Reisetipps Stuttgart

Sehenswertes Stuttgart Zu Fuß auf Entdeckungstour

Natur, Kultur, Architektur: Stuttgart hat Spaziergängern einiges zu bieten

Lassen Sie sich von den Hügeln nicht abschrecken: Stuttgart will zu Fuß entdeckt werden - zumal sich der Verkehr durch die City quält. Weit haben Sie es ohnehin nicht, denn im Zentrum drängen sich viele der wichtigsten Objekte.

Ein Spaziergang entlang der Königstraße sorgt für Orientierung. Zwei Bundesstraßen trennen wie eine moderne Stadtmauer Zentrum und übrige Stadtteile. Vorteil: Der Stadtkern ist ruhig und ideal zum Bummeln.

Obwohl viel vom alten Stuttgart in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs untergegangen ist, spiegelt die Landeshauptstadt doch eindrucksvoll die wichtigsten architektonischen Phasen: Gründerzeit im Westen, Barock am Neuen Schloss, die 1920er-Jahre in der Weißenhofsiedlung, die 1950er-Jahre ums Rathaus oder am Landtag und zeitgenössische Architektur an Neuer Staatsgalerie und Kunstmuseum.

Altes Schloss/Württembergisches Landesmuseum

Im Weiler „Stutengarten“ im Nesenbachtal wurde um 1320 die wuchtige Wasserburg der Grafen von Württemberg gebaut. Zwischen 1553 und 1570 entstand daraus ein stattliches Renaissanceschloss, das im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, bis 1969 aber wieder aufgebaut wurde. Das Württembergische Landesmuseum zeigt in den Räumen des Hauses die landeskundliche Sammlung von alemannischen Grabfunden bis zum Kronschatz. In der Fürstengruft sind u.a. König Karl (1891) und Königin Olga (1892) bestattet. Kernstück der Sammlung sind die Kunstkammern der Herzöge. Zudem ist die Landeskulturgeschichte dokumentiert. Im Gewölbekeller des vorderen Turms glänzen kostbare Prunk- und astronomische Uhren. Donnerstags nimmt die Kunstpause (12.30-12.50 Uhr) eine Ausstellungskostbarkeit unter die Lupe. Die Musikinstrumentensammlung mit Tasteninstrumenten aus vier Jahrhunderten im Fruchtkasten bei der Stiftskirche ist für Klassikfans ein Muss. | Di-So 10-17 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Schillerplatz 6 | www.landesmuseum-stuttgart.de | U 5-7, 15 Schlossplatz

Hauptbahnhof

Das Gebäude aus den einst neuen Baumaterialien Beton und Stahl ist mit starken Muschelkalkquadern verkleidet und thront wuchtig am Beginn der Königstraße - dabei steht es wegen des sumpfigen Untergrunds auf 3000 Eichenpfählen. Zwischen 1914 und 1927 wurde der Bau nach den Plänen der Architekten Paul Bonatz und Fritz Scholer errichtet. Bis 2013 soll er im Rahmen des Großbauprojekts „Stuttgart 21“ vom Kopf- zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Erhalten bleiben das Hauptgebäude und der etwa 56 m hohe Turm mit dem rotierenden Mercedes-Stern auf der Aussichtsterrasse. In den oberen Geschossen zeigt eine Multimedia-Ausstellung das Milliardenvorhaben (www.turmforum.de). In die Haupthalle ragt ein Balkon, hier sollte dem König, der allerdings 1918 während des Baus abdanken musste, die Ehrbezeugungen seines Volkes entgegennehmen. Im Untergeschoss verteilen Stadt- und S-Bahnen täglich mehr als 300000 Fahrgäste in der Stadt. Dort befindet sich auch die Klettpassage mit diversen Läden. | Arnulf-Klett-Platz | U 5-7, 9, 14, 15, S 1-6 Hauptbahnhof

Hegel-Haus

Hier wurde 1770 der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel geboren. Knapp 18 Jahre lebte er in der Stadt, 1831 starb er in Berlin. Im Erdgeschoss zeigt das Museum Stadtansichten zur Zeit Hegels, im ersten und im zweiten Stock sind Leben und Werk des Philosophen dokumentiert und persönliche Gegenstände ausgestellt. | Mo-Mi, Fr 10-17.30, Do 10-18.30, Sa 10-16 Uhr | Eintritt frei | Eberhardstr. 53 | www.hegelhaus.de | U 1, 2, 4 Rathaus, S 1-6 Stadtmitte

IFA-Galerie

Untergebracht im früheren Waisenhaus, zeigt das Institut für Auslandsbeziehungen zeitgenössische Kunst und Kultur aus aller Herren Länder, von afrikanischer Mode über Kunst aus Ex-Sowjetrepubliken bis zu japanischer Gartenkultur. Als autonome Mittlerorganisation der Bundesregierung organisiert das Ifa zudem aus eigenen Beständen Ausstellungen zu Kunst, Fotografie, Architektur und Design. | Di, Mi, Fr 12-18, Do 12-20, Sa/So 12-18 Uhr | Eintritt frei | Charlottenplatz 17 | www.ifa.de | U 1, 2, 4-7, 15 Charlottenplatz

Königsbau

Erbaut wurde das spätklassizistische Geschäftshaus mit seiner beherrschenden Säulenfront Mitte des 19. Jhs., Ende der 1950er Jahre wurde es aus Kriegstrümmern neu errichtet. Früher feierte der Hof in den Sälen des Obergeschosses Feste, heute genießt man auf den Treppen des Baus, hinter dessen Säulen sich Shops und Cafés befinden, den Ausblick auf das Treiben auf der Königstraße. Bis 2002 war das Gebäude Sitz der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse. Jetzt hat es weiter Karriere als Einkaufsparadies gemacht: Unter dem gewaltigen gewölbten Glasdach an der Rückseite finden sich in den Königsbau-Passagen auf rund 25000 m² Fläche Geschäfte und Restaurants. Einer der Hauptmieter ist das Stilwerk, ein edles Einrichtungs- und Designzentrum. | Königstr. 28 | U 5-7, 15 Schlossplatz

