Der rasante Anstieg der Preise hat Regierungen gestürzt und Rechtspopulisten gestärkt. Wie die Demokratie unter der Verteuerung des Alltags leidet – und was Politiker jetzt tun können.
Krieg in der Ukraine
:Was Moskaus „Revanchismus“-Vorwurf an Deutschland bedeutet
Das russische Außenministerium hält Deutschland vor, es wolle Hitlers Niederlage rückgängig machen. In Berlin reagiert man empört auf die „bizarren“ Anwürfe – und will sich nicht beirren lassen.
Shoa-Überlebender Roman Haller über Antisemitismus
:„Eigentlich müsste ich längst weg sein“
Roman Haller wurde vor 81 Jahren als jüdisches Kind in einem Bunker in Polen geboren, versteckt von einer Polin und einem Wehrmachtsmajor. Stoff für einen Kino-Film und ein Broadwaystück. In München hat er sich sein Leben aufgebaut. Er liebt diese Stadt. Doch wird er bleiben?
Historie
:Nacht über Bochum
Ein spektakuläres Fotobuch aus dem Krupp-Archiv zeigt den Weg eines deutschen Stahlkonzerns von der Weimarer Republik bis zur Unterwerfung unter das Naziregime.
MeinungAtomare Aufrüstung
:Auch wenn Trump alles ins Rutschen bringt: Deutschland darf nicht mitrutschen
Ist Trump ein Grund für die Bundesrepublik, aus den großen Verträgen auszusteigen und Kernwaffen anzuschaffen? Von der Bedeutung des Rechtsgrundsatzes „rebus sic stantibus“.
Kino
:„Schade, dass niemand Hitler erschießt“
Astrid Lindgren führte während des Zweiten Weltkriegs akribisch Tagebuch. Der Film „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ zeigt, warum sie ohne die Nazis vermutlich nie „Pippi Langstrumpf“ erfunden hätte.
Öffentlicher Dienst
:Jetzt wird gestreikt – an Unikliniken, Hochschulen, Kitas
Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck, um höhere Gehälter für Millionen Gesundheits- und Erziehungskräfte oder Polizisten herauszuholen.
Richard von Kühlmann
:Ein Weltbürger in Ohlstadt
Als Staatssekretär im Auswärtigen Amt hat Richard von Kühlmann am Ende des Ersten Weltkriegs den Friedensvertrag von Brest-Litowsk mit ausgehandelt – nur eine von vielen seiner Stationen. Über den weltläufigen Diplomaten, der seinen Lebensabend in Oberbayern verbrachte.
SZ-Podcast „Auf den Punkt“
:Ist Trump ein Hooligan, Herfried Münkler?
„Furchtbar offen, ob das alles in der Apokalypse endet.“ Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler im Gespräch über Trumps Außenpolitik.
MeinungWirtschaftswachstum
:Das deutsche Modell ist tot. Außer Deutschland erfindet es neu
Nach drei Jahren Flaute sollte die Bundesregierung alles tun, damit die Wirtschaft wieder wächst. Alles andere wäre ein Konjunkturprogramm für die AfD.
Roman von Elisabeth Sandmann
:Churchills vergessene Geheimagentinnen im Kampf gegen die Nazis
Die Autorin und Verlegerin Elisabeth Sandmann erzählt im Roman „Wir dachten, das Leben kommt noch“ von britischen Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben riskierten.
München nach dem Zweiten Weltkrieg
:Das erste Weihnachten ohne Angst vor Bomben
Die Kirchen verzeichnen „Massenbesuch“, Tausende Christbäume werden verkauft und das US-Militär spricht versöhnliche Worte: 1945 erlebt die Stadt das erste Weihnachtsfest nach dem Krieg. Eindrücke aus dieser Zeit.
Erinnerungskultur
:Noch nicht mal mehr verdrängt
In der Nachkriegszeit herrschte Schweigen über die Vernichtung der Juden, jetzt rückt sie in historische Ferne. Der Politikwissenschaftler Jan Gerber fragt, was geschehen musste, damit die Deutschen sich mit der Shoah auseinandersetzen.
Susanne Röckels Buch „Vera“
:Wie funktioniert Erinnerung?
