Texte, Bilder und Interviews zu historischen Themen von den Anfängen der Zivilisation bis zur jüngsten Zeitgeschichte.
Verfassungsschutz
:Nie wieder eine deutsche Geheimpolizei
Mit ihrer Geheimdienstreform möchte die Bundesregierung das Trennungsgebot zwischen Polizei und Verfassungsschutz aufweichen. Dabei wurde es nach der NS-Zeit aus guten Gründen eingeführt.
SS-Verbrechen
:„Mit der Komplizenschaft der italienischen Faschisten“
Bei einem Massaker tötete die SS im toskanischen Sant’Anna di Stazzema 1944 Hunderte Menschen. Erstmals räumt ein Minister der Meloni-Regierung eine Mitschuld ein – aus Kalkül?
Julia Klöckner über die Wiedervereinigung
:„Was haben wir falsch gemacht?“
28 Jahre lang teilte die Berliner Mauer die Stadt in Ost und West. Doch in vielen Köpfen bestehe sie bis heute fort, sagte die Bundestagspräsidentin bei einer Gedenkveranstaltung. Nicht auf alle Gründe ging sie ein.
Verwaltungsgericht München
:Rentnerin muss 45 000 Euro für Entfernung von Weltkriegsmunition von Grundstück zahlen
Weil sie sich an den Kosten einer mehrwöchigen Großbaustelle in ihrem Garten im Jahr 2017 beteiligen sollte, ging Melitta Meinberger vor Gericht – allerdings ohne Erfolg.
Hanne Lenz’ Erzählungen
:Die Schriftstellerin, die keine werden konnte
Hanne Lenz stand zeitlebens im Schatten ihres Ehemanns, des Schriftstellers Hermann Lenz. Der Erzählband „Das Nachtkarussell“ führt vor Augen, dass in ihr ebenfalls viel literarisches Potenzial steckte.
Sammelband zu Thomas Mann
:„Totalitäre Politik ist eine schmutzige Teufelei“
„Was heute nottäte, wäre ein militanter Humanismus“: Thomas Mann war in seinem Engagement für die Demokratie unmissverständlich. Ein Band der TU München macht das einmal mehr deutlich.
Autobiografie
:Mehr als nur ein Sohn von Willy
Peter Brandt, der älteste Sohn von Willy Brandt, hat seine Autobiografie vorgelegt. „Sich ändern, um sich treu zu bleiben“ ist der nüchtern-analytische Blick eines bekennenden Sozialisten zurück in die Bonner Republik.
Berlin
:Mauer-Gedenken am Brandenburger Tor
Mit einer Installation und einer temporären Ausstellung soll in Berlin an den 65. Jahrestag des Mauerbaus und die deutsche Teilung erinnert werden.
Geschichte des Zivildiensts
:Von „Drückebergern“ zu „Helden des Alltags“
Demütigende Fragen und kaum gesellschaftliche Anerkennung: 50 Jahre lang gab es in der Bundesrepublik „Zivis“, die den Kriegsdienst verweigerten. Eine Chronik.
Endphase des Zweiten Weltkriegs
:Rückzug der Radikalisierten
Als die Wehrmacht 1944/45 von der Roten Armee Richtung Westen getrieben wurde, wendete sich die im Vernichtungskrieg angeeignete Gewalt gegen die eigene Bevölkerung, zeigt der Historiker Bastiaan Willems.
Weimarer Republik
:Zu wenig Geld, zu viel Gewalt
Woran scheiterte die Weimarer Republik? Die Historikerin Ute Daniel zeigt auf Politiker aller Couleur, die keine Reparationen zahlen und lieber einen ganz anderen Staat wollten. Und sie hat ein paar nützliche Tipps für heute.
Münchner Gesellschaft
:Es lebe die Beinfreiheit
Beim Sommerfest im Bayerischen Hof zeigt Kunsthallen-Direktor Roger Diederen, wie sich Männer modisch selbst befreien. Und Sophie-Alexandra Prinzessin von Bayern feiert die Münchner Lebensfreude.
Bestsellerautor und Agent Uwe Neumahr
:„Eine gute Buchhandlung ist immer ein Ort der Freiheit“
Uwe Neumahr hat einen Bestseller über berühmte Pariser Buchhandlungen von einst geschrieben, und als Literaturagent kennt er auch die Branche von heute bestens. Ein Gespräch über Höhen und Tiefen des Buchgeschäfts.