Kunstgebäude/Württembergischer Kunstverein

Unübersehbar glänzt ein goldener Hirsch, das Wappentier Württembergs, auf der Kuppel des Kunstgebäudes am Schlossplatz. Das kurz vor dem Ersten Weltkrieg für Ausstellungen, Konzerte und Feste errichtete Haus wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Bis 1961 wurde es teilweise neu, teilweise nach altem Vorbild wieder aufgebaut. In seinen Räumen waren der Württembergische Kunstverein und die Galerie der Stadt lange vereint. Nachdem die Galerie ins Kunstmuseum umgezogen ist, teilen sich Kunstverein und Stadt die Räume für Projekte und Ausstellungen. Mit Sonderschauen der regionalen und internationalen Gegenwartskunst und einem engagierten Programm gibt der Verein dem Nachwuchs ein Forum. An sonnigen Sommertagen sitzt man herrlich draußen unter den Arkaden. | Di, Do-So 11-18, Mi 11-20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Schlossplatz 2 | www.wkv-stuttgart.de | U 5-7, 15 Schlossplatz

Kunstmuseum Stuttgart

Die Galerie der Stadt Stuttgart war von 1961 an im Kunstgebäude am Schlossplatz untergebracht. 2005 zogen die Werke in den auf der anderen Seite des Platzes liegenden „Würfel“, den kubischen Neubau der Architekten Hascher und Jehle mit seiner Glasfassade. Die Sammlung im Kunstmuseum, insgesamt rund 20000 Werke, reicht vom frühen 19. Jh. bis zur Gegenwart mit Schwerpunkt auf Otto Dix - man beansprucht für sich, die größte Dix-Sammlung der Welt zu besitzen. Das Konzept der Galerie ist, Werke von Künstlern zu zeigen, die mit Südwestdeutschland verbunden sind, doch überregionale oder internationale Bedeutung erreichen, darunter Dieter Roth und Markus Lüpertz. Vorbildlich sind die Programme des Hauses, die für Kunst begeistern wollen. Im gut sortierten Museumsshop kann man auch sonntags einkaufen, die Aktion „Drop & Shop“ eröffnet Kindern die Kunst: Während die Eltern samstags von 13.30 bis 16.30 Uhr bummeln, wird der Nachwuchs kreativ (8 Euro). | Di, Do-So 10-18, Mi, Fr 10-21 Uhr | Eintritt Sammlung 5 Euro, Sonderausstellungen 8 Euro | Kleiner Schlossplatz 1 | www.kunstmuseum-stuttgart.de | U 5-7, 15 Schlossplatz

Pazifik-Küche mit Aussicht auf den Schlossplatz genießen Sie im Restaurant Cube (Tel. 2804441 | www.cube-restaurant.de | €€) im obersten Stockwerk.

Landtag

Im „schwarzen Aquarium“ der Stadt wird seit 1961 Landespolitik gemacht. Wie viele Häuser in Stuttgart steht es auf wackeligem Boden - rund 200 Betonpfähle verhindern, dass der Zweckbau mit seiner bronzenen Aluminiumfassade den Halt verliert. Auch die Politik braucht ihren Platz: Das 1987 eingeweihte Abgeordnetenhaus mit zusätzlichen Büros für Parteien und Fraktionen liegt auf der anderen Seite der Bundesstraße. Mit dem Landtag ist es durch einen 130 m langen Tunnel verbunden. Beim Bau galt die Sicht in die Parteibüros als symbolisch für die Transparenz der Demokratie. | Konrad-Adenauer-Str. 3 | U 1, 2, 4-7, 15 Charlottenplatz

Markthalle

Öl aus Italien, Oliven aus Griechenland, Tee aus Indien oder Honig aus der Türkei - im Jugendstilbau neben Altem Schloss und Stiftskirche bieten mehr als 40 Stände Obst, Gemüse und andere Genüsse aus aller Welt an. Vor allem an Wochenenden drängt man sich im Duft von Früchten und Blumen in den engen Verkaufsgassen. Auf der Galerie im Innern haben das exklusive Warenhaus Merz & Benzing und kleine Geschäfte ihren Platz. Bereits 1864 ließ König Karl eine Markthalle bauen, damit „die Frauen und Töchter unserer Weingärtner, geschützt von den Unbilden der Witterung, ihre Produkte feilbieten können“. Nach einem Brand folgte kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges der Neubau. In den 1970er-Jahren als „soziale Romantik“ abgetan, entging die Markthalle mt ihren volkstümlichen Fresken an den Außenwänden nur knapp der Abrissbirne. | Mo-Fr 7-18.30, Sa 7-16 Uhr | Dorotheenstr. 4 | U 5-7, 15 Schlossplatz

Neues Schloss

Die ehemalige Residenz der württembergischen Könige beherrscht den Stadtkern. Der Spätbarockbau entstand unter anderem nach den Plänen von Leopoldo Retti zwischen 1746 und 1807 und war Bedingung für die Rückkehr des absolutistisch herrschenden Herzogs Carl Eugen aus Ludwigsburg nach Stuttgart. Der Bau des Schlosses war nicht von Glück gesegnet: Retti starb während der Bauarbeiten, der Gartenflügel brannte 1762 ab, und es dauerte 60 Jahre, bis das Projekt vollendet war. Der junge Herzog Carl Eugen konnte sich aber nie damit anfreunden, am Stuttgarter Hof zu leben: Lange stand der Prunkbau mit 365 Räumen leer. Ab 1918 diente das Neue Schloss als Museum, 1944 wurde es bis auf die Fassaden zerstört, Ende der 1950er-Jahre wieder aufgebaut. Dabei wurde das Äußere dem barocken Original angepasst, im Inneren wurden nur wenige Repräsentationsräume restauriert. Heute befinden sich hier Finanz- und Kultusministerium der Landesregierung. Vor dem prächtigen Innenhof stehen mit Sondergenehmigung die Bühnen für Openairkonzerte. Am linken Flügel erinnert eine Tafel an einen bekannten Schlossbewohner: Der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wurde hier geboren. | Info und Anmeldung für Führungen Tel. 66734331 | Schlossplatz | U 5-7, 15 Schlossplatz

