Reinhard Strecker klagte die Taten jener NS-Richter an, die in der Bundesrepublik weiter Karriere machten. Nachruf auf einen unermüdlichen Aufklärer.
SS-Verbrechen
:„Mit der Komplizenschaft der italienischen Faschisten“
Bei einem Massaker tötete die SS im toskanischen Sant’Anna di Stazzema 1944 Hunderte Menschen. Erstmals räumt ein Minister der Meloni-Regierung eine Mitschuld ein – aus Kalkül?
Podcast
:Auf der Kippe
Louis Klamroth und Dinah Rothenberg erzählen im Podcast „Vor 33“ anhand klug gewählter Biografien, wie sich die Macht in Deutschland verschoben hat, bereits bevor Hitler Reichskanzler wurde.
Hanne Lenz’ Erzählungen
:Die Schriftstellerin, die keine werden konnte
Hanne Lenz stand zeitlebens im Schatten ihres Ehemanns, des Schriftstellers Hermann Lenz. Der Erzählband „Das Nachtkarussell“ führt vor Augen, dass in ihr ebenfalls viel literarisches Potenzial steckte.
Sammelband zu Thomas Mann
:„Totalitäre Politik ist eine schmutzige Teufelei“
„Was heute nottäte, wäre ein militanter Humanismus“: Thomas Mann war in seinem Engagement für die Demokratie unmissverständlich. Ein Band der TU München macht das einmal mehr deutlich.
Gäubodenvolksfest
:Polizeieinsätze wegen gestohlenem Krokodil und Hitlergrüßen
Das traditionelle Volksfest in Straubing startete bereits am ersten Wochenende turbulent. Die Beamten mussten wegen sexueller Belästigung, Diebstahl und Hitlergrüßen ausrücken.
Erinnerungsarbeit in Lohof
:Graffiti-Kunst gegen das Vergessen
In Unterschleißheim gestalten Jugendliche Graffiti zum NS-Zwangsarbeitslager Flachsröste. Am Bahnhof Lohhof entstehen zudem derzeit mehrere Wandbilder des Künstlerduos Justus Koertgen und Greta von Richthofen zum Thema.
Ärztin und Schauspielerin Marianne Koch
:Ein Hollywood-Star mit Liebe zu Kassenpatienten
Marianne Koch wuchs auf in der NS-Diktatur, stand mit Clint Eastwood vor der Kamera, war Ärztin und ist Buchautorin. Ein Gespräch über einen Lebensweg mit vielen Umbrüchen – und jeder Menge Mut.
NS-Vergangenheit
:Er stritt für den Journalismus – und verharmloste die SA
Der Jurist Martin Löffler gilt als Verteidiger der Pressefreiheit, der das bedeutende „Spiegel“-Urteil vor 60 Jahren erstritten hat. Verborgen blieben bislang dunklere Seiten seiner Biografie.
Juden-Verfolgung in der NS-Zeit
:„Von jetzt ab existieren Sie nicht mehr!“
Margarete Bihrle soll 1941 deportiert werden, doch ein Nachbar streicht ihren Namen heimlich von der Deportationsliste. Bis zum Ende des Kriegs verlässt sie ihre Münchner Wohnung nicht mehr – und überlebt als Unsichtbare.
Endphase des Zweiten Weltkriegs
:Rückzug der Radikalisierten
Als die Wehrmacht 1944/45 von der Roten Armee Richtung Westen getrieben wurde, wendete sich die im Vernichtungskrieg angeeignete Gewalt gegen die eigene Bevölkerung, zeigt der Historiker Bastiaan Willems.
Weimarer Republik
:Zu wenig Geld, zu viel Gewalt
Woran scheiterte die Weimarer Republik? Die Historikerin Ute Daniel zeigt auf Politiker aller Couleur, die keine Reparationen zahlen und lieber einen ganz anderen Staat wollten. Und sie hat ein paar nützliche Tipps für heute.
Bestsellerautor und Agent Uwe Neumahr
:„Eine gute Buchhandlung ist immer ein Ort der Freiheit“
Uwe Neumahr hat einen Bestseller über berühmte Pariser Buchhandlungen von einst geschrieben, und als Literaturagent kennt er auch die Branche von heute bestens. Ein Gespräch über Höhen und Tiefen des Buchgeschäfts.