Verwaltungsgericht in München
:Weltkriegsmunition geborgen – muss die Grundstückseigentümerin mitzahlen?
Rund zehn Tonnen Munition wurden vom Grundstück einer Rentnerin in Freimann geborgen. An den Kosten will sie sich nicht beteiligen – Nachbarn seien besser weggekommen.
Entschädigung für polnische NS-Opfer
:„Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft erhielten einmalig 2220 D-Mark“
Polen drängt darauf, NS-Opfer zu entschädigen. Bisher habe Deutschland nur wenig gezahlt und an zu wenige, sagt Jakub Deka von der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung. Er hofft zumindest auf eine humanitäre Geste.
Russland
:Hier kann man gar nicht früh genug lernen, Angst vor dem Staat zu haben
Putins Unterdrückungsmaschine macht auch vor den Kleinsten keinen Halt mehr. Propaganda beginnt in Russland jetzt schon im Kindergarten, und wer am falschen Ort spielt, kann vor Gericht landen. Vom Ende der Kindheit.
Kuba
:Trumps Todesstoß
Die Krise ist in Kuba so allgegenwärtig wie die kläglichen Reste von Fidel Castros Revolution. Doch während sie in Havanna noch von den etwas besseren Jahren unter Obama schwärmen, gibt Trumps Ölblockade dem Land gerade den Rest.
Braunau am Inn
:In Hitlers Geburtshaus ist nun die Polizei eingezogen
Lange gab es Streit, was mit dem Gebäude geschehen sollte, zu dem auch Neonazis gerne pilgerten. Die Regierung hofft, mit dem neuen Nutzer eine „Neutralisierung des Ortes“ zu erreichen.
NS-Vergangenheit in der Süddeutschen Zeitung
:Schatten auf dem Neuanfang
Im Lichte der veröffentlichten NSDAP-Mitgliederkartei schaut auch die „Süddeutsche Zeitung“ erneut auf die Verstrickungen ihrer Gründungsmitglieder – und deren Strategien des Vertuschens und Verharmlosens.
Gedenken an den 20. Juli 1944
:„Der Einzelne macht den Unterschied“
Am 20. Juli 1944 scheiterte das Stauffenberg-Attentat gegen Adolf Hitler knapp. Das Gedenken in diesem Jahr nutzen die Rednerinnen und Redner, um vor dem Erstarken der Rechtsextremen zu warnen. Dabei kommt es sogar zu einem Handgemenge.
Belastete Straßennamen
:Wie der Nationalsozialismus aus Münchens Stadtplan gestrichen wurde
Die Adolf-Hitler-Straße und andere nach Nazi-Funktionären benannte Straßen erhielten nach Kriegsende neue Namen, zum Beispiel die von Widerstandskämpfern. Eine Ausstellung zeigt, wie die Demokratie auf Straßenschildern Einzug hielt.
Gedenken an NS-Widerstandskämpfer
:Warum ein Giesinger Historiker für einen Gottlieb-Branz-Platz kämpft
Gemeinsam mit seiner Frau verhalf er Juden zur Flucht und hielt Kontakt zur Exil-SPD – trotzdem kennen wohl nur wenige Münchner den NS-Widerstandskämpfer Gottlieb Branz. Der Historiker Herbert Dandl will das ändern. Mit einer Initiative hatte er bereits Erfolg.
Show-König Hans Gruß
:Der Mann, der Josephine Baker nach München holen wollte
Während in den 1920er-Jahren in München der Nationalsozialismus erstarkt, lässt Hans Gruß, der „König im Münchner Showgeschäft“, im Deutschen Theater einen Hauch von Moderne und Frivolität durch die Stadt wehen. Doch er stößt an Grenzen.
Glosse
:Das Streiflicht
In den USA muss ein Turnier pausieren, weil die Gamer zu viel schwitzen. Dabei sollten wir den Körpergeruch willkommen heißen. Wo er ist, sind Aufbruch, Chaos und Rebellion ganz nah.
NS-Geschichte
:Großvater, der Großverbrecher
Axel Spilcker erzählt von seinem Opa Robert Ley, einem einflussreichen Nazi, und wie seine Familie mit dessen Schuld umging. Ein Buch über Schweigen und vererbte Traumata – und darüber, warum man jetzt davon schreiben sollte.
