Reisetipps Florenz

Sehenswertes Florenz Kunst, so weit das Auge reicht

Die ganze Stadt ist ein Augenschmaus: die schönsten Kirchen und Plätze, Brücken und Gärten

Wenn Sie die Schönheit von Florenz in ihrer Gesamtheit erkunden wollen, sollten Sie dies am besten in den ganz frühen Morgenstunden tun, wenn nur hin und wieder ein Wagen der Stadtreinigung durch die Straßen rattert und keine Menschenmassen die Sicht auf die architektonischen Ensembles versperren.

Man muss Florenz zu Fuß genießen - keine Schwierigkeit, denn fast alle Sehenswürdigkeiten liegen innerhalb der Quadratmeile des Zentrums!

Die Kirchen sind im Allgemeinen 8-12.30 und 15 bzw. 16-18 Uhr geöffnet. Sammeln Sie Kleingeld: Die Sprechsäulen und die Apparate zum Einschalten der Scheinwerfer in Kapellen werden damit gefüttert!

Die Museumslandschaft von Florenz ist unendlich vielfältig: Außer den weltberühmten Uffizien und dem Palazzo Pitti mit ihren Gemäldesammlungen sind das Museo del Bargello und die Galleria dell'Accademia mit bedeutenden Skulpturen, sowie eine Vielzahl über die Stadt verstreute wissenschaftliche und andere Museen sehenswert. Beachten Sie, dass in der Regel der Einlass in Kirchen sowie der Kartenverkauf für Museen und Parks 30-60 Minuten vor Schließung aufgehoben wird.

Um lange Warteschlangen zu umgehen, sollten Sie Florenz am besten in Winter besuchen oder die Eintrittskarten für alle staatlichen Museen schon vorab reservieren (mindestens 5 Tage vorher! | Mo-Fr 8.30-18.30, Sa bis 12.30 Uhr | Tel. 0552654321 | www.florence-museum.com).

Was immer Sie auch unternehmen, ziehen Sie sich bequeme Schuhe an! Die Bürgersteige sind oft schmal, das Pflaster holprig und alt. Marschieren Sie ruhig drauf los, Florenz ist klein, und die fast überall sichtbare Domkuppel macht es fast unmöglich, dass Sie sich verirren.

Battistero di San Giovanni

Das Innere der achteckigen Taufkirche mit weißgrüner Marmorverkleidung beeindruckt vor allem durch das große byzantinische Kuppelmosaik und den schönen Mosaikfußboden aus dem 12. Jh. Eine eingehende Betrachtung verdienen die drei Bronzeportale des Baptisteriums. Am berühmtesten ist die zum Dom gerichtete Paradiestür. 26 Jahre (1426-52) war man in der Werkstatt von Lorenzo Ghiberti mit der Fertigung des Portals beschäftigt. Auf zehn Bronzefeldern sind Szenen aus dem Alten Testament dargestellt. Der Glatzkopf in der rechten Leiste des linken Türflügels ist ein Selbstporträt Ghibertis. Einige der Reliefplatten wurden 1966 von der Flut des Arno weggespült und durch Kopien ersetzt; die Tür erstrahlt jetzt im Glanz ihrer neuen Vergoldung. Die restaurierten Originalplatten befinden sich im Dommuseum. Ebenfalls von Lorenzo Ghiberti stammt das Nordportal mit seinen 28 Feldern. Das älteste ist das Südportal, an dem Andrea Pisano 1330-36 die geistlichen und die weltlichen Tugenden darstellte. Mo-Sa 12-19, So und 1. Sa im Monat 8.30-14 Uhr | Eintritt 3Euro | Piazza S. Giovanni | www.operaduomo.firenze.it

Casa di Dante

Benannt ist dieses mittelalterliche Haus nach Dante Alighieri, der hier vermutlich geboren ist. In den Sälen der drei Stockwerke werden verschiedene Ausgaben seiner Divina Commedia sowie Dokumente über sein politisches und literarisches Leben und sein Exil in Ravenna gezeigt. Di 10-16, Mi und Fr 10-15, Sa/So 10-17 Uhr | Eintritt 4 Euro | Via S. Margherita, 1 | www.museocasadidante.it

Duomo di Santa Maria del Fiore & Campanile

Der Dom mit seiner mächtigen Kuppel bestimmt weithin die Silhouette der Stadt. Sein Bau war gewissermaßen ein später Triumph, denn Pisa, Lucca, Pistoia, Prato und Siena hatten alle schon ihre prunkvollen Kathedralen, als sich die Stadtregierung 1296 endlich zum Bau einer neuen Kathedrale für Florenz durchrang und Arnolfo di Cambio mit ihrer Errichtung beauftragte. 1368 war der mächtige Bau vollendet - allerdings fehlte noch die Kuppel; sie wurde erst in den Jahren 1420-34 von Filippo Brunelleschi aufgesetzt. Der vorgesehene Kuppeldurchmesser von über 45 m warf bisher nie da gewesene Konstruktionsprobleme auf. Brunelleschis Konzept beruhte im Wesentlichen darauf, dass einander zugeneigte Körper sich gegenseitig stützen, und so baute er einen geschlossenen Kuppelring auf den anderen.

Wenn Sie sich zutrauen (Achtung: Einbahnstraße - umkehren nicht möglich!), die 463 Stufen bis zur Laterne durch das Kirchenschiff und die Doppelwand der Kuppel hochzusteigen, nehmen Sie nicht nur denselben Weg, den einst die Bauarbeiter zurücklegten, es bieten sich auch interessante Einblicke in das „Innenleben“ der Kuppel - und am Ende ein toller Blick über die Stadt!

Der Dom von Florenz ist die viertgrößte Kirche der Christenheit. Seine Grundfläche beträgt 8300 m², seine Länge 160 m, das Langschiff ist 43 m breit, das Querschiff 90 m. Viele namhafte Florentiner Künstler haben zu seiner Ausschmückung beigetragen. Das große gemalte Reiterbild (das zweite auf der linken Seite) stellt den Söldnerführer John Hawkwood dar, der für Florenz einst eine Schlacht gewann; es wurde 1436 von Paolo Uccello gemalt und diente als Vorbild für alle späteren Reiterstandbilder. Das Reiterbild des Niccolò da Tolentino daneben stammt von Andrea del Castagno (1456). Sehr schön sind die bunten Rundfenster an der Basis der Kuppel, deren Entwürfe von einigen der berühmtesten Künstler des 14. Jhs. stammen, und die grandiosen Fresken des Weltgerichts, mit denen die Kuppel 1572-79 von Giorgio Vasari und Federico Zuccari ausgemalt wurde.

Die bunt glasierten Terrakottareliefs über den Eingängen der beiden Sakristeien stammen, wie auch die Bronzetür zur Neuen Sakristei links vom Hauptaltar, von Luca della Robbia (1444-69). Über den Sakristeitüren waren ursprünglich auch die berühmten Sängerkanzeln von Donatello und Luca della Robbia angebracht. Sie sind jetzt - zusammen mit der Marmorgruppe der Pietà von Michelangelo, die früher in der linken Seitenkapelle stand - im Museo dell'Opera del Duomo.

Eine Treppe rechts vom Haupteingang führt hinab in die 1966 freigelegten Reste der frühchristlichen Vorgängerkirche Santa Reparata, in der sich auch das Grab Brunelleschis befindet. 2000 wurde ein dort aufgefundenes Skelett eindeutig als das von Giotto (1267-1337) identifiziert, das man neben Brunelleschi beisetzte. Von außen ist der Dom - wie das Baptisterium - mit weißem Carrara-Marmor und grünem Marmor aus Prato verkleidet. Die bis dahin unverkleidete Vorderfront erhielt erst 1887 ihre neugotische Fassade.

