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Der Bildungsstreik zeigt Wirkung: Bundesbildungsministerin Schavan hat sich mit Studentenvertretern getroffen, um über eine Reform der Bologna-Reform zu sprechen.

Bildungsstreik Studenten Schavan runder Tisch, dpaGrossbild

Bildungsstreik: Studenten fordern umfassende Korrekturen an der Bologna-Reform. (Foto: dpa)

Drei Wochen nach dem "Bildungsstreik" hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Hochschulen und Länder zur deutlichen Kurskorrektur bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert.

So müsse durch eine umfassende Reform der Lehrpläne die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelor-Studium beseitigt, die Studienzeit-Vorgaben von Fach zu Fach flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Master-Studium nicht künstlich beschränkt werden, sagte Schavan am Dienstag in Berlin. "Ich bin gegen eine Quote", sagte die Ministerin.

Runder Tisch

Schavan hatte 20 Studentenvertreter, darunter die Organisatoren des bundesweiten "Bildungsstreiks", sowie Rektoren- und Kultusministerkonferenz (KMK) zu einem runden Tisch über die Probleme der sogenannten Bologna-Studienreform nach Berlin eingeladen. Während der Protestaktionen hatte die Ministerin einen Teil der studentischen Forderungen noch als "gestrig" bezeichnet. Nach dem vierstündigen Treffen sagte Schavan am Dienstag: "Das Gespräch hat sich gelohnt."

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Bildungsstreik "Elite ist Schiete" Rahmen
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Die meisten eingeladenen Studenten äußerten sich dagegen kritisch. "Wir hätten uns mehr Konkretes gewünscht", sagte die Vertreterin des studentisches Dachverbandes "fzs", Anja Gadow.

Niemand wolle die Bologna-Reform zurücknehmen, sagte Schavan. Notwendig seien aber Korrekturen. Die Studierenden müssten frei entscheiden können, ob sie nach dem Bachelor-Abschluss auch noch den Master machen wollen. Zugleich soll für die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt mehr geworben und der Berufserfolg der Absolventen erforscht werden.

Thementage für Kritik

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, sagte: "Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelor-Studiums ernst." Die Prüfungsdichte solle vermindert werden. Wintermantel räumte ein, dass es bei der Einführung der vor zehn Jahren international verabredeten Bachelorstudiengänge "Fehlentwicklungen" gegeben habe. Auch würden die Studenten an den Hochschulen zu wenig gehört. Sie werde vorschlagen, künftig zu Beginn des Wintersemesters Thementage einzuführen, bei der die Studenten ihre Kritik einbringen könnten. Sachsen-Anhalts-Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) warnte vor "rigiden Anerkennungsprozeduren" beim Hochschulwechsel.
Darüber werde auch in der KMK noch zu reden sein.

Der Studentenverband "fzs" verwies auf die fehlende Kompetenz des Bundes nach der Föderalismusreform, bundeseinheitliche Regelungen bei der Bologna-Reform im Interesse der Studierenden zu treffen. Aber auch dort, wo Schavan es könne, beim Hochschulzugang wie bei den Studienabschlüssen, zeige sie kein Handlungsinteresse.

Kritische Bilanz

Auch die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), hält eine "Reform der Bologna-Reform" für unverzichtbar. Nötig sei ein "Sonderprogramm Qualität der Lehre". Dabei sollten die Erfahrungen der Hochschulen einfließen, an denen die Einführung der Bachelor-Master-Struktur zur Zufriedenheit von Studenten und Hochschullehrern verlaufen sei.

Die Grünen forderten eine kritische Bilanz des Bologna-Prozesses. "Ein inszeniertes Gruppenbild mit Studierenden reicht nicht aus", sagte ihr hochschulpolitischer Sprecher Kai Gehring. Zugleich stehe Schavan "für abschreckende Studiengebühren, den unterfinanzierten Hochschulpakt und eine vermurkste Föderalismusreform". Auch die Fraktion die Linke warnte davor, "nur ein bisschen zu reformieren". Der Bologna-Prozess brauche eine neue Grundlage, sagte die bildungspolitische Sprecherin Nele Hirsch.

(dpa/bön)

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08.07.2009 16:05:55

f.j.neffe: Wer nichts vormachen kann, doziert "Amerikanisches"

Nicht nur die Schulen sind Unterrichtsvollzugsanstalten sondern auch die Hochschulen. Die oben machen die Vorgaben und die unten müssen sich danach richten. Und wenn Beschwerden kommen, dann machen wir das eben noch perfekter. Als Ich-kann-Schule-Lehre moniere ich seit 35 Jahren die nerv- und geisttötende Pädagogik und Schulpolitik. Wenn man es auf Deutsch so schlecht kann, dass es zu sehr auffällt, macht man es auf Amerikanisch. Damit kann man wieder ein paar Jahre lang so tun als ob man könnte.

Statt der Abfütterung mit "Stoff" erwarte ich von Lehrern, dass sie mit mitreißendem Beispiel vormachen, wie es geht. Sie wissen es aber auch an den Hochschulen oft genug selber nicht und ersetzen eigenes Können durch die Übernahme und Vorgabe amerikanischer Schablonen. Wenn sie die wenigstens PRAKTISCH KÖNNTEN! Aber sie dozieren sie nur. Und so dauert es immer ewig, bis sich herausstellt, dass es nicht funktionieren konnte, weil es noch nie funktioniert hat. Am Ende stellen sich die Du-musst-(Hoch)Schulen zu oft als Ich-kann-nicht-Schulen heraus.

Ich grüße not amused.

Franz Josef Neffe


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