Berlin
:Warum so arm, warum so unsexy?
Der Historiker Stefan Wolle schreibt eine Zeitgeschichte Berlins, erkenntnisreich ist das gerade für Wessis jüngerer Jahrgänge. Doch er hat Schwierigkeiten, des ewig gegenwärtigen Charakters der Hauptstadt Herr zu werden.
SED-Opferbeauftragte
:Appell an Firmen, die DDR-Häftlinge beschäftigten
Die SED-Opferbeauftragte beim Bundestag, Evelyn Zupke, hat an Unternehmen appelliert, eventuelle Zwangsarbeit von DDR-Häftlingen in der eigenen Firmengeschichte aufzuarbeiten und einen Schritt auf die Opfer zuzugehen. Es wäre ein wichtiges Zeichen ...
NSDAP-Mitgliederkartei
:Was war das „Dritte Reich“? Neun Leseempfehlungen
Ein Treffer in der NSDAP-Mitgliederkarte kann ein Anlass sein, weiterzuforschen über die Familiengeschichte oder die NS-Zeit. Aktuelle Büchertipps aus dem Ressort „Das Politische Buch“.
Jahreshöhepunkt der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
:Götz Aly über die Triebkraft des menschlichen Opportunismus
Die Bayerische Akademie der Schönen Künste lädt zur öffentlichen Jahresversammlung und zum Akademietag: Höhepunkt ist ein Vortrag des Historikers Götz Aly, es folgen Auftritte von Salome Kammer, Andreas Rebers und August Zirner.
Ausstellung im Gärtnerplatztheater in München
:Wie Künstler im Nationalsozialismus verfolgte Juden retteten
Der Schauspieler Hans Söhnker und der Komponist Gottfried von Einem haben jüdischen Menschen unter Lebensgefahr geholfen. Eine Ausstellung in München erzählt von den „Gerechten unter den Völkern“.
250 Jahre USA
:Ein Spektakel im Schatten Trumps
Manche hatten vielleicht noch gehofft, dass sich ein US-Präsident zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten selbst nicht ganz so wichtig nehmen würde. Vergeblich, wie die Feiern dieser Tage zeigen.
MeinungÖsterreich
:Wenn Fragen zur Familiengeschichte erst jetzt gestellt werden
Wie so viele Menschen findet unsere Autorin den Namen ihres Großvaters in der NSDAP-Mitgliederkartei. Für die Familien ist das eine schmerzhafte, aber auch wichtige Erfahrung.
NSDAP-Kartei
:Warum Hitlers Mitgliedskarte nicht digital zu finden ist
Ausgerechnet nach der Karte des „Führers“ sucht man in den Akten der National Archives vergeblich. Aber kein Grund zur Aufregung: Es gibt sie, genau wie die der meisten anderen Nazi-Größen und -Verbrecher.
AfD-Parteitag
:Hör mir mal zu, Höcke
Dass ausgerechnet die AfD die Mopeds von Simson für ihren Kulturkampf missbraucht, ist für Dennis Baum unerträglich. Also reist er jetzt aus New York nach Deutschland, um das Erbe seiner jüdischen Familie zu beschützen.
Ausstellung im Lenbachhaus München
:Plexiglas und Zwangsarbeit – eine unheilvolle Verbindung
Franz Wanner begibt sich im Münchner Lenbachhaus auf die Spuren eines Materials, das so leicht und transparent wie schwer geschichtsträchtig ist.
Zwangssterilisationen im KZ Auschwitz
:„Ich muss diesen Film in aller Härte machen“
In Block 10 des KZ Auschwitz wurden jüdische Frauen und Männer zwangssterilisiert – ein Verbrechen, für das nie jemand verurteilt wurde. Alice Brauner hat es verfilmt. Zur Uraufführung wird eine Seelsorgerin im Saal sein.
Dachau, das KZ von nebenan
:Das Todeslager, von dem angeblich niemand etwas wusste
1933 errichtete das NS-Regime in Dachau eines der ersten Konzentrationslager, bald wurde gefoltert und gemordet. Hatten die Menschen in der Stadt wirklich nichts von den Verbrechen in ihrer Nachbarschaft mitbekommen?