Neben dem Dom steht der Campanile (Glockenturm), den Giotto entwarf, und der 1334-59 errichtet wurde. Er gilt aufgrund seiner harmonischen Proportionen und Farbigkeit als einer der schönsten Italiens. Auch er ist im Inkrustationsstil mit weißem, rotem und grünem Marmor verkleidet. Den unteren Teil schmücken 54 Flachreliefs aus der Schule Andrea Pisanos, in den Nischen darüber stehen Heiligen-, Propheten- und Sibyllenstatuen u.a. von Donatello (Kopien, Originale ebenfalls im Dommuseum). Die Besteigung des Campanile ist nicht allzu anstrengend: 414 bequeme Stufen führen zu der Balustrade des Flachdachs und zu einem faszinierenden Ausblick. Dom Mo-Fr 10-17, Do und Sa nur bis 16.30, 1. Sa im Monat bis 15.30, So 13.30-16.45 Uhr; Kuppel Mo-Fr 8.30-19, Sa bis 17.40, 1. Sa im Monat bis 16 Uhr | Eintritt 6 Euro; Campanile tgl. 8.30-19.30 Uhr | Eintritt 6 Euro; Gruft Mo-Fr 10-17, Sa bis 16.45, 1. Sa im Monat bis 16 Uhr | Eintritt 3 Euro | www.operaduomo.firenze.it

Galleria degli Uffizi

Das Gebäude wurde nach Plänen Giorgio Vasaris im Auftrag Cosimo I. de'Medici 1559-81 erbaut, um die Ämter des Staates aufzunehmen. Inzwischen beherbergt die Galleria degli Uffizi in 39 Sälen im oberen Stockwerk eine der reichhaltigsten und berühmtesten Gemäldesammlungen der Welt und in der zweiten Etage das Gabinetto dei Disegni e delle Stampe, eine Sammlung von 104000 Zeichnungen und Drucken. Die darunterliegenden Stockwerke werden seit zwei Jahren zu neuen Ausstellungsräumen für die Nuovi Uffizi, die „Neuen Uffizien“, ausgebaut (man kann die Bauarbeiten online mitverfolgen unter www.nuoviuffizi.it). Hier sollen neben einer neuen Präsentation aller bisher zu sehenden Werke auch viele der seit Jahren in den Magazinen versteckten Kunstgegenstände Platz finden.

Die Gemälde des Museums sind in chronologischer Reihenfolge und nach Schulen ausgestellt. Schwerpunkt bildet die italienische Renaissance. Auf den breiten Korridoren, von denen die Säle abgehen, sind griechische und römische Statuen sowie flämische Gobelins zu sehen. Die kostbarsten Statuen stehen auf eigens für sie angefertigten Sockeln in der Tribuna, dem prachtvollen achteckigen Raum, der als einer der ersten für Kunstwerke konzipiert wurde.

Dem vorgegebenen Wegweiser zur Besichtigung folgend, kommt man zuerst zu den großen gotischen Altartafeln von Cimabue und Giotto, gefolgt von Werken der Sieneser Schule des 14. Jhs. und den großen Malern der Frührenaissance: Masaccio, Piero della Francesca und auch Sandro Botticelli, dessen Werken, darunter der Geburt der Venus, ein eigener Saal gewidmet ist. Von Leonardo da Vinci stammt die große Anbetung der Könige. Die bereits erwähnte Tribuna birgt außer den kostbaren Statuen vor allem Porträts der Medici von Bronzino, Pontormo und anderen Meistern des Manierismus. In den Sälen XIX-XXIII, sie gehören zu den frühesten des Museums, sind weitere Gemälde der Renaissance ausgestellt.

Auf der Westseite des Gebäudes befinden sich die Werke von Michelangelo (Tondo Doni), Raffael (Madonna del Cardellino), Tizian (Venus von Urbino) sowie von den aus Venedig stammenden Künstlern Veronese, Giorgione, Tintoretto und Caravaggio. Anschließend folgen die Niederländer, u.a. Rubens (Bildnis der Isabella Brandt), Rembrandt und van Dyck. Zwischen den Sälen XXV und XXIV geht die Tür zum Corridoio Vasariano ab, einem Gang, der die Uffizien über den Ponte Vecchio mit dem Palazzo Pitti verbindet. In ihm ist die größte Sammlung von Künstlerselbstbildnissen ausgestellt (Besichtigung nur mit rechtzeitiger schriftlicher Voranmeldung | Minimum 10 Personen | Fax 055264406 | firenzemusei@operalab.it).

Wenn Sie die Uffizien unter Anleitung betrachten wollen, bietet sich eine Führung an. Di-So 8.15 bis 18.50 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, bei Sonderausstellungen 10 Euro | Loggiato degli Uffizi, 6

Loggia dei Lanzi

Schon in den Jahren 1376-82 ließ die Signoria, die Stadtverwaltung, die Loggia für Empfänge und zeremonielle Anlässe bauen. Man schreibt ihren Entwurf Orcagna zu, weshalb sie auch Loggia dell'Orcagna genannt wird; die heute noch übliche Bezeichnung Loggia dei Lanzi bürgerte sich ein, als Cosimo I. hier seine Söldnertruppe, die lanzichenecchi (Landsknechte), unterbringen ließ.

Mit ihren drei herrlichen Rundbögen ist die Loggia ein herausragendes Beispiel der Florentiner Gotik. Zwei Figurengruppen ließ Cosimo I. hier aufstellen, die dem Triumph der Machtherrschaft über die Demokratie Ausdruck verleihen sollten: Die aufwändig restaurierte Bronzegruppe des Perseus (1545-54), ein Meisterwerk von Benvenuto Cellini, steht in neuem Glanz am alten Platz (der Marmorsockel ist eine Kopie, das Original befindet sich im Museo Nazionale del Bargello). Die manieristisch gedrehte Figurengruppe Raub der Sabinerinnen weiter rechts stammt von Giambologna (1583). Weitere Skulpturen, darunter sechs römische Frauenstatuen an der Rückwand, vervollständigen den Schmuck der Loggia.

Auf dem Dach der Loggia wurde 1583 ein damals berühmter hängender Garten angelegt; heute befindet sich dort ein von den Uffizien zugängliches Café, von dem man eine herrliche Sicht über den Platz hat. Piazza della Signoria

Loggia del Bigallo

An der Ecke der Piazza S. Giovanni beim Dom ließen Laienbrüder ausgesetzte Kinder in ihrer Loggia spielen, um Pflegeeltern für sie zu finden. Die 1244 gegründete Bruderschaft der Misericordia hatte den spätgotischen Bau 1352 in Auftrag gegeben; 1425 vereinigte sie sich mit der Bruderschaft Santa Maria del Bigallo, deren Namen die Loggia trägt. Während unten in der Unfallstation der Misericordia Ärzte unentgeltlich praktizieren, befindet sich im oberen Stockwerk eine kleine, für die Tätigkeit des Ordens aufschlussreiche Kunstsammlung. Mo 8.30-12, Do 16-18 Uhr, im Nov. nur Mo | Piazza S. Giovanni, 1

Loggia del Mercato Nuovo

Die offenen, gewölbten Säulenhallen waren im Florenz des 14.-16. Jhs. beliebt als privater Empfangsraum und öffentliche Markthallen. Früher wurden hier Gold und Silber feilgeboten, heute sind es Strohwaren, Tischdecken und allerlei Tand. Am besten ist die Architektur dieser 1547 erbauten Loggia in den Wintermonaten sonntags und montagvormittags sichtbar, wenn die Stände abgebaut sind. Anziehungspunkt für alle Touristen ist der Bronze-Eber auf der Südseite der Loggia, das porcellino (Original in den Uffizien). Eine in den Brunnen geworfene Münze und ein Streicheln seiner Schnauze verspricht sichere Rückkehr nach Florenz. Via Porta Rossa/Via Por Santa Maria

Museo dell'Opera del Duomo

Hier sind die Originalskulpturen ausgestellt, die an Dom, Baptisterium und Campanile durch Kopien ersetzt wurden, sowie alle mit dem Bau dieser Gebäude verbundenen Werkzeuge, Pläne und Projekte: ein besonders sehenswertes Museum! Mo bis Sa 9-19.30, So 9-13 Uhr | Eintritt 6 Euro | Piazza del Duomo | www.operaduomo.firenze.it

Orsanmichele

Ein kurzer Stopp in der Kirche Orsanmichele sollte für jeden Florenzbesucher ein Muss sein. Die Geschichte dieses Gotteshauses, das eher einem mittelalterlichen Palast als einer Kirche gleicht, ist typisch für den praktisch orientierten Sinn der Florentiner.

