:Harte Debatten müssen sein – aber immer auf dem Boden der Demokratie
Theater
:„Was für einen Juden hätten Sie denn gerne?“
Die Münchner Kammerspiele widmen sich in einer Revue dem jüdischen Überleben in Deutschland. „Play Auerbach!“ ist ein Wurf – lustig, schräg und bitter.
Künstler in der NS-Zeit
:Als Olaf Gulbransson einen Zwangsarbeiter bekam
Der norwegische Karikaturist war jahrzehntelang mit spitzer Feder im „Simplizissimus“ gegen politische Extremisten zu Felde gezogen. Dann kam Hitler an die Macht. Olaf Gulbranssons Reaktion beschäftigt bis heute die Sachwalter seines künstlerischen Erbes.
Rechtsextremismus
:„Es wird auch auf uns Unternehmer ankommen“
Zum Jubiläum der Stiftung EVZ, die NS-Zwangsarbeiter entschädigt hat, fordert Industrieverband-Chef Leibinger die Wirtschaft zu einer klaren Haltung auf. Es ist ein Debattenbeitrag zum Umgang mit der AfD.
Holocaust-Gedenkstätte
:Bayern bewirbt sich um Yad-Vashem-Außenstelle in München
Neben zwei weiteren Bundesländern bewirbt sich auch der Freistaat um die Gedenkstätte. Bald steht der Besuch einer israelischen Delegation an.
Premiere an den Kammerspielen
:„Man wird sehen, dass unter der Komik eine große Tragödie liegt“
Philipp Auerbach überlebte Auschwitz und Buchenwald, als Staatskommissar in Bayern half er nach dem Krieg rassisch, religiös und politisch Verfolgten. Die Kammerspiele bringen sein Leben nun auf die Bühne – als Revue. Wie geht das?
MeinungDeutschland und Polen
:Dann gibt es halt gar kein Geld
Berlin leistet vorerst keine weiteren Zahlungen an NS-Opfer im Nachbarland. Das hat vor allem mit dem Kurs zu tun, den die Rechtspopulisten dort verfolgen.
Geschichte Bayerns
:Dokumentation Obersalzberg für europäischen Museumspreis nominiert
Die Verantwortlichen der Dokumentation freuen sich über die Nominierung und sehen sie als Würdigung ihrer Arbeit.
NS-Forschung in Bayreuth
:US-Einmarsch rettet Hunderte Nazi-Gegner vor Erschießung
Am Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Bayreuth Hunderte Regimegegner inhaftiert, darunter auch der spätere Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier. Ein Forschungsprojekt widmet sich nun diesem Teil der Geschichte, der bislang weitgehend unerforscht geblieben ist.
Generation Deutschland
:AfD in Herford zieht Konsequenzen nach Eichwald-Auftritt
Nach seiner Rede bei der Gründungsveranstaltung der AfD-Jugendorganisation wird Alexander Eichwald aus dem Stadtrat von Herford abgezogen. Und die Partei will ihn loswerden.
Politische Bildung in Deutschland seit 1945
:Die Tücken beim Demokratielernen
Tim Schanetzky analysiert, wie die Gesellschaft seit 1945 politisch um den richtigen Grundsatzkurs stritt und welche gravierenden Lücken es dabei gab. Und warum Attacken auf politische Bildung nichts Neues sind.
Deutsche Industrie und AfD
:Unternehmer, nicht bei Trost
Nach 1945 erhielt die deutsche Wirtschaft, oft schwer belastet, eine zweite Chance. So kam sie zu großem Reichtum. Das Geturtel einiger Lobbyisten mit der AfD ist auch deshalb mehr als beschämend.
NS-Verbrechen
:Schon mal von den Dachauer Prozessen gehört?
Anders als bei den Nürnberger Prozessen standen hier zwischen 1945 und 1948 nicht die Hauptkriegsverbrecher, sondern gewöhnliche Deutsche vor Gericht. Heute lagert die Polizei im ehemaligen Gerichtssaal Partyzelte. Ein Besuch im Abstellraum der Geschichte.
