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Reiseführer Norwegen:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Norwegenreise

MARCO POLO Autor Jens-Uwe Kumpch

Anreise

Auf der Route Hamburg–Oslo (12 Std.) beträgt die Maut für die Brücken über den Großen Belt und den Øresund 63 Euro.

Bequemer ist die Fährverbindung Kiel–Oslo (19 Std., Autopaket/Hochsaison bis zu 5 Personen 240–660 Euro pro Strecke, inkl. Bett www.colorline.com ). Von Trelleborg fährt man auf der E 6 nach Oslo (ab 215 Euro hin und zurück www.ttline.com ). Stena Line fährt zwischen Kiel und Göteborg (13,5 Std., Autopaket/Hochsaison ohne Kabine wochentags 350 Euro, Wochenende 410 Euro, für Frühbucher noch billiger www.stenaline.de ). Nach Westnorwegen: Fähre von Hirtshals (Dänemark) nach Stavanger (8 Std.) ab 199 Euro im Autopaket, nach Bergen (18 Std.) ab 249 Euro pro Strecke ohne Kabine ( www.fjordline.com ). Preisgünstig und schnell kommt man übers Skagerrak mit den Linien Hirtshals–Langesund ( www.kystlink.de ) und Hirtshals–Kristiansand ( www.fjordline.com ), Autopakete (hin und zurück gibt es ab 276 bzw. 266 Euro.

Von Hamburg fährt die Bahn über Kopenhagen, Malmö und Göteborg nach Oslo (13 Std., mindestens zweimal umsteigen). Für eine Skandinavienreise empfiehlt sich der Interrail-Pass (z. B. 5 Tage in 10 Tagen 259 Euro/Jugendliche 169 Euro, 15 Tage 409 Euro/Jugendliche 289 Euro); der Ein-Land-Pass Norwegen (8 Tage) kostet 301 Euro (Jugendliche 199 Euro). Mit Interrail sind einige Bus- und Fährlinien gratis, auf mehreren Schiffs- und Busstrecken gibt es Ermäßigung.

Die Busfahrt kann in Hamburg beginnen, Zielorte sind Stavanger (19 Std.) und Oslo (15 Std.). Reiseplanung: NOR-WAY Bussekspress www.nor-way.no .

Lufthansa und SAS bieten Direktflüge von Deutschland und Österreich nach Oslo an, Lufthansa auch nach Stavanger und Bergen (im Sommer). Norwegian unterhält Direktflüge aus mehreren deutschen Städten nach Oslo und betreibt die Route Berlin–Bergen. Über Kopenhagen fliegt SAS direkt nach Oslo, Kristiansand, Stavanger, Bergen und Trondheim. Ryanair-Flüge nach Sandefjord oder Haugesund sind attraktiv, ganzjährig gibt es auch Flüge mit KLM über Amsterdam nach Bergen und Stavanger.

Auskunft

Innovation Norway

01805 001548 www.visitnorway.de

www.norwegen.no ist das offizielle Norwegenportal mit Infos zu Reisen, Kultur, Politik und Gesellschaft. Gute deutschsprachige Seiten gibt es zu Westnorwegen ( www.fjordnorway.com ) und den drei nördlichsten Regierungsbezirken ( www.visitnorthnorway.com ). Wegweiser zu Sehenswürdigkeiten ist www.olavsrosa.no , aktuelle Wetterinfos hat www.senorge.no . Neben informativen privaten Websites ( www.norwegeninfo.net , www.elchburger.de/Norwegen ) bieten Foren wie forum.norwegen-freunde.com und www.trolljenta.net viele nützliche Infos.

Auto

Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 (in Wohngebieten oft 30), auf Autobahnen 90, auf Landstraßen 80, für Gespanne 70 km/h (ungebremst 60 km/h). Abblendlicht ist rund um die Uhr Pflicht. Anschnallpflicht gilt für alle, Kinder unter vier Jahren sitzen in Spezialsitzen.

Auf einspurigen Straßen zeigt ein „M“ die Ausweichstelle an. Im Winter sind gute M+S-Reifen und Schneeketten ein Muss. Mautstationen sind ein gewohntes Bild: Das bompenger liegt zwischen 10 und (bei Tunneln und Brücken) 160 NOK.

