Nationalsozialismus

Aktuelle Nachrichten und Informationen

Eher-Verlag in München
:Die publizistische Waffe des NS-Regimes

Ende 1920 übernimmt die NSDAP den Münchner Eher-Verlag. Hier erscheinen der „Völkische Beobachter“ und Hitlers „Mein Kampf“. Leiter Max Amann baut das Unternehmen zum NS-Propaganda-Imperium aus, dessen antisemitische und kriegstreiberische Töne bis in die hintersten Dörfer vordringen.

Von Wolfgang Görl

Susanne Röckels Buch „Vera“
:Wie funktioniert Erinnerung?

Die Schriftstellerin Susanne Röckel verknüpft im Buch „Vera“ ihre eigene Jugendgeschichte mit der einer Überlebenden des Massakers von Babyn Jar im Zweiten Weltkrieg. Kann das gutgehen?

Von Antje Weber

Sachbuch
:„Die Nazis waren nicht einfach alle Psychopathen“

Der britische Historiker Richard J. Evans über Hitlers Paladine, Vollstrecker und Handlanger – und die Frage, aus welchem Milieu die Führungsschicht des Dritten Reiches stammte.

SZ PlusInterview von Joachim Käppner

Ausstellung im NS-Dokuzentrum München
:Was der Krieg mit uns macht

Eine sehenswerte Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum spürt den traumatischen und oft übersehenen Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen nach.

Von Jürgen Moises

Bildband über NRW
:Ein neues Land an Rhein und Ruhr

Ein eindrucksvoller Bildband zeigt, wie die Menschen im neu gegründeten Nordrhein-Westfalen anpackten für eine bessere Zukunft.

Rezension von Robert Probst

MeinungWirtschaft und Politik
:Harte Debatten müssen sein – aber immer auf dem Boden der Demokratie

Aus Angst vor der Kundschaft halten sich viele Unternehmer von politischen Debatten fern. Es war überfällig, dass der BDI-Chef in dieser Woche mit dieser Tradition gebrochen und Hilfe bei der Orientierung gegeben hat.

SZ PlusKommentar von Alexander Mühlauer

Theater
:„Was für einen Juden hätten Sie denn gerne?“

Die Münchner Kammerspiele widmen sich in einer Revue dem jüdischen Überleben in Deutschland. „Play Auerbach!“ ist ein Wurf – lustig, schräg und bitter.

SZ PlusVon Christine Dössel

Künstler in der NS-Zeit
:Als Olaf Gulbransson einen Zwangsarbeiter bekam

Der norwegische Karikaturist war jahrzehntelang mit spitzer Feder im „Simplizissimus“ gegen politische Extremisten zu Felde gezogen.  Dann kam Hitler an die Macht. Olaf Gulbranssons Reaktion beschäftigt bis heute die Sachwalter seines künstlerischen Erbes.

Von Sabine Reithmaier

Rechtsextremismus
:„Es wird auch auf uns Unternehmer ankommen“

Zum Jubiläum der Stiftung EVZ, die NS-Zwangsarbeiter entschädigt hat, fordert Industrieverband-Chef Leibinger die Wirtschaft zu einer klaren Haltung auf. Es ist ein Debattenbeitrag zum Umgang mit der AfD.

SZ PlusVon Meredith Haaf

Holocaust-Gedenkstätte
:Bayern bewirbt sich um Yad-Vashem-Außenstelle in München

Neben zwei weiteren Bundesländern bewirbt sich auch der Freistaat um die Gedenkstätte. Bald steht der Besuch einer israelischen Delegation an.

Premiere an den Kammerspielen
:„Man wird sehen, dass unter der Komik eine große Tragödie liegt“

Philipp Auerbach überlebte Auschwitz und Buchenwald, als Staatskommissar in Bayern half er nach dem Krieg rassisch, religiös und politisch Verfolgten. Die Kammerspiele bringen sein Leben nun auf die Bühne – als Revue. Wie geht das?

Von Yvonne Poppek

MeinungDeutschland und Polen
:Dann gibt es halt gar kein Geld

Berlin leistet vorerst keine weiteren Zahlungen an NS-Opfer im Nachbarland. Das hat vor allem mit dem Kurs zu tun, den die Rechtspopulisten dort verfolgen.

SZ PlusKommentar von Viktoria Großmann

Geschichte Bayerns
:Dokumentation Obersalzberg für europäischen Museumspreis nominiert

Die Verantwortlichen der Dokumentation freuen sich über die Nominierung und sehen sie als Würdigung ihrer Arbeit.