250 Jahre USA
:„Es muss zu einem Ausbruch, einem Überkochen kommen“
Der Historiker Hiram Kümper traut den Vereinigten Staaten einiges zu: Ihr Gründungsmythos könne trotz des Niedergangs unter Präsident Trump immer noch zum Kampf für die amerikanischen Werte mobilisieren.
SZ-Podcast „Hey München“
:Warum Uber und Bolt teurer werden
Außerdem geht es im Podcast um den vergessenen Retter der NSDAP-Akten.
Erstmals dynamische Anpassung
:DDR-Opferrente steigt
Opfer der SED-Diktatur in der ehemaligen DDR erhalten mehr Geld. Die sogenannte Opferrente steigt entsprechend der gesetzlichen Rentenanpassung von 400 auf 417 Euro pro Monat. Die Ausgleichsleistungen werden von 291 auf 303 Euro pro Monat erhöht ...
NSDAP-Mitgliederkartei
:„Der Nationalsozialismus versprach vielen vieles“
Nach Kriegsende behaupteten viele Deutsche, nicht bei den Nazis mitgemacht zu haben. Doch die NSDAP durchdrang mit ihren angeschlossenen Organisationen alle Bereiche des Zusammenlebens, sagt der Historiker Dietmar Süß.
250-Jahr-Feier der USA
:„Ich verstehe, dass viele Amerikaner keine Lust auf dieses Fest haben“
Die Historikerin Jill Lepore über 250 Jahre USA, Donald Trumps Angst vor dem Tod und die Frage, ob die amerikanische Verfassung das Land vor seinem aktuellen Präsidenten retten kann.
Philadelphia und 250 Jahre USA
:Die Stadt des Präsidenten und seiner Sklaven
In Philadelphia wurden vor 250 Jahren die Vereinigten Staaten geboren. Ein Rundgang mit einem afroamerikanischen Aktivisten zeigt: Die Stadt geht mit dem Jubiläum deutlich ausgewogener um als Donald Trump.
Polizeiinspektion am Prinzregentenplatz
:Wenn die Münchner plötzlich in Hitlers Wohnung stehen
In der Polizeiwache am Prinzregentenplatz wohnte früher Adolf Hitler. Nun öffnen die Beamten die Räume behutsam für die Öffentlichkeit – um zu zeigen, wie aus dem Ort des Terrors ein Ort der Demokratie geworden ist.
Biografie über Hans Schwerte
:Der SS-Offizier, der Uni-Rektor in Aachen wurde
Das Doppelleben von Hans Ernst Schneider, der nach dem Krieg als Hans Schwerte zum liberalen Germanisten mutiert war und erst 1995 aufflog, verrät einiges über den Umgang der Deutschen mit der NS-Zeit.
Erinnerungen von Elisabeth Schwarzhaupt
:„Dieser erste weibliche Minister“
Elisabeth Schwarzhaupt war 1961 die erste bundesdeutsche Ministerin. Wie sich die CDU-Politikerin gegen Adenauer und die anderen Herrn durchsetzte, schrieb sie in einem „Lebensbericht“ nieder.
ExklusivZweiter Weltkrieg
:Polnische NS-Opfer warten immer noch auf eine gute Geste
Leidtragende der Besatzung sollen finanzielle Hilfe aus Deutschland bekommen. Doch die Bundesregierung lässt sich Zeit, und immer mehr der hochbetagten Menschen sterben.
Podcast: „Auf den Punkt“
:NSDAP: Was eine Mitgliedschaft bedeutet hat
Die Publizistin Ines Geipel ordnet ein, wie man mit einem Treffer in der NSDAP-Mitgliederkartei umgehen kann – und welche Hoffnung sie mit der breiten Auswertung verbindet.
NSDAP-Mitgliederkartei
:„Alle haben ein verbrecherisches Regime legitimiert“
Opportunisten, überzeugte Nazis, spezielle Umstände – mit Hitlers Parteigenossen kennt sich der Forscher Jürgen W. Falter aus. Unwissentlich sei niemand eingetreten, sagt er. Ein Fall gibt ihm allerdings Rätsel auf.
NSDAP-Mitgliederkartei
:„Entscheidend ist letztlich, was die Menschen wirklich getan haben“
Was sagt die NSDAP-Mitgliederkartei aus, was sagt sie nicht aus? Der Historiker Ulrich Herbert über die Bedeutung der Akten, das Wissen über den Nationalsozialismus – und die Frage nach individueller Schuld.