175 (Der Computer am Anfang spricht nur Norwegisch, nicht gleich auflegen!)

81000505

Banken & Geld

Banken haben wochentags von 9 bis 15.30 Uhr, Do bis 17 Uhr geöffnet (Gebühren 25 NOK pro Geldwechsel). In den Hotels sind die Gebühren höher, der Wechselkurs ist weitaus schlechter.

Es gibt viele Geldautomaten. Mit Master Card und Visa kann man in fast allen Hotels, Restaurants, Tankstellen und größeren Geschäften bezahlen. Bargeld in anderen Währungen darf in unbegrenzter Höhe eingeführt werden.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

23275400 www.oslo.diplo.de

Österreichische Botschaft

22552348 oslo-ob@bmeia.gv.at

Botschaft der Schweiz

22542390 www.eda.admin.ch/oslo

Gesundheit

Fast alle Medikamente sind rezeptpflichtig. Ein deutsches Rezept nützt in Norwegen nichts, wichtige Medikamente gehören ins Reisegepäck. Kopfschmerztabletten und Nasentropfen gibt es auch an der Kasse von Lebensmittelläden. Jeder größere Ort hat eine kommunale Legevakt (Arztstation). Wer zur Behandlung die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC vorlegt, bezahlt wie die Norweger den Eigenanteil von 132 NOK (abends/nachts 225 NOK). Beim Zahnarzt wird zunächst komplett bezahlt (350–1500 NOK). Auch in Norwegen gibt es Zecken (Infos zu Vorkommen und Schutzmaßnahmen z. B. auf www.fit-for-travel.de ). Im Binnenland und auf der Finnmark sind ein Mückennetz und eine gute Mückensalbe erforderlich.

Hotels & Hütten

Im Sommer sind Hotelzimmer meist billiger, Hotelpässe wie der Nordic Hotel-Pass sorgen für zusätzliche Rabatte. Auch ohne Pass sollte man nach Rabatten fragen. Ein Doppelzimmer kostet in den größeren Städten ohne Ermäßigung 900–1200 NOK pro Nacht, in kleineren Hotels und Pensionen durchschnittlich 750 NOK. Auf dem Land gibt es oft kleinere Hotels mit niedrigen Preisen. Alle Hotels bieten großzügige Frühstücksbüfetts.

Außerhalb der Städte sind gjestgiveri, pensjon und fjellstue billige Übernachtungsmöglichkeiten. Letztere sind, wie die Hütten des DNT (Den Norske Turistforening) www.turistforeningen.no Vergünstigungen mit dem DNT-Ausweis für 510 NOK , bevorzugte Quartiere von Wanderern; auch hier hält der Hotelkomfort Einzug. Hütten gibt es in allen Standards: Die einfachsten für 4–6 Personen kosten in der Nebensaison ab 2500 NOK pro Woche (Hauptsaison bis 8000 NOK). Die einfachste Campinghütte kostet 280 NOK pro Nacht, die größeren mit Bad und Küche bis 900 NOK. Hüttenvermittlung: Novasol GmbH Gotenstr. 11 20097 Hamburg 04023885982 www.novasol.de

Ein urnorwegisches Quartier an der Küste sind die sogenannten rorbuer, Fischerhütten, die direkt am Wasser stehen und traditionell teilweise auf Stelzen gebaut sind. Man findet sie zuhauf auf den Lofoten – und wer einmal dort ist, sollte sich in einem der bekanntesten Fischerdörfer der Inselgruppe einquartieren: in Henningsvær Henningsvaer Rorbuer 76066000 www.henningsvaer-rorbuer.no . Wer nicht so weit fahren, aber dennoch sehr nah am Meer wohnen möchte, findet beispielsweise auf der Insel Sotra vor Bergen eine schöne Rorbu-Anlage: Glesvær Rorbu 91561948 www.glesver-rorbu.no .

Inlandsflüge

Die Dash 8 der Fluggesellschaft Widerøe landen selbst in den entferntesten Winkeln des Landes, SAS fliegt die größeren Flugplätze an. Vor allem für Reisen im Sommer lohnt sich die Suche im Internet ( www.sas.no ) oder die Nachfrage im Reisebüro.