NS-Forschung in Bayreuth
:US-Einmarsch rettet Hunderte Nazi-Gegner vor Erschießung

Am Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Bayreuth Hunderte Regimegegner inhaftiert, darunter auch der spätere Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier. Ein Forschungsprojekt widmet sich nun diesem Teil der Geschichte, der bislang weitgehend unerforscht geblieben ist.

Generation Deutschland
:AfD in Herford zieht Konsequenzen nach Eichwald-Auftritt

Nach seiner Rede bei der Gründungsveranstaltung der AfD-Jugendorganisation wird Alexander Eichwald aus dem Stadtrat von Herford abgezogen. Und die Partei will ihn loswerden.

Politische Bildung in Deutschland seit 1945
:Die Tücken beim Demokratielernen

Tim Schanetzky analysiert, wie die Gesellschaft seit 1945 politisch um den richtigen Grundsatzkurs stritt und welche gravierenden Lücken es dabei gab. Und warum Attacken auf politische Bildung nichts Neues sind.

Rezension von Isabell Trommer

Deutsche Industrie und AfD
:Unternehmer, nicht bei Trost

Nach 1945 erhielt die deutsche Wirtschaft, oft schwer belastet, eine zweite Chance. So kam sie zu großem Reichtum. Das Geturtel einiger Lobbyisten mit der AfD ist auch deshalb mehr als beschämend.

SZ PlusVon Nils Minkmar

NS-Verbrechen
:Schon mal von den Dachauer Prozessen gehört?

Anders als bei den Nürnberger Prozessen standen hier zwischen 1945 und 1948 nicht die Hauptkriegsverbrecher, sondern gewöhnliche Deutsche vor Gericht. Heute lagert die Polizei im ehemaligen Gerichtssaal Partyzelte. Ein Besuch im Abstellraum der Geschichte.

SZ PlusVon Thomas Radlmaier und Jessica Schober

Geschwister-Scholl-Preis
:„Wir brauchen einen Aufstand der Demokraten, aller Demokraten – jetzt!“

Die Soziologen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey erhalten den Geschwister-Scholl-Preis. Nicht nur sie rufen an einem denkwürdigen Abend dazu auf, der Zerstörung der Demokratie durch Rechtsextreme entgegenzutreten.

Von Antje Weber

Großbritannien
:Nazi-Vorwürfe gegen Nigel Farage

„Hitler hatte recht“: Frühere Mitschüler beschuldigen den Chef der britischen Reform-Partei, als Jugendlicher einige von ihnen rassistisch beleidigt und Nazi-Lieder gesungen zu haben.

SZ PlusVon Michael Neudecker

80 Jahre Kriegsende: die musikalische Performance „Das Lied von der Erde“
:Kunst, die den Nazis nicht passte

Eine musikalische Performance als Tableau des Gedenkens: Martina Vehs Abend in München erinnert an die Künstler, Schriftsteller und Musiker, die von den Nazis vertrieben oder umgebracht wurden. Zu Gast im Bergson Kunstkraftwerk: Frido Mann.

Von Egbert Tholl

MeinungFamilienunternehmen
:Die Normalisierung der AfD in Wirtschaftskreisen ist hochgefährlich

Der Verband der Familienunternehmer lädt AfD-Vertreter ein und normalisiert damit eine Partei, die selbst international als extrem gilt. Die Lobbyisten untergraben damit demokratische Prinzipien.

Kommentar von Meike Schreiber

Gedenken an NS-Opfer
:Die Kinder von Zwangsarbeiterinnen lebten nur kurze Zeit

Mit einer neuen Bronzeskulptur wird der 35 Kleinkinder gedacht, die in der Kinderbaracke in Markt Indersdorf gestorben sind. Bei der Einweihung sprechen die Generalkonsuln Polens und der Ukraine.

Von Henry Borgelt

Podcast
:Trotz allem: frei

Die Nationalsozialisten wollten Seweryna Szmaglewska zu einem Opfer machen. Ein Podcast erzählt, wie sich die Hauptzeugin in den Nürnberger Prozessen dieser Rolle verweigert hat.

SZ PlusVon Stefan Fischer

„Original aus Wien“, Folge 17
:„Schriftstellerin wollte ich nie werden“

Ilse Aichinger schrieb, weil sie einfach nur berichten wollte, wie es war. Über eine Frau, die in der NS-Zeit verfolgt wurde und als Begründerin der österreichischen Nachkriegsliteratur gilt.

