Reisetipps Korsika

Stichworte Korsika

Badestrände

Korsika besitzt eine überwältigende Vielfalt prächtiger Strände. An der Ostküste, von Bastia bis Solenzara, sind die langen Sandstrände von Feriendörfern gesäumt. Im Süden schließen sich bis zum Golf von Sant'Amanza kleinere Buchten mit sehr feinem, fast weißem Sand an. Bei Bonifacio lässt sich von Kalkfelsen aus baden. Herrliche Strände gibt es zwischen der Bucht von Roccapina und Tizzano. Die Westküste bietet von Propriano nach Norden an jedem Golf schöne Strände, sowie zahlreiche, die nur über Pisten oder mit dem Boot zu erreichen sind. Zwischen Sagone und Calvi liegen die Badeorte Cargèse, Porto, Galéria und, für Bootsausflügler, die Bucht von Girolata. Von Calvi nordwärts bis nach Lozari reiht sich eine Badebucht an die andere. Die einsamen Strände des Désert des Agriates erreichen Sie nur mit einem Wagen mit Vierradantrieb, zu Pferd oder zu Fuß. In St-Florent liegt der letzte längere Strand vor dem steilen Cap Corse, wo Sie nur an wenigen Stellen bis ans Wasser hinunterkommen, etwa am schwarzen Strand hinter Nonza, bei Centuri-Port oder ganz am Nordzipfel. An der Ostseite des Caps liegen vor allem schmale Sand- oder Kieselstrände.

Genuesisches Erbe

1284 übernahm Genua die Oberherrschaft über Korsika. Bis weit ins 18. Jh. hinein sollte die Insel genuesisch bleiben. An diese Zeit erinnern vornehmlich Wehrbauten: die großen Festungen in Ajaccio, Algajola, Bastia, Bonifacio, Calvi, Girolata, Porto-Vecchio und St-Florent sowie Wachtürme, die einst die gesamte Küste säumten und von denen immer noch ca. 60, zum Teil als Ruine, existieren. Wohl die schönsten Relikte sind einige wenige erhaltene Bogenbrücken, einst errichtet, um die Handelswege auf der Insel auszubauen. Es sind Brücken mit einem, selten mehreren, steil gewölbten Bogen, die so hoch über die Flüsse führen, dass sie auch bei Hochwasser benutzbar sind.

Korsika den Korsen

A terra corsa a i corsi - Korsika den Korsen - oder I Francesi fora - Franzosen raus - lauten Schlagworte der korsischen Autonomisten. Massive soziale und wirtschaftliche Probleme stehen als Ursache hinter den Bestrebungen, für Korsika nicht unbedingt die staatliche Unabhängigkeit, aber eine Form der Eigenständigkeit zu erwirken, die der Entfaltung korsischer Kultur und Ökonomie dienen würde. Einig sind sich die Widerstandsgruppen nicht, die die französische Zentralmacht bekämpfen, zum Teil im Parlament, zum Teil mit Gewaltakten. Zu den Gegnern der Nationalisten zählen nicht nur der „Kolonisator“ Frankreich, sondern auch selbstherrliche Clanchefs, die sich in der Vergangenheit stets mit der Macht arrangiert haben.

Für Touristen sind die sichtbarsten Zeichen der Aktivitäten die überpinselten Straßenschilder, die Parteikürzel an Fassaden, die aufgespritzten vermummten Terroristengestalten. Leider gibt es jeden Winter Gewaltakte, die aufmerksam machen wollen auf die Überfremdung durch inselfremdes Kapital oder denen ganz banal wirtschaftliche Rivalitäten oder mafiöse Machenschaften zugrunde liegen. Die Anschläge richten sich nicht gegen Touristen.

Schon in früheren Jahrhunderten kämpfte Korsika um die Unabhängigkeit von wechselnden Besatzern. Zwei Namen werden Sie auf Korsika überall dort begegnen, wo nationaler Eigenständigkeit gedacht wird: Sampiero Corso (1498-1567) und Pasquale Paoli (1725-1807).

Sampiero Corso stammte aus Bastelica. Er kämpfte an der Seite der Franzosen gegen die genuesischen Besatzer, die 1553 besiegt wurden. Als Frankreich das Land 1559 wieder an Genua abtreten musste, eroberte Sampiero Teile der Insel. Pasquale Paoli aus Morosaglia führte die Insel als gewählter „General der Nation“ 1755 in die Unabhängigkeit und entwarf eine fortschrittliche, demokratische Verfassung. Die Unabhängigkeit ignorierend, verkaufte Genua 1768 Korsika an Frankreich. Die korsischen Truppen unterlagen ein Jahr später der französischen Streitmacht.

Korsisch

Die korsische Sprache ist romanischen Ursprungs und wird seit den 70er-Jahren als Wahlfach an den Schulen gelehrt. Bis dahin hatte das Französische als Schrift- und Amtssprache das Korsische in die Privatsphäre verdrängt. Heute finden sich in den Zeitungen wieder korsische Beiträge, und Musikgruppen wie Sänger greifen immer häufiger auf das Korsische zurück. Zunehmend gibt es zweisprachige Schulen. Die Ortsschilder auf der Insel sind heute alle zweisprachig - wobei der französische Name oft unleserlich gemacht ist, mit der Folge, dass die korsischen Namen immer gebräuchlicher werden.