Als die schon im 8. Jh. erwähnte Kapelle San Michele in Orto durch eine Feuersbrunst zerstört worden war, befahl die Signoria 1336 den Zünften den Bau einer neuen Kirche. Die offene Pfeilerhalle des Untergeschosses diente - neben ihrer Funktion als Andachtsraum - gleichzeitig als Markthalle, die darüberliegenden Stockwerke waren Getreidespeicher. Um die Mitte des 14. Jhs. schloss man die Arkaden der Loggia im Erdgeschoss mit Drillingsfenstern, und um das 1347 von Bernardo Daddi gemalte Bildnis der Gnadenmadonna errichtete Andrea Orcagna ein monumentales gotisches Tabernakel.

Der Getreidemarkt wurde 1361 aus dem Erdgeschoss verlegt, die beiden oberen Stockwerke bis weit ins 16. Jh. als Getreidelager genutzt. Scharten in den Nordpfeilern lassen noch erkennen, wo in Notzeiten das Getreide herabgelassen wurde - man verteilte es kostenlos an Bedürftige und hoffte, so die Stadt vor Aufständen zu bewahren. Heute werden in den oberen Stockwerken Ausstellungen veranstaltet - eine gute Gelegenheit, auch die schönen gotischen Räume zu betrachten.

In 14 Nischen an der Außenseite der Kirche sind Statuen der Schutzheiligen der Zünfte aus der Hand bedeutenden Renaissancebildhauer aufgestellt. Die meisten Statuen, so auch Donatellos berühmte Marmorstatue des hl. Georg, des Patrons der Waffenschmiede, wurden durch Bronzekopien ersetzt, die Originale befinden sich heute im Museo Nazionale del Bargello. Di-Fr 10-17, Sa/So bis 18.15 Uhr | Via dell'Arte della Lana

Palazzo Davanzati/Museo della Casa Antica Fiorentina

Entdecken Sie einen der schönsten Paläste der Stadt: Komplett eingerichtet mit Möbeln, Gemälden und Gegenständen spiegelt er originalgetreu ein Florentiner Haus zwischen Mittelalter und Renaissance wieder. Noch immer wird er restauriert, jedoch haben Sie bereits Zugang zum gesamten 1. Stockwerk: dem Papageiensalon, dem Pfauensalon, dem Studio und dem Salone Madornale. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Arbeiten 2008 beendet sein! Tgl. 8.15-13.50 Uhr, 2. und 4. So sowie 1., 3. und 5. Mo im Monat geschl. | Eintritt frei | Via Porta Rossa, 13

Palazzo Strozzi

Der Florentiner Renaissancepalast schlechthin. Nicht weniger als fünfzehn Häuser mussten weichen, damit dieser Palast aus grob behauenen Steinen in seiner dominierenden Lage gebaut werden konnte. Baubeginn war 1489 unter Benedetto da Maiano, beendet wurde er 1536 durch Simone del Pollaiuolo, genannt Cronaca. Er führte auch den weitläufigen, arkadengeschmückten Innenhof aus. Heute werden im Palazzo Strozzi Kunstausstellungen veranstaltet. Piazza Strozzi | www.palazzostrozzi.org

Palazzo Vecchio

Der grandiose, zinnenbewehrte Palast mit seinem 94m hohen Turm, 1299-1314 von Arnolfo di Cambio errichtet, war zunächst Amtssitz und Wohnung der höchsten Beamten der Republik.

1540 machte Cosimo I. den mittelalterlichen Palast zur herzoglichen Residenz und verhalf ihm durch prunkvolle Um- und Ausbauten zu neuem Glanz; das mittelalterliche Äußere blieb weitgehend unangetastet. Verantwortlich für alle Baumaßnahmen in dieser Zeit war Giorgio Vasari, der im Eifer jedoch auch unwiederbringliche Kunstwerke wie Leonardo da Vincis Schlacht von Anghiari im Salone dei Cinquecento mit eigenen Kompositionen zum Ruhm der Medici übermalte. Seinen heutigen Namen, Palazzo Vecchio (Alter Palast), bekam der Bau, als der Hofstaat in den „neuen“, den Palazzo Pitti, zog.

Der schöne, durch Michelozzo 1470 umgestaltete Innenhof wurde 1565 anlässlich der Hochzeit Ferdinands I. mit Johanna von Österreich mit österreichischen Stadtansichten ausgemalt. Die Quartieri Monumentali, die Prunkräume, liegen im 1. Obergeschoss.

Im gewaltigen Salone dei Cinquecento, dem Saal der Fünfhundert, versammelte sich einst der städtische Rat, später ließ ihn Cosimo I. zur Audienzhalle umgestalten. Der 53,7 m lange, 22,4 m breite und 17,8 m hohe Saal ist der größte Raum der Stadt und wird - wie auch die Sala dei Dugento mit einer prachtvoll geschnitzten Holzdecke von Michelozzo - immer noch bei besonderen Festlichkeiten benutzt. Vor den monumentalen Schlachtenbildern von Vasari sind Marmorstatuen aufgestellt, unter ihnen der Genius des Sieges von Michelangelo und Florenz besiegt Pisa von Giambologna.

Im 2. Geschoss liegen die Quartieri degli Elementi und die Räume der Eleonora di Toledo. Die anschließende Cappella della Signoria wurde 1514 von Ghirlandaio mit Fresken ausgemalt. Besonders prächtig sind die Sala dell'Udienza mit ihrer reich geschnitzten Decke und dem Marmorportal von Benedetto da Maiano sowie die Sala dei Gigli, der ganz mit der Wappenlilie Frankreichs ausgemalte Liliensaal. In dessen Mitte steht Donatellos Bronzegruppe Judith und Holofernes. In der Segreteria arbeitete einst Machiavelli als Sekretär der Republik. Interessant sind auch in der Guardaroba Schränke, die mit 53 Landkarten aus den Jahren 1563-75 bemalt sind. Im ältesten Teil des Palastes, in der ehemaligen Waffenkammer (Sala d'Arme) - der Eingang liegt auf der linken Seite des Palastes -, finden heute Wechselausstellungen statt.

Seit 2000 hat sich der altehrwürdige Palazzo Vecchio verjüngt. An zwölf Multimediastationen erhält man jetzt zeitgemäße Einblicke in die Geschichte, die Kunst und die Architektur dieses Gebäudes. Außerdem sind nun mehrere bisher nicht zugängliche Teile des Palastes in sogenannten geheimen Rundgängen (percorsi segreti) mit Führung zu besichtigen. Neu eingerichtet wurden im zweiten Innenhof, dem Cortile della Dogana, ein Bookshop und das Ticketoffice. Das Atelier del Museo dei Ragazzi, ein Ateliermuseum für Eltern und Kinder, betritt man ebenfalls von hier. Palast: Fr-Mi 9-19, Do 9-14 Uhr | Eintritt 6 Euro | Vorbestellung Tel. 0552768325, Percorsi segreti und Atelier del Museo dei Ragazzi (Ticket zusätzlich 2 Euro) nur nach Anmeldung unter Tel. 0552768558, oder 0552768224 | Piazza della Signoria, Eingang von der Via dei Gondi

Piazza del Duomo

Der Domplatz war einst der geistige Mittelpunkt der Stadt mit Dom, Campanile und Baptisterium. Seine Ausstrahlung leidet durch den noch immer nicht ganz verdrängten Verkehr und den Touristenrummel. Zwischen dem Eingang zum Dom und dem Baptisterium drängeln sich die Massen: ältere Damen füttern Tauben, Besuchergrupen bewundern Ghibertis vergoldete Paradiestür am Baptisterium oder schießen vor der Domfassade das obligatorische Erinnerungsfoto.