Von Gerhard Fischer

NS-Vergangenheit
:Dieser Preis war ein „schwerer Fehler“

Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und anderen wird die „Ehrenmedaille“ der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft aberkannt. Grund ist eine Studie zur NS-Vergangenheit des Verbands. Auf diese Idee hätte man auch früher kommen können.

SZ PlusVon David Steinitz

Einweihung am 21. November
:Gedenkskulptur für Nazi-Opfer in Markt Indersdorf

Auf dem historischen Bezirksfriedhof an der Maroldstraße erinnert künftig ein Denkmal an die ermordeten Kinder von Zwangsarbeiterinnen.

80 Jahre nach Ende der Nazidiktatur
:Germering will die NS-Zeit aufarbeiten

Stadtrat sucht nach einem Historiker, der die Zeit von 1933 bis 1945 und die Nachkriegsjahre erforschen soll. Die Ergebnisse sollen auch das Stadtmuseum bereichern.

Von Karl-Wilhelm Götte

Serious Games
:Komm, wir spielen Geschichte

Auf dem Handy kann man jetzt die Nürnberger Prozesse nachspielen, am Computer mit Fritz Bauer Nazis vor Gericht bringen. Wird Vergangenes dadurch wirklich greifbarer?

SZ PlusVon Marie Gundlach

Geschichte im Landkreis Ebersberg
:Vortrag zum ehemaligen Lebensborn-Heim in Steinhöring

Am Samstag, 22. November, geht es bei einem Rundgang um die dunkle Vorgeschichte des heutigen Betreuungszentrums.

Auktion mit KZ-Dokumenten
:Judensterne „mit Gebrauchsspuren“

Ein Auktionshaus in Neuss wollte Hunderte Schriftstücke von KZ-Häftlingen und andere Zeugnisse aus dem Holocaust versteigern. Über einen empörenden Fall.

Von Jörg Häntzschel

Geschichte Münchens
:Der OB, der die Nazis unterschätzte – bis sie ihn aus dem Amt jagten

Karl Scharnagl war Münchens letzter Oberbürgermeister vor der Herrschaft der NSDAP  – und der erste danach. Vor 100 Jahren kam er zum ersten Mal ins Amt. Über einen Politiker mit Schattenseiten.

SZ PlusVon Wolfgang Görl

Exilliteratur
:„Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß bloß nicht, wonach ...“

Die Dichterin Mascha Kaléko reiste 1956 nach Deutschland, nach Jahren im Exil. Aber ihre Leser, die Deutschen? Waren mit sich beschäftigt. Der Journalist Volker Weidermann erinnert an dieses schicksalhafte Jahr − und kommt seiner Heldin viel zu nah.

SZ PlusVon Christiane Lutz

Interview mit Florian Illies
:„Diesem Zufall verdanke ich mein Leben“

Bestsellerautor Florian Illies über seinen Vater, der als junger Mann die Schlacht bei Monte Cassino überlebte, das Drama der Familie von Thomas Mann im französischen Exil 1933 und seine Lust am Erzählen.

SZ PlusInterview von Christian Mayer und Julia Rothhaas

Späte Ehrung in Sulzemoos
:Ein leuchtendes Beispiel der Menschlichkeit

Hans-Georg Früchte hat als Arzt der Wehrmacht zahlreiche Rotarmisten, darunter viele Juden, vor dem Tod durch die Nazis gerettet. Dafür wurde der 2011 verstorbene Sulzemooser von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. In seiner Heimatgemeinde erinnert nun ein Denkmal an seinen Mut.

Von Helmut Zeller

Nationalsozialismus
:Dem Gewissen verpflichtet

Elisabeth von Thadden und Günther Caracciola-Delbrück stellten sich gegen das NS-Regime und bezahlten den Widerstand mit ihrem Leben. Kreisarchivarin Friederike Hellerer hat sich den Biografien der beiden Persönlichkeiten gewidmet, die auch im Landkreis Starnberg wirkten.

Von Sabine Bader

NS-Raubkunst
:Ein Freispruch, der keiner ist

Bayerns Kunstminister Markus Blume stellt Berichte zu den Missständen in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor. Die Experten monieren erhebliche Mängel beim Umgang mit Raubkunst und fordern ein Umdenken.

SZ PlusVon Jörg Häntzschel

MeinungAfD
:Torsten ist kein Nazi

Sind alle, die AfD wählen, rechtsradikal? Nein. Viele gehören zu einer verunsicherten „stillen Mitte“. Es wäre fatal, diese Menschen nur zu belehren. Wir müssen sie zurückgewinnen.