Planetarium

Letzte Ausfahrt Universum: Zwischen Bahnhof und Staatsgalerie liegt der Weg zu den Sternen. Lehnen Sie sich bequem im Kippsessel zurück und reisen Sie in Zukunft und Vergangenheit des Universums. | Öffentliche Vorführungen Di 10 und 15, Mi 10, 15 und 20, Do 10 und 15, Fr 10, 15 und 20, Sa 14, 16, 18 und 19.15, So 14, 16 und 18 Uhr | Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt | Eintritt 5 Euro | Willy-Brandt-Str. 25 | Tel. 1629215 | www.planetarium-stuttgart.de | U 1, 2, 4, 9, 14 Staatsgalerie

Rathaus

Die Zentrale der Stadtpolitik ist vielen zu klotzig. Andere betrachten den Bau als bedeutendes Zeugnis der Architektur der 1950er-Jahre. Im hinteren Teil und an den Seitenflügeln lässt sich erahnen, wie das alte, 1905 erbaute Rathaus ausgesehen haben muss, bevor es 1944 ausbrannte. Nach dem Krieg wurde der Flügel zum Marktplatz hin neu aufgebaut. Auch der elfstöckige Rathausturm ist erhalten, umgeben vom modernen Turmkleid. Von ihm klingt vier Mal täglich (11.06, 12.06, 14.36, 18.36 Uhr) ein Glockenspiel. Kleines Abenteuer gefällig? Machen Sie eine Fahrt im Paternoster! | Mo-Fr 9-18 Uhr | Marktplatz | U 1, 2, 4 Rathaus

Schillerplatz/Karlsplatz

Auf dem nach dem Krieg wiederaufgebauten, früheren Schlossplatz weihten die Stuttgarter 1839 das erste Schiller-Denkmal Deutschlands ein. Der melancholisch zusammengesunkene Poet ist aus Kanonen türkischer Schiffe gegossen, die 1827 vor Navarino versenkt wurden. An Markttagen, während des Weindorfs und des Weihnachtsmarkts ist der Schillerplatz voller Rummel. An der Längsseite wird im Justizministerium, dem Prinzenbau, für Recht und Ordnung gesorgt, links liegt der spätgotische Fruchtkasten aus dem 14. Jh., der die Musikinstrumentensammlung des Landesmuseums beherbergt.

Auch der Karlsplatz ist ein Handelsort: Auf dem um 1780 entstandenen und nach Herzog Carl Eugen benannten Platz, auf dem ein Denkmal für Kaiser Wilhelm I. steht, findet samstags ein großer Flohmarkt statt, bei dem zum großen Teil professionelle Händler alles von Noten, Geschirr und Schmuck bis zu Comics un Computerspielen anbieten. | U 5-7, 15 Schlossplatz

Schlossplatz

Unbestritten ist der Platz mit Baumreihen, Brunnen und Blumenfeldern einer der schönsten Orte Stuttgarts. Hier hat sich die Stadtgeschichte versammelt, vom Alten und dem Neuen Schloss, dem Kunstgebäude und dem früheren Hotel Marquardt bis zum Königsbau und dem neuen Kunstmuseum am Kleinen Schlossplatz. Die Jubiläumssäule wurde 1841 zum 25-jährigen Herrscherjubiläum von Wilhelm I. gesetzt. Oben thront 100 Zentner schwer die Göttin Concordia. Der frühere staubige Exerzier- und Paradeplatz wurde in den 60er-Jahren des 19. Jhs. in einen Blumengarten verwandelt. Bei Sonne kommt mediterrane Atmosphäre auf: Einheimische und Besucher enstpannen auf dem Rasen, bevölkern die Cafés, vor denen Kleinkünstler ihre Kunstsücke zeigen. | U 5-7, 15 Schlossplatz

Stiftskirche

Die Hauptkirche der Stuttgarter Protestanten ist mit den beiden ungleichen Türmen Wahrzeichen Stuttgarts. Nach ihrer umfassenden Sanierung (1999-2003) glänzt sie heller und freundlicher denn je. Seit dem 12. Jh. mal Basilika, dann spätgotische Hallenkirche, wurde das Gotteshaus im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Nur Chor und Türme blieben erhalten. Zwischen 1953 und 1958 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Seit Graf Eberhard dem Erlauchten wurden die württembergischen Grafen in der Stiftskirche bestattet. Heute befinden sich unter Chor und Sakristei in zwei Grabkammern 66 Särge, weitere 40 Tote liegen in einem Massensarg. Bei der Sanierung wurden Fundamente und Malereien entdeckt, die in der Unterkirche ausgestellt sind. Ein Erlebnis: die Stunde der Kirchenmusik (Kartentel. 2265581), freitags um 19 Uhr, bei der manchmal auch die neue Mühleisen-Orgel gespielt wird. | Mo-Do 10-19, Fr/Sa 10-16, So nach dem Gottesdienst bis 16 Uhr | Schillerplatz | U 5-7, 15 Schlossplatz