Geschwister-Scholl-Preis
:„Wir brauchen einen Aufstand der Demokraten, aller Demokraten – jetzt!“
Die Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey erhalten den Geschwister-Scholl-Preis. Nicht nur sie rufen an einem denkwürdigen Abend dazu auf, der Zerstörung der Demokratie durch Rechtsextreme entgegenzutreten.
Großbritannien
:Nazi-Vorwürfe gegen Nigel Farage
„Hitler hatte recht“: Frühere Mitschüler beschuldigen den Chef der britischen Reform-Partei, als Jugendlicher einige von ihnen rassistisch beleidigt und Nazi-Lieder gesungen zu haben.
80 Jahre Kriegsende: die musikalische Performance „Das Lied von der Erde“
:Kunst, die den Nazis nicht passte
Eine musikalische Performance als Tableau des Gedenkens: Martina Vehs Abend in München erinnert an die Künstler, Schriftsteller und Musiker, die von den Nazis vertrieben oder umgebracht wurden. Zu Gast im Bergson Kunstkraftwerk: Frido Mann.
MeinungFamilienunternehmen
:Die Normalisierung der AfD in Wirtschaftskreisen ist hochgefährlich
Der Verband der Familienunternehmer lädt AfD-Vertreter ein und normalisiert damit eine Partei, die selbst international als extrem gilt. Die Lobbyisten untergraben damit demokratische Prinzipien.
Gedenken an NS-Opfer
:Die Kinder von Zwangsarbeiterinnen lebten nur kurze Zeit
Mit einer neuen Bronzeskulptur wird der 35 Kleinkinder gedacht, die in der Kinderbaracke in Markt Indersdorf gestorben sind. Bei der Einweihung sprechen die Generalkonsuln Polens und der Ukraine.
Podcast
:Trotz allem: frei
Die Nationalsozialisten wollten Seweryna Szmaglewska zu einem Opfer machen. Ein Podcast erzählt, wie sich die Hauptzeugin in den Nürnberger Prozessen dieser Rolle verweigert hat.
„Original aus Wien“, Folge 17
:„Schriftstellerin wollte ich nie werden“
Ilse Aichinger schrieb, weil sie einfach nur berichten wollte, wie es war. Über eine Frau, die in der NS-Zeit verfolgt wurde und als Begründerin der österreichischen Nachkriegsliteratur gilt.
NS-Vergangenheit
:Dieser Preis war ein „schwerer Fehler“
Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und anderen wird die „Ehrenmedaille“ der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft aberkannt. Grund ist eine Studie zur NS-Vergangenheit des Verbands. Auf diese Idee hätte man auch früher kommen können.
Einweihung am 21. November
:Gedenkskulptur für Nazi-Opfer in Markt Indersdorf
Auf dem historischen Bezirksfriedhof an der Maroldstraße erinnert künftig ein Denkmal an die ermordeten Kinder von Zwangsarbeiterinnen.
80 Jahre nach Ende der Nazidiktatur
:Germering will die NS-Zeit aufarbeiten
Stadtrat sucht nach einem Historiker, der die Zeit von 1933 bis 1945 und die Nachkriegsjahre erforschen soll. Die Ergebnisse sollen auch das Stadtmuseum bereichern.
Serious Games
:Komm, wir spielen Geschichte
Auf dem Handy kann man jetzt die Nürnberger Prozesse nachspielen, am Computer mit Fritz Bauer Nazis vor Gericht bringen. Wird Vergangenes dadurch wirklich greifbarer?
Geschichte im Landkreis Ebersberg
:Vortrag zum ehemaligen Lebensborn-Heim in Steinhöring
Am Samstag, 22. November, geht es bei einem Rundgang um die dunkle Vorgeschichte des heutigen Betreuungszentrums.
Auktion mit KZ-Dokumenten
:Judensterne „mit Gebrauchsspuren“
Ein Auktionshaus in Neuss wollte Hunderte Schriftstücke von KZ-Häftlingen und andere Zeugnisse aus dem Holocaust versteigern. Über einen empörenden Fall.
