Nationalsozialismus

Aktuelle Nachrichten und Informationen

Essay
:Die braunen Flecken und die offenen Fragen

Seit Kurzem ist die digitalisierte NSDAP-Mitgliederkartei für jeden bequem einsehbar. Und viele aus der Enkelgeneration haben endlich Gewissheit, ob Opa ein Nazi war. Aber reicht das, um die eigene Familiengeschichte zu verstehen?

SZ PlusVon Joachim Käppner

Ein Theaterstück über die NS-Vergangenheit des 1. FC Nürnberg
:„Der Fußball hat sich dem zu stellen“

1933 wurden 142 Mitglieder jüdischen Glaubens aus dem 1. FCN ausgeschlossen. Eine Inszenierung am Nürnberger Staatstheater widmet sich der dunklen Vergangenheit des Clubs. Und der Gegenwart.

SZ PlusVon Andreas Thamm

Anfänge der SA
:Wie Adolf Hitlers Kampftruppe entstand

Nazitrupps beginnen Anfang der 1920er-Jahre, auf Münchens Straßen Terror zu verbreiten. Sie gehen mit Knüppeln auf Gegner los und sind am Hitlerputsch beteiligt. Doch wie genau kam es zur Gründung der SA? Ein Blick zurück auf ein dunkles Münchner Kapitel.

SZ PlusVon Wolfgang Görl

NS-Kriegsverbrecher
:Die Akte Mengele

Hielt sich der gesuchte KZ-Arzt Josef Mengele 1961 unbemerkt in der Schweiz auf und nicht in Südamerika? Ein Historiker klagt auf die Freigabe der Unterlagen, die das belegen könnten.

SZ PlusVon Nicolas Freund

Ausstellung in München
:Vom Lieben und Leiden im Sudetenland

Filip Raifs Graphic Novel „Sudetenlove“ erzählt von einer deutsch-tschechischen Liebe im Zweiten Weltkrieg. Und von einer neuen Offenheit zwischen den Ländern, wie eine Ausstellung dazu in München zeigt.

Von Jürgen Moises

Leute
:Widerstand gegen Auftritt von Kanye West

Kanye West möchte in London auftreten – und Premierminister Keir Starmer hält nichts davon. Jamie Lee Curtis fühlt sich wie eine Betrügerin. Und Joe Laschet macht auf Karl Lagerfeld.

Holocaust
:Was habt ihr gewusst?

Der Holocaust war auch deshalb möglich, weil sich die deutsche Gesellschaft im Alltag schrittweise daran gewöhnte, dass Juden entrechtet und ermordet wurden. Das dokumentiert eine Berliner Ausstellung. Ein blinder Fleck aber bleibt.

SZ PlusVon Gustav Seibt

ARD-Mehrteiler „Sternstunde der Mörder“
:Drei von fünf Sternen

In dem ARD-Mehrteiler „Sternstunde der Mörder“ geht es um einen Serienkiller in Prag in der Endphase des Nazi-Terrors. Die Serie ist hervorragend besetzt – und bleibt trotzdem seltsam unbelebt.

Von Christine Dössel

Gedenken an die Weiße Rose
:Der Zaun, an dem Sophie Scholl stand

Im Zweiten Weltkrieg verabschiedet die Münchnerin am Ostbahnhof einige ihrer Mitstreiter der Weißen Rose, die an die Ostfront müssen. Teile des Zauns, an dem die Szene spielte, werden nun für Erinnerungsorte verliehen.

Von Patrik Stäbler

Herrsching
:NS-belastete Straßennamen bleiben

Die Mehrheit im Gemeinderat Herrsching lehnt eine Umbenennung der Madeleine-Ruoff-Straße und der Erich-Holthaus-Straße ab. Grüne und Bürgergemeinschaft kritisieren die Entscheidung.

Von Patrizia Steipe

Faschismus-Forschung
:Später Frühling für Hitler

Im „Stern“ kam der „Führer“ in den Siebzigerjahren noch mal groß raus. Und zwar, das untersucht jetzt der Zeithistoriker Felix Lieb, mit Fotos direkt aus der NS-Propaganda. Über eine unheimliche Kontinuität der Inszenierung.

SZ PlusVon Willi Winkler

Erinnern mit Bildern
:Die Biografie eines Dachauer KZ-Häftlings als Comic

Die Graphic Novel „Ein Überleben lang“ erzählt vom Grauen im Konzentrationslager Dachau. Der Comic, der auf Aufzeichnungen eines Überlebenden basiert, richtet sich vor allem an Jugendliche.