Tagblatt-Turm/Areal unterm Turm

1928 wurde der erste „Wolkenkratzer“ auf württembergischem Boden mit 61 m Höhe und 18 Stockwerken eingeweiht. Namensgeber war das Stuttgarter „Neue Tagblatt“, das in dem avantgardistischen Gebäude ebenso seine Redaktionsräume hatte wie sein Nachfolger, die „Stuttgarter Zeitung“, bevor diese nach Möhringen umzog. Der Tagblatt-Turm war zugleich ein Symbol, denn die 1920er-Jahre waren die bedeutendsten der Zeitungsstadt Stuttgart: In der württembergischen Kapitale erschienen rund 20 Blätter täglich, bis mit den Nazis die Zensur einzog. Heute tummeln sich im Areal unterm Turm das Theater tri-bühne (Kartentel. 2364610 | www.tri-buehne.de), das Figurentheaterzentrum Fitz (Kartentel. 241541 | www.fitz-stuttgart.de) und das Kinder- und Jugendtheater Junges Ensemble (JES) (Kartentel. 21848018 | www.jesstuttgart.de). | Eberhardstr. 61 | U 2, 4, 14 | S 1-6 Stadtmitte (Rotebühlplatz)

Wilhelmspalais

Wo heute die Stadtbibliothek ihr Zuhause hat, wohnte früher der letzte württembergische König Wilhelm II. Nach Kriegsende im November 1918 wurde der Monarch von Revolutionären aus der Stadt vertrieben und fand im Kloster Bebenhausen bei Tübingen Zuflucht. An die Spaziergänge des „Bürgerkönigs“ mit seinen Mopshunden erinnert ein Denkmal vorm Palais. | Konrad-Adenauer-Str. 2 | U 1, 2, 4-7, 15 Charlottenplatz

Württembergische Staatstheater

Die Oper mit ihrer kolossalen Säulenfront wurde zwischen 1909 und 1912 von Max Littmann am Eckensee erbaut, nachdem das alte Hoftheater zehn Jahre zuvor abgebrannt war. Vom Doppelbau aus Schauspiel- und Opernhaus blieb durch den Weltkrieg nur das Große Haus erhalten. Hier bestechen der prächtige Zuschauerraum mit Königsloge, prunkvollen Deckenlüstern und der kassettierten Decke sowie die Marmorbüsten in der Wandelhalle des ersten Ranges. Das benachbarte Schauspielhaus aus Stahl, Beton und Glas wurde 1962 als Nachfolger des zerstörten Theaters gebaut, beide zusammen bilden das größte Dreispartentheater der Welt mit Oper, Ballett und Schauspiel.

Von der Saison 2010/2011 an werden beide Gebäude allerdings umfassend saniert und der Spielbetrieb ist teilweise eingeschränkt und wird auch an alternative Orte verlegt. | Oberer Schlossgarten 6 | U 1, 2, 4, 9, 14 Staatsgalerie

Mercedes-Benz Arena

Hier ist die Heimat der Fußballer des VfB Stuttgart. Ab 1993 war für das „Neckarstadion“ Gottlieb Daimler, Gründungsvater des benachbarten Autobauers, der Namensgeber nicht zuletzt, weil das Unternehmen bei der Renovierung in den 1990er-Jahren kräftig spendete. Die letzte Namensänderung erfolgte 2008 in Mercedes-Benz-Arena. Auffällig ist vor allem das Dach mit den geschwungenen weißen Membranfeldern. Für die Fußball-WM 2006 wurde das Stadion umgebaut und u. a. die Sitzplatzkapazität von 53000 auf 56000 erweitert. | U 11 Neckarpark (Stadion), verkehrt nur bei Großveranstaltungen, S 1 Neckarpark (Stadion)

Mercedes-Benz Museum

„Rennen und Rekorde“ heißt eine der Ebenen im Mercedes-Benz-Museums: Mehr als 40 Rennwagen sind im futuristischen Doppelhelix-Gebäude, das 2006 eingeweiht wurde, ausgestellt. Unter den Exponaten auf den 16000 m² Ausstellungsfläche befinden sich auch all die anderen Schätze aus über 100 Jahren Automobilgeschichte, wie die berühmten Silberpfeile, der Benz-Patent-Motorwagen und die Daimler-Motorkutsche sowie das legendäre 300 SL Coupé von 1954 mit seinen avantgardistischen Flügeltüren. Der markante Neubau ist direkt mit dem Mercedes-Benz-Center verbunden, wo die aktuellen Modelle stehen. | Di-So 9-18 Uhr | Eintritt 8 Euro (ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 15 Jahren frei) | Mercedesstr. 100 | www.museum-mercedes-benz.com | S 1 Gottlieb-Daimler-Stadion

Pragfriedhof

Der erste städtische Friedhof lag 1873 noch vor den Stadttoren auf den Pragäckern (prag = brach). Die atmosphärische Jugendstilanlage mit ihren vielen Marmorengeln und anderen Steinbildern ist u. a. letzte Ruhestätte für Eduard Mörike, für Ferdinand Graf Zeppelin und die ermordete Opernsängerin Anna Sutter. | Friedhofstr. 44 | U 5-7, 15 Pragfriedhof

Staatliches Museum für Naturkunde

Die Sammlungen des Naturkundemuseums sind auf zwei Häuser verteilt: das Museum Schloss Rosenstein beherbergt die biologische, das Museum am Löwentor die paläontologische Sammlung. | Beide Häuser Di-Fr 9-17, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Euro, mittwochnachmittags freier Eintritt ab 13 Uhr | www.naturkundemuseum-bw.de/stuttgart. Mitten im Grünen, umgeben von Spazierwegen, liegt Schloss Rosenstein. Es wurde im Auftrag von König Wilhelm I. erbaut. Er starb hier 1864, hatte das Gebäude vorher aber kaum genutzt. Seit 1954 zeigt das Naturkundemuseum im Schloss seine Exponate. Hier erhalten Besucher einen Überblick über Pflanzen, Insekten, Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Spektakuläre Stücke: ein 3 m hoher präparierter Elefantenbulle aus Afrika und ein 13 m langer, halb aufgeschnittener Seiwal. | Rosenstein 1 | U 1, 2, 14 Mineralbäder, U 14 Wilhelma | S 1-3 Bad Cannstatt. | Knapp zehn Minuten Fußweg vom Rosenstein-Museum entfernt steht das Museum am Löwentor, ein 1985 eingeweihter Neubau. Die ältesten der Fossilienschätze aus Süddeutschland sind bis zu 200 Mio. Jahre alt, dazu gehört auch der „Schwäbischer Lindwurm“ genannte Plateosaurus. Ausgestellt sind auch das Skelett eines vorzeitlichen Steppenelefanten und der 250000 Jahre alte Schädel des Steinheimer Urmenschen. | U 13, 15 Löwentor | S 4-6 Nordbahnhof