Entschädigung für polnische NS-Opfer
:„Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft erhielten einmalig 2220 D-Mark“
Polen drängt darauf, NS-Opfer zu entschädigen. Bisher habe Deutschland nur wenig gezahlt und an zu wenige, sagt Jakub Deka von der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung. Er hofft zumindest auf eine humanitäre Geste.
Frühe Konzentrationslager
:Labore des Leidens
Die KZs von 1933 bis 1936 waren üble Experimentierfelder der Nazis für die späteren Lager. Dies zeigt das neue Buch „Durchsetzung der Diktatur“, das auch vor der Gefahr autoritärer Konzepte in Staat und Gesellschaft warnt.
Exklusiv150 Jahre Wagner-Festspiele
:„Ich stehe als deutscher Jude hier auf dem Hügel in Bayreuth. Eingeladen, ausgeladen, wieder eingeladen“
Richard Wagner, der große Komponist und glühende Judenhasser – das gehört zur Identität Deutschlands. Welche Verantwortung ergibt sich daraus? Die Rede im Wortlaut.
150 Jahre Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele
:„Heilige Bande umschlingen uns“
Die Bayreuther Festspiele sind nicht irgendein Klassik-Festival. Sie sind deutsche Geschichte live, in Glanz und Grauen, idealistischer Vision, niederträchtiger Ideologie und höchster Kunst. Ein Porträt von den Anfängen bis heute.
Braunau am Inn
:In Hitlers Geburtshaus ist nun die Polizei eingezogen
Lange gab es Streit, was mit dem Gebäude geschehen sollte, zu dem auch Neonazis gerne pilgerten. Die Regierung hofft, mit dem neuen Nutzer eine „Neutralisierung des Ortes“ zu erreichen.
Gedenken an Opfer des NS-Regimes
:Sieben Zeichen, die den „Glauben an die Menschheit wieder wachsen lassen“
Die Nazis vertrieben viele Jüdinnen und Juden aus städtischen Wohnungen. Ihre Schicksale haben Auszubildende der Münchner Wohnen erforscht. Zum Projektabschluss reisen Nachfahren aus Israel an – und zeigen sich zutiefst gerührt.
NS-Dokuzentrum in Bayreuth
:„Das ist nicht mehr zweite Bundesliga, sondern Kreisklasse“
Weil das Geld fehlt, entscheidet sich Bayreuth für ein digitales Angebot statt ein großes Dokuzentrum . Dann wird auch noch die zuständige Kulturreferentin beurlaubt. Und das zum Jubiläum. Wie geht es weiter?
MeinungNS-Ideologiegeschichte
:Kein Dokuzentrum? Das ist Bayreuther Wahn
Das ideelle Verbindungsglied zwischen Wagner und Hitler hätte man in einem Bayreuther Dokuzentrum erklären können. Dass dieses Haus nicht kommen soll, ist eine Blamage weit über die Stadt hinaus.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Am braunen Hügel von Bayreuth
„Unser seliger Adolf“ ging Winifred Wagner, Festspielleiterin in der NS-Zeit, noch 1975 über die Lippen. Für die Nazis war Bayreuth ein Sonderfall.
Straße trägt Namen von SA-Mann
:Nach fünf Jahren Diskussion: Allersberg benennt Straße um
Eine Marktgemeinde benennt 76 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg eine Straße nach einem Mann, der in der paramilitärischen Kampforganisation der Nazis war. Und rudert nun zurück.
Bonhoeffer-Nachfahre Tobias Korenke
:„Es ist ganz offensichtlich, dass die AfD zu allen Diktaturen ein Liebesverhältnis pflegt“
Beim Gedenken an den 20. Juli 1944 löst der Enkel von Rüdiger Schleicher und Großneffe der Bonhoeffer-Brüder einen Eklat aus, als er versucht, einen Kranz der AfD zu entfernen.
NS-Vergangenheit in der Süddeutschen Zeitung
:Schatten auf dem Neuanfang
Im Lichte der veröffentlichten NSDAP-Mitgliederkartei schaut auch die „Süddeutsche Zeitung“ erneut auf die Verstrickungen ihrer Gründungsmitglieder – und deren Strategien des Vertuschens und Verharmlosens.