Die Schriftstellerin Susanne Röckel verknüpft im Buch „Vera“ ihre eigene Jugendgeschichte mit der einer Überlebenden des Massakers von Babyn Jar im Zweiten Weltkrieg. Kann das gutgehen?
Bildband über NRW
:Ein neues Land an Rhein und Ruhr
Ein eindrucksvoller Bildband zeigt, wie die Menschen im neu gegründeten Nordrhein-Westfalen anpackten für eine bessere Zukunft.
MeinungDeutschland und Polen
:Dann gibt es halt gar kein Geld
Berlin leistet vorerst keine weiteren Zahlungen an NS-Opfer im Nachbarland. Das hat vor allem mit dem Kurs zu tun, den die Rechtspopulisten dort verfolgen.
Literatur
:Ein Dackel der Geschichte
Noch immer sind so viele Schicksale des 20. Jahrhunderts nicht erzählt. Aber die Geister der Erinnerung leben unter uns, zeigt der Schriftsteller Marko Dinić – in seinem beeindruckenden Roman „Buch der Gesichter“ und bei einem Spaziergang in Wien.
Lesung bei der Münchner Bücherschau
:Warum Caro Matzko die Fluchtroute ihres Vaters rückwärts reiste
Gemeinsam mit Hannes Ringlstetter stellt Caro Matzko im Münchner Haus der Kunst ihr neues Buch vor. Ein Roadtrip nach Polen, an den Ort im ehemaligen Ostpreußen, aus dem ihr Vater einst fliehen musste.
Bombenentschärfung am Westfriedhof
:Um 14.05 Uhr ist die Gefahr vorüber
Tagelang haben Feuerwehr und Sprengkommando die Entschärfung der im Westfriedhof entdeckten Fliegerbombe akribisch vorbereitet. Am Sonntag geht alles glatt. Und ein 94-jähriges Geburtstagskind kann sogar trotz Evakuierung feiern.
MeinungDeutsch-polnisches Verhältnis
:Jetzt fehlt schon der Mut, an Mutige zu erinnern
„Wir vergeben und bitten um Vergebung“, das schrieben 1965 polnische Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder. Damals ein Tabu, mitten im Kalten Krieg. Heute ist der Regierung Tusk selbst eine Gedenkfeier aus Anlass dieses Briefs zu heikel.
80 Jahre Nürnberger Prozesse
:Fünf Frauen, die Weltgeschichte schrieben
Wie eine Völkerrechtlerin, eine Auschwitz-Überlebende, eine Stenografin, eine Technikerin und eine Übersetzerin den Jahrhundertprozess in Nürnberg prägten. Fünf Frauen, fünf Porträts.
Mitten in Nürnberg
:Danke, Fliegerbombe
An einer Evakuierung aufgrund einer Weltkriegsbombe ist absolut nichts lustig. Andererseits lernt man die Mitbewohner des eigenen Viertels neu kennen – und besser als einem lieb ist.
Polen und Deutschland
:„Wir vergeben und bitten um Vergebung“
Wie ein Brief polnischer Bischöfe an ihre deutschen Brüder zur Inspiration für Willy Brandts Kniefall in Warschau wurde – und warum er heute wieder umstritten ist.
Medizin
:Hitlers Blut und Hoden erklären nicht seine Verbrechen
Eine TV-Dokumentation deckt eine angebliche Hormonstörung bei Adolf Hitler auf – und zieht weitere fragwürdige Schlüsse, unter anderem über Genitalien und Psyche des Diktators. Warum es zu einfach ist, Tyrannen für krank zu erklären.
Exilliteratur
:„Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß bloß nicht, wonach ...“
Die Dichterin Mascha Kaléko reiste 1956 nach Deutschland, nach Jahren im Exil. Aber ihre Leser, die Deutschen? Waren mit sich beschäftigt. Der Journalist Volker Weidermann erinnert an dieses schicksalhafte Jahr − und kommt seiner Heldin viel zu nah.