Weissenhofsiedlung/Weissenhof-Museum

Als Musterhäuser für die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ 1927 gebaut, gehört die Siedlung heute zu den Aushängeschildern moderner Architektur. 16 Künstler aus fünf europäischen Ländern entwarfen damals die Wohnhäuser im Bauhaus-Stil auf dem Killesberg. Zunächst wurde die Siedlung als „Vorstadt Jerusalems“ verspottet. Die Nazis diffamierten sie als „undeutsch“. Von den ursprünglich 21 Gebäuden sind nach Zerstörungen im Krieg noch elf erhalten. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind zum Teil bewohnt, wie der Wohnblock von Mies van der Rohes (Am Weißenhof 14-20) und das Haus von Hans Scharoun (Hölzelweg 1). Im Herbst 2006 wurde das lang erwartete Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier eröffnet. Besucher können sich in der linken Hälfte des Doppelhauses in die Geschichte der Siedlung vertiefen, während man in der rechten, in den rekonstruierten Räumen, der Originalatmosphäre von 1927 nachspürt. Die Architekturgalerie am Weißenhof (Di-Sa 14-18, So 12-17 Uhr | Eintritt frei | Am Weißenhof 30 | www.weissenhofgalerie.de) beschäftigt sich in Ausstellungen und Vorträgen mit der Entwicklung der zeitgenössischen Architektur und Stadtplanung. | Di, Mi, Fr-So 11-18, Do 11-20 Uhr, Führungen: Di-Fr 15, Sa, So 11 und 15-18 Uhr | Rathenauweg 1-3 | Tel. 2579187 | www.weissenhof.de | U 7 Messe Killesberg | Bus 43 Kunstakademie

Wilhelma

In Deutschlands einzigem und Europas größtem zoologisch-botanischen Garten ist nicht nur der Eisbär Wilbär zu Hause, sondern mehr als 9000 Tiere und zahllose Pflanzen aus aller Welt, von der Seidenspinne bis zum Krokodil. Hier blühen im April die Magnolien, Papageien und Totenkopfäffchen grüßen in den Subtropenterrassen. Weltberühmt und einzigartig in Europa ist die Aufzuchtstation für Menschenaffen, die Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans leben in der Wilhelma im Familienverband. Das Amazonienhaus vermittelt einen Eindruck subtropischer Klimaverhältnisse, im Streichelgehege kann man Tiere anfassen und füttern. Angelegt wurde die Wilhelma zwischen 1842 und 1853 als maurischer Garten und kleines orientalisches Paradies. Sehr entspannend ist in den Sommermonaten der Bummel durch die Wilhelma zum ermäßigten Abendtarif nach 16 Uhr. | Tgl. März und Okt. 8.15-17, April und Sept. 8.15-17.30, Mai-Aug. 8.15-18, Nov.-Feb. 8.15-16 Uhr, der Park muss bis Einbruch der Dunkelheit - spätestens um 20 Uhr, verlassen werden | Eintritt 11,40 Euro | www.wilhelma.de | U 13 Rosensteinbrücke, U 14 Wilhelma

Im benachbarten Wilhelma-Theater hebt sich der Vorhang für den Bühnennachwuchs der Musikhochschule. Der prunkvolle Bau wurde 1839-40 als Hof- und Kurtheater errichtet, stand lange Zeit leer, bis ihn Ministerpräsident Lothar Späth 1987 restaurieren ließ. | Neckartalstr. 9 | Tel. 95488425, Kartentel. 543984 | www.wilhelma-theater.de | U 13 Rosensteinbrücke, U 14 Wilhelma

Haus der Geschichte

Ob Baden, ob Württemberg oder Hohenzollern, auf mehreren Etagen und in acht modern aufbereiteten Abschnitten erzählen Objekte aus den letzten 200 Jahren die Historie des Südwestens. Die Sammlung besitzt rund 50000 Ausstellungsstücke, darunter Exponate aus dem Gefängnis Stammheim, das die RAF-Terroristen berühmt machten. | Di-So 10-18, Do bis 21 Uhr | Eintritt 3 Euro, Meilenticket (auch für die Staatsgalerie gültig) 5 Euro | Konrad-Adenauer-Str. 16 | www.hdgbw.de | U 1, 2, 4-7, 15 Charlottenplatz

Muse-0

Das kleine Museum im alten Gablenberger Schulhaus zeigt historische Alltagsgegenstände und lässt Stadtteilgeschichte lebendig werden. Neben Vorträgen und Lesungen bietet der Museumsverein auch Führungen zu stadtgeschichtlichen Themen, etwa eine Villenführung. | Sa 14-18, So 13-18 | Altes Schulhaus | Gablenberger Hauptstr. 130 | www.muse-o.de | Bus 42, 45 Gablenberg

Musikhochschule

Die Tradition der ältesten Musikschule Baden-Württembergs geht bis 1857 zurück. Heute wie damals werden hier Nachwuchsmusiker ausgebildet. Weitere Studiengänge: Figurentheater, Schauspiel, Sprecherziehung. Einmal im Monat findet eine Führung durch die Orgelsammlung samt Konzert statt. | Uhlandstr. 25 | www.mh-stuttgart.de | U 1, 2, 4, 5-7, 15 Charlottenplatz

Uhlandshöhe/Sternwarte

Vom kleinen Turm auf der Uhlandshöhe blicken Sie über den Stuttgarter Kessel, durch das Teleskop der 1922 erbauten Sternwarte auf Lichtjahre entfernte Galaxien. | Sternführung: Mo, Mi-Sa Oktober bis März 20 Uhr, Mai bis August 22 Uhr, April und September 21 Uhr, Sonnenführung: März bis Oktober So 15 Uhr | Zur Uhlandshöhe 41 | www.sternwarte.de | U 15 Heidehofstraße

Staatsgalerie

Der größte Musentempel der Stadt trumpft nicht nur mit seinen bedeutenden Kunstausstellungen auf. Die Neue Staatsgalerie nach Plänen des Architekten James Stirling gilt auch als ein Hauptwerk postmoderner Architektur. 1984 eingeweiht, gehört das Gebäude mit den poppigen Farben, seiner offenen Rotunde, den Treppen und dem verglasten Eingangsbereich zu den meistbesuchten Museen Deutschlands.