Gedenken an den 20. Juli 1944
:„Der Einzelne macht den Unterschied“
Am 20. Juli 1944 scheiterte das Stauffenberg-Attentat gegen Adolf Hitler knapp. Das Gedenken in diesem Jahr nutzen die Rednerinnen und Redner, um vor dem Erstarken der Rechtsextremen zu warnen. Dabei kommt es sogar zu einem Handgemenge.
Belastete Straßennamen
:Wie der Nationalsozialismus aus Münchens Stadtplan gestrichen wurde
Die Adolf-Hitler-Straße und andere nach Nazi-Funktionären benannte Straßen erhielten nach Kriegsende neue Namen, zum Beispiel die von Widerstandskämpfern. Eine Ausstellung zeigt, wie die Demokratie auf Straßenschildern Einzug hielt.
Gedenken an NS-Widerstandskämpfer
:Warum ein Giesinger Historiker für einen Gottlieb-Branz-Platz kämpft
Gemeinsam mit seiner Frau verhalf er Juden zur Flucht und hielt Kontakt zur Exil-SPD – trotzdem kennen wohl nur wenige Münchner den NS-Widerstandskämpfer Gottlieb Branz. Der Historiker Herbert Dandl will das ändern. Mit einer Initiative hatte er bereits Erfolg.
Judenverfolgung in der NS-Zeit
:Das ganze Dorf wusste vom „Judenkind“
Hannelore Bach aus der Münchner Goethestraße gilt den Nazis als „jüdischer Mischling 1. Grades“. Während des Kriegs versteckt die Mutter das Kind bei einem Mann, der selbst NSDAP-Mitglied ist.
Dokumentarfilm
:Geschichte einer siebenfachen Rettung
Der Film „Unbroken“ erzählt, die jüdischen Weber-Kinder von einem brandenburgischen Bauern vor den Nazis versteckt wurden und in den USA ein neues Leben begannen. Bei der Deutschlandpremiere in Dachau erhält er den neuen „Lichtbrücke-Preis“ der Evangelischen Akademie Tutzing.
Zeitgeschichte
:Vom Eliteschüler zum Kanonenfutter
In der Reichsschule Feldafing sollten Buben zum NS-Führungsnachwuchs ausgebildet werden. Hans Dunker war einer von ihnen. Dann musste er an die Front und erlebte die Schrecken des Krieges. Seine Tochter Helene Munson hat in ihrem Buch „Die Feldafing-Jungs – Hitlers Kindersoldaten“ sein Tagebuch aufgearbeitet.
„Nicht bei uns, nicht mit uns“
:Bezirkstag verabschiedet Resolution gegen Antisemitismus
Der Bezirk Oberbayern bekräftigt mit einer Resolution seine Verantwortung zum Schutz jüdischen Lebens und positioniert sich gegen jede Form von Antisemitismus.
Würzburg
:Daniel Halemba schielt auf ein Stadtratsmandat
Wegen Nazi-Parolen wird ein Würzburger AfD-Stadtrat rechtskräftig verurteilt. Nun könnte ein bekannter AfD-Abgeordneter nachrücken: der wegen Geldwäsche in erster Instanz verurteilte Daniel Halemba.
Geschichte
:Ein gefeierter Heimatautor und seine NS-Vergangenheit
Der Hinweis eines Lesers führt zur Spruchkammerakte des Heimatautors und langjährigen SZ-Mitarbeiters Ludwig „Wugg“ Retzer. Die Unterlagen dokumentieren seine bisher unbekannte NSDAP-Mitgliedschaft und seine Propagandatexte.
Show-König Hans Gruß
:Der Mann, der Josephine Baker nach München holen wollte
Während in den 1920er-Jahren in München der Nationalsozialismus erstarkt, lässt Hans Gruß, der „König im Münchner Showgeschäft“, im Deutschen Theater einen Hauch von Moderne und Frivolität durch die Stadt wehen. Doch er stößt an Grenzen.
NS-Geschichte
:„Mein ganzes Semester besteht aus SA-Männern“
Wie war es an der Hochschule in Weihenstephan während der NS-Zeit? Der Politikwissenschaftler Guido Hoyer hat dazu geforscht. Seine Recherchen zeigen, wie Studenten die Gleichschaltung vorantrieben.
NSDAP-Mitgliederkartei
:War auch Oma ein Nazi?
In der NSDAP gaben Männer den Ton an. Doch die Bedeutung der Frauen für Hitlers Aufstieg und die Geschichte der Partei sollte man keinesfalls unterschätzen. Eine Analyse.