Piazza della Repubblica

Immer schon war er ein Zentrum der Stadt: Erst römisches Forum, dann Marktviertel und Ghetto, wurde der Platz nach der Erhebung von Florenz zur Hauptstadt Italiens 1890 neu gestaltet und ist heute der von Cafés umgebene, belebte Mittelpunkt des Geschäftsviertels.

Piazza della Signoria

Dieser vom wehrhaften Palazzo Vecchio dominierte Platz ist schlichtweg beeindruckend. Die statuengeschmückte Loggia della Signoria und die Galleria degli Uffizi schließen die Südseite der Piazza, an der Nordseite befindet sich der Palazzo Uguccioni (1559) und an der östlichen Ausbuchtung des Platzes der Palast des Handelsgerichts (1359), an dessen Fassade die Wappen der 21Zünfte angebracht sind. Die der Palastfront gegenüberliegenden Gebäude mit Cafés und Geschäften wurden Ende des 19. Jhs. dem historischen Stil angepasst.

Durch die vielen aufgestellten Skulpturen erhält der große Platz eine aufgelockerte, anheimelnde Atmosphäre. So stehen vor dem Palazzo Vecchio der überlebensgroße David von Michelangelo (1504, Kopie, Original in der Galleria dell'Accademia), die Doppelplastik Herkules und Cacus von Baccio Bandinelli (1533) und Donatellos um 1460 geschaffene Bronzegruppe Judith und Holofernes (Kopie, Original im Palazzo Vecchio). Zwischen dem kolossalen Neptunbrunnen von Bartolomeo Ammanati (1565) und dem Reiterstandbild Cosimos I. de'Medici aus Bronze von Giambologna (1594) ist eine Granitplatte mit der Jahreszahl 1498 in den Boden eingelassen. Hier kamen der Dominikanermönch Girolamo Savonarola und zwei seiner Anhänger auf Verlangen des Borgia-Papstes Alexander VI. auf dem Scheiterhaufen ums Leben. Alljährlich am 23. Mai, dem Todestag, legen Kirche und Stadt hier Blumen nieder.

Ponte Santa Trìnita

In drei leichten, eleganten Bögen überspannt diese Brücke scheinbar schwerelos den Fluss. Ihr Entwurf geht auf Michelangelo zurück, ausgeführt wurde er 1567-70 von Ammanati. Als man nach Kriegsende an den Aufbau der zerstörten Brücke ging, fischte man die Reste aus dem Fluss und öffnete zur Gewinnung der fehlenden Teile noch einmal die Steinbrüche im Boboli-Garten, aus denen ursprünglich die Steine zum Bau der Brücke stammten. Von der Brücke hat man besonders bei Sonnenuntergang einen herrlichen Blick flussabwärts und auf den Ponte Vecchio.

Ponte Vecchio

Die „Alte Brücke“ ist eines der Wahrzeichen von Florenz. Schon zu Zeiten der Etrusker bestand ein Flussübergang, in römischer Zeit verlief hier die Via Cassia, einer der wichtigsten Handelswege Roms gen Norden. Die jetzige Brücke, die den Fluss an seiner schmalsten Stelle überquert, wurde 1345 von Neri di Fioravanti oder Taddeo Gaddi errichtet. Charakteristisch sind die überhängenden Brückenläden. Von 1422 bis 1593 betrieben hier hauptsächlich Schlachter ihr Geschäft. Als die großherzogliche Familie in den Palazzo Pitti gezogen war, störte sie der Geruch, und Ferdinand I. verfügte, dass fortan nur noch Gold- und Silberschmiede auf der Brücke ihr Handwerk ausüben dürften.

Damit er trockenen Fußes vom Palazzo Vecchio zum Palazzo Pitti gelangen konnte, beauftragte Cosimo I. 1565 seinen Architekten Giorgio Vasari mit dem Bau des Corridoio Vasariano, der über den Läden der Ostseite entlangläuft. Der Ponte Vecchio blieb als einzige Brücke von der Sprengung durch die Deutschen 1944 verschont; um dies zu ermöglichen, wurden jedoch auf beiden Seiten der Brücke große Teile der alten Wohnquartiere zerstört. Heute ist die Brücke mit ihren Juwelierläden einer der Anziehungspunkte der Stadt.

Santissimi Apostoli

Die Apostelkirche ist eine schöne kleine Pfarrkirche etwas abseits der üblichen Touristenpfade. Sie wurde im 11. Jh. in Form einer altchristlichen Basilika mit halbkreisförmiger Apsis erbaut - laut einer Tafel an der Fassade eine Stiftung von Karl dem Großen, was sich aber inzwischen als Legende herausstellte. Die schwarzgrünen Marmorsäulen des Innenraums stammen zum Teil aus nahe gelegenen römischen Thermen. Der bemalte Dachstuhl (14. Jh.) ist der am besten erhaltene in der Stadt. Vom Kirchenvorplatz führt ein schmaler Gang durch die Häuserzeile des Lungarno Corsini zum Fluss. Tgl. 10-12 und 16-19 Uhr | Piazza del Limbo

Biblioteca Medicea Laurenziana

Die 1578 vollendete Bibliothek beherbergt heute eine der wertvollsten Handschriftensammlungen der Welt. Der architektonisch höchst eigenwillige Vorraum mit der grandiosen Treppenanlage sowie die anschließende Sala Grande wurden von Michelangelo entworfen, ebenso die Lesepulte und die hölzerne Decke. Der Fußboden wiederholt das Deckenmuster. Fr-Mo 8-14, Di-Do 8-17 Uhr | Piazza S. Lorenzo, 9 | Eingang links der Kirchenfassade | www.bml.firenze.sbn.it

Galleria dell'Accademia

In dem seit 1784 bestehenden, nach den Uffizien meistbesuchten Museum der Stadt ist außer der 5,17 m hohen Marmorstatue des David und zahlreichen anderen Skulpturen Michelangelos, wie auch dessen Sklaven, die größte europäische Sammlung spätgotischer Malerei zu sehen. Di-So 8.15-18.50 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, Sonderausstellungen 10 Euro | Vorbestellung Tel. 055294883 | Aufschlag 3 Euro/Pers. | Sammelticket mit Opificio delle Pietre Dure 7 Euro | Via Ricasoli 60

Museo Archeologico

Das Archäologische Museum beherbergt die nach der Villa Giulia in Rom reichste etruskische Sammlung und gleichzeitig die zweitgrößte Sammlung ägyptischer Kunst (nach Turin). Eines der herausragenden Stücke ist ein mythologisches Fabelwesen: die bronzene Chimäre von Arezzo aus dem 4. Jh. v. Chr. Außer etruskischen und ägyptischen sind hier auch prähistorische, griechische und römische Funde zu sehen, u.a. der berühmte Vaso François mit schwarzfigurigen Szenen der griechischen Mythologie (6. Jh. v. Chr.). Im schönen Garten sehen Sie zudem rekonstruierte etruskische Grabmäler. Mo 14-19, Di, Do 8.30-19, Mi, Fr-So 8.30-14 Uhr | Eintritt 4 Euro | Via della Colonna, 38

Museo di San Marco

Als den Dominikanern von San Domenico in Fiesole 1435 durch Cosimo I. ein Kloster in der Stadt errichtet wurde, beauftragten sie einen ihrer Ordensbrüder, Fra Angelico, mit der Ausschmückung. Die farbenfrohen Fresken, mit denen der Mönch im Laufe von zehn Jahren (1435-45) die Zellen, das Refektorium und sogar die Gänge des Klosters ausschmückte, brachten ihm schon zu Lebzeiten den Namen Beato (Begnadeter) ein. Hervorzuheben ist im Kapitelsaal das große Fresko der Kreuzigung Christi von Fra Angelico, im Refektorium ein Abendmahlsfresko von Domenico Ghirlandaio und am Kopf der Treppe zum Zellengeschoss Angelicos bekanntestes Werk, die Verkündigung.

Auch jede der 43 Zellen erhielt ein Fresko von Fra Angelico oder einem seiner Helfer. Die Zellen 12 bis 14, die dem Prior vorbehalten waren, sind als Gedenkstätte für Girolamo Savonarola eingerichtet. In die Doppelzelle 38/39 zog sich Cosimo de'Medici häufig zu längerer Meditation zurück. Im ebenfalls im Obergeschoss gelegenen, wohlproportionierten Bibliotheksaal von Michelozzo (1444) sind 115 kostbare Codices, Miniaturen, Handschriften und ein illustriertes Messbuch des Fra Angelico ausgestellt. Mo-Fr 8.15-13.50, Sa/So und Feiertags bis 18.50 Uhr, 1., 3. und 5. So sowie 2. und 4. Mo im Monat geschl. | Eintritt 4 Euro | Piazza San Marco, 1

Opificio delle Pietre Dure

Hier werden auch heute noch von Kunsthandwerkern Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen und Marmor ausgeführt, für die Florenz seit der Renaissance berühmt ist. Paradestück dieser Pietra-Dura-Arbeiten ist die Cappella dei Principi in San Lorenzo. Die Entwürfe und ein Modell der Kapelle sowie unzählige andere Werke werden gezeigt. Sie können die Künstler bei der Arbeit beobachten. Mo-Sa 8.15-14, Do bis 19 Uhr | Eintritt 2 Euro | Sammelticket mit Galleria dell'Accademia 7Euro | Via degli Alfani, 78

Palazzo Medici-Riccardi

Hier wohnte Cosimo der Ältere mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1464. Zwanzig Jahre zuvor hatte er Michelozzo mit dem Bau dieses repräsentativen Palastes mit seiner imposanten Rustikaquaderung beauftragt. Eine besondere Neuerung war der Innenhof mit seinen Arkaden, über denen das Medici-Wappen prangt. Nur wenige Räume und die von Benozzo Gozzoli 1459 mit wunderschönen Landschaftsfresken ausgemalte kleine Hauskapelle können Sie besichtigen. In den übrigen Räumen logiert die Stadtverwaltung. Do-Di 9-19 Uhr | Eintritt 4 Euro | Via Cavour, 1 | www.palazzo-medici.it

Piazza della Santissima Annunziata

Dieser sehr harmonisch gestaltete Platz ist an drei Seiten von Arkadenreihen umgeben: im Norden das Vorhaus der Kirche Santissima Annunziata, an der Westseite der Säulengang des Spedale degli Innocenti, das Filippo Brunelleschi 1419 im Auftrag der Seidenhändler errichtete, und auf der gegenüberliegenden Seite die von Antonio da Sangallo errichtete Loggia.

In Brunelleschis Findelhaus wurden seit 1445 unerwünschte Kinder durch die Drehtür an der linken Schmalwand der Loggia geschoben - bis ins Jahr 1875! Das Gebäude mit den Rundbildern der Wickelkinder aus Terrakotta (Andrea della Robbia) beherbergt heute das Museo dello Spedale degli Innocenti mit einer reichen Sammlung von Gemälden und Fresken des 14.-19. Jhs. (Do-Di 8.30-14 Uhr | Eintritt 3 Euro). Auf dem Platz selber stehen das Reiterstandbild Ferdinands I. von Giambologna und die phantasievollen Brunnen von Pietro Tacca.

San Lorenzo

Es gibt keinen Stein in dieser Kirche, der nicht irgendwie an eine Persönlichkeit aus dem Hause der Medici erinnert. Giovanni di Bicci de'Medici, der Stammvater, beauftragte Brunelleschi um 1420 mit der Erweiterung des frühchristlichen Gotteshauses, das schon 393 dem hl. Lorenz geweiht worden war. Brunelleschi beendete 1428 zunächst die Alte Sakristei (Sagrestia Vecchia), den ersten Zentralraum der Renaissance. Cosimo der Ältere, der Sohn Giovannis, führte nach dessen Tod den Bau der Kirche bis zu ihrer Vollendung 1446 weiter. Er liegt in der Krypta begraben. Eine vielfarbige, runde Steinplatte vor dem Hauptaltar bezeichnet die Stelle. Neben seinem Freund und Mäzen Cosimo Il Vecchio fand Donatello seine letzte Ruhestätte.

Zur endgültigen Umwandlung des Kirchenkomplexes in ein großes Mausoleum, den Cappelle Medicee, trug Papst Leo X., Urenkel Cosimos, entscheidend bei, als er Michelangelo mit dem Bau der Neuen Sakristei (Sagrestia Nuova) beauftragte. Hier stehen die bedeutenden Grabmäler für Lorenzo Il Magnifico, seinen Bruder Giuliano und deren Nachkömmlinge Giuliano, Herzog von Nemours, sowie Lorenzo, Herzog von Urbino - alle ebenfalls aus der Hand Michelangelos. Zu Beginn des 17. Jhs. fand die Verherrlichung der Herrscherfamilie mit dem Bau der vollständig mit Halbedelsteinen ausgekleideten Fürstenkapelle (Cappella dei Principi) ihren Abschluss. Der Entwurf dazu stammt von Giovanni, Sohn Cosimos I.

Zum Kreuzgang und der Biblioteca Laurenziana gelangt man durch eine Tür links neben der Kirche. Es gab Ausschreibungen für die Gestaltung der Rohsteinfassade, auch Pläne von Michelangelo liegen vor, wurden aber nie ausgeführt. Kirche: Mo bis Sa 10-17.30, März-Okt. So 13.30 bis 17.30 Uhr, Nov.-Feb. So geschl., 2., 4. So und 1., 3. und 5. Mo im Monat geschl. | Eintritt 2,50 Euro; Cappelle Medicee: tgl. 8.15-17 Uhr | Eintritt 6 Euro | Piazza degli Aldobrandini

Museo Marino Marini

Eine nachahmenswerte Symbiose sind hier kirchliche und profane Kunst eingegangen. In der ehemaligen Kirche San Pancrazio, deren Ursprünge bis in die frühchristliche Zeit zurückreichen, wurde 1988 das erste Museum für moderne Kunst der Stadt eingerichtet. Über 200 Werke des Pistoieser Bildhauers, Malers und Grafikers Marino Marini (1901 bis 1980), der besonders durch seine Pferdedarstellungen berühmt wurde, fanden im modernisierten, museumsgerecht eingerichteten Kirchenraum Aufstellung. Mi-Sa und Mo 10-17 Uhr, Aug. geschl. | Eintritt 4 Euro | Piazza di S. Pancrazio (Via della Spada) | www.museomarinomarini.it

Museo Nazionale Alinari

Gegründet von den Brüdern Alinari im Jahr 1852, ist die Fondazione Alinari die älteste Firma der Welt, die sich mit Fotografie beschäftigt und heute rund 3500000 Fotografien verwaltet. Das Museum wurde 2006 in der Loggia dell'Ospedale di San Paolo (15. Jh.) eröffnet. Eine Ausstellung zeigt die Geschichte der Fotografie ab den ersten Techniken und Fotografen, außerdem werden Sonderausstellungen organisiert. Do-Di 9.30-19.30, Sa bis 23.30 Uhr | Eintritt 9 Euro | Piazza Santa Maria Novella, 14a/r | www.alinarifondazione.it

Ognissanti

Die Allerheiligenkirche ist das typische Beispiel einer von den mächtigen Familien der Stadt gesponserten Kirche. Die reiche Familie der Vespucci stiftete nicht nur einen Großteil der Ausstattung, sondern 1380 auch das angrenzende Hospital San Giovanni di Dio, das bis vor kurzem noch als Krankenhaus genutzt wurde.

Im zweiten Kirchenaltar rechts breitet eine Schutzmantelmadonna (ein frühes Werk Ghirlandaios, um 1473) ihren Mantel über den Mitgliedern der Familie Vespucci aus. Der junge Mann unter ihrem rechten Arm ist vermutlich der Seefahrer Amerigo Vespucci, nach dem der gerade entdeckte Kontinent Amerika benannt wurde. In der zweiten Kapelle des rechten Querschiffs zeigt eine runde Steinplatte die Grabstelle des großen Florentiner Frührenaissancemalers Sandro Botticelli an, von dem auch das Fresko des hl. Augustinus im Refektorium des Klosters stammt. Beachtenswert ist das große Abendmahlfresko in diesem Raum von Domencio Ghirlandaio (1480). Cenacolo del Ghirlandaio Mo/Di und Sa 9-12 Uhr | Borgo Ognissanti, 42

Palazzo Corsini sull'Arno

Die den Lungarno Corsini beherrschende Barockanlage mit den klassischen Statuen ist nicht zu übersehen. Der Palast beherbergt die größte private Kunstsammlung der Stadt, zu besichtigen jedoch nur nach telefonischer Anmeldung (Tel. 055218994). In ungeraden Jahren findet im Herbst die Biennale dell' Antiquariato in den Sälen des Palazzo statt (www.mostraantiquariato.it). Via del Parione, 11

Santa Maria Novella

„In der ehrwürdigen Kirche Santa Maria Novella ...“, beginnt das erste Kapitel aus Boccaccios Decamerone, einer Geschichte, die zur Zeit der Pest spielt, welche im 14. Jh. in Florenz grausam wütete. Die Überlebenden stifteten zahlreiche Kapellen der Kirche. Dieser erste gotische Bau der Stadt wurde um 1246 begonnen und 1300 vollendet. Die Außenmauern sind nach Art des Baptisteriums mit weißem und grünem Marmor verkleidet. Der obere Teil der Fassade wurde allerdings erst 1470 mit Mitteln des Florentiner Kaufmanns Giovanni Rucellai vollendet.

Auch das Innere dieser Kirche verdient eine eingehende Betrachtung. Die großen Freskenzyklen, auf denen viele Florentiner Bürger porträtiert sind, und die einen Eindruck vom Wohnstil und der Mode der damaligen Zeit vermitteln, entstanden meist im 15. Jh. Zu den schönsten gehören die Fresken Domenico Ghirlandaios in der Hauptchorkapelle (1486-90) mit Szenen aus dem Leben Mariä, die Fresken der Cappella Strozzi rechts neben dem Hauptaltar von Filippino Lippi und die düsteren Visionen des Jüngsten Gerichts von Nardo di Cione (um 1357) in der Cappella Strozzi di Mantova. Im dritten Joch links malte Masaccio kurz vor seinem Tod 1428 ein bereits perspektivisch exakt durchkonstruiertes Dreifaltigkeitsfresko. Außerdem birgt die Kirche auch Werke von Brunelleschi (die Marmorkanzel und ein Holzkruzifix in der Cappella Gondi, links neben der Hauptchorkapelle), Giotto (Kruzifix) und Giovanni della Robbia.

Der benachbarte Grüne Kreuzgang (Chiostro verde) von 1332, den Paolo Uccello mit Szenen der Schöpfungsgeschichte ausmalte (leider schlecht erhalten), und die Spanische Kapelle (Cappella Spagnola) mit den Fresken zum Triumph des Dominikanerordens von Andrea da Firenze lohnen ebenfalls einen Besuch. Kirche: Mo-Do und Sa 9-17, Fr und So 13-17 Uhr | Eintritt 2,50 Euro; Eintritt 2,70 Euro | Piazza S. Maria Novella

Santa Trìnita

Einst eine bedeutende Kirche der Stadt, deren Ursprung auf die 2. Hälfte des 11. Jhs. zurückgeht, birgt Santa Trìnita neben vielen anderen Kunstschätzen zwei Hauptwerke Domenico Ghirlandaios: die Fresken der Cappella Sassetti und die Anbetung der Könige von 1485. Tgl. 8-12 und 16-18 Uhr | Piazza S. Trìnita

Casa Buonarroti

Der kleine Palazzo wurde von Michelangelo erworben und 1858 von Cosimo Buonarroti der Stadt vermacht. Zeichnungen, Pläne und Erinnerungsstücke an den Künstler sind hier ausgestellt. Unter den Frühwerken das berühmte Marmorrelief Madonna della Scala und die Zentaurenschlacht. Mi-Mo 9.30-14 Uhr | Eintritt 6,50 Euro | Via Ghibellina, 70 | www.casabuonarroti.it

Loggia del Pesce

Die nach den Plänen Giorgio Vasaris gebaute Loggia war die Fischhalle des alten Markts. Als dieser bei der Altstadtsanierung der heutigen Piazza della Repubblica weichen musste, versetzte man die Loggia Ende des 19. Jhs. an die Piazza dei Ciompi, auf der heute der Flohmarkt stattfindet. Markt Mo-Sa und letzter So im Monat 9-13 und 16-19 Uhr | Via Pietrapiana

Museo di Storia della Scienza

Nicht nur Galileos Mittelfinger wird hier wie eine Reliquie aufbewahrt; ein ganzes Spektrum naturwissenschaftlicher Geräte und Instrumente von der Renaissance bis zum 20. Jh. ist zu sehen. Das Museum gehört zu den weltweit bedeutendsten seiner Art. In neun großen Sälen werden mathematische, optische, hydraulische, astronomische und chirurgische Geräte ausgestellt, darunter Planetenmodelle, das erste Teleskop, die Fernrohre und die Linsen, mit denen der große Astronom und Physiker seine Beobachtungen machte und u.a die Jupitertrabanten entdeckte, das erste Quecksilberbarometer (1634), eine bedeutende Mineraliensammlung und vieles mehr. In einer neu eingerichteten Videostation und im Bookshop können Sie Ihre Kenntnisse vertiefen. Halbstündig finden Gruppenführungen statt. Juni-Sept. Mo und Mi-Fr 9.30-17, Di und Sa bis 13, letzter Do im Juni und Aug. sowie erster Do im Juli und Sept. auch 21-23.30 Uhr; Okt-Mai Mo und Mi-Fr 9.30-17, Di und jeden 2. So im Monat bis 13 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, bei Sonderausstellungen 7,50 Euro | Piazza dei Giudici, 1

Museo Horne

Als 1916 der englische Kunsthistoriker und Architekt Herbert Percy Horne stirbt, überlässt er dem italienischen Staat den von ihm 1911 erworbenen Palazzo Corsi (15. Jh.) und seine beachtliche Kunstsammlung, die heute über 6000 Werke zählt - von Giotto, Simone Martini, Masaccio, Filippo Lippi und Giambologna über kostbare Einrichtungsgegenstände des 14.-16. Jhs. Mo-Sa 9-13 Uhr | Eintritt 5 Euro | Via dei Benci, 13 | www.museohorne.it

Museo Nazionale del Bargello

Die hohen Gewölbe dieses zinnengekrönten Palastes beherbergen die größte Sammlung italienischer Skulpturen des 14.-16. Jhs., außerdem die Medaillensammlung der Medici, bedeutende Elfenbeinwerke und Majoliken des 15.-18. Jhs. sowie Waffen und Kleinbronzen. Glanzstücke des Museums sind Michelangelos Trunkener Bacchus (1497 begonnen), die Marmorbüste des Brutus (um 1540) und das kreisrunde Tondo Pitti (1504), die zusammen mit Werken Cellinis, Giambolognas und anderen im Erdgeschoss ausgestellt sind. Im großen Saal des Obergeschosses befinden sich Skulpturen der Frührenaissance, unter ihnen die David-Statuen in Marmor (1408) und in Bronze (1423) von Donatello.