80 Jahre Kriegsende in Icking
:„Die Gemeinde verfügt über keinerlei Kartoffeln mehr“
Eine Ausstellung in Icking widmet sich dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Isartalgemeinde. Dokumente, alte Fotos und Zeitzeugenberichte beleuchten eine entbehrungsreiche Zeit mit großen Herausforderungen, die aber auch ein Neubeginn war.
Geschichte
:„Zu gewissen Zeiten ist die Ukraine tatsächlich übersehen worden“
Martin Schulze Wessel hat die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine erforscht. Ein Gespräch über verdrängte Kriegsschuld, Putins Ambitionen und Merkels fatale Lehren aus der Geschichte.
Symbol der Vergebung wird vermisst
:Nagelkreuz aus KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen
Aus drei Nägeln der im deutschen Bombenangriff zerstörten Kathedrale von Coventry geformt, steht das Nagelkreuz für Vergebung und Versöhnung. Jetzt ist das einzigartige Symbol verschwunden – gestohlen aus einem Ort, der wie kein anderer für die Aufarbeitung deutscher Verbrechen steht.
Historie
:Bruno im Paradies
Wie ähnlich uns die Menschen aus der Höhlenzeit waren: Ein Spaziergang mit dem Schriftsteller Martin Walker durch 70 000 Jahre Geschichte im Périgord.
Remscheid
:Weiteres Geheimversteck: Noch mehr Waffen und Munition entdeckt
Die Dimension des riesigen Waffenfunds in Remscheid wächst: Hinter einer Vitrine entdecken Beamte ein weiteres Versteck mit Maschinengewehren und Munition teilweise aus dem Zweiten Weltkrieg. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.
Ende der NS-Diktatur
:Lesung über das Kriegsende in Neufahrn
Der Neufahrner Heimatverein widmet einen Vortrag dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Einmarsch der Amerikaner vor 80 Jahren.
Ungleichheit
:Wie man mit Reichensteuern viele Milliarden einnehmen könnte
Das Vermögen der Deutschen ist immer ungleicher verteilt. Gleichzeitig braucht der Staat für viele Aufgaben Geld. Drei Wege, wie sich Reiche stärker in die Verantwortung nehmen lassen.
Archäologie
:„Für mich ist ein Wrack immer wie ein Tatort“
Gesunkene Schiffe erzählen auch unsere Geschichte, sagt Unterwasser-Archäologe Florian Huber. Wie er sich ihnen nähert, was er dabei erlebt hat und warum man auf der „Titanic“ keine Knochen findet, in der Ostsee aber schon.
ORF-Moderator
:„Wir leben in einem Zeitalter des Opportunismus“
Der 95-jährige Journalist und Autor Paul Lendvai erzählt in dem schmalen Buch „Wer bin ich?“ sein Jahrhundertleben: Ein Gespräch über die Zerbrechlichkeit der Freiheit und darüber, warum er bislang nie offen über seine jüdische Identität geredet hat.
Die erstaunliche Biografie der IJB-Gründerin Jella Lepman
:„Generationen von Kindern werden Sie verfluchen“
1945 kehrt die jüdische Autorin Jella Lepman aus dem Exil nach Deutschland zurück. Und setzt sich ein großes Ziel: Kinder mit internationalen Büchern zu Weltoffenheit und Toleranz zu erziehen. Die erstaunliche Lebensgeschichte der IJB-Gründerin liegt jetzt als illustrierte Biografie vor.
Zweiter Weltkrieg
:Das Geisterdorf der Vertriebenen
Binnen weniger Jahre entstand in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg am äußersten Rand der Oberpfalz an der Grenze zu Tschechien ein kleines Dorf, Bügellohe. Seine Geschichte ist kurz und tragisch.
Landkreis Miltenberg
:Taucher finden Raketenmotor aus dem Zweiten Weltkrieg
Ein merkwürdiger Gegenstand wird bei der Inspektion an einer Schleuse entdeckt, der Motor einer Panzerfaustrakete. Kurzzeitig wird der Schiffsverkehr auf dem Main bei Klingenberg gestoppt, doch Spezialisten geben schnell Entwarnung.
Vorträge in München
:Wo Wissenschaft rockt und Maschinen zuhören lernen
Das Selbstverständnis von Frauen mit Migrationsgeschichte, das Neueste aus den Forschungsgebieten junger Wissenschaftler und ein Rückblick auf den schwierigen Neuanfang nach 1945: spannende Vorträge im Oktober.
