Euthanasie in der NS-Zeit

Das Kindermordhaus

Der Wiener Kinderarzt Hans Asperger galt lange als Fürsprecher der Schwachen. Edith Sheffers Recherchen zeigen jetzt: Der Österreicher schickte junge Patienten wissentlich in eine Euthanasie-Anstalt.

Rezension von Astrid Viciano

KZ Mauthausen
KZ Mauthausen

Ehemaliger SS-Wachmann wegen Beihilfe zum Mord in 36 000 Fällen angeklagt

Er soll Mitglied des SS-Totenkopfsturmbanns gewesen sein. Als Wachmann habe er die tausendfachen Tötungen von KZ-Insassen fördern oder zumindest erleichtern wollen.

Friedrich Merz im Hochsauerland
Kandidat für CDU-Parteivorsitz

Merz nennt AfD "offen nationalsozialistisch"

Eine Koalition mit der Partei in ihrer gegenwärtigen Verfassung schließe er aber "absolut und vollkommen" aus. Derweil sucht die AfD bereits nach Schwachstellen bei dem möglichen neuen CDU-Vorsitzenden.

Trial in Muenster
Münster

"Ich erlebte das Unvorstellbare, die Hölle"

Ein 94-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Münster verantworten, weil er einst Wachmann im KZ Stutthof war. Die grauenhaften Schilderungen der Opfer lassen selbst den ehemaligen SS-Mann nicht kalt.

Aus dem Gericht von Jana Stegemann, Münster

Todesmarsch-Mahnmal Dachau
Todesmärsche im Zweiten Weltkrieg

Massenmord vor den Augen der Deutschen

Martin Clemens Winter hat akribisch analysiert, wie KZ-Häftlinge durch das sterbende Nazi-Reich getrieben wurden. Das war ohne breite Unterstützung der Bevölkerung kaum möglich.

Rezension von Barbara Distel

Brand der Synagoge in München| Burning of the synagogue in Munich, 9. November 1938 Pogromnacht 9 Bilder
Reichspogromnacht am 9. November 1938

Als in Deutschland die Synagogen brannten

Im November 1938 initiierte die NS-Führung den Gewaltexzess gegen jüdische Deutsche. Gotteshäuser und Geschäfte wurden verwüstet, Menschen erniedrigt, getötet oder ins KZ geschafft. Aufnahmen aus dem Archiv von SZ Photo.

Peenemünde Museum
Peenemünde auf Usedom

Zeigen, was Krieg ist

In Peenemünde auf Usedom bauten die Nazis ihre todbringende Rakete. Wie geht man mit so einem Ort um, wie erzählt man dessen Geschichte - aus Sicht der Opfer, der Techniker, der Täter? Ein Besuch.

Von Peter Burghardt

NS-Vergangenheit

USA schieben ehemaligen KZ-Wächter nach Deutschland ab

Jakiv Palij war SS-Helfer im Lager Trawniki und floh später in die USA. Die Bundesregierung weigerte sich lange, seine Abschiebung anzunehmen.

Von Xaver Bitz

Wahlkundgebung der NSDAP in Berlin, 1932
Zeitgeschichte

"Überrascht, wie marginal der Effekt von Hitlers Wahlauftritten war"

Millionen Deutsche hörten Hitler bei Reden in der Weimarer Republik zu. Doch welche Wirkung hatten diese? Eine Studie behauptet: Die Sprachgewalt des "Führers" wird überschätzt.

Von Robert Probst

Claus Graf Schenk von Stauffenberg
Stauffenberg-Attentat

"Mein Großvater war kein Rechtsradikaler"

Am 20. Juli 1944 scheiterte Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Attentat auf Hitler. Neue Rechte und AfD haben den Offizier für sich entdeckt und inszenieren ihn als rechtsnationalen Widerstandskämpfer. Sein Enkel findet das "abartig".

Interview von Julia Kitzmann

Gedenkstätte, Ausstellung Weiße Rose LMU
Die Weiße Rose

"Was ich noch in Erinnerung habe, ist die Beerdigung"

Am 13. Juli 1943 ermordeten die Nationalsozialisten den Münchner Professor Kurt Huber. Ein Gespräch mit seinem Sohn.

Interview von Julia Kitzmann

Holocaust in Weißrussland

Tatort Maly Trostenez

Zehntausende Menschen starben in dem KZ: Maly Trostenez war der größte Vernichtungsort in Belarus während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

'The referee is counting the seconds at the heavy weight boxing match for the title of the world champion between Joe Louis (in the corner) and Max Schmeling (on his knees), New York Yankee Stadium, Photograph, June 30th 1938'
Boxen: Max Schmeling und Joe Louis

Schläge gegen Hitler

Max Schmeling und Joe Louis bestritten die beiden bedeutendsten Boxkämpfe des 20. Jahrhunderts. Ein Zeitzeuge erinnert sich, warum gerade der zweite Fight 1938 in New York ganz Amerika elektrisierte.

