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Was wäre, wenn es einen Gott gäbe? (Foto: dpa)

... es einen Gott gäbe?
von Michael Schmidt-Salomon

Wenn ein allmächtiger, allwissender, allgütiger Gott existierte, lebten wir in einer Welt ohne Hitler, Hunger, Hedgefonds und Haarausfall. Kein Kind würde je an Leukämie erkranken, und die Menschen würden sich nicht aufgrund religiöser oder nationalistischer Wahnideen die Köpfe einschlagen. Ein solcher Gott hätte nicht zugelassen, dass in seinem Namen Hexen verbrannt werden, und schon vor Jahrtausenden zu Menschenrechten, Freiheit, Demokratie und Tierschutz aufgerufen.

Von einem allmächtigen Gott dürften wir erwarten, dass er der beste PR-Mann des Universums wäre. Wenn er mit uns kommunizieren wollte, würde er als brennender Dornbusch in der UN-Vollversammlung erscheinen, oder seine frohe Botschaft in Leuchtbuchstaben in den Himmel schreiben: "Hey Leute, habt euch doch endlich lieb und glaubt an mich!" Niemals käme er auf den Gedanken, einen Teil seiner selbst (Gottessohn) von einer historischen Besatzungsmacht (den Römern) an einem entlegenen Ort (Jerusalem) am Kreuz hinrichten zu lassen und dann zu denken: "Na, die Leute werden schon verstehen, was ich damit bezweckt habe!"

Gott wäre ein eleganter Designer. Wenn er den Menschen hätte erschaffen wollen, hätte er keineswegs zuerst a) die Dinosaurier zum Leben erweckt, um dann b) einen riesigen Felsbrocken auf deren Heimatplanet einschlagen zu lassen, damit c) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d) einigen Urratten die Chance zu geben, sich in Jahrmillionen zu Menschen zu entwickeln. Eine solch umständliche Schöpfungstat spräche nicht für intelligentes Design, sondern für Unzurechnungsfähigkeit.

Folglich: Da wir in einer Welt leben, die durch Hitler, Hunger, Haarausfall, Hedgefonds, Homophobie, durch Leukämie, Religionskriege und Artensterben gekennzeichnet ist, gibt es entweder keinen Gott oder dieser Gott ist ein Sadist, ein Dummkopf oder ein intergalaktischer Witzbold.

Michael Schmidt-Salomon ist Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung und Autor des "Manifest des evolutionären Humanismus" (Alibri).

Lesen Sie auf Seite 4, was wäre, wenn es keinen Gott gäbe.

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Leserkommentare (6)



06.08.2009 15:49:57

Patricio111: @FreierGeist

Umso besser ist dafür Herr Schmidt-Salomons Kommentar.

Sein Abschlusssatz "...gibt es entweder keinen Gott oder dieser Gott ist ein Sadist, ein Dummkopf oder ein intergalaktischer Witzbold."... grandios!


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