Macchia

Große Teile der Insel sind von einem undurchdringlichen Gestrüppwald bedeckt, der sich je nach Lage und Niederschlag weniger als mannshoch oder als gut 4 m hoher Wald über ganze Bergrücken erstrecken kann. In der Macchia gedeihen zahlreiche Pflanzen, die aufgrund ihres Gehalts an essenziellen Ölen sowie durch ihren verzweigten, buschigen Wuchs extrem brandgefährdet sind. Die Macchia genießt den Ruf, schon so manchem Banditen das Leben gerettet zu haben, weil er sich darin jahrelang verborgen halten konnte, von Ordnungskräften und auf Rache Sinnenden unauffindbar.

Napoleon

Der spätere Kaiser von Frankreich, Napoleon Bonaparte, wurde 1769 in Ajaccio geboren, lebte jedoch nur kurze Zeit auf Korsika. Zwar wünschte er sich, dass sein Leichnam in Ajaccio beigesetzt werde, aber nur für den Fall, dass dieser in Frankreich keinen würdigen Platz bekäme. Der aber ist ihm im Invalidendom in Paris zuteil geworden. So gab es in seiner Geburtsstadt außer Denkmälern und dem Haus der Familie bislang nur einige Feste (um den 15. Aug. herum) zur Erinnerung an den berühmten Sohn. 2007 wurde ihm jedoch eine neue Ehre zuteil: Der Flughafen in Ajaccio heißt nun stolz „Napoléon Bonaparte“.

Naturpark

Knapp 150 Gemeinden im Inselinneren bilden gemeinsam den Parc Naturel Régional de la Corse, der knapp ein Drittel der Insel umfasst. Er führt viele Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen durch, die allerdings jeweils von allen Mitgliedskommunen befürwortet werden müssen, um durchgeführt werden zu können. Außerdem verwaltet und unterhält der Park alle Fernwanderwege, den berühmten GR 20, sowie die „Mare a Mare“ und die „Mare e Monti“, die über alte Wege von Dorf zu Dorf führen.

Pisanische Kirchen

Die toskanische Republik Pisa erhielt die Insel im Jahr 1077 als päpstliches Lehen. Pisa ermunterte die Korsen zur Wiederbesiedlung der Küsten und entsandte Künstler und Baumeister, die vor allem in der Castagniccia, dem Nebbio und der Balagne Gotteshäuser errichteten. Die spätromanischen Kirchen gehören zu den schönsten Bauwerken der Insel. Sie bestechen durch die meisterhaft behauenen, oft verschiedenfarbigen Steinquader, durch naive Reliefskulpturen und durch umlaufende Schmuckbänder, die in Stein gehauene florale und geometrische Muster zeigen.

Steinzeit

In der Jungsteinzeit lebte auf Korsika eine Bevölkerung von Jägern, Sammlern, Fischern - später auch Hirten - in unverschanzten, zumeist auf Anhöhen liegenden Siedlungen. Sie wohnten in Höhlen, unter Felsvorsprüngen oder im freien Gelände. Mitte des 4. Jts. v. Chr. entwickelte sich aus einem Totenkult die Megalithkultur. Man ließ Steinkistengräber aus monumentalen Steinplatten in den Boden ein. Diese wurden mit einem Erdhügel bedeckt, später als Dolmen (Steintische) oberirdisch errichtet. An die Steinkistengräber wurden Steinsäulen als „Seelensitze“ der Verstorbenen gestellt. Die sogenannten Megalithiker schufen auf Korsika Menhire, die bis zu 4 m Höhe erreichten und wie Statuen bearbeitet wurden. Sie erhielten menschliche Gesichtszüge und sogar angedeutete Gewänder. Manche Statuen tragen Waffen. Diese stammen aus der letzten Phase der Megalithkultur um 1500 v. Chr. Damals stießen Eindringlinge nach Korsika vor, die Torreaner. Sie hinterließen Bauten aus riesigen Granitblöcken, zu „Zyklopenmauern“ aufgetürmt, sowie torres, bis zu 7 m hohe Türme, in denen sie u.a. die Menhire der Megalithiker verbauten. Die wichtigsten Fundstätten liegen im Inselsüden.

Vendetta

Die Wahrung von Ehre und Recht nahmen die Korsen früher nach Kräften selbst in die Hand. Nach ihrem Ehrenkodex war ein Mann verpflichtet, schwere Kränkungen durch Mord zu rächen. Dieses Vendetta genannte Vergeltungsrecht erlebte seinen Höhepunkt in der ersten Hälfte des 19. Jhs., als die Zahl der durch Blutrache Ermordeten auf über tausend im Jahr anstieg und unzählige „Ehrenbanditen“ sich in der Macchia versteckt hielten.

Wachtürme

Zur Zeit der genuesischen Herrschaft wurden entlang der Küste Wachtürme errichtet, als Frühwarnsystem zum Schutz vor Piraten. In Sichtweite zueinander standen an die 150 Türme rund um die Insel. Wurden feindliche Schiffe gesichtet, entzündeten die Wächter auf dem Turm ein Feuer, sodass die Bevölkerung gewarnt und die Nachricht im nächsten Turm aufgenommen werden konnte. Eine solche Warnung soll in zwei Stunden um die Insel gegangen sein. Wenige Türme sind zur Besichtigung freigegeben. Es lohnt sich, sie zu besteigen, allein der Aussicht wegen.