SZ PlusEin Gastbeitrag von Andreas Voßkuhle; Fotos: Rafael Heygster/laif

Stolpersteine in Dachau
:Polieren gegen das Vergessen

Vor 20 Jahren wurde der erste Stolperstein in Dachau verlegt, inzwischen erinnern dort 15 an Menschen, die während des NS-Regimes deportiert und ermordet wurden. Bei ihrer jährlichen Pflege am 9. November erfahren Schüler auch die Geschichten hinter den Namen.

Von Laura Geigenberger

Jahrestag der Pogromnacht
:Wie Dachauer Trachtenherstellern ihre Heimat geraubt wurde

Vor 87 Jahren wurde die Familie Wallach aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Bei der Gedenkfeier im Ludwig-Thoma-Haus kommt Urenkel Jamie Hall zu Wort.

Von Henry Borgelt

Gedenkveranstaltung in Dachau
:DGB-Jugend erinnert an Judenverfolgung

Mit Kranzniederlegungen und Reden erinnern junge Gewerkschaftler an die Opfer der Pogromnacht von 1938 – und daran, dass der Holocaust mit Worten, Abwertung und Wegschauen begonnen hat.

Von Laura Geigenberger

Gedenken an den 9. November 1938 in München
:„Das klirrende Glas. Der Brandgeruch. Das allgegenwärtige Geschrei“

München gedenkt des 9. Novembers 1938. Die zentrale Veranstaltung findet dort statt, wo die NS-Elite vor 87 Jahren das Signal zur Hatz auf die Juden gegeben hat: im Saal des Alten Rathauses.

Von Andrea Schlaier

Österreich nach 1945
:Von Helden und Mythen befreit

Ganz ohne Pathos, aber mit zahlreichen Anekdoten gewürzt erzählt der ungarische Historiker György Dalos die Geschichte Österreichs seit 1945. Das ist unterhaltsam für Einsteiger, mehr aber auch nicht.

Rezension von Michael Frank

SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:„KZ-Gedenkstätten sind keine moralischen Ertüchtigungsanstalten“

Vielmehr zeigen solche Orte, „was passieren kann, wenn wir uns nicht respektieren“, sagt Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Von Lars Langenau

9. November 1938 in Dachau
:Vertreibung markiert den Auftakt zum Massenmord

Mit der Pogromnacht vor 87 Jahren beginnt auch die Deportation von Juden in Konzentrationslager wie Dachau. Aus der Stadt und dem Landkreis  selbst waren die Menschen zuvor vertrieben worden.

SZ PlusVon Helmut Zeller

Nach der Pogromnacht von 1938
:Als die Nazis den Kreis Fürstenfeldbruck für „judenfrei“ erklären

Im Landkreis Fürstenfeldbruck werden am 9. November 1938 drei Männer abgeholt und eingesperrt. Die geringe Opferzahl lag daran, dass nur etwa 30 jüdische Menschen im Landkreis lebten.

SZ PlusVon Peter Bierl

„Ist das gerecht?“ – Interview-Podcast mit Ronen Steinke
:Sollten junge Deutsche am 9. November Schuld empfinden?

Susanne Siegert macht auf Social Media Videos über Nazi-Verbrechen. Im Podcast mit Ronen Steinke spricht sie über zeitgemäße Erinnerungskultur.

SZ PlusPodcast von Ronen Steinke

Politisches Engagement
:„Wir müssen was tun gegen den Rechtsruck“

In Erding hat sich die Regionalgruppe „Omas gegen Rechts“ in diesem Jahr etabliert. Warum die Angst vor der AfD eine Hauptmotivation ist, erklärt Gründungsmitglied Maria Brand im Interview.

SZ PlusInterview von Regina Bluhme

Münchner Kammerspiele: Theaterstück über die Verbrechen des Nationalsozialismus
:Eine Geschichte vom Überleben – und Weiterleben

Autorin Lena Gorelik und Regisseurin Christine Umpfenbach erzählen mit „Zeit ohne Gefühle“ an den Münchner Kammerspielen vom Holocaust-Überlebenden Mordechai Teichner und der verdrängten Geschichte Feldafings. Das geht uns alle an.

Kritik von Christian Jooß-Bernau

SZ MagazinMarianne Rosenberg im Interview
:„Ich war zu einer Ware geworden“

Die Sängerin Marianne Rosenberg über die Zwänge des Schlagermilieus, denen sie nur mit Rio Reisers Hilfe entkam, und über ihre von Verfolgung und Nazi-Terror geprägte Familiengeschichte.

SZ PlusInterview von Johannes Waechter

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: