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Reiseführer Rajasthan:Ausflüge und Touren

Tour durch die farbenfrohe Shekawati-Wüstenregion und ein Tag in Delhi, der grünsten Metropole Indiens

Shekawati-Tour zu den „gemalten Städten“

Diese Rundfahrt zwischen Jhunjhunu und Churu führt Sie rund 100 km nördlich von Jaipur in eine ländliche, teils auch wüstenhafte Region mit Hunderten bunt bemalten Havelis. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 220 km, mit Rückkehr nach Jhunjhunu 260 km auf oft schlaglochgeschädigten, aber verkehrsarmen Straßen. In vielen Orten finden Sie Unterkunft - oder Sie kehren abends zum zentral gelegenen Mandawa zurück.

Abseits der touristischen Hauptrouten findet man sich plötzlich in sandüberwehten Städten, mit Hauswänden voller farbenfroher Bilder: Tänzerinnen und Götter, altmodische Eisenbahnen und phantastische Fluggeräte wurden in der Shekawati-Region an längst aufgegebenen Karawanenwegen in teils professioneller, teils naiver Exaktheit an Fassaden gemalt. Reiche Marwarikaufleute hatten die Wandbilder in Auftrag gegeben, doch sie sind längst abgewandert. Inzwischen ist die Shekawati-Region sehr verarmt, die Wandbilder sind akut vom Verfall bedroht. Auch die Dorffrauen bemalen ihre Lehmhäuser in leichthändigem Stil, erneuern aber die Dekoration ständig.

Jhunjhunu (20000 Ew.) ist lange der Hauptort im Shekawati-Land gewesen, darum gibt es viele stattliche Havelis und Rajputen-Gedenkpavillons (chhatris). Besonders sehenswert ist das Khetri Mahal (um 1770) mit einer Rampe im Innern für Reiter zum Oberstock. Weiter geht es über Mandawa und Mukundgarh mit seinem zum Hotel umgebauten Fort und mehreren bilderreichen Tempeln nach Dundlod, wo die spezifisch rajasthanische Marwari-Pferderasse wieder gezüchtet wird. Auch in Dundlod wurde das Fort zum Hotel umgebaut. In Nawalgarh bringen es manche Havelis auf vier, andere sogar auf acht Innenhöfe. Sikar im Shekawati-Süden lohnt den Besuch wegen seiner zwei Dutzend Tempel, Havelis und Stufenbrunnen.

Wieder weiter nördlich wird die Landschaft dürrer und sandiger. Die Dorfbewohner leben in strohgedeckten Rundhütten. Auf dem Weg nach Churu liegen Lachhmangarh mit seinem Hügelfort und dem prächtigen Doppelhaveli Char Chowk sowie Fatehpur mit dem berühmten Stufenbrunnen von 1614 und mehreren schön bemalten Havelis. In Churu sind noch einmal Wände voller Bilder zu entdecken. Churu gehörte seit dem frühen 19. Jh. zu Bikaner - die Reise kann dorthin weitergehen oder zurück nach Mandawa, Jhunjhunu und nach New Delhi.

Ein Tag in New Delhi und Old Delhi

Sie sind vielleicht zum ersten Mal in Delhi, werden am nächsten Tag weiterreisen und wollen doch etwas sehen von dieser 13-Mio.-Stadt am Rand der Ganges-Ebene? Delhi ist die grünste der größten Metropolen Indiens. Ihre breiten Alleen, Rasenflächen und Parkanlagen verdankt sie zum Großteil den britischen Kolonialherren, die 1911 New Delhi als die eigens erbaute neue Hauptstadt ihres Kaiserreichs Indien bezogen. Lassen Sie sich von Ihrem Hotel ein Taxi samt Fahrer mit Fremdenführerqualitäten bestellen.

Beginnen Sie dort, von wo aus die Milliardennation regiert wird: an der großen Achse namens Raj Path, die vom India Gate auf das Rashtrapati Bhavan zuläuft. Dieser markante Rundbau, vom Architekten des „britischen Delhi“ Edwin Lutyens als Residenz des Vizekönigs entworfen, ist heute Sitz des Staatspräsidenten. Das 41 m hohe India Gate, vom Pariser Arc de Triomphe inspiriert, erinnert an die 71000 indischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg fielen.

Schön sind die frischen Morgenstunden in den Alleen der Villen und diplomatischen Residenzen zwischen Raj Path und Kasturba Gandhi Marg. Lassen Sie sich dort etwas herumfahren, bevor Sie um den Connaught Place das Zentrum der Banken, Geschäfte, Fluglinien und Restaurants erleben. Hochhäuser in Glas und Stahl sind hier seit den 1990er-Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Auch shoppen können Sie hier gut. Um 10 Uhr öffnen die Läden. Oder wollen Sie gleich weiter zum Raj Ghat, nicht weit vom Ufer der Yamuna, zur Gedächtnisstätte für die Wegbereiter und Führer des modernen Indiens? Neun Marmorquader kennzeichnen die Stelle, an der Gandhis Leichnam verbrannt wurde.

Nächstes Ziel ist das Red Fort (Lal Qila), die Residenz der Mogulkaiser. Vom Orientzauber des Red Fort ist bei den Raubzügen der Perser und der Marathenfürsten aus dem Süden viel verloren gegangen, doch sind die Restauratoren in jüngster Zeit wieder aktiv. Wenn Sie die breite Avenue überquert haben, ist die Jama Masjid ganz nahe. Wie die Halle aus schwarzem und weißem Marmor lohnt auch das 40 m hohe Minarett den Aufstieg. Unten erstreckt sich um Chandni Chowk, die Hauptstraße des Basars, das Gassengewimmel und -gedränge von Old Delhi - ein sinnliches Erlebnis. In den Lodi-Gärten südlich vom India Gate können Sie dann Erfrischungen unter Bäumen zu sich nehmen. Falls Ihnen der Sinn nach Kunsthandwerk, Textilien und Schmuck steht, sollten Sie die Emporen der indischen Bundesstaaten am Baba Kharak Marg südlich vom Connaught Place aufsuchen (bis 18 Uhr geöffnet). Länger bleiben die Spezialitätenläden der kleinen Straßen um den Khan Market zwischen den Lodi-Gärten und dem India Gate offen.

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Zum Schönsten gehört das Erleben ungestörter Weite - ob tagsüber in der Wüste oder nachts unter Sternen auf dem Dach eines Palastes.

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Quelle: www.marcopolo.de

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