Der burgähnliche Palast selbst, 1254-61 erbaut, diente mit seinem 54 m hohen Turm früher als Sitz des Stadtkommandanten (Capitano del Popolo) und des Bürgermeisters (Podestà). 1502 bis 1859 waren hier das Stadtgefängnis und die Wohnung des Polizeihauptmanns (Bargello) untergebracht. Neben dem Brunnen im schönen, wappengeschmückten Innenhof stand der Galgen, an dem bis 1782 hingerichtet wurde. Di-Sa 8.15-18 Uhr, 1., 3. und 5. So sowie 2. und 4. Mo im Monat geschl. | Eintritt 4 Euro | Via del Proconsolo, 4

Museo Storico Topografico

Firenze com'era. Wer sehen will, wie Florenz vor Jahrhunderten ausgesehen hat und seine Entwicklung bis ins 19. Jh. verfolgen möchte, kann dies hier in einem ehemaligen Kloster der „Oblaten“-Nonnen anhand von Dokumenten, Plänen, Modellen und Bildern tun. Hinzu kommt eine ständige Ausstellung von 58 Werken des Florentiner Malers Ottone Rosai (1895-1957). Mo-Mi 9-14, Sa 9-19 Uhr, Juni-Sept. auch Mi geschl. | Eintritt 2,70 Euro | Via dell'Oriuolo, 4

Santa Croce

Santa Croce ist die Hauptkirche der Franziskaner in Florenz. Schon kurz nach dem Tod des hl. Franziskus 1226 errichteten seine Anhänger hier eine kleine Kapelle, die jedoch bald die Zahl der Gläubigen nicht mehr aufnehmen konnte, sodass man bereits 1294 den Grundstein für den mächtigen gotischen Neubau legte, der 1385 fertiggestellt wurde. Mit einer Länge von 115m, einer Breite des Mittelschiffs von 38 m und einer Balkenkreuzbreite von 73 m übertraf Santa Croce nun an Ausdehnung die kurz zuvor vollendete Kirche Santa Maria Novella des rivalisierenden Dominikanerordens.

Der Innenraum mit dem offenen, bemalten Dachstuhl und einem geraden Chorabschluss zeigt die für Bettelordenskirchen typisch schlichte Architektur. Das große Gotteshaus wird auch als das „Pantheon von Florenz“ bezeichnet: 278 Grabplatten des 14.-19. Jhs. sind in den Fußboden eingelassen. Galileo, Machiavelli, Michelangelo, Ghiberti, der Komponist Rossini und viele andere haben prächtig ausgeführte Grabmäler. Auch Dante, der in der Verbannung in Ravenna gestorbene größte Dichter Italiens, wird hier mit einem 500 Jahre nach seinem Tod geschaffenen Denkmal geehrt. In den rechts neben dem Hauptaltar liegenden Grabkapellen der Bardi und Peruzzi brachte Giotto in den Jahren 1316-30 bedeutende Wandmalereien an, die zu den herausragenden dieser Epoche zählen. Auch die anderen Kapellen sind mit kostbaren Fresken geschmückt. Die herrliche Marmorkanzel stammt von Benedetto da Maiano, das Verkündigungstabernakel aus grauem Sandstein mit Vergoldung, hinter dem fünften Pfeiler rechts, ist ein bedeutendes Werk Donatellos (1435).

Rechts neben der Kirche - die erst 1853 ihre neugotische Fassade erhielt - befindet sich der Eingang zu den Klosterhöfen mit der Cappella dei Pazzi und dem Museo dell'Opera di Santa Croce. Die Pazzi-Kapelle mit ihren klaren, ganz in Weiß und Grau gehaltenen Formen ist eine bedeutende Schöpfungen der Florentiner Frührenaissance, erbaut vermutlich von Brunelleschi 1429-44. Die Medaillons aus glasierter Terrakotta schuf Luca della Robbia. Im Kirchenmuseum sind Werke Florentiner Sakralkunst ausgestellt. Kirche/Museum Mo-Sa 9.30-17.30, So 13 bis 17 Uhr | Eintritt 4 Euro | Piazza S. Croce | www.santacroce.firenze.it

Forte di Belvedere

Als Ferdinand I. 1590 den Architekten Buontalenti mit dem Bau dieser Festungsanlage oberhalb von Florenz beauftragte, ließ er die Kanonen auch auf die Stadt richten: Die Medici waren sich ihrer Macht nie wirklich sicher. Im Innern liegt der elegante, dreistöckige Palazzetto di Belvedere. Hier kann man von Mitte Juni bis Ende August in angenehmer Abendbrise Florenz von oben genießen, eine Kleinigkeit essen, einen Aperitif zu sich nehmen - und manchmal auch Ausstellungen (Info: www.firenzemostre.com), Kino- oder Theatervorstellungen besuchen. 17-1.30 Uhr | Via S. Leonardo

Giardino di Boboli

Hinter dem Palazzo Pitti zur Porta Romana und hinauf bis zum Forte di Belvedere erstreckt sich die herrliche Gartenanlage mit ihren Laubengängen und Zypressenalleen, Wasserspielen und Teichen, Treppen und künstlichen Grotten, einem Amphitheater und Hunderten von Marmorstatuen. Für einen Gang durch den ganzen, 45000m² großen Park mit schönen Ausblicken auf die Stadt sollte man sich drei Stunden Zeit nehmen. Im Sommer finden in einem Teil des Gartens abendliche Kammerkonzerte statt. Tgl. Nov.-Feb. 8.15-16.30, März bis 17.30, April/Mai und Sept./Okt. bis 18.30, Juni/Aug. bis 19.30 Uhr, 1. und letzter Mo des Monats geschl. | Eintritt 6 Euro, bei Sonderausstellungen 9 Euro, Ticket gültig für Giardino di Boboli, Museo degli Argenti, Museo del Costume, Museo delle Porcellane und Giardino Bardini | Eingänge Palazzo Pitti, Via Romana und Porta Romana

Museo Zoologico „la Specola“

In der ehemaligen Sternwarte La Specola befindet sich heute eine auch für Jugendliche faszinierende zoologische Sammlung mit Tierpräparaten von der Vogelspinne bis zur Riesenschildkröte und eine interessante Schmetterlingssammlung. Besonders sehenswert - und kurios - ist die anatomische Abteilung des Museums. Hier sind über 1400 zum Teil verblüffend naturgetreue Wachsnachbildungen menschlicher Organe und ganzer „enthäuteter“ Körper in Vitrinen ausgestellt - teilweise auf Satin drapiert. Der Großteil der Präparate wurde 1775-1814 in der museumseigenen Wachsmodellwerkstatt von Clemente Susini geformt und diente ursprünglich dem medizinischen Unterricht. So-Di und Do/Fr 9-13, Sa 9-17 Uhr | Eintritt 4 Euro | Via Romana, 17

Palazzo Pitti

Den Kernblock dieses mächtigen Palastes ließ 1457 der Florentiner Kaufmann Luca Pitti errichten. Der in den folgenden Jahrhunderten bis zu seinen heutigen kolossalen Ausmaßen - die Fassade ist 205 m lang und 36 m hoch - erweiterte Palast war bis 1859 Residenz der toskanischen Großherzöge. Als Florenz 1865-71 Hauptstadt Italiens war, residierte hier König Viktor Emanuel II. Heute beherbergen der Palazzo Pitti und seine Nebengebäude sieben Museen und Sammlungen. Die private Gemäldesammlung der Großherzöge im linken Palastflügel bildete den Grundstock der Galleria Palatina (Palastgalerie); sie ist nach den Uffizien die wichtigste Gemäldegalerie in Florenz.

Die Wände von 30 prächtig ausstaffierten Räumen des Obergeschosses sind mit berühmten Werken der europäischen Malerei geradezu tapeziert. Glanzpunkte der Sammlung sind Gemälde von Tizian, Raffael, Tintoretto, Giorgione, Rubens, Caravaggio, van Dyck und Velázquez.

Auf der rechten Seite des Obergeschosses befinden sich die Appartamenti Monumentali, die einstigen königlichen Wohnräume. Hier zeigt sich fürstlicher Wohnstil. Im obersten Stockwerk ist die Galleria d'Arte Moderna (Galerie moderner Kunst) untergebracht. In 30 (nur teilweise geöffneten) Sälen wird ein komplettes Spektrum toskanischer Malerei vom 18. bis 20. Jh. gezeigt. Besonderes Interesse verdienen die Werke der Macchiaioli (Fleckenmaler), eines den Impressionisten nahe stehenden Künstlerkreises.