Erinnerungsarbeit
:NS-Geschichte im Stil von Instagram-Reels
Die NS-Zeit wirkt auf viele junge Menschen fern und abstrakt. Ein P-Seminar am Ottobrunner Gymnasium hat die Schicksale von Zwangsarbeitern der Muna Hohenbrunn recherchiert und in kurzen Videos aufbereitet.
Immobilien
:Diese Holzbaracke darf nicht durch 19 Wohnungen ersetzt werden
Der Eigentümer plant einen Neubau mit nach eigenen Angaben erschwinglichen Mieten. Doch nun hat sich der Denkmalschutz eingeschaltet.
Schicksale von Deserteuren in der NS-Zeit
:„Wenn Euch dieser Brief erreicht, bin ich nicht mehr“
Dreimal versucht Franz Fellner davonzulaufen. Zweimal wird er verraten. Und so wird der 19-jährige Bäcker aus München, der eigentlich die Weltmeere erkunden wollte, 1942 hingerichtet.
NS-Geschichte
:Großvater, der Großverbrecher
Axel Spilcker erzählt von seinem Opa Robert Ley, einem einflussreichen Nazi, und wie seine Familie mit dessen Schuld umging. Ein Buch über Schweigen und vererbte Traumata – und darüber, warum man jetzt davon schreiben sollte.
NSDAP-Akten
:„Viele wollen jetzt wissen, was ihre Familie im Nationalsozialismus wirklich getan hat“
Seit der Veröffentlichung der NSDAP-Mitgliederkartei erleben Archive einen Ansturm. Zum Beispiel auf Spruchkammerakten. Der Leiter des Staatsarchivs München erklärt, was sich darin über die Rolle der Vorfahren zur Nazi-Zeit finden lässt.
Geschichte
:War Hitlers Aufstieg unaufhaltsam?
Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg beschäftigt sich in einer Ausstellung mit den ersten Jahren der Weimarer Republik in Bayern. Ministerpräsident Markus Söder sieht darin eine Mahnung für heute.
Judenverfolgung in der NS-Zeit
:Wenn der Galgen vor der Haustür steht
Erst soll er zum Schein erhängt werden, dann wird er nach Buchenwald deportiert und ermordet: die Geschichte von Hausmeister Leopold Goldlust aus der Münchner Herzog-Max-Straße.
NSDAP-Mitgliederkartei
:Was war das „Dritte Reich“? Neun Leseempfehlungen
Ein Treffer in der NSDAP-Mitgliederkarte kann ein Anlass sein, weiterzuforschen über die Familiengeschichte oder die NS-Zeit. Aktuelle Büchertipps aus dem Ressort „Das Politische Buch“.
Jahreshöhepunkt der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
:Götz Aly über die Triebkraft des menschlichen Opportunismus
Die Bayerische Akademie der Schönen Künste lädt zur öffentlichen Jahresversammlung und zum Akademietag: Höhepunkt ist ein Vortrag des Historikers Götz Aly, es folgen Auftritte von Salome Kammer, Andreas Rebers und August Zirner.
Kampf gegen Antisemitismus
:Landgericht Bayreuth für NS-Forschungsprojekt ausgezeichnet
Am Beispiel der Bayreuther Justiz wurde aufgezeigt, welche Rolle die deutsche Justiz in der NS-Zeit gespielt hatte. Zudem wurde der Umgang mit Justiz-Unrecht nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet.
MeinungNS-Zeit
:Höcke versucht, den Schmerz in den Familien auszubeuten
Auch Jahrzehnte später wirkt der Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaft nach. Die Gewalt von damals hat sich in die Seelen gefressen. Und genau da setzt der AfD-Mann an.
Ausstellung im Gärtnerplatztheater in München
:Wie Künstler im Nationalsozialismus verfolgte Juden retteten
Der Schauspieler Hans Söhnker und der Komponist Gottfried von Einem haben jüdischen Menschen unter Lebensgefahr geholfen. Eine Ausstellung in München erzählt von den „Gerechten unter den Völkern“.
Familien-Newsletter
:Wer war in der NSDAP? Und warum?
Unsere Autorin hat sich in den vergangenen Wochen beruflich intensiv mit der Mitgliederkartei der NSDAP beschäftigt. Und erfuhr so auch ein Detail über ein Familienmitglied, dass sie stutzig machte.