In der angrenzenden spätklassizistischen Alten Staatsgalerie ist die lange Sanierungs- und Umbauphase im Dezember 2008 zu Ende gegangen: Auf zusätzlichen 1500 m² Ausstellungsfläche im Erdgeschoss kann die Sammlung nun in einem noch nie gekannten Umfang gezeigt werden. Neu ist auch die Präsentation der Sammlung, bei der die bisher übliche Chronologie durchbrochen wird und Kunstwerke in zum Teil ungewohnten Zusammenstellungen gezeigt werden. So teilt sich etwa der Herrenberger Altar von 1519 von Jerg Ratgeb einen Raum mit Werken des 20. Jhs. Zur Samlung gehören weitere Prunkstücke wie der Mühlhausener Altar von 1385, Werke von Rembrandt und Rubens und der Impressionisten um Monet, Pissarro und Gauguin. Ebenfalls zu sehen: Bedeutende Werke europäischer Stilrichtungen (Fauves, Brücke, Blauer Reiter, Kubismus) und einzelner Künstler, etwa Beckmann, Modigliani („Liegender Frauenakt“), Schlemmer (Figuren zum „Triadischen Ballett“), Beuys und Picasso („Frau mit Huhn“ und seine aus Alltagsgegenständen montierten Reliefplastiken). Einmal im Quartal findet die Kunstnachtstatt und die Staatsgalerie öffnet bis 24 Uhr. | Di, Mi, Fr-So 10-18, Do bis 21 Uhr | Eintritt 4,50 Euro, Mi frei | Konrad-Adenauer-Str. 30-32 | www.staatsgalerie.de | U 1, 2, 4, 9, 14 Staatsgalerie

Dornhaldenfriedhof

Schlagzeilen machte der Friedhof durch die Bestattung der RAF-Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe. Das Begräbnis hatte der damalige Oberbürgermeister Manfred Rommel 1977 gegen großen öffentlichen Protest durchgesetzt. | Eugen-Dolmetsch-Str. | Standseilbahn ab Südheimer Platz

Erwin-Schoettle-Platz/Altes Feuerwehrhaus

Auf dem nach dem SPD-Politiker aus den 1930er-Jahren benannten Platz trifft sich regelmäßig ein internationales Boule-Spieler-Völkchen. Im Winter ermitteln die Akteure des Stuttgarter Boulevereins ihren Champion. Multikulturell geht es auch im gegenüberliegenden Alten Feuerwehrhaus zu. Der schmucke rote Backsteinbau wurde 1888 errichtet und bis 1920 von der Heslacher Feuerwehr genutzt. Heute ist er Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt, in deren Saal auch externe Konzerte, Feste und Theateraufführungen stattfinden. | Möhringer Str. 56 | U 1, 14 Schreiberstraße

Fernsehturm

Nach spektakulär anmutender Sanierung in schwindelerregender Höhe im Jahr 2005 glänzt Stuttgarts Wahrzeichen wieder wie am 5. Februar 1956, dem Tag der Einweihung. Der erste Fernsehturm der Welt in Spannbeton-Bauweise - geplant und gebaut unter der Leitung von Fritz Leonhardt - wird vom Südwestrundfunk betrieben. 216,61 m hoch ragt die elegante Betonnadel in den Himmel. Der vierstöckige „Korb“ mit Technikräumen und Panoramaterrasse liegt in 152,4 m Höhe. Mit dem Aufzug geht es in Sekundenschnelle zur Aussichtsplattform (Fahrt 5 Euro). Von hier aus sehen Sie die Stadt, die Weinberglandschaft des Neckartals, die Alb, den Schwarzwald und manchmal sogar die Alpen gleichzeitig. Kaffee und Kuchen gibt's im Panoramacafé (Tgl. 11-23 Uhr | Tel. 2363240), in dem man sogar heiraten kann. | Tgl. 9-23 Uhr, letzte Auffahrt 22.30 Uhr | Jahnstr. 120 | www.fernsehturmstuttgart.com | U 7, 8, 15 Waldau oder Ruhbank | Bus 70 Fernsehturm

Karlshöhe

Der Gipfel des Bergrückens, der den Süden vom Westen trennt, wurde von 1889 bis 1896 als öffentlicher Park angelegt. Heute können Sie sich von der 1961 zur Bundesgartenschau angelegten Terrasse aus einen Überblick über die Stadt verschaffen. Im Biergarten Tschechen & Söhne warten im Sommer ein kühles Radler und Linsen und Spätzle.