Von David Pfeifer

Erik Jan Hanussen
Mordfall Erik Jan Hanussen

Der Hellseher und die Nazis

1933 töteten SA-Männer den populären Hochstapler Hanussen, der die Nazis gefördert und mit ihnen Orgien gefeiert hatte. Über einen Mordfall mit politischen Komponenten.

Von Josef Schnelle

Gedenktag 17. Juni
Prantls Blick

Die besten deutschen Tage

Warum der 17. Juni wieder ein Feiertag werden muss: Der deutsche Widerstand braucht einen Tag des Gedenkens. Es geht um einen Markstein im europäischen Gründungsmythos.

Die politische Wochenvorschau von Heribert Prantl

AfD-Vorsitzender Alexander Gauland
Leserdiskussion

Ihre Meinung zu AfD-Chef Gauland

Der Parteivorsitzende hat die Zeit des Nationalsozialismus als "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte bezeichnet. Das Internationale Auschwitz Komitee kritisierte die Äußerungen als "unerträglich" und "würdelos". Es ist nicht das erste Mal, dass Gauland mit rechtspopulistischen Äußerungen auffällt.

Adolf Hitler, Porsche, Ley besichtigen Volkswagen
Ein Bild und seine Geschichte

Hitlers Massenauto

Perfekt inszeniert: Am 26. Mai 1938 legte der Diktator den Grundstein für das VW-Stammwerk in Niedersachsen. Bald wandelte sich die Produktion: Arbeitssklaven mussten Kriegsgerät herstellen.

Von Barbara Galaktionow

Hakenkreuz auf Kirchenglocke wurde entfernt
Weggeflextes Hakenkreuz

Beschädigte NS-Glocke in Schweringen wird abgehängt

Da die Kirche die Glocke aus dem Dritten Reich weiter läuten ließ, entfernten Unbekannte das Hakenkreuz mit einem Winkelschleifer. Ihre Aktion hatte Erfolg - offenbar aus rein klangtechnischen Gründen.

Paul von Hindenburg, Kurt Schleicher, Franz von Papen, Wilhelm Freiherr Gayl, Otto Meißner, 1932
Hitlers Aufstieg und das Ende von Weimar

Fränzchen und das Krokodil

Rüdiger Barth und Hauke Friederichs schildern in einer "dokumentarischen Montage" Adolf Hitlers Machtübernahme - mit Fokus auf Hinterzimmer-Intrigen.

Rezension von Robert Probst

Öffentliche Bücherverbrennung in Berlin, 1933
Ein Bild und seine Geschichte

Als Erich Kästner seine Werke auf dem Scheiterhaufen sah

Vor 85 Jahren verbrannten die Nazis überall in Deutschland die Bücher missliebiger Schriftsteller. In Berlin sah ein verfemter Autor zu. In Wien forderte ein anderer: "Verbrennt mich!"

Von Oliver Das Gupta

Rosen für den Mörder: Die zwei Leben des SS-Mannes Franz Murer
NS-Verbrecher Franz Murer

"Er brauchte Blut"

SS-Offizier Murer wütete in Litauen so bestialisch, dass er den Beinamen "Schlächter von Wilna" bekam. Ein neues Buch dokumentiert, wie der Österreicher nach dem Krieg vor Gericht die Opfer verhöhnte - und freigesprochen wurde.

Rezension von Alexandra Föderl-Schmid

Gustav Heinemann Prantls Blick EGOWiG Amnestie NS-Verbrechen
Prantls Blick

Kalte Amnestie

Vor fünfzig Jahren wurden die meisten Nazi-Verbrecher auf heimliche, leise und trickreiche Art straffrei gestellt. Ein früherer NS-Staatsanwalt namens Eduard Dreher bewerkstelligte das. Er war Spitzenjurist im Bundesministerium der Justiz.

Die politische Wochenvorschau von Heribert Prantl

Schild des ehemaligen Bahnhofs Sobibor in Polen.
KZ-Vernichtungslager

Ausbruch aus der Hölle von Sobibor

Aleksandr Petscherski dokumentierte nach dem Weltkrieg den Aufstand im Vernichtungslager - der ukrainische Jude hatte vor 75 Jahren die Aktion geleitet und konnte als einer der wenigen Häftlinge entkommen.

Rezension von Robert Probst

Kirchenglocke aus der NS-Zeit
Schweringen

Unbekannte flexen Hakenkreuz von Kirchenglocke

Ein Bekennerschreiben bezeichnet die Aktion als "Frühjahrsputz". Im März hatte die Gemeinde entschieden, dass die Glocke trotz ihrer NS-Geschichte weiter läuten soll.

Verhandlung vor dem Volksgerichtshof in Berlin während des Zweiten Weltkriegs
Entrechtung der Juden

Was sich die Nazis vom US-Rassismus abschauten

Nach der Machtergreifung ließ sich die Hitler-Diktatur von Rassegesetzen in den USA inspirieren, wie das Buch eines Rechtshistorikers dokumentiert.

Rezension von Robert Probst