SZ PlusVon Thomas Radlmaier

Eggenfelden in Niederbayern
:Holztor mit berühmter Nazi-Parole vor Amt entdeckt

Vor einem Amt taucht ein Holztor mit Nazi-Symbolen und Parolen auf. Die Polizei greift ein – und ermittelt nun wegen Volksverhetzung. Was bislang über die Aktion bekannt ist.

SS-Massaker in Italien
:Anonyme Opfer sollen identifiziert werden

Mehr als 80 Jahre nach einem der schlimmsten SS-Massaker während des Zweiten Weltkriegs in Italien sollen nun auch die letzten bislang unbekannten Todesopfer einen Namen bekommen. Mit Hilfe von DNA-Proben will eine Forschungsgruppe der Universität ...

Geschichte
:War Opa Nazi?

Das US-Nationalarchiv hat die Daten von acht Millionen Mitgliedern der NSDAP ins Netz gestellt. Sie wurden nach Kriegsende vor der Vernichtung gerettet – jetzt suchen so viele, dass die Server zusammenbrechen.

SZ PlusVon Moritz Baumstieger

Podcast
:Leni, die Lügnerin

Katja Paysen-Petersen wertet im Podcast „Riefenstahl: Influencerin des Bösen“ den Tonband-Nachlass der NS-Propaganda-Regisseurin aus. Eine erhellende Recherche über Mechanismen von Fake News.

SZ PlusVon Stefan Fischer

Debatte
:Nicht witzig, nicht mutig

Intellektuelle, die mit Nazi- und Hitler-Vergleichen Ärger bekommen, sind nicht zwingend Helden der Meinungsfreiheit. Sie sollten lieber den eigenen Hang zum Krawall bekämpfen.

SZ PlusEssay von Hilmar Klute

Schaumburg-Lippe in der Weimarer Zeit
:Die kleine Hochburg der Demokratie

Politische Stabilität in der Weimarer Republik? Ja, das gab es etwa im Mini-Freistaat Schaumburg-Lippe. Heiko Holste zeigt, wie pragmatische Sozialdemokraten über 14 Jahre hinweg die Demokratie gegen ihre Feinde verteidigten.

Rezension von Robert Probst

NS-Deutschland vor dem Weltkrieg
:Das Menetekel von München

Das Münchner Abkommen von 1938 war nicht nur eine Niederlage für die Appeasement-Politik der Briten, zeigen Christian Goeschel und Daniel Hedinger. Auch andere Mächte zogen ihre Lehren aus dem faschistischen Spektakel – bis heute.

SZ PlusRezension von Clemens Klünemann

Kriegsgefangenenlager in Moosburg
:Dokumentation des Grauens und der Aufarbeitung

Ein neuer Katalog befasst sich mit der Geschichte des Stalag VII A. Er zeigt, wie sehr Menschen in dem Kriegsgefangenenlager gelitten haben. Und wie lange es nach der Befreiung dauerte, bis sich eine Erinnerungskultur etablierte.

Von Francesca Polistina

Nationalsozialismus
:Gehört ein einzigartiges Archiv eigentlich den Zeugen Jehovas?

Der Bundesgerichtshof prüft, ob die Glaubensgemeinschaft ein wichtiges Zeugnis der Verfolgung durch die Nazis zurückbekommen soll. Bisher sind die Dokumente in Händen eines Museums, das sich stur stellt.

SZ PlusVon Wolfgang Janisch

Biografie über Helmuth James von Moltke
:Der gute Graf

Helmuth James von Moltke entschied sich früh zum konsequenten Widerstand gegen das NS-Regime. Volker Ullrich zeichnet sein Leben und Wirken im „Kreisauer Kreis“ eindrucksvoll nach. Eine Biografie über moralische Größe unter ständiger Lebensgefahr.

SZ PlusRezension von Cord Aschenbrenner

Ines Geipels „Landschaft ohne Zeugen“
:Verhärtete Legenden

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wurde der antifaschistische Staatsmythos der DDR über Jahrzehnte gehegt und gepflegt. Noch heute glauben viele an kommunistische Helden. Die Schriftstellerin Ines Geipel zertrümmert diese gefühlte Wahrheit.

SZ PlusRezension von Norbert F. Pötzl

Historie
:Gerettet in Griechenland

Von den Nazis aus München gejagt, fand der Chemiker Georg-Maria Schwab Aufnahme in Athen. Die Rückkehr musste er sich erkämpfen – und schwieg über das Exil, wie viele, die wieder heimkamen. Eine Spurensuche.

