr als 365 Käsesorten zu probieren. Um für eine Zeit zu leben wie Gott in Frankreich. Wie sagte schon Thomas Jefferson (1743-1826), dritter Präsident der USA: „Jeder Mensch von Kultur hat zwei Vaterländer: das seine - und Frankreich.“