Eine Liebeserklärung an den Freistaat
:Bayern, i mog di
Bayern entspricht vielen Klischees und auch ihrem Gegenteil. Diese zu erforschen, hat sich der Autor seit fast 40 Jahren zur Aufgabe gemacht. Herausgekommen ist ein gschlampertes Verhältnis zu diesem Land, das immer noch Überraschungen birgt.
80 Jahre SZ
:Ohne Demokratie kein Wachstum – und umgekehrt
Die Jahrzehnte des deutschen Wirtschaftswachstums seien „welthistorisch einmalig“, sagt ein Ökonom. Der Grund dafür: Wirtschaft und Demokratie brauchen einander – und da fangen die Probleme an.
Kino
:Und immer wieder ist Mobilmachung
Die vielfach ausgezeichnete Doku „Trains“ montiert Archivaufnahmen rund um die Eisenbahn zu einer wuchtigen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Bayern nach dem Krieg
:Wohnungsnot, Arbeitermangel und eine umgeleitete Heilquelle
In der ersten Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 6. Oktober 1945 gab es noch keinen Bayernteil. Berichtet wurde dennoch über den Freistaat, etwa über die Versorgungslage nach dem Krieg, überschrieben einfach mit „Das melden uns die bayerischen Städte“. Hier der Originaltext – inklusive heute seltsam anmutender Schreibweisen.
Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg
:Wie der Wiederaufbau gelingen sollte
In der ersten Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 6. Oktober 1945 ging es vor allem um die Kriegsfolgen. Auch darum, wie und wann sich Bayerns Kulturbauten wieder aufbauen ließen. Zum 80. SZ-Jubiläum der Originaltext von damals.
Kino
:Von Nazis und Nordfriesen
Hitler ist tot, die Mutter leidet, der Sohn sucht seinen Platz in der Welt: Fatih Akin erzählt in „Amrum“ das Ende des Zweiten Weltkriegs als berührende Coming-of-Age-Geschichte.
Deutsche Geschichte
:"Little Berlin" in Bayern
Im Kalten Krieg ging eine Mauer durch das kleine Mödlareuth an der einstigen innerdeutschen Grenze. Mittlerweile besuchen jedes Jahr 80 000 Menschen das dortige Museum. Ein Besuch.
Kino
:„Wenn ein Kind die Hauptrolle spielt, ist das immer ein Risiko“
Fatih Akin über schwierige Casting-Entscheidungen, schauspielerisch begabte Filmtiere und sein Drama „Amrum“, das von den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erzählt.
Dagmar Leupold über Generationenkonflikte
:„Das Schweigen der Mütter war ein anderes als das der Väter“
Vor Jahren hat die Schriftstellerin Dagmar Leupold die Männer der Kriegsgeneration in den Blick genommen, nun im Roman „Muttermale“ die Frauen. Ein Gespräch über Veränderungen in der Gesellschaft wie auch im Erzählen – und über ein spezielles Gift in Mutter-Tochter-Beziehungen.
Residenztheater München
:Wie der Horror in den Alltag sickert
In dem Roman „Nach Mitternacht“ schaut Irmgard Keun den Leuten in Nazideutschland aufs Maul. Cosmea Spelleken inszeniert den bitterbösen Text nun unaufgeregt am Münchner Residenztheater.
Neue Biografie über Hermann Göring
:Massenmord und Ritterspiel
Der Journalist Andreas Molitor porträtiert die NS-Größe Hermann Göring, der für die Ausbeutung der Sowjetunion zuständig war. Einige Kindheitserlebnisse werden jedoch für den späteren Verbrechensweg arg überinterpretiert.
ExklusivIG Metall
:Gewerkschafter will exzessive Rüstungsgewinne besteuern
Mit IG-Metall-Bezirkschef Daniel Friedrich fordert erstmals ein Gewerkschafter, übermäßige Profite von Rüstungsfirmen zu besteuern. Je mehr die EU-Staaten für Verteidigung ausgeben, desto mehr könnten die Gewinne steigen.