Geschichte Münchens
:Der OB, der die Nazis unterschätzte – bis sie ihn aus dem Amt jagten
Karl Scharnagl war Münchens letzter Oberbürgermeister vor der Herrschaft der NSDAP – und der erste danach. Vor 100 Jahren kam er zum ersten Mal ins Amt. Über einen Politiker mit Schattenseiten.
Exilliteratur
:„Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß bloß nicht, wonach ...“
Die Dichterin Mascha Kaléko reiste 1956 nach Deutschland, nach Jahren im Exil. Aber ihre Leser, die Deutschen? Waren mit sich beschäftigt. Der Journalist Volker Weidermann erinnert an dieses schicksalhafte Jahr − und kommt seiner Heldin viel zu nah.
Interview mit Florian Illies
:„Diesem Zufall verdanke ich mein Leben“
Bestsellerautor Florian Illies über seinen Vater, der als junger Mann die Schlacht bei Monte Cassino überlebte, das Drama der Familie von Thomas Mann im französischen Exil 1933 und seine Lust am Erzählen.
Späte Ehrung in Sulzemoos
:Ein leuchtendes Beispiel der Menschlichkeit
Hans-Georg Früchte hat als Arzt der Wehrmacht zahlreiche Rotarmisten, darunter viele Juden, vor dem Tod durch die Nazis gerettet. Dafür wurde der 2011 verstorbene Sulzemooser von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. In seiner Heimatgemeinde erinnert nun ein Denkmal an seinen Mut.
Nationalsozialismus
:Dem Gewissen verpflichtet
Elisabeth von Thadden und Günther Caracciola-Delbrück stellten sich gegen das NS-Regime und bezahlten den Widerstand mit ihrem Leben. Kreisarchivarin Friederike Hellerer hat sich den Biografien der beiden Persönlichkeiten gewidmet, die auch im Landkreis Starnberg wirkten.
NS-Raubkunst
:Ein Freispruch, der keiner ist
Bayerns Kunstminister Markus Blume stellt Berichte zu den Missständen in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor. Die Experten monieren erhebliche Mängel beim Umgang mit Raubkunst und fordern ein Umdenken.
MeinungAfD
:Torsten ist kein Nazi
Sind alle, die AfD wählen, rechtsradikal? Nein. Viele gehören zu einer verunsicherten „stillen Mitte“. Es wäre fatal, diese Menschen nur zu belehren. Wir müssen sie zurückgewinnen.
Stolpersteine in Dachau
:Polieren gegen das Vergessen
Vor 20 Jahren wurde der erste Stolperstein in Dachau verlegt, inzwischen erinnern dort 15 an Menschen, die während des NS-Regimes deportiert und ermordet wurden. Bei ihrer jährlichen Pflege am 9. November erfahren Schüler auch die Geschichten hinter den Namen.
Jahrestag der Pogromnacht
:Wie Dachauer Trachtenherstellern ihre Heimat geraubt wurde
Vor 87 Jahren wurde die Familie Wallach aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Bei der Gedenkfeier im Ludwig-Thoma-Haus kommt Urenkel Jamie Hall zu Wort.
Gedenkveranstaltung in Dachau
:DGB-Jugend erinnert an Judenverfolgung
Mit Kranzniederlegungen und Reden erinnern junge Gewerkschaftler an die Opfer der Pogromnacht von 1938 – und daran, dass der Holocaust mit Worten, Abwertung und Wegschauen begonnen hat.
Gedenken an den 9. November 1938 in München
:„Das klirrende Glas. Der Brandgeruch. Das allgegenwärtige Geschrei“
München gedenkt des 9. Novembers 1938. Die zentrale Veranstaltung findet dort statt, wo die NS-Elite vor 87 Jahren das Signal zur Hatz auf die Juden gegeben hat: im Saal des Alten Rathauses.