Jedermannsrecht

Das Allemannsrett erlaubt allen, sich in nicht kultivierter Landschaft – auch auf Privatgrund – frei zu bewegen und bis zu zwei Tage lang zu übernachten. Menschen, Tiere und Natur dürfen nicht gestört werden, der Abstand zum nächsten bewohnten Haus muss 150 m betragen. In einigen Nationalparks sind Teile des Rechts außer Kraft gesetzt.

Jugendherbergen

Es gibt rund 70 Jugendherbergen (vandrerhjem). Das Bett kostet pro Nacht 150 NOK für Mitglieder, Nichtmitglieder zahlen 25 NOK mehr. Für das Frühstück oder Lunchpaket bezahlt man 50 NOK. Nähere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.vandrerhjem.no oder bei Norske Vandrerhjem Haraldsheimveien 4 Postfach 53 23124510 .

Klima & Reisezeit

Mit dem Klima ist es wie mit den norwegischen Landschaften: Es wechselt ständig und ist eher unberechenbar. Auf Dreitagevorhersagen kann man sich noch verlassen, doch auch dann wird eine klare Abgrenzung der Ferienregion empfohlen. Denn bei fast 1800 km Länge und einem mächtigen Gebirge als Wetterscheide verwundert es nicht, dass Osten und Westen, Norden und Süden nur sehr selten das gleiche Wetter haben. Atlantisches Tief im Süden, sibirisches Hoch im Norden – keine Seltenheit und zumindest eine Aufforderung, noch ein paar Hundert Kilometer nach Norden anzuhängen.

Für das Reisegepäck hat die klimatische Unbeständigkeit Konsequenzen: Seien Sie auch beim Wandern im Hochsommer auf Regen und weichen Untergrund vorbereitet. Und sorgen Sie auf Bootstouren auch bei Windstille dafür, dass Rettungswesten und Karten bzw. GPS dabei sind.

Medien

Viele Hütten sind mit TV und Satellitenantenne ausgestattet. Im Autoradio gibt es nur auf der Mittelwelle deutschsprachige Sendungen. In den Narvesen-Kiosken in Oslo, Bergen und anderen größeren Städten beschränkt sich die Auswahl an deutschen Zeitungen auf zwei, drei Titel; auf dem Land wird man nur im Sommer einen deutschen Titel finden.

Notruf

Polizei 112

Feuerwehr 110

Medizinische Nothilfe 113

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahn

Das Netz der Norwegischen Staatsbahnen (NSB) ist mit knapp 4300 km zwar nicht sehr eng geknüpft, doch besonders auf den Langstrecken macht das Zugfahren Spaß (großzügig gestaltete Großraumwagen, guter Sitz- und Schlafkomfort). Planen lohnt sich: 90 Tage vor Reisedatum werden auch für die längsten Strecken Tickets für 199 NOK angeboten, wer etwas länger wartet, bekommt Tickets für 299 und später für 399 NOK.

Busse

Norwegen hat viele Überland-, Regional- und Lokalbusse, die jeden Winkel des Landes anfahren (Verbindungen: www.nor-way.no ).

Fähren

Die Fahrpläne der regionalen Fährgesellschaften: für Westnorwegen www.tide.no ; für Mittelnorwegen www.rv17.no ; für Nordnorwegen www.veolia-transport.no

Ökologische Lebensmittel

Es gibt in Norwegen rund 3000 anerkannte Hersteller von ökologischen Produkten, zumeist Lebensmitteln, und knapp 6000 vom Branchenverband Debio als ökologisch anerkannte Produkte. In den billigsten Supermärkten ist es nicht immer leicht, diese mit Ø oder Økologisk gekennzeichneten Waren zu finden. Die ökologischen Lebensmittel stammen zum überwiegenden Teil aus Norwegen, Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier oder Mehl sind im Schnitt 10–15 Prozent teurer als herkömmliche Produkte. Immer mehr landschaftliche Betriebe versuchen – mit Unterstützung des zuständigen Ministeriums –, ihre Produkte unter dem Gesichtspunkt der kurzen und damit umweltfreundlichen Vertriebswege anzubieten.