SZ PlusVon Christiane Schlötzer

Regisseur Norbert Lechner über Geschichtsvermittlung für Kinder
:„Faschistisches Gedankengut wird immer salonfähiger, da muss man dagegenhalten“

Noch bevor „Das geheime Stockwerk“ in die Kinos kommt, wird Norbert Lechners Spielfilm mit Preisen überhäuft. Darin reist ein Zwölfjähriger ins Jahr 1938. Ein Gespräch mit dem Regisseur, wie er gegen den rechtsradikalen Ungeist ansteuern will.

SZ PlusInterview von Barbara Hordych

Verhältnis Deutschland und Frankreich
:Nicht mehr beste Freunde

Wenn Versöhnung nach 1945 in Gleichgültigkeit umschlägt – Klaus Kellmann zeichnet eine brillante Nachbarschaftsstudie zwischen Deutschland und Frankreich. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, selbst wenn die Hauptthese des Historikers recht verwegen klingt.

SZ PlusRezension von Stefan Ulrich

„Original aus Wien“, Folge 29
:Der Klavierhumorist

Hermann Leopoldi war einer der begabtesten Komponisten, Pianisten und Sänger des Wiener Liedes. Die Nazizeit hat er nur knapp überlebt.

Von Gerhard Fischer

„Letzte Verteidigungswelle“ vor Gericht
:Noch nie waren Angeklagte in einem Terrorprozess so jung

Die „Letzte Verteidigungswelle“ wollte die Demokratie zerstören und soll tödliche Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte geplant haben. Einige der Neonazis sind nicht einmal volljährig.

SZ PlusVon Lena Kampf, Ulrike Nimz und Jana Stegemann

SZ MagazinAuschwitz
:»Ich habe meine Nummer lange bedeckt gehalten« – »Ich habe Puder drüber gemacht«

Eva Szepesi und Eva Umlauf kamen als Kinder am selben Tag in Auschwitz an und entgingen der Gaskammer nur knapp. 2016 wurden sie Freundinnen. Ein Gespräch über ihr erstes Treffen, ausgerechnet in einem Zug, über ihr Leben im Land der Täter – und die Frage, wie man ein solches Familientrauma verarbeitet.

SZ PlusInterview von Thomas Bärnthaler, Fotos von Ricardo Wiesinger

Nürnbergs neues Opernhaus
:Das ewige Interim?

Kunstminister Markus Blume diskutiert in Nürnberg über das neue Opernhaus auf ehemaligem NS-Gelände – und gibt dabei ein Versprechen ab.

Von Olaf Przybilla

KZ-Gedenkstätte Dachau
:Das Schicksal der weiblichen Häftlinge

Bei einem Themenrundgang am 8. März, dem Internationalen Frauentag, geht es um Frauen im Konzentrationslagersystem.

Premiere im Münchner Volkstheater
:Die Quandts und ihre Rolle in der NS-Zeit

Weißt du, was deine Familie zur Nazizeit getan hat? „Elektra“ im Münchner Volkstheater beschäftigt sich mit der Familie Quandt und ihrem dunklen Erbe – mit zu viel PS unter der Haube.

SZ PlusKritik von Yvonne Poppek

Literatur
:„Ich kann sagen: Er hat erschossen“

Die Schriftstellerin Judith Hermann ist auf den Spuren ihres SS-Großvaters ins polnische Radom gereist. Ein Gespräch über die Verbrechen der Vorfahren, das Schweigen in der eigenen Familie – und eine Rückkehr mit leeren Händen.

SZ PlusInterview von Marie Schmidt

Themenrundgang in Dachau
:Erinnerungskultur im Wandel

Seit 80 Jahren wird in Dachau der ehemaligen KZ-Häftlinge gedacht. Bei einem Rundgang am 28. Februar geht es darum, welche Ansätze es dazu gab.

Theater
:Hölle mit Wumms

NS-Rituale, Judenhass und Alice Weidel als Bundeskanzlerin: Martin Kušej inszeniert am Schauspiel Stuttgart Thomas Bernhards Altnazi-Groteske „Vor dem Ruhestand“ als düsteren Siegeszug der AfD.

SZ PlusVon Christine Dössel

Rechtsextreme Weltanschauung nach 1945
:Alte Nazis im neuen Gewand

Dass extrem rechte Diskurse in die Mitte der Gesellschaft drängen, ist keineswegs neu. Niklas Krawinkel erzählt von Erfolgen und Misserfolgen völkisch-radikaler Netzwerke in der jungen Bundesrepublik. Seine Erkenntnis: Staat und Zivilgesellschaft waren und sind nicht machtlos.

SZ PlusRezension von Werner Bührer

Ilse Aichingers „Die größere Hoffnung“ am Staatstheater Nürnberg
:Wie Kinder der Verfolgung trotzen

Wie gut lässt sich Ilse Aichingers Nachkriegsroman „Die größere Hoffnung“ auf die Bühne bringen? Salome Schneebelis Inszenierung wagt als deutsche Erstaufführung am Nürnberger Staatstheater viel – mit Erfolg.