Österreich nach 1945
:Von Helden und Mythen befreit
Ganz ohne Pathos, aber mit zahlreichen Anekdoten gewürzt erzählt der ungarische Historiker György Dalos die Geschichte Österreichs seit 1945. Das ist unterhaltsam für Einsteiger, mehr aber auch nicht.
SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:„KZ-Gedenkstätten sind keine moralischen Ertüchtigungsanstalten“
Vielmehr zeigen solche Orte, „was passieren kann, wenn wir uns nicht respektieren“, sagt Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
9. November 1938 in Dachau
:Vertreibung markiert den Auftakt zum Massenmord
Mit der Pogromnacht vor 87 Jahren beginnt auch die Deportation von Juden in Konzentrationslager wie Dachau. Aus der Stadt und dem Landkreis selbst waren die Menschen zuvor vertrieben worden.
Nach der Pogromnacht von 1938
:Als die Nazis den Kreis Fürstenfeldbruck für „judenfrei“ erklären
Im Landkreis Fürstenfeldbruck werden am 9. November 1938 drei Männer abgeholt und eingesperrt. Die geringe Opferzahl lag daran, dass nur etwa 30 jüdische Menschen im Landkreis lebten.
„Ist das gerecht?“ – Interview-Podcast mit Ronen Steinke
:Sollten junge Deutsche am 9. November Schuld empfinden?
Susanne Siegert macht auf Social Media Videos über Nazi-Verbrechen. Im Podcast mit Ronen Steinke spricht sie über zeitgemäße Erinnerungskultur.
Politisches Engagement
:„Wir müssen was tun gegen den Rechtsruck“
In Erding hat sich die Regionalgruppe „Omas gegen Rechts“ in diesem Jahr etabliert. Warum die Angst vor der AfD eine Hauptmotivation ist, erklärt Gründungsmitglied Maria Brand im Interview.
Münchner Kammerspiele: Theaterstück über die Verbrechen des Nationalsozialismus
:Eine Geschichte vom Überleben – und Weiterleben
Autorin Lena Gorelik und Regisseurin Christine Umpfenbach erzählen mit „Zeit ohne Gefühle“ an den Münchner Kammerspielen vom Holocaust-Überlebenden Mordechai Teichner und der verdrängten Geschichte Feldafings. Das geht uns alle an.
SZ MagazinMarianne Rosenberg im Interview
:„Ich war zu einer Ware geworden“
Die Sängerin Marianne Rosenberg über die Zwänge des Schlagermilieus, denen sie nur mit Rio Reisers Hilfe entkam, und über ihre von Verfolgung und Nazi-Terror geprägte Familiengeschichte.
Remscheid
:Weiteres Geheimversteck: Noch mehr Waffen und Munition entdeckt
Die Dimension des riesigen Waffenfunds in Remscheid wächst: Hinter einer Vitrine entdecken Beamte ein weiteres Versteck mit Maschinengewehren und Munition teilweise aus dem Zweiten Weltkrieg. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.
Tanzinstallation
:Nazi-Exorzismus
Nürnbergs neuer Ballettchef Richard Siegal lässt in der Kongresshalle auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände schon mal die Kunst aufmarschieren.
Aufstieg und Fall der Deutschland AG
:Das Netzwerk der Entscheider
Wie dachten und handelten die Patriarchen der deutschen Wertarbeit? Konstantin Richter hat eine Geschichte der deutschen Wirtschaftsbosse seit dem Kaiserreich vorgelegt – ein spannend erzähltes und vor allem unterhaltsames Meisterwerk.
Kino
:Ein Mensch, ein böser Mensch
„Das Verschwinden des Josef Mengele“, Kirill Serebrennikows Studie des Auschwitz-Lagerarztes, ist ein schillernder Ausflug in die Kälte.
Geschichte und Gesellschaft
:Themenrundgang zu Rassismus in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Bei der Veranstaltung am 25. Oktober geht es um das Weiterbestehen von Vorurteilen nach dem Ende der Nazizeit.