Das Museo degli Argenti (Silbermuseum) in Räumen, die anlässlich der Hochzeit Ferdinands II. mit Vittoria della Rovere 1634 besonders prunkvoll ausgestattet wurden, beherbergt den Silberschatz der Medici sowie wertvolle Arbeiten aus Gold, Edelsteinen und Elfenbein. Im hinter dem Palast beginnenden Giardino di Boboli ist in der Meridiana die Galleria del Costume (Kostümmuseum) mit Tausenden von Kostümen vom 18. Jh. bis zu den Modellen berühmter Stilisten unserer Tage untergebracht.

Im Kavaliersgarten züchteten die mediceischen Großherzöge einst Seidenraupen, heute befindet sich hier das Porzellanmuseum (Museo delle Porcellane) mit einer sehenswerten Kollektion von berühmten Manufakturen aus dem 18. und 19. Jh. Galleria d'Arte Moderna und Galleria Palatina: Di-So 8.15-18.50 Uhr | Eintritt 8,50 Euro, bei Sonderausstellungen 11,50 Euro; Museo degli Argenti, Galleria del Costume, Museo delle Porcellane: tgl. Nov.-Feb. 8.15-16.30, März bis 17.30, April/Mai und Sept./Okt. bis 18.30, Juni-Aug. bis 19.30 Uhr, erster und letzter Mo des Monats geschl. | Eintritt 9 Euro | Ticket gültig für Giardino di Boboli, Museo degli Argenti, Museo del Costume, Museo delle Porcellane und Giardino Bardini; Appartamenti Reali 8 Euro | Museo delle Carrozze nur auf Anfrage (Tel. 0552388611) | Piazza Pitti

Santa Felicita

Jenseits des Arno, an der Piazza Santa Felicita gleich hinter dem Ponte Vecchio, lag vermutlich die erste christliche Kirche von Florenz. Unter dem Fußboden gefundene Grabsteine mit griechischen Inschriften lassen dies vermuten. Das 1739 im hochbarocken Stil umgebaute Innere der frühchristlichen Basilika birgt zwei Schätze des Manierismus: das Altarbild der Kreuzabnahme und das Fresko der Verkündigung von Pontormo (1525-28). Mo-Sa 9-12.30 und 15-18, So 9-13 Uhr | Piazza S. Felicita

Santa Maria del Carmine

Die schöne Kirche mit ihrer schmucklosen Rohsteinfassade birgt einen großen Schatz der Renaissancemalerei: den Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben Petri in der Cappella Brancacci. Als der ursprüngliche Bau der Karmeliterkirche (ab 1268) bei einem Brand 1771 fast vollständig zerstört wurde, blieb diese Kapelle an der rechten Stirnwand des Querschiffs vom Feuer verschont. Man betritt sie heute vom Klosterhof, Eingang rechts neben der Fassade. Der 15-teilige Freskenzyklus, begonnen 1423 von Masolino da Panicale und Masaccio, wurde 1483 von Filippino Lippi vollendet. Besonders die Fresken Masaccios (größtenteils an der linken Wand der Kapelle) gelten wegen ihrer genialen Darstellung von Licht und Schatten und der geometrischen Verteilung der Personen als richtungsweisend für die nachfolgende Kunst. Nach einer durchgreifenden Restaurierung besitzen die Fresken jetzt wieder ihre ursprüngliche Farbkraft. Kapelle Mi-Mo 10-17, So 13-17 Uhr | (nur nach Vorbestellung Tel. 0552768224) | Eintritt 4 Euro | Piazza del Carmine

Santo Spirito

Dies ist die Kirche des Augustinerordens. Die Augustiner von Santo Spirito hatten sich Mitte des 13. Jhs. hier niedergelassen, und schon bald wurde die von ihnen geführte Schule zu einem Zentrum humanistischer Studien. 1438-82 entstand nach Plänen Brunelleschis die Kirche mit ihrer wohlproportionierten, doch völlig schmucklosen Fassade. Der Innenraum mit seinen 47 Säulen aus grauem Sandstein besticht durch die Klarheit der Raumaufteilung - unterbrochen nur von dem barocken Baldachinaltar. Besondere Beachtung verdient ein Altarbild von Filippino Lippi (1488) in der fünften Kapelle des rechten Querschiffs. Im ehemaligen Refektorium - man betritt es links neben der Fassade - malte Andrea Orcagna ein Abendmahlfresko (1360) und eine Kreuzigungsszene. Die vor der Kirche liegende Piazza S. Spirito ist mit ihren Bars und Lokalen stets ein belebter Treffpunkt im Oltrarno. Kirche zzt. wegen Restaurierung geschl. | Piazza S. Spirito, 29

Fortezza da Basso

Als die Medici aus der Vertreibung zurückkamen, beauftragte 1532 Herzog Alessandro den Baumeister Antonio Sangallo mit der Errichtung dieser mächtigen, sternförmigen Festungsanlage am Südende der Stadt, um gegen künftige Volksaufstände gewappnet zu sein. Hier finden zweimal jährlich die große internationale Männer-Modemesse Pitti Uomo (www.pittimmagine.com) sowie weitere Messen, Kongresse und andere Events statt. Viale Filippo Strozzi

Parco delle Cascine

Dieser bei den Florentinern beliebte Park auf einer Landzunge zwischen den Flüssen Arno und Mugnone ist 1,6 km² groß. Hier befindet sich das Ippodromo delle Cascine, die Pferderennbahn von Florenz mit Rasenflächen, Reitwege, Arenen und Sportstätten. Piazzale delle Cascine

Piazzale Michelangelo

Das große, immer belebte Aussichtsplateau mit Café, Restaurant, Bar und vielen Parkmöglichkeiten erhebt sich südlich über dem Arno. Eine weithin sichtbare Bronzekopie von Michelangelos David und den Vier Tageszeiten zu dessen Füßen beherrschen den Platz.

San Miniato al Monte

Weithin sichtbar steht dieses Kleinod romanischer Baukunst auf einem Hügel südlich des Arno. Vom Vorplatz der Kirche haben Sie einen Traumblick auf Florenz. Schon zu Zeiten Karls des Großen stand hier eine Kirche; vermutlich wurde sie über dem Grab des hl. Minias errichtet, der 250 n. Chr. den Märtyrertod starb. Seine Gebeine werden in einem Schrein der Krypta aufbewahrt.

Die Fassade der heutigen Basilika (1018-1207) im Inkrustationsstil ist mit weißem Carrara-Marmor und grünem Serpentin belegt. Fußboden, Chorschranken und Kanzel tragen kostbare Marmoreinlegearbeiten. Das Apsismosaik mit dem Thronenden Christus von 1297 wurde mehrfach restauriert. Am Ende des Mittelschiffs steht ein tonnengewölbtes Marmortabernakel von Michelozzo (1448) mit Kassettenrosetten und farbigen Majolikaschindeln von Luca della Robbia. Die Altartafeln (um 1396) stammen aus der Werkstatt Agnolo Gaddis. Im linken Seitenschiff befindet sich die Kapelle des Kardinals von Portugal. Das Grabmal wurde von Rossellino gestaltet, die Decke der Kapelle und die Rundbilder aus farbig glasierter Terrakotta von Luca della Robbia (1461-66).

Die Kirche und der angebaute Palazzo dei Vescovi gehörten 1373 bis 1552, wie auch heute wieder, den Olivetanern, einer Benediktinerkongregation. Tgl. im Sommer 8-19.30, im Winter 8-12 und 15-18 Uhr | Via del Monte alle Croci

Sinagoga/Museo Ebraico

Der Bau der Synagoge von Florenz wurde 1882 beendet und stellt ein wunderschönes Exemplar neumaurischer Architektur dar. Das Innere ist vollständig mit Fresken versehen. Viele Mosaiken, die mehrfarbigen Glasfenster und die Dekorationen in Bronze und Holz sind bemerkenswert. Im ersten Stock wird im Museum die Geschichte der Juden in Florenz anhand von Fotos, Gemälden und mit rituellen Gegenständen veranschaulicht. Nov.-März So-Do 10 bis 15, April/Mai und Sept. Mo-Do bis 17, Juni-Aug. bis 18, Fr immer 10-14 Uhr, an jüdischen Feiertagen geschl. | Eintritt 4 Euro | Via Farini, 4/6 | www.firenzebraica.net