SZ PlusKritik von Florian Welle

Neuer Briefband zu Annette Kolb
:„Lieber tot als mundtot“

Die furchtlose Schriftstellerin und Pazifistin Annette Kolb pflegte Freundschaften mit den berühmtesten Kollegen ihrer Zeit. Ihre Korrespondenz mit Thomas Mann, Kurt Tucholsky oder Ilse Aichinger ist nun in einem neuen Briefband nachzulesen.

SZ PlusVon Antje Weber

Brauchtum in Bayern
:Wo sie Prinz Fasching mit dem Vorschlaghammer erschlagen

In Lixenried in der Oberpfalz treiben sie es am Aschermittwoch ganz besonders wild. Weder die Nazis noch die katholische Kirche konnten ihnen das austreiben.

SZ PlusVon Sebastian Beck (Text und Fotos)

Verbotene Symbole
:Nazi-Schmierereien in Dachau aufgetaucht

Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte an mehreren Stellen in der Stadt SS-Runen und Keltenkreuze hinterlassen. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

Stadthalle Germering
:Hommage an die Frauen im Widerstand

Birgit Süß und Klaus Ratzek erinnern am Donnerstag, 19. Februar, in der Germeringer Stadthalle daran, dass sich nicht nur Männer den Nazis entgegenstellten.

Deutscher Mittelstand
:Stützen des Systems

Wie ein typisches deutsches Mittelstandsunternehmen in der Nazizeit schuldig wurde: Christina Strunck unternimmt eine Forschungsreise in die Abgründe ihrer Familiengeschichte. Ein wichtiges Buch.

SZ PlusVon Joachim Käppner

Herbert von Karajan
:„Hätte er Koch statt Generalmusikdirektor werden sollen?“

War der Jahrhundertdirigent Herbert von Karajan nur Mitläufer oder überzeugter Nazi? Der Historiker Michael Wolffsohn hat dieser Frage ein aufwendig recherchiertes neues Buch gewidmet – und stellt einige Annahmen richtig.

SZ PlusInterview von Helmut Mauró

M. Rainer Lepsius über den Nationalsozialismus
:Deutschlands Entschleimer

Wie schaffte es Adolf Hitler, die NS-Diktatur zu etablieren? Der Soziologe M. Rainer Lepsius hat 1983 in einer Vorlesung Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft auf den Hitlerismus angewandt. Noch heute eine faszinierende Lektüre.

Rezension von Robert Probst

Bayern auf der Berlinale 2026
:Wie man ungestraft auf dicke Hose macht

Die Stimmung in der Branche ist mies. Die Bayern feiern trotzdem wie die Weltmeister auf der Berlinale. Die Bavaria wirft eine Party im Schwimmbecken, die Filmförderer rühmen sich dreier Titel im Wettbewerb, und Maria Furtwängler rettet hier vielleicht sogar die Demokratie.

Von Susanne Hermanski

Serie „Original aus Wien“, Folge 27
:Der Papierene

Matthias Sindelar war einer der besten Fußballer, die Österreich je hatte. Den Nazis bot er anfangs die Stirn. Doch dann kaufte er ein arisiertes Café.

Von Gerhard Fischer

München: Das Stück „Automatenbüfett“ im Marstall
:Kapitalismuskritik zum Bier

Wiederentdeckung eines verblüffend modernen Volksstücks: Elsa-Sophie Jach inszeniert im Marstall Anna Gmeyners „Automatenbüfett“ von 1932, das viel zum aufflammenden Faschismus zu sagen hat.

Von Christian Jooß-Bernau

NS-Kunst
:Die Rückkehr der Nazi-Kunst

In vielen Ländern erstarken rechtsradikale Strömungen – ist es ein Zufall, dass das Interesse an NS-Kunst steigt? Besuch bei der German Art Gallery und einem Galeristen, der ein gutes Geschäft macht, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben.

SZ PlusVon Geertjan de Vugt

Hitlers Lieblingsmaler
:Ingolstädter Totentanz: Streit um früheren Star der NS-Kunstszene

Von Oskar Martin-Amorbach, der als NSDAP-Mitglied zu den Stars der NS-Kunstszene gehörte, existieren in Bayern noch mehrere Werke: Darunter ein Fresko in der Aussegnungshalle des Ingolstädter Westfriedhofs. Nun befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.

SZ PlusVon Sebastian Beck

Literatur
:Leben nach der Katastrophe

In „Mischka“ erzählt  Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.

SZ PlusVon Lothar Müller

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