Die für September geplante Musikmesse Popkomm findet dieses Jahr nicht statt, aus Protest gegen Internetpiraterie und als Appell an die Politik.

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Ein Opfer der Internetpiraterie? Die Musikmesse Popkomm fällt dieses Jahr aus. (Foto: ap)

Die Musikbranche sagt eine ihrer wichtigsten Messen ab: Die für September geplante Popkomm in Berlin fällt wegen zu geringer Anmeldezahlen und als Zeichen des Protests gegen Internetpiraterie aus. Das sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny.

"Wir hätten aufgrund der Anmeldezahlen keine gute Popkomm
hinbekommen", erklärt Gorny die überraschende Meldung. "Die digitale Krise schlägt voll auf die Musikwirtschaft durch. Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen. Die Großen können das noch wegstecken, die Kleinen aber nicht - und die sind mit 95 Prozent auf der Popkomm in der Mehrzahl.“

Die Messe, eines der wichtigsten Treffen der Branche, war vom 16. bis 18. September geplant. Außer der Ausstellung wurden auch das geplante Festival und der Kongress abgesagt. Gorny betonte, dies sei als Aufforderung an die Politik zu werten, mehr gegen Internetpiraterie zu tun. "Wir müssen Tempo machen. Unsere Entscheidung wird noch einmal die Diskussion ankurbeln. Wir brauchen jetzt eine klare Regelung gegen den Daten- und Musikklau im Netz. Wenn wir noch länger warten, stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel und die kulturelle Vielfalt geht
verloren."

Bereits im vergangenen Jahr war das Interesse an der Popkomm leicht zurückgegangen. Damals hatten 14.000 Fachbesucher (ein Minus von 1000) die Messe mit 843 Ausstellern (ein Minus von 43) besucht. Der Branchentreff ist seit 2004 in Berlin, davor war er in Köln. Ginge es nach Gornys, gibt es 2010 wieder eine Popkomm in Berlin.

(sueddeutsche.de/dpa/bey)

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Leserkommentare (13)



19.06.2009 19:35:32

DrFuh: Hauptsache mal mitgebrüllt

Man darf sich doch wirklich wundern, auf welch erschreckendem Niveau sich ein Großteil der Kommentare hier bewegen... Auf ähnlich schreckliche Polemik trifft man ansonsten wohl höchstens als Jahrespraktikant in der Poststelle der Bildzeitung, wenn man Anschreiben zum Thema "Diätenerhöhung" bearbeitet.

Natürlich ist es die Industrie selbst schuld, dass Menschen sich Konsumgüter illegal beschaffen, da die geforderte Qualität nicht mehr geboten wird.

Umkehrschluss: Einen hässlichen kleinen Fiat darf man ruhig klauen - Erst beim Oberklassemodell wirds illegal.

Auch hat ausgerechnet diese besagte Industrie natürlich mit Angebot und Nachfrage nix am Hut.

Die bringen die ganze Zeit geistlose Popmusik auf den Markt während ein Großteil der Menschen hier im Land sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich mal wieder eine gute 12-Ton-Musik auf MTV.

Keinesfalls ist es natürlich so, dass eben genau spartenbedienende kulturelle Güter die ersten Opfer der wegbrechenden Umsätze sind, da man sich solche "kleinen Themen" schlichtweg nicht mehr leisten kann.

Das wäre ja eine gruselige Vorstellung, da man dann ja selber dazu beitragen würde und niemanden mehr hätte, dem man die Schuld zuschieben könnte, für sein eigenens Fehlverhalten.

Ach ja: "magenbrot:" hat es übrigens am besten verstanden:

Natürlich teile ich seine Expertise, nach der eine Institution die sich um die Lizensabrechnungen für geistiges Eigentum kümmert, völlig überholt ist.

Schließlich kann man ja Sozialhilfe beantragen, wenn man vollberuflich Musik machen will.

Verkauft wird hier eine Revolution der Gerechten, die in Wirklichkeit aber leider nichts anderes ist, als jämmerlicher Diebstahl, den man sich versucht schön zu reden und der eben genau die hier angeprangerten Probleme vergrößert.

Na dann - Viel Spass mit profaner, aber eben auch Massentauglichen Musik in den nächsten Jahren...


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