Windows 7 macht Microsofts Pannensystem Vista vergessen - und markiert gleichzeitig den endgültigen Abschied von der Ära des PC.
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Computergeschäft mit Windows-Notebooks: Die Zukunft liegt in der Wolke Foto: AP
Dem reuigen Sünder, ihm wird sein Ausrutscher verziehen. Wenn Microsofts Windows 7 vom Marketing bis zum Produkt ein einziges “Geliebter Kunde, ich bin ein gutes Betriebssystem, schmeiß' mich nicht von Deinem PC“ war, so wird das Flehen aus Redmond, Washington, erhört werden: Ersten Urteilen zufolge dürfte die Sieben die Kundschaft versöhnen, den größten anzunehmenden Betriebssystemunfall Vista vergessen machen.
Bald wird Vista ein Teil der Vergangenheit sein, die Erinnerung daran wird ebenso verblassen wie dies bei der beinahe ebenso fehlerbehafteten Windows Millenium Edition der Fall war. Ein langes Strg-Alt-Entf also, ein schmerzloser Neustart? Nicht ganz, denn diesem Anfang wohnt ein Ende inne: Windows 7 markiert weniger einen technologischen Neubeginn, als den Abschied einer Ära.
Der Heimcomputer hat seinen Zenith überschritten. Das bedeutet nicht, dass Büros und Arbeitszimmer plötzlich leer geräumt würden oder Windows in einem, zwei oder gar fünf Jahren nicht mehr verkauft wird.
Es ist ein schleichender Prozess, der Daten und Anwendungen ins Internet verschiebt, wo sie lagern und bei Bedarf wieder von verschiedenen Geräten abgerufen werden können. Computer und Spielekonsolen gehören dazu, aber auch verschiedenste mobile Endgeräte, die zu schlank sind, große Datenmassen zu speichern.
Wolken kennen kein Betriebssytem
Das Problem für Microsoft: Wer Daten im Internet speichert und Programme von dort startet, dem ist es egal, mit welchem Betriebssystem er dies tut. Cloud Computing heißt dieses Feld und Microsoft zögerte lange, sich auf dieses Neuland zu begeben.
Erst in wenigen Wochen startet Microsoft mit Azure eine Plattform, auf der Entwickler und Firmen Anwendungen programmieren und sie dort hosten lassen können. Microsoft verdient als Datenbankanbieter sowohl am Verkauf der Anwendungen, als auch am anfallenden Datenverkehr. Ist ein Service erfolgreich oder lagern ganze Unternehmen ihre IT-Infrastruktur aus, so die Rechnung, lohnen sich die Unterhaltungskosten, die für Microsofts gigantische Serverparks anfallen.
Der Weg in die Wolke ist riskant, denn während Microsoft im Bereich der PC-Betriebssysteme von der über die Jahre gewachsenen Marktmacht profitiert, trifft das Unternehmen beim Cloud Computing auf starke Widersacher. Im Unternehmensbereich buhlen Anbieter wie Salesforce.com bereits länger um Kunden aus der Wirtschaft, das Internet-Versandhaus Amazon hat sich als Anbieter von Internet-Speicherplatz bereits ein zweites Standbein geschaffen, Firmen wie IBM und Google bedienen wie Microsoft sowohl Geschäfts-, als auch Privatkunden.
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