Marienplatz/Zahnradbahn

Pärchen sitzen im Café Kaiserbau (Mo-Sa 8.30-1, So ab 10 Uhr | www.cafe-kaiserbau.de), Teenies spielen Basketball und die ganz Kleinen planschen am Springbrunnen: Südländischer als auf diesem Platz geht es nirgendwo in der Stadt zu. Gelassen können Sie von den Bänken aus dem Treiben auf der schwäbischen Piazza zusehen, während Sie auf die Zahnradbahn warten (die Linie 10 der Stuttgarter Straßenbahnen), die den Stuttgarter Süden über die steile Alte Weinsteige mit Degerloch verbindet. Seit dem 23. August 1884 ruckelt die „Zacke“ bergan und transportiert auf einem Spezialwagen heute sogar Fahrräder. | U 1, 10, 14 Marienplatz

Matthäuskirche

Sie sieht zwar romanisch-gotisch aus, ist aber ein klassisches Bauwerk des Historismus: Nach fünfjähriger Bauzeit wurde 1881 das Gotteshaus am Erwin-Schoettle-Platz eingeweiht. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt und 1950 wieder aufgebaut. Seit 1971 finden jährlich bis zu zehn Konzerte internationaler Organisten statt, die den besonderen Klang der 68 Register umfassenden Orgel schätzen. | Möhringer Str. 52 | www.internationale-orgelkonzerte-stuttgart.de | U 1, 14 Schreiberstraße

Seilbahn

Zum 1914 eingeweihten Waldfriedhof mit schattigen Wegen und Bänken fährt die renovierte nostalgische Standseilbahn von der Talstation Heslach aus. Auf Holzbänken zieht das Museumsstück seit 1929 Bahnliebhaber und Friedhofsbesucher einen halben Kilometer hoch in den Wald. | Ab Südheimer Platz

Städtisches Lapidarium

Mehr als 200 steinerne Zeugen der Historie, Überreste zerstörter Bauten Stuttgarts, warten in einer Oase der Ruhe. Das Portal einer Mühle aus dem frühen 17. Jh. gehört ins Lapidarium (lat. Steingarten) wie der Torbogen des am Schlossplatz abgerissenen Kronprinzenpalais'. Den Park legte eine Fabrikantenfamilie nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten an. | Mitte April-Mitte Sept. Mi, Do, Sa/So 14-18 Uhr | Eintritt frei | Mörikestr. 24/1 | www.lapidarium.de | U 1, 14 Marienplatz, Bus 41 Mörikestraße

Waldfriedhof

Unter den vielen Bäumen liegen die Gräber von Bundespräsident Theodor Heuss, Unternehmer Robert Bosch, Architekt Paul Bonatz, Maler Oskar Schlemmer und Schauspieler Erich Ponto. | Seilbahn Waldfriedhof

Birkenkopf

Stuttgarts Gipfelstürmer: Mit 511 m ist er einer der höchsten Punkte der Stadt am Rande des Talkessels. Nach den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges sammelte man hier oben den Trümmerschutt aus 400000 Lastwagenfuhren. Die Folge: Der „Monte Scherbelino“ wuchs insgesamt um mehr als 40 m. Ganz oben auf dem „Gipfel“ liegen sogar noch offen die Brocken alter Hausfassaden. | Bus 92 Birkenkopf

Bismarckturm

In jeder Neujahrsnacht versammeln sich hier Tausende. Während des übrigen Jahres ist der Turm ein beliebter Punkt für ein romantisches Stelldichein mit Blick über Stuttgart. Der 20 m hohe Koloss wurde 1904 eingeweiht und ist Teil einer Serie von 236 Bismarcktürmen auf vier Kontinenten, die zu Ehren des früheren Reichskanzlers errichtet wurden. | Bus 43 Doggenburg/Bismarckturm

Bosch-Areal

Auf denkmalgeschütztem Gelände der früheren Bosch-Fabrik ist ein Kultur- und Unterhaltungszentrum entstanden. Zwischen Liederhalle und Alter Reithalle haben dort neben Medienbetrieben, Werbeagenturen, einem Fitness-Center und dem Cinemaxx-Filmpalast mehrere Cafés und Lokale wie das frisch renovierte Mash (Mo-Do 11.30-14.30 u. 17.30-1, Fr 11.30-4, Sa 17-4, So 10-1 Uhr | Forststr. 7 | Tel. 1209330 | www.mash-stuttgart.de) ihren Platz gefunden. Unter dem riesigen gläsernen Dach lässt sich auch bei grauem Himmel trocken und warm eine Tasse Kaffee oder ein Gläschen Prosecco genießen. Ebenfalls im Bosch-Areal lädt das Literaturhaus (www.literaturhaus-stuttgart.de) Freunde des geschriebenen Wortes zu Lesungen und Tagungen ein. | U 2, 4, 9, 14 Berliner Platz (Liederhalle)

Haus der Wirtschaft

Fast ein wenig versteckt zwischen Theodor-Heuss- und Schlossstraße liegt ein bundesweit einmaliges Dienstleistungszentrum der mittelständischen Wirtschaft. Unter dem Kuppeldach aus dem späten 19. Jh. und hinter der denkmalgeschützten Sandsteinfassade vereinen sich z.B. Teile des Wirtschaftsministeriums und das Design Center Stuttgart. Regelmäßig wird zu Ausstellungen und Kongressen geladen, und im Winter präsentieren die Verlage im Rahmen der „Buchwochen“ ihre Neuerscheinungen. | Di-So 11-18 Uhr | Willi-Bleicher-Str. 19 | www.hausderwirtschaft.de | U 9, 11, 14 Keplerstraße (Friedrichsbau)

Hoppenlau-Friedhof

Die älteste erhaltene Begräbnisstätte der Stadt liegt zwischen Betonklötzen mitten in der Stadt. Das Grabfeld ist ein Relikt aus dem 17. Jh., als in der Stadt Friedhöfe angelegt werden mussten, um die an Pest und Seuchen gestorbenen Menschen zu beerdigen. Die letzten Bestattungen gab es 1880. Neben Adeligen und Militärs sind hier auch die Dichter Wilhelm Hauff und Gustav Schwab, der rebellische Poet Christian Friedrich Daniel Schubart und der Bildhauer Heinrich Dannecker begraben. Im westlichen Teil versteckt sich ein Israelitischer Friedhof. Für die Bundesgartenschau 1961 wurde die Stätte zum idyllischen Friedhofspark umgewandelt. | Tgl. 6-20 Uhr | Rosenbergstr. 7 | U 2, 4, 14 Berliner Platz