Preise & Währung

100 Norwegische Kronen (NOK) kosten gut 12,50 Euro oder rund 18 Schweizer Franken. Bei der Kaufkraft schneidet Norwegen schlecht ab, besonders deutlich ist der Unterschied bei Lebensmitteln. Richtig teuer ist Vergnügen: Für einen halben Liter Bier in der Kneipe bezahlt man mindestens 8 Euro, für ein gutes Essen 30 Euro und für die Flasche Wein zusätzlich 40 Euro.

Strom

220 Volt Wechselstrom, Steckdosen wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Telefon & Handy

In der Telekommunikation war Norwegen schon immer einen Schritt voraus. Es gibt heute nur noch knapp 400 der roten Telefonzellen, bezahlt wird mit 1-, 5- und 10-Kronen-Stücken. Alle Telefonnummern sind achtstellig, Ortsvorwahlen gibt es nicht. Die Vorwahl für Norwegen lautet 0047. Bei Auslandsgesprächen wählt man die Landesvorwahl (Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041) und die Ortsnetzkennzahl ohne Null, dann die Teilnehmernummer. Vom Handy aus wird nur +Landesvorwahl (ohne 00) eingegeben.

Es gibt mehr Handyabos als Einwohner in Norwegen, aber die Handymiete im Land ist kompliziert und nicht zu empfehlen. Die Preise für „normale“ Handygespräche nach Deutschland sinken weiterhin. Günstige Prepaidkarten im Vergleich findet man unter mycards.pushline.com . Die meistgenutzte Prepaidkarte in Norwegen gibt's bei Lebara ( www.lebara-mobile.de ). Die wichtigsten Telefongesellschaften in Norwegen sind Telenor ( www.telenor.no , nur Norwegisch), Tele 2 ( www.tele2.com , auf Englisch), und NetCom ( www.netcom.no , nur Norwegisch).

Trinkgeld

Man sollte nur Trinkgeld geben, wenn der Service stimmt (bis zu 10 Prozent).

Zoll

Das Gepäck wird zwar bis zum Zielflughafen eingecheckt, muss aber am ersten norwegischen Flughafen vom Reisenden in Empfang genommen, durch den Zoll gebracht und an einem Inlandsschalter wieder aufgegeben werden. Der Einkauf im Tax-Free-Geschäft lohnt sich: Über die Hälfte der 25 Prozent Mehrwertsteuer wird an der Grenze erstattet. Es gibt rund 3000 Tax-Free-Geschäfte in Norwegen. Der Mindestkaufbetrag der Ware muss 310 NOK überschreiten, und die Ware muss original verpackt sein. Denken Sie daran, beim Einkauf der Ware um einen Global Refund Cheque zu bitten. Jagdwaffen sind zu deklarieren. Die Einfuhr von Alkohol ist ab 18 Jahren erlaubt, für die Mitnahme von Schnaps muss man jedoch mindestens 20 Jahre alt sein; dann sind z. B. 1 l Spirituosen, 1,5 l Wein und 2 l Bier erlaubt. Die Ausfuhr von Pflanzen und seltenen Tieren (dazu zählen auch Eier bedrohter Vogelarten) ist verboten. Maximal 15 kg Fisch bzw. Fischprodukte dürfen pro Person ausgeführt werden.

Zollfreie Mengen in die EU (in die Schweiz): u. a. 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen mit mehr als oder 2 l alkoholische Getränke mit bis zu 22 (Schweiz: 15) Volumenprozent Alkoholgehalt sowie andere Waren im Wert von 300 Euro (Flug- und Seereisende 430 Euro; Schweiz: 300 Franken). www.zoll.de

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Sein Studium brachte Jens-Uwe Kumpch nach Westnorwegen. Sein Beruf als Übersetzer und Journalist hat ihn mehrmals bis an die Eismeerküste geführt, auf Wanderungen hat er die entlegensten Winkel des Landes erkundet. Obwohl er seit 25 Jahren in Norwegen wohnt, ist unser Autor ein aufmerksamer und kritischer Beobachter geblieben. Für MARCO POLO schreibt er auch den Band „Oslo“.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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