Linden-Museum

Das Staatliche Museum für Völkerkunde führt seine Besucher seit 1910 in entlegene Winkel der Erde. Auf drei Etagen sind Kontinente und einzelne Regionen verteilt: die Südsee, Afrika, der Orient mit einer Basarstraße, Ostasien mit einem japanischen Wohnraum, Amerika mit Zeugnissen indianischer Kulturen, Zentralasien mit einem tibetischen Mandala. Dazu gibt's wechselnde Sonderausstellungen zu Themen wie Südsee-Oasen oder sibirische Schamanen. | Di, Do-So 10-17, Mi bis 20 Uhr | Eintritt 4 Euro | Hegelplatz 1 | www.lindenmuseum.de | U 2 Rosenberg-/Seidenstraße

Schloss Solitude/Bärenseen

Angeblich entdeckte Herzog Carl Eugen auf einem seiner Jagdausflüge den Standort für das Jagd- und Lustschloss. 1764-69 entstand der Rokokoprunkbau, dessen exotische Gärten einst der Vater Friedrich Schillers pflegte. Grundlegend saniert wurde die Solitude zwischen 1972 und 1983. Ballsaal-Kuppel, Wand- und Deckengemälde, Marmorsaal, Palmenzimmer, Rotes Kabinett und Weißer Saal lassen die Pracht vergangener Tage ahnen. Auf dem Solitude-Friedhof ruhen Mitglieder der Familie von Weizsäcker und Choreograf John Cranko. | April-Okt. Di-Sa 9-12 u. 13.30-17, So 9-17, Nov.- März Di-Sa 13.30-16, So 10-16 Uhr | Eintritt 3,30 Euro | Besichtigung nur mit Führung Tel. 696699 | www.schloss-solitude.de | Bus 92 Solitude

Im Offizien- und dem Kavaliersbau ist seit 1990 die Akademie Schloss Solitude (www.akademie-solitude.de) untergebracht, eine Art Villa Massimo für Kunststipendiaten aus aller Welt, von denen einige in den Wohnateliers leben.

Einen gemütlichen Spaziergang entfernt liegen die malerischen Bärenseen mit dem Bärenschlössle. An schönen Wochenenden ist rund um die Seen viel los. 5 km entfernt liegt die Solitude-Rennstrecke, auf der noch bis 1965 Rennen gefahren wurden. Seit einigen Jahren ist sie wieder ein Thema für Motorsportfans. | www.solitude-revival.org

Grabkapelle auf dem Württemberg

Als letzte Ruhestätte für seine Frau wählte König Wilhelm I. diesen Platz aus. Die relativ gut erhaltene Stammburg des Hauses Württemberg aus dem 11. Jh. wurde gegen den Protest der Untertanen geschleift und 1820-1824 durch das klassizistische Mausoleum ersetzt. Dort liegen die jung verstorbene Katharina und der 1864 gestorbene König in der Gruft. Durch eine Bodenöffnung kann man hinunterblicken. Den Eingang ziert die Inschrift „Die Liebe höret nimmer auf“. Von der Kapelle aus können Sie den herrlichen Ausblick auf das Neckartal genießen. | März-Okt. Mi 10-12, Fr/Sa 10-12 und 13-17, So 10-12 und 13-18 Uhr | Bus 61 ab Untertürkheim

Porsche-Museum

Auch der Hersteller von Renn- und Sportflitzern in Zuffenhausen hat sich ein neues Museum gegönnt. Der futuristische Neubau hat Platz für 80 Fahrzeuge und wurde Anfang 2009 neben dem alten Museum eröffnet. Die Serienwagen, Prototypen und Rennwagen, darunter der Roadster Typ 256 Nr. 1 von 1948 - das erste Auto mit Namen Porsche -, sind alle dorthin umgezogen. | Di-So 9-18 Uhr | Eintritt 8 Euro | Porscheplatz 1 | S 6 Neuwirtshaus (Porscheplatz), Bus 52, 99 Zuffenhausen Porsche

Schloss Hohenheim

In den von Herzog Carl Eugen von Württemberg in Auftrag gegebenen Schlossräumen, den Kavaliershäusern und den umliegenden Gebäuden büffeln heute die Studenten der Universität Hohenheim und der Landwirtschaftlichen Hochschule. Die Anlagen sind ein Muss für Freunde exotischer Pflanzen: Der Alte Botanische Garten zeigt berühmte Baumarten, vom Montpellier- bis zum Zuckerahorn. Der Exotische Garten, das Landesarboretum, enthält mehr als 2400 Gehölzarten, darunter Raritäten wie Tulpenbäume aus dem 18. Jh. | U 3 Plieningen Garbe (Schleife)

Veitskapelle

Äußerlich klein und schlicht, ist das Gotteshaus innen ein farbiges Gesamtkunstwerk mit Wandmalereien aus dem 14. Jh. Attraktionen sind die mittelalterliche Maria-Ohnmachtsgruppe, die Grabmale der Ortsherren und der Flügelaltar (um 1510) mit Statue des heiligen Veit. | Besichtigungen Ostern-Erntedank So 14-16.30 Uhr, sonst nach Voranmeldung beim Pfarramt | Meierberg 11 | Tel. 532313 | U 14 Mühlhausen

Weinbaumuseum Alte Kelter

Weinpressen, Weinfässer und Trinkgefäße aus zwei Jahrtausenden beleuchten die Kultur des Weinanbaus und -genusses genauso wie Urkunden, Landkarten und eine seltene Sammlung von Korkenziehern. Ein Teil der Ausstellung in der ehemaligen Uhlbacher Gemeindekelter widmet sich Rebkrankheiten und ihrer Bekämpfung. Im Weinstüble gibt es die Möglichkeit, zu probieren. | April-Okt. Sa 14-18, So 10-18 Uhr | Uhlbacher Platz 4 | Eintritt 1,50 Euro | S 1 Obertürkheim, dann Bus 62 Uhlbach